Posts by Nemere

    Ich kann Cujo nur rechtgeben - hier liegt offensichtlich eine NICHT-Eignung für Sicherheitsberufe vor. Siehe auch
    BGV C 7


    "§ 3 Eignung
    Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Wach- und Sicherungstätigkeiten nur
    von Versicherten ausgeführt werden, die die erforderlichen Befähigungen besitzen.
    Die Versicherten dürfen für diese Tätigkeiten nicht offensichtlich ungeeignet sein. Über
    die Befähigungen sind Aufzeichnungen zu führen."


    Und in der Durchführungsanweisung zu § 3 der BGV C 7:


    "Für die allgemeine Ausbildung sind z.B. relevant


    .....
    – Erste Hilfe."

    Weil z.B. die BGV C 7 den Begriff "Diensthunde" verwendet:


    § 12 Hunde
    (1) Als Diensthunde dürfen nur geprüfte Hunde mit Hundeführern eingesetzt werden.



    Der Begriff "Dienst" ist doch nicht nur Behörden vorbehalten, man spricht doch auch z.B. vom "Dienstplan", wenn man die Arbeits-/Schicht-Einteilung in einem Betrieb meint.

    Vielleicht zur Abrundung mal einige Erfahrungen / Erlebnisse Prüfungen aus Sicht eines Prüfers, hier speziell Prüfung Fachkraft Schutz und Sicherheit, Prüfungsteil B (Dokumentation und Fachgespräch).


    1. Es wird mir eine Dokumentation vorgelegt, die nur aus per „Copy and Paste“ übernommenen und nur am Rande zum Thema passenden Texten von Wikipedia besteht (einschließlich der Bildüberschriften und der Links). Thema der Dokumentation war der Streifendienst, im Text tauchte dann auf einmal die Streife bei der Bundeswehr (Gefechtsdienst), die Streife der Polizei und als Krönung der "Hitlerjugend-Streifendienst" auf. Hier wird natürlich schon die Bewertung dieser Dokumentation negativ ausfallen, weil hier die Forderung der Ausbildungsordnung nach Beschreibung von drei praktisch durchgeführten Arbeiten nicht erfüllt ist. Ich habe mir dann in der Prüfung schon spasseshalber die Frage erlaubt, ob der Streifendienst der Hitlerjugend direkt dem Reichsführer SS oder dem Reichssicherheitshauptamt unterstellt war.


    2. Ein anderer Prüfling liegt drei Dokumentation zum Thema Geld- und Wertetransport und behauptet, er wäre während der Ausbildung als Einsatzleiter für GWT tätig gewesen und seine Firma würde nur nach der DIN 77200 arbeiten.
    Wenn so jemand dann im Fachgespräch die Frage nach der erforderlichen Schießausbildung für die mit Waffen beim GWT eingesetzten Sicherheitsmitarbeiter oder die Frage nach beim GWT zutreffenden Vorschriften nicht einmal ansatzweise beantworten kann, dann ist das auch nicht gerade ein Pluspunkt.
    Auf weitere Nachfrage konnte er mir nicht mal die Anforderungen der BGR 135 für die Durchschusshemmung nennen, auch der Begriff „Dachkennzeichnung“ war ihm völlig fremd. Auf die Frage, gegen welche Waffen ein Geldtransporter geschützt sein müsse, kam als Antwort: "Er ist sicher vor Kugeln."
    Auch von den Sicherheitsvorschriften des BDGW hatte er noch nie gehört, obwohl diese nach der Neufassung der DIN 77200 bei Vergabe von Aufträgen nach der DIN bindend sind.


    3. Legt jemand Dokumentationen zum Einsatz in einer Notruf- und Serviceleitstelle vor, so werde ich ihm sicher Fragen zu den entsprechenden VdS-Richtlinien stellen (VdS 2153, 2172), einschließlich der Fragen, die vom VdS speziell für die Prüfung von „Fachkräften von Wach- und Sicherheitsunternehmen“ (VdS 2237 in Verbindung mit dem Prüfungsfragenkatalog VdS 2867) herausgegeben wurden.
    Wenn dann der Prüfling auf die Frage nach den Klassen der NSL nur mit Schweigen antwortet, dann reicht das eben nicht – schließlich ist die Fachkraft für Schutz und Sicherheit nach bestandener Prüfung automatisch auch NSL-Fachkraft.


    4. Kommt jemand mit Dokumentationen zum Einsatz im „klassischen“ Werkschutz, so muß er sich natürlich z.B. auch auf Fragen nach dem betrieblichen Gefahrenabwehrplan oder nach dem Aufbau einer Brandschutzordnung einstellen. Auch bei solchen Fragen blickt man oft in Abgründe.


