Posts by Nemere

    Aber wenn es wen interessiert, in Bayern läuft auch nicht alles glatt.

    Stichwort PKW-Maut (53 Millionen)... Und wie war das noch mit den E-Rollern, welche die Straßen der Städte verstopfen? Danke Scheuer!

    Das sind beides Bundesangelegenheiten!

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    Berlin als Bundeshauptstadt, Stammsitz der meisten Ministerien, dem Bundesrat, Universitätsstadt und und und, hat einfach mehr Ausgaben als die bayerische Provinz.

    München ist also keine Universitätsstadt? LMU und TU liegen bei den internationalen Hochschulrankings übrigens weit vor Berlin.
    Das Berliner Chaos und die dort manifeste Geldverschwendung hat nichts mit der Bundeshauptstadt zu tun, sondern ist in Berlin systemimmanent.
    Eine sehr gute Beschreibung dazu von einem unbeteiligten Außenstehenden gibt es hier:
    https://www.nzz.ch/feuilleton/…09-23&kid=nl107_2019-9-23

    Berlin kassierte 2018 mit seinen gerade mal 3,6 Millionen Einwohnern 4.4 Milliarden aus dem Länderfinanzausgleich, die anderen 11 Empfängerländer bekamen 6,6 Milliarden. Berlin hat nicht mal 5 % der Einwohner Deutschlands und greift über 35 % des Länderfinanzausgleichs ab - das hat auch nichts mit Bundeshauptstadt zu tun, sondern es ist Mißwirtschaft, wenn sich hier trotz dieser horrenden Summen seit Jahrzehnten nichts ändert.


    Deswegen bleibe ich lieber in meiner bayerischen Provinz, lasse mich von einer "Berliner Schnauze" als "Zipfelklatscher" bezeichnen, was mich aber nicht kümmert, da sich hier nur der Neid ausdrückt, das in Bayern eben die Welt noch in Ordnung ist.

    Mein Argument oben, das man anhand des Länderfinanzausgleichs sehr gut erkennen kann, wo die Wirtschaftskraft in diesem Land liegt, wurde anscheinend vor lauter Solidaritätsgefasel überhaupt nicht zur Kenntnis genommen. Das Geld wird in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Hamburg verdient - anscheinend aber nicht in Berlin. Dort wird es nur verschleudert.
    Ich beende für meinen Teil jetzt hier die Debatte. Wir sind schon viel zu weit vom Thema weg

    Vorschlag:
    Beschäftige Dich mal etwas eingehender mit der Entwicklung des Länderfinanzausgleichs. dann wirst Du sehen, wo in diesem Land die Wirtschaftskraft liegt. Es gibt genau noch 4 (vier!) Länder, die einzahlen, alle anderen profitieren davon. Die meisten seit Jahrzehnten, weil sie es nicht schaffen, den Länderfinanzausgleich für das zu verwenden, für was er gedacht ist: das jeweilige Land auf Vordermann zu bringen.
    Am meisten zahlt z.Zt. Bayern (2018: 6,67 Millarden), gefolgt von Baden-Württemberg (3,07 Mrd), Hessen (1,61 Mrd) und weit abgeschlagen noch Hamburg (83 Millionen). An der Spitze der Empfänger liegt - wie könnte es auch anders sein - unsere Chaos-Hochburg Berlin mit 4,4 Milliarden. Eigentlich stünde also jedem Bayern sein eigener Berliner als persönlicher Lakai zu.
    Es gibt Länder wie Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, das Saarland die seit Bestehen des Finanzausgleich 1950 noch nie einen Pfennig / Cent eingezahlt haben.

    Können einfache Kräfte nur ein Auto im Einkaufszentrum bewachen, das zu Werbezwecken dort steht?

