GSSK Prufung-Kosten zuruckzahlen?

  • Hallo,


    nun habe ich die GSSK Prufung bestanden, in meinem Arbeitsvertrag steht, ich muss die Kosten zuruckzahlen falls ich Kundige, fur jeden Monat eine Summe.


    Muss ich das wirklich? Wieviel insgesamt? Die Kosten stehen nicht drin? Danke.

  • Bitte den genauen Text des entsprechenden Passus im Arbeitsvertrag hier einstellen, dann kann man evtl. dazu etwas sagen.

    Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir viel Ärger erspart bleiben.
    Konfuzius


  • Muss ich das wirklich?


    Hast Du den Vertrag unterschrieben?


    Natürlich hat Nemere Recht, ohne Genaues zu wissen kann man nichts Genaues sagen.


    Aber ganz allgemein sind solche Rückzahlungsklauseln grundsätzlich machbar:


    Rückzahlung von Fortbildungskosten - BAG bestätigt bisherige Rechtsprechung - eine Übersicht


    Dazu gibt es natürlich auch ausreichend Rechtssprechung, einige Urteile sind in diesem Artikel zu finden:
    Rückzahlung von Fortbildungskosten – was ist möglich? - Arbeitsrecht. Weltweit.

  • Also allgemein finde ich das gut mit dem Zurückzahlen, den immerhin zahlt einem die Firma die GSSK und ich kann mir vorstellen das viele einfach ausnutzen. Immerhin bekommt man bessere voraussetzungen und damit finde ich das es berechtigt das die Firma auch Forderungen stellt z. B. Rückzahlung.

  • Ohne jetzt die Inhalte des Vertrages zu kennen...


    Ja, da ist übliche Praxis in einigen Betrieben und auch aus meiner Sicht völlig legitim.


    Die Frage ist was als "Vertragsstrafe" ausgemacht ist und über welchen Zeitraum.....


    Wieso klärt man sowas eigentlich nicht vor der Zeichnung des AV?

  • Für grundsätzlich legitim halte ich das auch.


    Allerdings kann ich mir bildlich vorstellen, dass die eine oder andere Sicherheitsfirma das in ihren Arbeitsverträgen aufgrund akuter Inkompetenz oder unheilbarer Raffgier übertreibt. Wobei solche Firmen ihren Mitarbeitern auch nicht all zu oft Fortbildungen finanzieren...

  • Letztlich ist es eine Form des Schadenersatzes und dieser, sofern im Arbeitsvertrag fixiert und angemessen, völlig legitim.


    Das Problem ist die Raffgier... einige entdecken Schadensersatz oder Vertragsstrafen als Geschäftsmodell und kommen damit teilweise auch gut durch.

  • Die Frage ist immer noch, was genau im Arbeitsvertrag steht.
    - Wie sind die Kosten definiert oder steht da nur allgemein "Kosten"? Sind damit alle Aufwendungen gemeint, die der Arbeitgeber hatte - Prüfungsgebühr, Kosten für Vorbereitungslehrgänge, Fachbücher, Lohnkosten?
    - Wie lange muß der Mitarbeiter nach der Ausbildung im Betrieb bleiben? Wenn hier keine Frist genannt ist, wird es schon problematisch.


    Ich hoffe ja, das hier vom Fragesteller noch etwas kommt.

    Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir viel Ärger erspart bleiben.
    Konfuzius

  • Hallo zusammen,


    auch ich kann bestätigen, dass es gängige Praxis ist, Ausbildungen zu bezahlen und bei einem danach gegebenen Ausscheiden,
    den Ausbildungsbetrag Anteilig für 24 Monate zu berechnen.
    Bedeutet, wenn ich die GSSK Prüfung auf Kosten des Unternehmens absolviert und bestanden habe,
    zählen die 24 Monate nach Bestehen.
    Wenn ein MA also nach 10 Monaten ausscheidet, werden die letzten 14 Monate anteilig angerechnet und entsprechend von der Vergütung abgezogen.
    So kenne ich es, so wird es meist praktiziert.
    Wichtig ist allerdings, und da gebe ich @Nemere recht, ist entscheidend, was im AV steht bzw. was vor Antritt zur Weiterbildung vereinbart wurde.


    Gruß 2m02cm-Mann



    Ich glaube fest daran, dass die schönste Stunde eines jeden Mannes - die erfüllung all seiner Sehnsüchte... der Augenblick ist wenn er sich für eine Gute Sache ganz verausgabt hat und erschöpft auf dem Schlachtfeld liegt - als Sieger.
    Vince Lombardi (1913-1970)

  • Ich hoffe ja, das hier vom Fragesteller noch etwas kommt.


    Der ist erstmal damit beschäftigt, die gleiche Frage noch in anderen Foren zu stellen. Vielleicht bekommt er irgendwo ja die Antwort, die er hören möchte.
    Ansonsten ist das, wenn sich jemand für eine einzige, ganz konkrete Frage in einem Forum anmeldet üblicherweise eine Eintagsfliege.

  • Hier sind es also nur 12 Monate. Damit wäre die Frage beantwortet.



