Posts by TB 013

    Die Vertragspartei der Arbeitgeber ist gewillt, den Stundenlohn so gering, wie möglich zu halten, schon, um ihre Firma rentabel zu halten und den eigenen Gewinn zu sichern.


    Die Vertragspartei der Arbeitnehmer ist in der Regel - zumindest in unserem Gewerbe - zu schwach, ihre Forderungen durchzusetzen (ich sage nur mal wieder fehlender Org-Grad der AN in der Gewerkschaft), oder die Verhandlungen werden mit "Scheingewerkschaften" geführt, die in Wahrheit die Arbeitgeberinteressen vertreten.

    Sicher kann man mit dem Mindestlohntarufvertrag nicht unbedingt reich bei werden, da gebe ich Dir auf alle Fälle mal Recht.
    Allerdings ist jetzt wieder Bewegung in die Mindestlohndebatte geraten. Der Mindestlohntarifvertrag zwischen BDWS und GÖD ist gekippt und der Neue zwischen BDWS und VERDI liegt vor. Mit erheblichen Erhöhungen und unter Beibehaltung der bisher geltenden Zuschläge (diese waren durch die GÖD damals ja auch gleich mit wegrationalisiert worden).


    Meine Kollegen erhalten dann ab dem 01.01.2011 anstatt der bisherigen 4,60 € schon mal 6,53 €, jeweils zuzüglich der Zuschläge. Und ich glaube, das zahlt sich dann schon am Monatsende aus.


    Unbesehen davon bleibt natürlich, dass der Mindestlohn ein Mindestlohn ist und mal gerade so das Existenzminimum darstellt.


    Allerdimngs ist es auch nach fast 10 Jahren die erste effektive Lohnerhöhung, auf die unsere Kollegen sich freuen. - Bei einem entsprechenden Org-Grad der Kollegen wäre sicher trotzdem ein besserer Abschluß durch die Gewerkschaft möglich gewesen, aber das Problem dürfte Dir ja bekannt sein.

    Ja Cuio, das weiß ich. Ich habe deshalb auch den Hund hier mit angeführt. Es ist schon ein gewaltiger Unterschied, ob ich einen Hund an meiner Seite habe oder eine Taschenlampe in der Hand und den Kollegen nicht in Reichweite. Wenn Du verstehst, was ich damit sagen will.


    Niemand im Wachgewerbe muß einen Heldentod für ein paar Navis sterben. Das sind sie nicht wert.


    Und die Frage der Eigensicherung gilt ja nicht nur im Wachgewerbe. Sie wird ja auch den Polizisten praktisch mit der Muttermilch beigegeben.

    Hi Cujo!


    Wie dem Artikel zu entnehmen ist, war er nicht da, wo er hätte sein sollen - an der Seite seines Kollegen, um ihn zu sichern. Mehr weiß ich auch nicht.


    Ich sag mal so: Als Hundeführer mit einem gut ausgebildeten Hund hätte man in dem Fall wohl gut alleine reagieren können. Aber ich hab auch solche Situationen schon gegen den Baum fahren sehen. Eben weil Hund und Hundeführer nicht "zusammenpassten". Aber das steht ja auf einem ganz anderem Blatt.

    Hi Cujo!


    Du vergißt Eines dabei, denke ich mal. Einen Grundsatz, der bereits in den ersten Stunden beigebracht wird: Es ist nicht die Aufgabe des Wachmannes, den Täter zu stellen, dafür gibt es die Polizei. Unsere Aufgabe ist es zu kontrollieren, zu sichern und zu melden.


    Wenn es sich dann ergibt, dass ein Täter gestellt werden kann, ist es ok, denke ich mal. Aber nichzt alleine, ohne Rückendeckung und ohne dass Du einschätzen kannst, wie der Täter reagiert.


    Das Leben und die Gesundheit des Wachmannes sind immer höher einzuschätzen, als die paar geklauten Gegenstände aus nem Autohaus.

    Quelle: Giessener Anzeiger


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    ...
    Einem Wachmann war an dem Geländezaun eines Autohauses am späten Mittwochabend aufgefallen, dass der Draht frisch durchtrennt worden war. Zudem bemerkte er, wie ein Mann in Richtung Wald weg lief. Sofort verständigte er einen Kollegen. Dieser unterrichtete die Polizei, eilte ebenfalls nach dort und versuchte, dem Flüchtigen den Weg abzuschneiden. Das gelang ihm auch, und als der Fremde näher kam, sprach er ihn an. Der Mann rannte auf ihn zu und schlug dem 40-jährigen Wachmann mit voller Wucht eine Tasche gegen den Kopf. In der Tasche befanden sich, wie sich später herausstellte, zwei soeben gestohlene Navigationsgeräte. Der Wachmann wehrte sich mit seiner Taschenlampe und wurde von dem Fremden in einen Wassergraben gestoßen. Hier stürzte sich der Fremde auf den Wachmann, würgte ihn und drückte ihm den Kopf unter Wasser. Als er sich aus seiner Lage befreien konnte, wurde er erneut umgerissen und gewürgt.
    ...


