Posts by Artanis

    Hallo tobi5000,


    das Thema 12 Stunden Schichten kommt im Bereich der Sicherheit immer wieder als Gesprächsthema auf den Tisch und
    ist sehr kompliziert zu Argumentieren mit den Vorgesetzten.


    Der Grundsatz laut Arbeitszeitgesetz sagt aus:

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    § 3 des ArbZG ordnet an, dass die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer 8 Stunden nicht überschreiten darf.


    Hierbei kann es eine Abweichung geben;

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    Nach § 3 Satz 2 ArbZG ist eine Ausdehnung auf werktäglich 10 Stunden jederzeit zulässig. Voraussetzung ist aber, dass innerhalb eines sog. Ausgleichszeitraumes von sechs Monaten oder 24 Wochen ein Durchschnitt von acht Stunden werktäglich erreicht wird.


    Auf gut Deutsch 12 Stunden sind im Grunde nicht gestattet!
    Leider ist im Sicherheitsgewerbe die 12 Stunden Schicht üblich und viele akzeptieren es um auf ihr Geld zu kommen.


    Jetzt kommt aber das was sich zu nutze gemacht wird um das ganze "Legal" zu gestalten:

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    Die Ausnahme des §7 ArbZG bezieht sich auf eine tarifvertragliche Möglichkeit, die ArbZ zu verlängern, aber diese Möglichkeit besteht ausschließlich wenn die ArbZ regelmäßig und in erheblichem Umfang Arbeitsbereitschaft oder Bereitschaftsdienst enthält.


    Bereitschaftsdienst heißt hier das Zauberwort! Soweit ich das jetzt im Kopf habe (sry da hab ich jetzt nix genaues zu) musst du von den 12 Stunden mindestens 4 Stunden in Bereitschaft verbringen damit es erlaubt ist.


    Jetzt gilt es zu definieren was Bereitschaftsdienst bzw. Arbeitsbereitschaft ist und da gehen die Meinungen von Gesetz/Arbeitnehmer und Arbeitgeber weit auseinander.
    Mein letzter Chef meinte "Wenn ihr in den Zentrale sitz und die Kameras überwacht arbeitet ihr ja nicht sondern seit in Bereitschaft"
    Natürlich totaler bullshit, daher hat das Arbeitsverhältnis nicht lange gehalten.


    In 12 Stunden Schichten wurde bei uns auch gearbeitet. Bei uns galt die Regelung "Maximal 60 Stunden pro Woche" also mehr als 5 Tage am Stück in der Woche war nicht drin. Dann gab es in der Regel 2 Tage frei und es ging weiter.


    Es gibt hier aber Leute die viel mehr Ahnung haben als ich, vielleicht gibt es ja mehr antworten.


    Gruß
    Artanis

    Hallo Matthijs,


    ich wäre dir sehr verbunden wenn du deinen Text etwas kleiner von der Schriftgröße setzen könntest. Ist echt übel zu lesen.


    Zum Inhalt kann ich sagen das es mir auch schon untergekommen ist und einigen Kollegen aus anderen Firmen mir dieses
    vorgehen auch zugetragen haben.
    Hierbei kommt es meiner Ansicht nach darauf an wo ich mich bei meiner Pause befinde und in welcher form ich ansprechbar bin.


    Sagt mir mein Arbeitgeber das ich meine Pause auf dem Objekt verbringen muss und ich diese jederzeit wegen irgendwas unterbrechen kann/muss (Bereitschaft), so hat er meine Pause voll und ganz zu bezahlen!


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    Die vertragsgemäße Anwesenheit in den Räumlichkeiten des Arbeitgebers, verbunden mit der Pflicht, bei Bedarf jederzeit berufliche Tätigkeit aufzunehmen, ist in vollem Umfang Arbeitszeit. SIMAP-Urteil des EuGH vom 3. Oktober 2000 (Rs. C-303/98)


    Hierbei ist ebenfalls zu beachten ob die "Pause" auch konkret festgelegt ist oder nicht!


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    Arbeitgeber, der Pausenzeiten nicht konkret festgelegt hat, nicht pauschal eine bestimmte Pausenzeit nachträglich von der Arbeitszeit abziehen. Wenn die Pausenzeiten jedoch im Voraus geregelt sind und der Arbeitnehmer auch in der Lage ist die Pausen zu nehmen, zählen diese nicht zur Arbeitszeit. Urteil des ArbGer Hamm (Az.: 3 Ca 1634/11)


    Es gibt sogar experten von Arbeitgebern die meinen das "Lärm- und Bildschirmpausen" von den Pausenzeiten abgezogen werden bzw. diese als "Pause" gelten.