    Viele Leute mit Unterrichtung nach § 34 a GewO können nicht mal das, weil Ihnen einfach die Kenntnis der rechtlichen Grundlagen fehlt. Viele machen bei einem Zwischenfall irgend etwas, in vielen Fällen geht das auch gut, weil sich keiner der Betroffenen beschwert. Rechtlich sicheres Handeln, das ja in unserem Gewerbe häufig einen Eingriff in die Grundrechte anderer Personen darstellt, wirst Du bei Leuten mit Unterrichtung kaum finden. Frage doch mal jemanden mit frisch absolvierter Unterrichtung, ob er seine Rechtsgrundlagen in der Kausalkette § 858 BGB - 859 BGB - 860 i.V.m. 855 BGB und schließlich für die Durchsetzung des Ganzen evtl. § 229 BGB kennt und praxisbezogen anwenden kann. Du wirst nahezu immer Schiffbruch erleiden.
    Meiner Ansicht nach haben Leute mit Unterrichtung und auch oft genug die mit Sachkundeprüfung für die doch umfassenden Eingriffsbefugnisse, die sie haben, eine völlig unzureichende Ausbildung. Man lässt sie eigentlich immer in das offene Messer der drohenden Strafanzeige laufen, weil sie gar nicht abschätzen können, ob ihr Handeln rechtskonform ist. Mit viel gesammelter Erfahrung wird der eine oder andere nach einiger Zeit hier sicherer werden, so bis dahin nichts passiert ist.
    Ich habe mir vor einigen Jahren mal den Spass gemacht und habe den Ausbildungsplan der Fachkraft für Schutz und Sicherheit mit dem Ausbildungsplan für den mittleren Polizeivollzugsdienst hier in Bayern verglichen. Und siehe da - im Bereich Recht stimmen die Stundenansätze nahezu überein. Natürlich die Gewichtungen anders, die Fachkraft befasst sich kaum mit Straßenverkehrsrecht, dafür sind BGB und Gewerbeordnung bei der Polizei eher marginal.
    Jetzt hat aber die Fachkraft mit einer wirklich umfangreichen und tiefgehenden Rechtsausbildung (wenn ordnungsgemäß nach der Ausbildungsordnung) ausgebildet wurde) im Grundsatz die gleichen Eingriffsbefugnisse wie der Sicherheitsmitarbeiter, der nur die Sachkundeprüfung hat und dafür im besten Fall vielleicht eine 80 Stunden Schulung gemacht hat. Das macht doch ganz deutlich, das die Kenntnisse bei der Sachkundeprüfung nur höchst oberflächlich sind.

    sowohl Nemere als auch der 2,02 Meter Mann , wovon träumt ihr eigentlich des Nachts ??

    Wir träumen nicht, wir haben Realitäten geschildert.
    Mit Deiner künstlichen Aufregung wirst Du die sich abzeichnende Entwicklung nicht verhindern. Hätte sich das Ruhrgebiet oder auch das Saarland rechtzeitig gewandelt, weg von Bergbau und Schwerindustrie, gäbe es die Strukturprobleme dort heute nicht.
    Die besten Beispiele dafür, dass sehr wohl eine Anpassung an sich wandelnde Wirtschaftsstrukturen möglich ist, sind doch Bayern und Baden-Württemberg. Beide Länder waren nach 1945 noch weitgehend agrarisch geprägt - von einigen Industriezentren abgesehen. Beide Länder hatten ihre Armenhäuser (Schwarzwald und Alb in BW, Bayerischer Wald, Rhön und Frankenwald in Bayern). Beide Länder waren Empfängerländer des Länderfinanzausgleichs - aber beide haben etwas aus diesem Geld gemacht: Beide Länder stehen heute in der Bundesrepublik an der Spitze.
    Länder wie Bremen oder Berlin dagegen sind seit Jahrzehnten Empfänger gigantischer Subventionen und kriegen nichts auf die Reihe, weil ein Großteil dieser Gelder im Sumpf sozialer Wohltaten für die Bevölkerung verschwinden, also verbraucht anstatt in zukunftsträchtige Wirtschaftszweige investiert werden.

    ich finds nur deplatziert, dass du von deinen Turm auf andere zeigst, ohne die Gegebenheiten zu berücksichtigen und zu hinterfragen. Es würde sich lohnen!


