Azubi und nur am arbeiten

  • Hallo zusammen,



    Ich hätte da eine Frage:


    Ich bin in der Fachkraft für Schutz und Sicherheit Branche und mache eine Ausbildung.
    Ich bin jetzt im zweiten Ausbildungsjahr und so langsam habe ich es satt.


    Ich bekomme immer mehr Schichten zugeteilt, sowohl mitten in der Woche, nach der Schule, als auch am Wochenende.
    Verläuft das rechtens ab? Ich komme mit der Gesamtsituation nicht mehr zurecht, was meinem Chef scheinbar total egal ist.


    Mitten in der Woche ist ja ok, aber dann nach der Schule und am Wochenende (12er Schicht) gehen mal gar nicht!
    Ich habe allein diesen Monat schon 240 Std die ich machen muss.


    Verläuft das alles überhaupt noch rechtens ab? Macht sich mein Chef nicht damit strafbar?


    MfG

  • Gibt da einen Verein der nennt sich IHK.... die mal ansprechen.... parallel habt ihr evtl einen BR oder eine JAV, ebenfalls ansprechen...
    Ich würde schauen ob es nicht einen anderen Betrieb gibt bei dem ich die Ausbildung fertigmachen kann... Wir haben schon öfter Azubis mit Potential aus solchen Firmen "befreit" bzw diese dann unterstützt und in eine positive Gesellschaft reintegriert...

  • Seit zwei Tagen schon? Nur ganz am Rande. IHK haben auch noch andere Aufgaben. Ich würde nach einer Woche 'mal nachhaken, aber nicht früher.

    Mit allerbesten Grüßen aus Ostholstein


    Dipl.-Päd. Thomas Preuß, M.A.
    (Sicherheitswirtschaft und Unternehmenssicherheit)
    Elkensteert 2
    23738 Kabelhorst


    TMP-Security
    preuss@tmp-security.de
    +49 4363 90 46 41 T
    +49 4363 90 44 23 F
    +49 171 47 20 981 M

  • ... ansonsten ist das, was Fump geschrieben hat, eine Überlegung wert.

    Mit allerbesten Grüßen aus Ostholstein


    Dipl.-Päd. Thomas Preuß, M.A.
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  • Wenn es mit der IHK nicht klappen sollte, würde ich es mal mit der Ver.di Gewerkschaft ausprobieren.
    Ein Azubi bei mir in der Klasse hat es auch geschafft, einen "anständigen" Schichtplan zu bekommen,
    nachdem er mit einer Ver.di Kappe zu seinem Chef gegangen ist.


    MfG

  • Ausbildung heißt Ausbildung weil man ausgebildet wird... 240 Stunden ist ausnutzen, aber nicht ausbilden.... von Gesetzesverstössen will ich gar nicht anfangen... sieh zu das Du dem Laden nur noch Dein Hinterteil präsentierst, auf dem Weg nach draußen... Solche Firmen sind der Grund wieso ausgelernte FaSuSi oft nicht mit langsjährigen SKPler mithalten können

  • Der IHK ist das - zumindest meine Erfahrung - oftmals leider eher egal. Die nimmt das irgendwie nicht ganz so ernst, wie man es wohl gerne hätte.


    Gewerkschaft ist mal die eine Alternative (als Azubi durchaus empfehlenswert), die andere (nicht weniger wichtige) ist die, das Unternehmen zu wechseln.


    Rechtens läuft das bei dir natürlich nicht, keine Frage. Das weiß dein Chef aber auch sicherlich selbst, nur: "Wo kein Kläger, da kein Richter".
    I.d.R. beschwert sich niemand groß, Kontrollen erfolgen sowieso kaum und falls doch, dann hat sichs für den AG trotzdem gelohnt (so gesehen, kalkulieren die Chefs oft besser, als man meint...).


    Kraftsport

  • Es soll ja Wachfirmen geben (leider) die fast nur mit FSS-Azubis arbeiten. Das scheint ein lohnendes Geschäftsmodell zu sein. Der Azubi wird bei dem Modell als regulärer Wachmann abgerechnet beim Kunden. Und genau so ist es auch beim Threadersteller.


    Parallel dazu wird sehr oft die Ablegung der SKP während der "Probezeit" verlangt, damit das ganze nach außen Legal ist.

  • Fump: Die SKP legst du als Azubi in deiner Firma auch nur ab, damit die dich als billige Arbeitskraft missbrauchen können. Man kann beim Auftraggeber den vollen Stundensatz für einen SMA abrechnen, muss aber nur Azubivergütung bezahlen. Wobei man fairerweise sagen muss, dass Azubis in deiner Firma nicht ganz so schlimm behandelt werden wie der TE. 60 Stunden-Wochen kennen die Azubis deiner Firma aber auch.


    Bei 30 Azubis kann man da im Jahr schon mal hohe 6-Stellige Beträge Gewinn verbuchen.

  • schlimmer, die meisten stellen erst ein wenn die SKP bereits vorhanden ist...


    btw... selbst bei uns muss die SKP in der Probezeit (inhouse geschult) abgelegt werden. da sehe ich noch nichts verwerfliches dran.... der Einsatz und die Planung... da fällt das Kind in den Brunnen.