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    Der Begriff Ruhepause umfasst die Pausen, die nicht zur Arbeitszeit gehören und deshalb auch nicht vergütet werden müssen. Bezahlte Pausen, wie zum Beispiel Lärm- oder, Bildschirmpausen sind daher keine Pausen im Sinne dieser Vorschrift (BAG vom 28. Juli 1981 -- 1 ABR 65/79)


    Grundsätzlich kann in erster Instanz ein Blick in den Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag zur Regelung der Pausenzeiten nie schaden!
    Ebenfalls ist meine Persönliche Empfehlung bei Problemen oder Unstimmigkeiten ein freundliches Gespräch mit dem direkten Vorgesetzten zur Situation ohne direkt mit Gesetzen um sich zu werfen.


    Für Korrekturen und Ergänzungen zu dem ganzen bin ich immer zu haben und Dankbar.


    Gruß
    Artanis

    Hallo Sascha,


    das mit der Tariferhöhung in NRW ist korrekt. Diese trat allerdings erst ab dem 01.02.2017 in Kraft.
    In der LG 7 Objektschutz liegt der Lohn pro Stunden bei 10€!
    Dies ist das Ergebnis der Tarifverhandlungen.
    Hier nochmal das ganze als PDF Folie zur Übersicht für dich:
    Flugblatt-Ergebnis.pdf

    Was meinst du mit fürsorglich?
    Grundsätzlich ist dein 1. Ansprechpartner bei Problemen deine Firma/dein Chef und nicht der Kunde,
    Sollte es am Umgang oder anderen dingen Liegen muss die Firma das mit dem Kunden besprechen.
    Sollte ein Betriebsrat existieren hat man einen guten Ansprechpartner gefunden.


    Kommunikation ist erstmal das wichtigste, da man alles erstmal offen und in ordentlichen Ton ansprechen kann.
    Falls das nicht helfen sollte kann man sicher immer andere Optionen überlegen.


    Gibt es da was bestimmtes was du meinst wenn du sagst die Bedingungen sind nicht akzeptabel?

    Der einleitende Satz trifft die Situation ziemlich genau, was sehr schade ist.


    Die meisten Auftraggeber erwarten heute viel Qualität für wenig Geld und kommen damit oft sogar durch.
    Leider aber auch weil die Sicherheitsfirmen da mitspielen um den Auftrag zu bekommen und zu halten.


    Bei meinem ersten Objekt damals war ich leider noch nicht in der Gewerkschaft und hatte wenig Ahnung
    von den Gesetzen, Regelungen und Tarifverträgen. Ich habe leider erst 2 Jahre später gemerkt wie sehr man uns da verarscht hat.


    Für die Firma ging es bei dem Kunden um eine Art Prestigeobjekt mit sehr gutem Ruf.
    Wir wurden dort alle laut Arbeitsvertrag für den einfachen Objektschutz eingestellt. In HESSEN wurde dies zu dem
    Zeitpunkt mit 7,76€ pro Stunde bezahlt (das war noch vor dem Mindestlohn).


    Objektschutz darunter kann sich jeder von uns eigentlich etwas vorstellen der schon länger dabei ist, die Realität war aber ganz anders.
    Unsere Aufgaben waren so vielfältig und umfangreich, dass es dort mit 7,76€ pro Stunde eigentlich der Witz des Jahres war zu Arbeiten.


    Ich umschreibe das ganze mal in Kurzform:


    Arbeit in einer sogenannten "Serviceleitstelle" welche eine Mischung aus NSL und Servicepoint und Kasse war.
    Beratung zu Verträgen für Dauerparkkarten für Parkhäuser sowie der Verkauf und Bedienung der Kasse.
    Bedienung, Wartung und Problembehebung von Parkhausanlagen aus dem Hause Scheidt & Bachmann
    Damit verbunden natürlich auch das PC System womit die 7 Parkhäuser in der Stadt gesteuert werden bedienen können.
    Abwicklung von sämtlichen Notrufen aus den Parkhäusern, Aufzügen und Gebäuden des Kunden in der Stadt (7 PH, 4 Gebäude, 8 Aufzüge)
    Die Rundgänge in allen Parkhäusern und Gebäuden mussten täglich auch eine Schadensaufnahme gemacht werden (hierbei ging es um jeder noch so kleine kaputte Glühbirne)
    Veranstalltungsschutz bei dem Kunden
    Bewachung der Parkhausanlagen
    Die Schrankenanlagen der Fa. Scheidt und Bachmann vor Ort warten können sowie Fehler beheben.
    2-3 die Woche Kassenziehung an den 14 Kassenautomaten in den Parkhäusern (als GWT nur ohne dafür geeignetes Fahrzeug sowie Personal)
    und noch vieles mehr.....