    1. Wieso zeige ich von meinem Turm auf andere? Ich habe Sachverhalte geschildert, die sicherlich unbequem sind, Leider weigern sich noch zu viele. diese Entwicklung zur Kenntnis zur nehmen und klammern sich weiter an ihrer Illusion von der Insel der Seligen fest.

    2. Ich wiederhole gerne noch einmal: Wenn jemand meint, er müsse als ausgebildete Fachkraft für Schutz und Sicherheit für das Gehalt des Mitarbeiters mit der Unterrichtung irgendwo in der Provinz arbeiten, dann kann er das gerne tun. Aber dann muss endlich Schluß sein, mit dem ständigen Gejammere und Geheule, das es keine Stellen für Fahkräfte gibt. Siehe Zitat Baldrian: "Meiner Wahrnehmung nach haben wir leider immer noch zu viele Fachkräfte auf dem Markt, welche Sachkundetarif bekommen."

    3. Ich bin nun über 40 Jahre im Sicherheitsbereich und verwandten Gebieten tätig. Dabei bin ich weit in der Republik herumgekommen, einschließlich einiger mehrmonatiger Auslandsaufenthalte. Es hat sich gelohnt, sowohl finanziell wie auch im Gewinnen von Erfahrungen.

    ist doch wohl jetzt nicht ernstgemeint von dir ?

    Natürlich ist das ernstgemeint. Deutsche bewegen sich nicht einmal von Brandenburg nach Bayern, obwohl es dort Stellen für Fachkräfte Schutz und Sicherheit gäbe.
    Die Erklärung warum alle nach Deutschland wollen (was ich im übrigen nicht gutheiße) gibst Du Dir selbst - weil es nämlich entsprechende Anreize gibt. Der Unterschied zu vielen Deutschen ist eben, das sich viele Deutsche nicht einmal dann bewegen, wenn es diese Anreize in Form von gut bezahlten Stellen gibt.
    Wir sind in Deutschland und eigentlich in ganz Mitteleuropa auf dem besten Weg eine alte müde Gesellschaft zu werden, die wahrscheinlich in wenigen Jahrzehnte von jungen dynamischen Gesellschaften überrannt werden wird.

    Wenn auf deinem Vertrag numerisch festgelegt ist, wieviel du verdienst, beglückwünsche ich dich zu deinem scheinbar tollen AG :)

    Mein Arbeitsvertrag läuft als leitender Angestellter, er ist frei verhandelt, ohne jeden Bezug auf irgendeinen Tarifvertrag. Wenn Du einen Arbeitsvertrag unterschreibst, in dem nicht klar geregelt ist, welche Tarifgruppe des Tarifvertrags für Dich zur Anwendung kommt, bist Du selbst schuld. Im Arbeitsvertrag muss nach § 2 des NAchweisgesetzes auch eine Aufgabenbeschreibung enthalten sein. Auch diese sollte dann eben so formuliert werden, dass daraus deutlich hervorgeht in welcher Funktion (Fachkraft oder Sachkundeprüfung) Du eingesetzt bist.

    Noch zu Deinem Satz oben

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    Warum sind mittlerweile viele GSSK bis FKSS am Markt, die nicht Qualifikationsorientiert eingesetzt, bzw. bezahlt werden?