    Wie man das moralisch/ethisch sehen und bewerten kann wäre ein eigenes Thema. Ich habe dazu eine klare Meinung. Und wegen dem Einsatz & Planung: Damit das funktioniert schreibt man in die Azubi-Stellenanzeigen ein Mindestalter von 18 Jahren. Warum kann sich jeder selbst denken. Azubis könnte man auch mit 16 oder 17 einstellen. Es soll auch Firmen geben die das machen (kein Wachgewerbe).

  • Fump: Die SKP legst du als Azubi in deiner Firma auch nur ab, damit die dich als billige Arbeitskraft missbrauchen können. Man kann beim Auftraggeber den vollen Stundensatz für einen SMA abrechnen, muss aber nur Azubivergütung bezahlen. Wobei man fairerweise sagen muss, dass Azubis in deiner Firma nicht ganz so schlimm behandelt werden wie der TE. 60 Stunden-Wochen kennen die Azubis deiner Firma aber auch.


    Bei 30 Azubis kann man da im Jahr schon mal hohe 6-Stellige Beträge Gewinn verbuchen.


    Ich kenne den Markt sehr gut was das angeht und hatte schon mehrfach mit Azubis zu tun die am 2 Tag der Ausbildung vom SUB als Streifenläufer geschickt wurden.
    Du weisst wie wir ausbilden und genau so sollte es meine Meinung auch sein (wobei ich keine Ahnung von Berlin habe) und auch bei uns wird die Sachkunde in der Probezeit gemacht, damit später effektiv und auch wirtschaftlich eingesetzt werden kann. Aber Gott sei Dank nicht vergleichbar mit anderen Firmen.... unproduktive Azubis sind bei uns kein Killer


    Wie man das moralisch/ethisch sehen und bewerten kann wäre ein eigenes Thema. Ich habe dazu eine klare Meinung. Und wegen dem Einsatz & Planung: Damit das funktioniert schreibt man in die Azubi-Stellenanzeigen ein Mindestalter von 18 Jahren. Warum kann sich jeder selbst denken. Azubis könnte man auch mit 16 oder 17 einstellen. Es soll auch Firmen geben die das machen (kein Wachgewerbe).


    Kann sich jeder denken? Wieso? Weil wir gleich wieder absolut negativ denken? Es gibt nicht nur die Firmen die den Azubi ausbluten lassen..... es gibt auch die anderen... und hier erfolgt die Einstellung ab 18 + SKP nicht damit die 60 Stunden die Woche kloppen können....


    Also wäre eure Antwort auf meine Frage: Den Rücken zur Firma kehren und mir eine andere Firma suchen?


    Wie ich schon vor knapp 22 Stunden schrieb.... schnellstens...

  • Fump:


    Also in Berlin hat man alles im Ausbildungsplan gestrichen, was irgendwie unproduktiv sein könnte. RSL von 3 Monaten auf 3-4 Tage, OPG von 3 Monaten auf einen Monat, Praktikum bei Fremdfirmen (Werksschutz). Neulich hat man wohl gekippt, dass Azubis im ersten Lehrjahr ausschließlich als dritter Mann mitlaufen dürfen. Inhouse wird nur noch die SKP geschult, ansonsten nur noch wie normale MA auch ihre 16 Stunden im Jahr FOI. Für den Rest sei ja die Berufsschule zuständig. Zumindest in Berlin ist der Azubi froh, dass die Gewerkschaften durchgesetzt haben, dass Azubis in einer Schulwoche nicht eingesetzt werden dürfen, wobei auch das durch die Firma gefordert wurde. Aber um nicht nur negativ zu schreiben: Im Durchschnitt hält man sich in deiner Firma an die Arbeitszeiten aus den Tarifverträgen, auch wenn es Wochen mit 60 Stunden gibt. Und das Geld kommt pünktlich.

  • Hat sich bei uns noch nichts geändert.... 12 Monate Dritter Mann.... wobei die Azubis das nicht lustig finden und diese Zeit gerne verkürzt hätten... Inhouse haben wir ziemlich viel FOIN für Azubis. Auch in der Produktionsleitung wird viel im 1. Jahr gemacht, im zweiten steht der Fokus natürlich auf produktivem Einsatz, aber nicht jeden Preis. Wen mann darauf hinweis das es Wochen mit 60 Stunden gibt, muss man auch erwähnen das es Wochen mit 24 Stunden gibt... oder mal 32...Offensichtlich scheinen sich die RBs sehr deutlich zu unterscheiden....

  • Also in der Produktionsleitung haben wir nicht gesessen. Und: Ich hatte ja erwähnt, dass sich im Mittel an die tarifliche Arbeitszeit gehalten wird (38h), auch wenn mal eine 60-Stunden-Woche ansteht. Das kann ja nur funktionieren, wenn man auch kürzere Wochen hat.


    Soweit ich mich erinnere, hatte man im Tarifvertrag den Passus gestrichen, dass Azubis erst am dem 2. LJ Zuschläge bekommen. Das nahm der RB NO dann wohl zum Anlass, zum Angriff zu blasen.


    Auch ich hatte viel rumgestöhnt, als dritter Mann mitzulaufen. Allerdings war ich im 1. LJ auch voll motiviert. Ich wollte anpacken und meine Kenntnisse auf die Strecke bringen. Als ich dann gemerkt hab, wie diese Firma tickt, war ich ganz froh drum, zumindest im 1. LJ nicht als Melkkuh missbraucht zu werden. Allerdings war das bei dem Mitarbeiterstamm mit dem Anpacken dennoch drin, aber ich denke, dass sich NO und SW massiv in der Mitarbeiterstruktur unterscheiden.