    Ich glaube fest daran, dass die schönste Stunde eines jeden Mannes - die erfüllung all seiner Sehnsüchte... der Augenblick ist wenn er sich für eine Gute Sache ganz verausgabt hat und erschöpft auf dem Schlachtfeld liegt - als Sieger.
    Vince Lombardi (1913-1970)

  • Pauschal ist das nicht zu beantworten.
    Es gibt Bildungseinrichtungen, in die man 4 Wochen lang a´8 Stunden im Unterrichtsraum sitzt.
    oder eben Fernstudienlehrgänge, die niedrigere Kosten produzieren.


    Fernstudium geschätzt bzw. nach Recherche Google ca. 1300-1600€ inclusive Prüfung
    Präsenzlehrgang an einer Bildungseinrichtung ca. 2200 - 2800€ inclusive Prüfung.


    Danach kann man sich selbst ausrechnen, was es kostet, wenn man nach 5-6 Monaten das Unternehmen verlässt.


    Gruß 2m02cm-Mann



    Ich glaube fest daran, dass die schönste Stunde eines jeden Mannes - die erfüllung all seiner Sehnsüchte... der Augenblick ist wenn er sich für eine Gute Sache ganz verausgabt hat und erschöpft auf dem Schlachtfeld liegt - als Sieger.
    Vince Lombardi (1913-1970)

  • Oder halt die "nur" 12 Monate aussitzen (je älter ich werde, umso mehr rast die Zeit :rolleyes: ) und danach gehen.


    Das ist 'ne Entscheidung, die man mit sich selbst ausmachen muss. Ggf. lohnt der Wechsel ja, oder der neue Arbeitgeber will einen unbedingt und übernimmt die "Ablösesumme". Das wäre ja ggf. verhandelbar.

  • Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 14.01.2009, 3 AZR 900/07


    Leitsätze des Gerichts


    Es ist grundsätzlich zulässig, in vom Arbeitgeber gestellten
    Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Rückzahlung von Fortbildungskosten
    zu vereinbaren und die Höhe des Rückzahlungsbetrages davon abhängig zu
    machen, ob der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis innerhalb einer
    bestimmten Bindungsdauer beendet.


    Die Bindungsdauer darf den Arbeitnehmer nicht entgegen den Geboten von
    Treu und Glauben benachteiligen. Ob dies der Fall ist, bestimmt sich
    nach Regelwerten, die jedoch einzelfallbezogenen Abweichungen zugänglich
    sind.


    Gibt der Arbeitgeber eine zu lange Bindungsdauer vor , ist die daran
    geknüpfte Rückzahlungsklausel grundsätzlich insgesamt unwirksam. Ein
    Rückzahlungsanspruch besteht nicht. Jedoch kann im Wege der ergänzenden
    Vertragsauslegung die unzulässige Bindungsdauer auf eine zulässige
    zurückgeführt werden, wenn es wegen der einzelfallbezogenen Betrachtung
    für den Arbeitgeber objektiv schwierig war, die zulässige Bindungsdauer
    im Einzelfall zu bestimmen. Verwirklicht sich dieses Prognoserisiko, ist
    die Bindungsdauer durch ergänzende Vertragsauslegung zu bestimmen.

  • Hallo,


    nun habe ich die GSSK Prufung bestanden, in meinem Arbeitsvertrag steht, ich muss die Kosten zuruckzahlen falls ich Kundige, fur jeden Monat eine Summe.


    Muss ich das wirklich? Wieviel insgesamt? Die Kosten stehen nicht drin? Danke.


    Ja Glückwunsch erstmal. Damit hast du eine Qualifizierung die sehr viele Kollegen nicht haben. Scheinst ja einen guten Arbeitgeber zu haben.
    Ich hoffe du wirst entsprechend eingesetzt und kannst dich gut ins Unternehmen einbringen.
    Bezogen auf dein weiteres Anliegen:

    • Falls ich kündige = es gibt mehrere Grüne zu kündigen, wenn du Pflicht- oder Rechtsverletzungen deines AG vorweisen kannst und die Arbeitssituation so schlimm ist, sollten sich dort Optionen auftun. Aber ein Unternehmen welches eine GSSK spendiert, scheint mir doch eher eins der guten zu sein :)
    • Musst du das wirklich? = Öhm, nun du hast dieses Vertrag unterschrieben. Privatrecht und Rechtsquellen und so? Hattest du bestimmt in Rechtskunde
    • Im Zweifel muss der Arbeitgeber natürlich eine Rechnung ausstellen mit den verursachten Kosten. Es soll ja Arbeitgeber geben, die sich bereichern durch solche Tricksereien. ALso z. B. 2400,- für den Lehrgang und in Rechnung gestellt werden dann 3000,-.

    Long Story short: frohes schaffen :)

  • Die Frage kann man auch nur schwer beantworten... hast Du einen Kurs besucht, wie lange dauerte der Kurs, bei welchem Anbieter etcpp....


    Prüfungsgebühr 3-400 EUR
    Lehrgangsgebühr 1.000-5.000, realistisch tippe ich mal auf 1.500-2.500


    Wie lange geht so ein GSSK Kurs denn? die dreimonatige Sachkundevorbereitung kostet circa 4500 Euro, was die 5 monatige kostet müßte ich nächsten Monat in den akten schauen. Das sind auch die Kosten die vom Bildungsgutschein abgedeckt werden.