    Weil sie offensichtlich in Bereichen arbeiten - örtlich oder funktionell - , wo diese Qualifikation nicht gebraucht wird. Ich kann nur wiederholen: Die Leute müssen dorthin gehen, wo ihre Ausbildung nachgefragt wird.
    Ein Spezialist für CNC-Fräsen wird auch nicht in der Dorfschmiede im tiefsten bayerischen Wald eine seiner hochwertigen Ausbildung adäquat bezahlte Stelle finden. Auch er wird mobil sein müssen und sich einen metallverarbeitenden Betrieb suchen müssen, der ihn braucht und entsprechend bezahlt. Und dann muss er eben pendeln oder umziehen.
    Work-Life-Balance, soziales Umfeld usw. ist alles wunderschön und toll - aber Du musst Arbeitgeber finden, die hier mitspielen und das bezahlen. Dort wo ein Mangel an Fachpersonal herrscht, werden die Firmen zu entsprechendem Entgegenkommen und Gegenleistungen bereit sein, weil sie das Personal sonst nicht bekommen.
    Auf dem platten Lande sind aber offenbar die Auftraggeber nicht unbedingt bereit, höherqualifiziertes Sicherheitspersonal zu bezahlen, sondern sie begnügen sich mit den Mindestanforderungen. Darüber kann man jetzt lamentieren, ändern wird sich das nicht. Ob sich die gesetzlichen Voraussetzungen für Sicherheitskräfte verschärfen werden, ob es irgendwann einmal ein Gesetz für private Sicherheitsdienstleistungen geben wird, das mag alles wünschenswert sein, ich sehe es aber in absehbarer Zeit nicht.
    Bei der sich abzeichnenden Wirtschaftsflaute und der noch gar nicht überschaubaren Wandlung des gesamten Industriebereichs (Stichwort Wirtschaft 4.0 usw.) glaube ich nicht, dass hier in den nächsten Jahren große Verbesserungen erfolgen. Wir können froh sein, wenn die deutsche Wirtschaft hier einigermaßen mit einem blauen Auge davonkommt. Es gibt inzwischen Firmen, die voll auf diesen Zug aufgesprungen sind. Die gesamten Produktionsanlagen sind in Containern montiert und werden dort eingesetzt, wo am billigsten produziert werden kann. Dazu gibt es eine hochqualifizierte und sehr gut bezahlte Stamm-Belegschaft aus deutschen Fachkräften, von denen allerdings ganz selbstverständlich erwartet wird, dass die weltweit mobil sind.
    Mobilität und Flexibilität fehlen heute noch bei sehr vielen unserer Arbeitnehmer - auch wenn mich jetzt wieder viele für diesen Satz zerreißen werden. Jeder Asylbewerber macht uns vor, was Mobilität und Flexibilität global bedeuten, wenn er aus dem tiefsten Afrika unter völlig unkalkulierbaren Risiken sich nach Europa begibt. Wobei ich die Asylpolitik unserer Regierung in keiner Weise gut heiße!
    Aber jetzt nimmt die Diskussion globale Ausmaße an.

    Meiner Wahrnehmung nach haben wir leider immer noch zu viele Fachkräfte auf dem Markt, welche Sachkundetarif bekommen.

    Das ist immer wieder der gleiche Denkfehler. Eine Fachkraft wird nach der Stelle bezahlt, die sie besetzt. Wenn eine Fachkraft auf einer Stelle für einen Mitarbeiter mit Sachkundeprüfung eingesetzt wird, dann wird eben auch die Fachkraft nur nach dem Tarif für die Sachkunde bezahlt.
    Wenn der Ingenieur sich darauf einlässt, eine Stelle als Hofkehrer anzunehmen, wird er auch nur als Hofkehrer bezahlt.
    Wenn die Fachkraft also den Arbeitsvertrag für eine Sachkundestelle unterschreibt, ist sie selber schuld und braucht nicht herumzujammern, dass sie keinen Fachkrafttarif bekommt.
    Nötigenfalls muss eben auch die Fachkraft dorthin gehen, wo Fachkräfte gebraucht werden und zumindest nach Tarif, inzwischen teils auch übertariflich bezahlt werden, z.B. in Südbayern.
    Nicht die Arbeit kommt zur Fachkraft, sondern die Fachkraft muss dorthin gehen, wo ihre Qualifikation gebraucht und auch bezahlt wird.