    Taktisch nicht besonders klug gehandelt, hätte auch böse für den Wachmann ausgehen können. :bö:

    Nach den bereits 2008 erfolgten Änderungen des Waffenrechts kam es nach dem Amoklauf von Winnenden zu erneuten Forderungen nach der Verschärfung des Waffenrechts. Im Einzelnen wurden folgende Änderungen eingebracht:



    Quelle: Bundesministerium des Innern


    Auf den folgenden Seiten werden die einzelnen angesprochenen Punkte dann auch noch erläutert.
    Ist so aber die schnellste Zusammenfassung, die ich auftreiben konnte und nicht selbst zusammenschreiben mußte. Bin nämlich gegen Feierabend etwas schreibfaul. :zw:

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    Ein Jahr nach dem Amoklauf von Winnenden hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) das verschärfte Waffengesetz als «praxisfremd» kritisiert. Die Regelungen hätten sich bisher nicht bewähren können, sagte der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg am Mittwoch in Berlin. «Zwar dürfen jetzt die zuständigen Behörden bei Waffenbesitzern unangemeldet die sichere Aufbewahrung der Waffen überprüfen, doch klafft eine erhebliche Personallücke, um dies auch praktisch umsetzen zu können.»
    ...


    Quelle: Der Newsticker


    Damit wäre dann genau das eingetreten, was vernünftige Menschen vorausgesagt haben: Das Gesetz hat keine Wirkung erzielt, aus eben den oben genannten Gründen. Stellst sich die Frage, warum wurde es erlassen? Man hat doch gewußt, dass die Einhaltung und Umsetzung praktisch kaum kontrolliert werden kann, oder?

    So eine Begegnung mit ner wilden Sau hatte ich einmal während meiner Dienstzeit bei der Bereitschaftspolizei. In einem Feldlager. Nachts auf Wache.


    Ich hörte es rascheln, rief den vermeintlichen "Störer" an. Es kam keine Antwort, nur das Geräusch näherte sich weiter. Mit den Taschenlampen, die wir damals hatten, konnte man gut werfen, aber nichts ausleuchten. Also nochmals gerufen und beim dritten Mal, den Einsatz der Waffe angekündigt. - Das Rascheln kam immer näher. - Also die Kalaschnikow von der Schulter und durchgeladen. - Noch immer keine Reaktion von der Gegenseite. - Inzwischen war der Schatten des ""Störers" auf 15 Meter herangekommen und näherte sich weiter. - Und endlich auch als Schwein zu erkennen, dass auf dem Weg in Richtung unserer Feldküchen war. - Ich ließ das Tier dann passieren und hatte für den Rest des Feldlagers meinen Spitznamen weg. :zw:

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    da kann sich manches Modell oder manche Schauspielerin eine Scheibe abschneiden.


    Wat? Nochwat runterhobeln von der Frau? Dann sieht sie bald magersüchtig aus. :lach:

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    Schon mal davon gehört, dass es nicht einmal für Wachleute einen Befehlsnotstand gibt?


    Sicher, nur solltest Du nicht die Kleinen mang die Großen bringen und dabei noch die Tatsachen durcheinander bringen. Der Auftraggeber bezahlt Dich in diesem Fall dafür, dass Du seine Interessen wahrnimmst. Auf der Grundlage der geltenden Gesetze, niemand verlangt von Dir, dass Du gegen geltende Gesetze verstößt..


    Befehlsnotstand beinhaltet:

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    ...in der ein Verhalten befohlen wird, welches gegen bestehende Gesetze verstößt. Dieses Dilemma betrifft den Befehlsempfänger. Entweder er führt den Befehl aus und verstößt gegen das Gesetz oder er verweigert den Befehl und verstößt somit gegen ein anderes Gesetz (meistens seine Gehorsamspflicht) oder setzt sich oder eine ihm nahe stehende Person einer Gefahr aus.