    Das ganze mit einem Dienstplan aus 12 Personen wobei sich 1 in der Tagschicht und 3 in der Nachtschicht befanden in einem 12 Stunden Schicht betrieb.
    Dazu 2 Mitarbeiter des Kunden (kein Sicherheitspersonal) in der Tagschicht und 0 in der Nachtschicht.




    Der Kunde hatte sehr sehr hohe Anforderungen an uns das Sicherheitspersonal und wenn er das hätte entscheiden können, wäre unser Stundenlohn nur bei 5€ maximal angesiedelt gewesen.
    Unsere Firma hatte hier nichts zu melden. Entweder es wird zu dem Preis gemacht wie die das sagen oder die Firma ist RAUS!

    Hi,
    wie von Aufseher gut gesagt ruf einfach mal bei der ver.di an. Dort wird man dir in allen Fragen gerne weiterhelfen.


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    Was ich oben noch vergessen habe, Arbeitskleidung wurde auch nur zum geringen Teil zur Verfügung gestellt. In der Größe hätte man so gut wie nichts da. Also mit privaten Sachen zur Arbeit.


    Was steht im Arbeitsvertrag dazu? Wenn der Arbeitgeber Arbeitskleidung verlangt, muss er dieser auch voll zur Verfügung stellen.
    Wenn ich keine Kleidung zur Arbeit habe, weil mir diese nicht gestellt wurde einfach den nächsten Vorgesetzten anrufen und die Sache abklären.
    Je nachdem sieht der Kunde das nicht gerne wenn da jemand in Privat Klamotten rumläuft und das kann ärger geben. Definitiv vorher absprechen.

    Klar muss man zwischen Führungskraft und Normalen Mitarbeitern unterscheiden, hier tut mir der ein oder andere in führender Position leid ganz ehrlich.


    Mein krassester Fall in dieser Richtung war mein erster Job im Sicherheitsdienst.
    Ich hatte zu meinem Objekt einen Fußweg von 5 Minuten! Man hat sich sicher bei meiner Einstellung dort schon gedacht och den können wir ja praktisch einsetzen.
    Objekt/Kunde waren recht neu und ich war einer der wenigen die auf die BMA im Gebäude eingewiesen waren.
    Nun hatte ich am Tag eine 12 Stunden Schicht hatte Feierabend und lag auch irgendwann im Bett... soweit so gut.
    Da klingelt um 3 Uhr Nachts mein Handy (meine Freundin wird wach sowie mein 2 Monate alter Sohn), man denkt um die Uhrzeit
    ja immer an was schlimmes.
    Da hab ich den Stellvertretenden Objektleiter am Ohr der mir was erzählt von wegen es ist Feueralarm, die Feuerwehr sei auch schon da und ich "müsse kommen und den Alarm deaktivieren". Hierbei sei noch gesagt ich hätte am nächsten morgen um 7 Uhr wieder Dienst gehabt...


    Naja ich habe ihm gesagt das es um 3 Uhr Nachts
    1. Nicht mein Problem sei wenn kein anderer da ist der auf die BMA eingewiesen ist
    2. Ich sicher nicht um 3 Uhr nachts zum Objekt hüpfe und um 7 Uhr dann wieder zum Dienst aufschlage
    3. Mir das eh kein Mensch bezahlt
    4. Die Feuerwehr ebenfalls in diesem Fall Handlungsfähig ist


    Gespräch beendet soweit so gut.... kam auch seltsamer weise nix mehr hinterher.
    2 Tage später fast die gleiche Geschichte nur diesmal 4:30 und nachdem ich mein Handy ignoriert hatte klingelte man bei mir vor
    der Tür Sturm! (2 Monate alter Sohn meine Freundin und ich wieder wach -.-)


    Ich mach die Tür auf steht ein Kollege von mir vor der Tür und meint ich ginge ja nicht an mein Handy und ihm wurde gesagt er solle dann zu mir Fahren und mich "abholen".


    Meine Laune kann sich glaube ich jeder in dem Moment vorstellen ;)
    Ich bin mit ihm zum Objekt gefahren habe mir kurz um alles gekümmert und mir dann meinen Stellv. Objektleiter geschnappt.
    Bin mit dem einmal schlitten gefahren das man uns sicher bis zum Nachbarort gehört hat und habe anschließend meinen Obersten Chef aus dem Bett geklingelt.


    Der war nicht begeistert aber leider auch nicht 100%ig auf meiner Seite. Naja war zumindest kein langes Gastspiel von mir in dem Verein.

    Hallo Dodger67,


    da dies wie gesagt der "Resturlaub" aus dem letzten Jahr ist muss dieser ja in der Regel bis
    ende März in irgendeiner weise abgegolten werden.