    Ich schließe mich der Aussage von Fump an. Nach über 40 Jahren in nahezu allen Bereichen des Sicherheitsgewerbes bleibe ich bei meiner Überzeugung, das ein respektvoller Umgang zwischen Polizei und anderen Leuten mit Sicherheitsaufgaben immer noch am besten zum Ziel führt.
    Wer allerdings mit voller Selbstverständlichkeit die Polizei mit Ausdrücken wie "Büttel" oder "Cop" belegt, wird das wahrscheinlich nicht verstehen.
    Die Einstellung die NickNatterton an den Tag legt, ist genau eine der Ursachen, warum Teile des privaten Sicherheitsgewerbes immer noch so einen schlechten Ruf haben.

    Was ist denn dann die Definition der "bayerischen Sichtweise"? Ich würde auf jeden Fall niemals die Polizei, mit der ich als Sicherheitsfirma immer wieder zusammenarbeite, um gemeinsame Ziele zu erreichen, mit diskriminierenden Ausdrücken wie "Büttel" oder ähnlichem belegen. Das ist Ausdruck einer Geringschätzung, die ich nicht teilen kann.

    also in Berlin fuhren die Büttel

    Wer bitte sind "die Büttel"? Wenn ein Mitarbeiter im privaten Sicherheitsgewerbe die Polizei mit solchen abwertenden Bezeichnungen belegt, dann stimmt irgendetwas in seinem Verständnis für staatliche Sicherheitsorgane, mit denen er eigentlich eng zusammenarbeiten sollte, nicht. Man könnte dann genauso umgekehrt jeden Sicherheitsmitarbeiter als "Nachtwächer" titulieren.

    und wird auch aus dem Führungszeugnis jetzt gelöscht!

    Das Führungszeugnis interessiert doch in keiner Weise. Die Behörde bekommt eine unbeschränkte Auskunft. Eine Freiheitsstrafe von 5 Monaten auf Bewährung wird aus dem Bundeszentralregister nach 10 Jahre gelöscht (§ 46 Abs. 1 Nr. 2 b BZRG) - vorausgesetzt, es gibt keine weitere Eintragung! Wenn es bei der ersten Verurteilung wegen Betrug gleich eine Freiheitsstrafe gibt, ist das oft ein Indiz dafür, dass noch weitere Vorstrafen vorhanden sind oder dass der Betrug größere Ausmaße angenommen hatte.

    Es ist eigentlich klar in der DGUV 23 geregelt, dass hier 2 Sicherheitsmitarbeiter einzusetzen sind:


    DGUV 23 Unfallverhütungsvorschrift Wach- und Sicherungsdienste , Durchführungsanweisung zu § 7:


    "§ 7 Sicherungstätigkeiten mit besonderen Gefahre.
    Der Unternehmer hat sicherzustellen, dass das Wach- und Sicherungspersonal überwacht wird, wenn sich bei Sicherungstätigkeiten besondere Gefahren ergeben können.


    DA zu § 7:Besondere Gefahren ergeben sich insbesondere auch bei Sicherungstätigkeiten mit einem hohen Konfrontationspotenzial. Sie machen deshalb besondere Überwachungen und den grundsätzlichen Einsatz von zwei oder mehr Versicherten erforderlich.
    Tätigkeiten mit hohem Konfrontationspotenzial sind z. B.
    • Sicherungs- und Kontrolldienst im öff entlichen Nah-, Fern- und Flugverkehr,
    • Citystreifendienst,
    Sicherungsdienst im Handel, z. B. Kaufhausdetektive, Doormen, ..."