    5. Beschreibt jemand einen Einsatz im Objektschutz in einem Schlachthof und schreibt dabei, dass ausgebrochene Rinder mit großkalibrigen Gewehren (nicht Betäubungsgewehre!) erlegt wurden, so liegt natürlich schon die Frage nach der waffenrechtlichen Zulässigkeit dieses Vorgehens oder die Frage, nach dem Verhalten des Sicherheitsdienstes bei ausgebrochenen Großvieh nahe (z.B. Regelung in einer Dienstanweisung, einschlägige Unfallverhütungsvorschriften).


    6. Es gibt selbst bei den Fachkräften Schutz und Sicherheit immer wieder Prüflinge, wo es wirklich an grundlegenden Dingen fehlt: Notwehr, Notstand, vorläufige Festnahme, Selbsthilferechte nach dem BGB, wichtige Straftatbestände, Kenntnis der Bewachungsverordnung und der BGV C 7. Auch der grundlegende Aufbau von Gefahrenmeldeanlagen ist vielen nicht bekannt, die einfache Frage, wie z.B. ein Feuerwehrschlüsseldepot in das System BMA / EMA eingebunden ist, lässt auch viele scheitern.

    Der Mathematik-Stoff der Hauptschule sollte schon sicher vorhanden sein, z.B.:
    - Grundrechenarten (auch ohne Taschenrechner!!)
    - Dreisatz / Verhältnisrechnung
    - Prozentrechnung
    - Grundlagen der Geometrie (Strecken, Flächenberechnungen, Beziehungen im Dreieck)
    - Umstellen von Formeln


    Dabei kommen "reine" Rechenaufgaben sicher nicht mehr vor, die Berechnungen müssen aus geschilderten Fällen selbst entwickelt werden - also eine Art Textaufgaben.

    Man sollte immer die aktuellen Fassungen von Regelwerken verwenden.
    WASO zitiert die DIN 77200:2002-06 aus dem Jahre 2002. Diese ist seit Mai 2008 durch DIN 77200:2008-05 ersetzt.


    Die Bestimmungen zum Hundeinsatz lauten nun:


    "5.3 Einsatz von Diensthunden


    Setzt der AN entweder auf Anforderung oder mit Genehmigung des AG Hunde ein, müssen diese einer definierten Mindestausbildungsklassifizierung entsprechen (z. B. Schutzhundprüfung A nach der Prüfungsordnung des Verbandes für das Deutsche Hundewesen e.V. oder Diensthundeprüfung gemäß Prüfungsordnung für Diensthunde der Bundeswehr).


    Es dürfen nur solche Hunde eingesetzt werden, die im Zuchtbuch eines vom nationalen Verband (in Deutschland VDH - Verband für das Deutsche Hundewesen e.V.) anerkannten Zuchtvereins eingetragen sind oder deren Ahnentafel von einer der FCI (Federation Cynologique International)
    angehörigen Organisation ausgestellt ist.


    SICHERHEITSMITARBEITER, die einen Hund führen, müssen als Diensthundeführer überprüft und bestätigt sein. Die Überprüfung ist jährlich zu wiederholen und aktenkundig nachzuweisen. Zur Überprüfung muss der AN speziell ausgebildete Diensthundeführerausbilder einsetzen, die über ein entsprechendes Zertifikat einer hierfür anerkannten Stelle verfügen.


    Für den Einsatz eines Hundes in einem zu sichernden Objekt bzw. Bereich müssen artgerechte
    Bedingungen gegeben sein.
    "


    Bis auf den Ersatz des Beschäftigten durch den Sicherheitsmitarbeiter der gleiche Text - allerdings werden jetzt keine geeigneten Hunderassen mehr aufgezählt.

    Quote from "NOMAD"

    Selbst der Pffarer hat eine Uniform.


    Die Kleidung des Pfarrers ist mit Sicherheit keine Uniform, sie fällt unter den Begriff der "Amtstracht". Kirchenrechtlich hat sie die Bedeutung des "Liturgischen Gewandes", wenn sie während des Gottesdienstes oder beim Spenden der Sakramente getragen wird.


    Ansonsten würde ich aus meinen Erfahrungen als Prüfer dringend dazu raten, bei den privaten Sicherheitsdiensten NICHT von Uniformen zu reden. Die Bewachungsverordnung spricht aus guten Gründen von einer "Dienstkleidung", um hier jeden Anschein der Verwechslung mit Hoheitsträgern von vornherein auszuschliessen. Es gibt bei den diversen Prüfungen im Sicherheitsgewerbe (Sachkundeprüfung, Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft, Fachkraft, Meister) immer mehr als genug Prüflinge, die sich bei Fragen zu diesem Thema immer um Kopf und Kragen reden, weil sie einfach nicht begreifen wollen, daß es eben im privaten Sicherheitgewerbe keine "Uniformen" gibt.