Vorstrafen in der Sicherheitsbranche

  • Hallo Leute,


    Ich habe folgendes Problem welches mir seit einiger Zeit Kopfschmerzen bereitet und hoffe hier die richtigen Antworten zu finden und eure Einschätzung zu hören.


    Im August 2012 soll ich BTM in nicht geringer Menge besessen haben. Im Jahr 2014 wurde ich deshalb von der Polizei angeschrieben und nach Jugendstrafrecht zu 1 Woche Freiheitsentzug verurteilt. Während dieser 2 Jahre habe ich mein Leben radikal verändert und eine Ausbildung als Fachkraft für Schutz und Sicherheit angefangen. Diese musste ich dann aufgrund dieser Sache beenden, vor allem weil das Ordnungsamt meine Firma bezüglich Zweifel an meiner Zuverlässigkeit angeschrieben hatte.


    Jetzt habe ich verschiedene Auskunftsersuchen bei allen relevanten Behörden der BRD gestartet. Überall alles sauber. Außer bei der örtlichen Polizei. Dort nämlich ist ein vermerk zu einer Kriminalakte gespeichert (Kps). Drin steht mein Vergehen und die 1 Woche Strafarrest. Die Löschung erfolgt zum August 2022 da das Vergehen im August 2012 stattfand. Also 10 Jahre später.

    Das ist das einzige was die Behörden noch von mir haben.


    Ich würde mich gerne wieder im Sicherheitsgewerbe betätigen.

    Würde mir meine Zuverlässigkeit versagt werden aufgrund dieser Vorstrafe ?

    Ich meine nach 8,5 Jahren, jugendstrafrecht würde ich mich fragen wie das sein kann das mir die Zuverlässigkeit versagt werden würde.


    Meiner Meinung nach grenzt das an Schikane. Wie kann man konstruktiv einen Menschen anhand eines Vergehens vor 8-9 Jahren beurteilen ob er zuverlässig ist.

    Man wird erwachsen, reifer im Kopf. Jeder hat schon mal Fehler gemacht.

    Stellt euch vor man startet die Zuverlässigkeitsüberprüfung nach 9,5 Jahren. Dann gilt man als unzuverlässig. Und nach 10 Jahren sagen die dann einem oh du bist jetzt plötzlich zuverlässig geworden ? Interessante Logik.


    Ich freue mich auf eure Meinung und Anregungen


  • Soweit ich verstanden habe, entscheidet das Ordnungsamt bzw. Die prüfende Stelle ob ich als zuverlässig eingestuft werde oder nicht. Wenn die mich auf Zuverlässigkeit überprüfen und mich als mögliches Risiko einstufen, kann dann der Arbeitgeber im Einzelfall entscheiden und mich dann trotzdem in der Firma beschäftigen oder muss ich dann gehen weil es nicht in seiner Macht liegt ?

  • Die allgemeinte Zuverlässigkeit bekommst du wegen so etwas nicht abgesprochen.
    Wie geschrieben, kann es bei bestimmten Objekten Probleme geben.




    Quote

    Die erforderliche Zuverlässigkeit liegt in der Regel nicht vor, wenn der Antragsteller oder eine der mit der Leitung des Betriebes oder einer Zweigniederlassung beauftragten Person

    1. Mitglied in einem Verein, der nach dem Vereinsgesetz als Organisation unanfechtbar verboten wurde oder der einem unanfechtbaren Betätigungsverbot nach dem Vereinsgesetz unterliegt, war und seit der Beendigung der Mitgliedschaft zehn Jahre noch nicht verstrichen sind,
    2. Mitglied in einer Partei, deren Verfassungswidrigkeit das Bundesverfassungsgericht nach § 46 des Bundesverfassungsgerichtsgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl. I S. 1473), das zuletzt durch Artikel 8 der Verordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474) geändert worden ist, festgestellt hat, war und seit der Beendigung der Mitgliedschaft zehn Jahre noch nicht verstrichen sind,
    3. einzeln oder als Mitglied einer Vereinigung Bestrebungen und Tätigkeiten im Sinne des § 3 Absatz 1 des Bundesverfassungsschutzgesetzes vom 20. Dezember 1990 (BGBl. I S. 2954, 2970), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 26. Juli 2016 (BGBl. I S. 1818) geändert worden ist, verfolgt oder unterstützt oder in den letzten fünf Jahren verfolgt oder unterstützt hat,
    4. in den letzten fünf Jahren vor Stellung des Antrags wegen Versuchs oder Vollendung einer der nachstehend aufgeführten Straftaten zu einer Freiheitsstrafe, Jugendstrafe, Geldstrafe von mindestens 90 Tagessätzen oder mindestens zweimal zu einer geringeren Geldstrafe rechtskräftig verurteilt worden ist oder bei dem die Verhängung von Jugendstrafe ausgesetzt worden ist, wenn seit dem Eintritt der Rechtskraft der letzten Verurteilung fünf Jahre noch nicht verstrichen sind:
    a) Verbrechen im Sinne von § 12 Absatz 1 des Strafgesetzbuches,
    b) Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung, des Menschenhandels oder der Förderung des Menschenhandels, der vorsätzlichen Körperverletzung, Freiheitsberaubung, des Diebstahls, der Unterschlagung, Erpressung, des Betrugs, der Untreue, Hehlerei, Urkundenfälschung, des Landfriedensbruchs oder Hausfriedensbruchs oder des Widerstands gegen oder des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte oder gegen oder auf Personen, die Vollstreckungsbeamten gleichstehen,
    c) Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Arzneimittelgesetz, Waffengesetz, Sprengstoffgesetz, Aufenthaltsgesetz, Arbeitnehmerüberlassungsgesetz oder das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz oder
    d) staatsschutzgefährdende oder gemeingefährliche Straftat.

    5Zur Überprüfung der Zuverlässigkeit hat die zuständige Behörde mindestens einzuholen:

    1. eine Auskunft aus dem Gewerbezentralregister nach § 150 Absatz 1,
    2. eine unbeschränkte Auskunft nach § 41 Absatz 1 Nummer 9 des Bundeszentralregistergesetzes,
    3. eine Stellungnahme der für den Wohnort zuständigen Behörde der Landespolizei, einer zentralen Polizeidienststelle oder des jeweils zuständigen Landeskriminalamts, ob und welche tatsächlichen Anhaltspunkte bekannt sind, die Bedenken gegen die Zuverlässigkeit begründen können, soweit Zwecke der Strafverfolgung oder Gefahrenabwehr einer Übermittlung der tatsächlichen Anhaltspunkte nicht entgegenstehen und
    4. über die Schnittstelle des Bewacherregisters zum Bundesamt für Verfassungsschutz nach § 11b eine Stellungnahme der für den Sitz der zuständigen Behörde zuständigen Landesbehörde für Verfassungsschutz zu Erkenntnissen, die für die Beurteilung der Zuverlässigkeit von Bedeutung sein können.