    Quelle: wikipedia


    Nochmal: niemand fordert Dich in dem geschilderten Fall dazu auf, gegen bestehende Gesetze zu verstossen, indem Du das Eigentum Deines Auftraggebers und seine Interessen schützt. Du sollst nur in Einklang mit den geltenden Gestzen handeln und seine Interessen durchetzen. In diesem Fall eben ein teilweise gesperrtes Gebäude weiterhin gesperrt halten.


    Dass Dein Auftraggeber in dem von Dir geschilderten Fall Dein Verhalten toleriert hat, ist ja ne gute Sache, nur kann sich auf diese Toleranz halt niemand berufen und sie verallgemeinern.

    Hi Methu!


    Stimme Dir zu Deinem Beitrag fast zu.


    "war ein ehemaliger Polizist" ist nicht ganz richtig, er hat die Schule abgebrochen, da sie ihm zu anstrengend war. Kopfarbeit eben. :zw:


    Ja, man stilisiert ihn hoch und das wird sicher auf eine Art und bei einigen Leuten Punkte bringen. Bei anderen Leuten wird der Eindruck sicher vertieft, dass es mehr "Rambos" als vernünftige Leute im Wachgewerbe gibt.

    Bei der Beurteilung der Handlungen des Wachmannes auch bitte nicht von der Bildschlagzeile: Der tapfere Wachmann vom Poker-Überfall beeindrucken lassen. Der Schreiber kann sicher nicht einschätzen, welches Riskiko der Wachmann einging. Ist ja auch nicht sein Geschäft.


    Realistischer liest sich dann schon: [url=http://www.tagesspiegel.de/berlin/Polizei-Justiz-Pokerturnier-Hyatt-Mitte;art126,3051815]Der Tagesspiegel[/url]: Ein anderer kritisierte den Einsatz des anwesenden Wachmanns als unprofessionell. „Wer sich Tätern in den Weg stellt, die mit Schusswaffe und Machete bewaffnet sind, ist lebensmüde.“

    Quote from "judoka1"

    Bei meinen Vorgesetzten der seine Entscheidung damit begründete das das Amt geschlossen war und so die WC-nicht zugänglich waren. Aber natürlich glaube ich ging es in wirklichkeit nicht um das WC sondern um nennen es wir mal Machtkonntrolle er wollte mir glaube ich zeigen das er mir ohne weiteres einen Fehler nachweißen kann .



    Natürlich kann ich nicht einschätzen, wie Dein Verhältnis zu Deinem Vorgessetzten ist und es geht mich auch nichts an.
    Allerdings würde ich einmal versuchen, von einem anderen Standpunkt an die Sache heranzugehen, sonst wirst Du immer wieder mit Deinem Vorgesetztem, Deinem Auftraggeber oder einem seiner Bevollmächtigten aneinandergeraten.
    Als Wachmann vor Ort hast Du die Interessen Deines Auftraggebers wahrzunehmen und sie entsprechend durchzusetzen, dafür bist Du dort eingesetzt und wirst dafür bezahlt. Das ist auch mit dem Begriff Besitzdiener definiert.
    Ich möchte nicht einmal abstreiten, dass manche Aufgaben, die Du zu erfüllen hast unpopulär sind und seltsam erscheinen, jedoch ist es nicht an Dir, wie z.B. in diesem Falle, die Entscheidungen Deines Auftraggebers aufzuheben, bzw. ausser Kraft zu setzen.

    @ cujo


    Du hast nach der rechtlichen Grundlage für die Verweigerung gefragt und haifisch und ich haben versucht, darauf eine Antwort zu geben.
    Nicht mehr und nicht weniger.
    Natürlich bin auch ich immer froh, wenn es denn mal not tut, dass ich dann ein fremdes Klo nutzen darf.


    Die Fragestellung macht es eben manchmal. :fr:

    @ Frosch

    Quote

    Wieso liegt Geld "unbewacht" in Papiertüten an einem Empfang rum? Und hier sprechen wir ja nicht mal von 5,60 Euro für die Kaffeekasse...?! Auch wenn es zu diesem Zeitpunkt von A nach B transportiert werden sollte, sollte doch eine gewisse Sicherung vorhanden sein, oder sehe ich das falsch?!



    Das siehst Du sicher richtig. Und ich nehme mal an, dass es die entsprechenden Fragenkataloge zu diesem Punkt auch noch abzuarbeiten gilt.


    Trotzdem rechtfertigt ein Fehler der Veranstalter, eine "Leichtsinnigkeit", noch lange nicht den Überfall.


    Das wäre dann fast wie: "Warum hast Du so knappe Klamotten angezogen, damit hast Du die Vergewaltigung ja provoziert."