    Wach_und_Sicherungsdienste_DGUV_Vorschrift_23.pdf?__blob=publicationFile&v=9


    Wenn es in der Vergangenheit bereits Zwischenfälle mit gewalttätigen Ladendieben gab, betont das erst recht die grundsätzliche Forderung nach 2 Sicherheitsmitarbeitern. Wenn diese Angriffe mit Messern usw. häufiger vorkommen, hätten sie auch längst Eingang in die nach der Arbeitsschutzgesetzgebung zu erstellende arbeitsplatzbezogene Gefährdungsbeurteilung finden müssen. Das Ergebnis dieser Gefährdungsbeurteilung muss dann die entsprechenden Arbeitsschutzvorschriften berücksichtigen und kann dann unter Einbeziehung des § 7 DGUV 23 nur zu dem Schluß kommen, dass zwei Sicherheitsmitarbeiter eingesetzt werden müssen. Evtl. sind auch weitere Maßnahmen zu treffen (Stichschutzweste usw.) Außerdem müssen solche Vorfälle Eingang in die Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung finden, auch hier sind dann entsprechende Maßnahmen vorzusehen (Schulungen, Auswertung der Vorfälle, Vorgehensweise bei PTSD).


    Die Unfallverhütungsvorschriften sind autonomes Recht und haben als solche Gesetzescharakter im materiellen Sinn. (SGB VII, § 15).
    Verstösse gegen den § 7 der DGUV 23 sind zumindest Ordnungswidrigkeiten (§ 28 DGUV 23).

    Die Frage ist immer noch, was genau im Arbeitsvertrag steht.
    - Wie sind die Kosten definiert oder steht da nur allgemein "Kosten"? Sind damit alle Aufwendungen gemeint, die der Arbeitgeber hatte - Prüfungsgebühr, Kosten für Vorbereitungslehrgänge, Fachbücher, Lohnkosten?
    - Wie lange muß der Mitarbeiter nach der Ausbildung im Betrieb bleiben? Wenn hier keine Frist genannt ist, wird es schon problematisch.


    Ich hoffe ja, das hier vom Fragesteller noch etwas kommt.

    Der Gewerbetreibende muss gegenüber dem Ordnungsamt glaubhaft darlegen das ein Bedürfnis notwendig ist. Desweiteren muss der Gewerbetreibende eine entsprechende Haftpflichtversicherung nachweisen. Und jetzt kommt etwas was auch kein Scherz ist, das tragen eines Schlagstocks im Dienst darf nur solchen Personen erlaubt werden die die Waffensachkunde haben.


    Grundsätzlich ist die Frage der Erlaubnis zum Umgang mit Waffen in § 2 WaffG geregelt.


    Hier heißt es im Absatz 2:
    (2) Der Umgang mit Waffen oder Munition, die in der Anlage 2 (Waffenliste) Abschnitt 2 zu diesem Gesetz genannt sind, bedarf der Erlaubnis.


    Hiebwaffen der hier diskutierten Art sind Anlage 2 nicht genannt – also keine Erlaubnispflicht.


    Der § 4 ff. WaffG, welche die Erlaubniserteilung regeln, beziehen sich alle auf diesen in § 2 geregelten Grundsatz.
    Damit ist die Bedürfnisprüfung des § 8 auch nur auf die in § 2 Abs. 2 i.V.m Anlage (Waffenliste) genannten Waffen anzuwenden. Da dort die uns hier interessierenden Hiebwaffen nicht genannt sind, gibt es auch keine Bedürfnisprüfung - Ausnahme wieder beim Führen von Hiebwaffen bei Veranstaltung, wie oben bereits von mir dargelegt.
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    Die rechtliche Begründung für die Waffensachkunde beim Führen einer Hiebwaffe interessiert mich sehr.


    Nochmals:
    Wenn ein Sicherheitsdienst bei einer öffentlichen Veranstaltung Hiebwaffen führen will, bedarf er der Erlaubnis der Behörde. Dazu muß er auch sein Bedürfnis darlegen.


    Wenn vom Sicherheitsdienst Hiebwaffen bei sonstigen Aufträgen geführt werden, bedarf es KEINER behördlichen Erlaubnis. Fump hat das sehr schön dargestellt.


    Der Berufsgenossenschaft sind übrigens Hiebwaffen völlig egal, der Begriff kommt in der DGUV 23 nicht einmal vor. Man kann es allenfalls über die Dienstanweisung herleiten (Ausrüstung und Auftrag).