    Steht dazu irgendwas in deinem Arbeitsvertrag? Meist ist dies dort geregelt.
    Bei mir z.B. wird er nicht ausgezahlt, ich muss spätestens im Dezember einen Antrag auf
    übernahme des Resturlaubs ins nächste Jahr stellen und diesen dann bis ende März
    genommen haben sonst verfällt er. Wie ich diesen nehme ist mir dabei überlassen.


    Sonst glaube ich das er dir den verplanen darf aber 100%ig sicher bin ich mir da nicht.
    Gibt aber sicher einige die dir das beantworten können.

    Hier bei uns gibt es das seit kurzem auch. Schon zuletzt live erleben können... die Kollegen dort
    kamen mir aber leider ehr so rüber als hätten die nie irgendeine Schulung gehabt, egal in welcher Form.

    Auch wenn man der Presse nicht viel glauben darf, so traue ich der ein oder anderen
    Firma sowas zu!
    Die Strafen für sowas können in meinen Augen für die Firmen nicht hoch genug sein...

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    Oft ist ein sehr hoher Krankenstand Ausdruck der Hilflosigkeit.


    Zufriedene Mitarbeiter sind seltener Krank das ist erwiesen.
    Wer gerne zur Arbeit geht, der kommt auch wenn er leicht erkrankt ist...
    Wer allerdings unzufrieden ist und nicht gerne auf seinem Arbeitsplatz ist der bleibt bei jeder Kleinigkeit daheim.


    Habe selber schon die erfahrung auf einigen Objekten gemacht. Je länger die Leute dort unzufrieden oder überfordert waren
    desto mehr und länger wurden diese Krank.


    Wenn dann der Chef kommt und sich fragt warum, kann ich diesen nicht ernst nehmen.

    Na da wird es doch lustig....


    Schritt 1: Chef sofort auf diesen Umstand ansprechen (kann ja ein versehen sein)
    Schritt 2: (Falls das Absicht sein sollte) Dir einen Anwalt für Arbeitsrecht suchen oder falls du in der Gewerkschaft bist an die wenden.
    Schritt 3: Dir einen neuen Arbeitgeber suchen (da nach Schritt 2 dein Chef dich sicher nicht mehr mag), da du auf solche Arbeitgeber verzichten kannst! Gibt genug andere Firmen die Mitarbeiter suchen

    Wie soll ich das verstehen? Hat jemand tatsächlich gegen ein Hausverbot geklagt?
    Eigentlich sollte jedes Hausverbot welches a) Mündlich und b) in schriftlicher form ausgesprochen wurde
    und ordentlich begründet wurde recht schwer anzufechten sein.


    Hast du mehr Informationen zur Situation? Um welche Art Gebäude handelt es sich bei dem Hausverbot?

    Jap bei 9,70€ sind 5% = 0,485 Cent mehr pro stunde....
    Rechnen wir jetzt du würdest 200 Stunden Nachts arbeiten (was ja nicht möglich ist) kommen da bei 0,485 x 200 gerade mal 97€ Netto mehr
    bei raus.... also wer das seinem Mitarbeiter verkaufen will muss den echt für ziemlich beschränkt halten.

    Ich verfolge das ganze ja auch mit Spannung.
    Eigentlich dachte ich ja bzw. hatte gehofft das nach der enttäuschenden 1. Tarifrunde
    zumindest in der 2. Tarifrunde mal ein Angebot der AG Seite kommen würde das
    man zumindest als Grundlage für weitere Gespräche nehmen könnte, doch
    leider scheint von den Arbeitgebern her keine Bereitschaft zu existieren etwas an den Löhnen zu ändern.
    Im Gegenteil mir kommt es ehr so vor als würde man gerne weniger bezahlen.
    Gerade das Thema Zuschläge ist hier wohl ein Rotes Tuch in den Augen der AG.....
    wobei dies für uns Arbeitnehmer bei den Stundenlöhnen die einzige Möglichkeit ist wirklich
    etwas zu verdienen.


    5% Nachtzuschlag sind in NRW wirklich ein Witz.... also mich muss bei so einem Zuschlag keiner Fragen ob
    ich Nachts arbeiten komme.
    Ich habe vorher in Hessen gearbeitet dort gab es zumindest 12% Nachtzuschlag und auf unserem Objekt sogar 25% nach
    harten Kämpfen.


    Für den 14. Dezember und der 3. Tarifrunde sehe ich Schwarz.
    Unter 10€ wird von der Gewerkschaft nicht akzeptiert und das ist auch gut so!
    Von daher wird wohl auch diese Tarifrunde scheitern und die Friedenspflicht endet am 31.12.2016. womit
    ein Konflikt im neuen Jahr wohl nicht zu vermeiden ist.
    Es wird wohl leider mal Zeit das auch wir uns mal erheben und uns gegen Ausbeutung wehren.