Lohnfortzahlung bei 160 Stunden Vertrag

  • Ich habe eine dringende Frage. Ich habe einen 160 Stunden Vertrag, arbeite im Schnitt 210 Stunden und die letzten drei Monate 220 Stunden. In einem Monat war ich bereits bei 172,5 Stunden, erkrankte dann aber die letzten Tage, vom 25 bis 30, anschließend weiter bis 7 des Folgemonats. Der Durschnittliche Stundenlohn der letzten drei monate hier in NRW lag bei 9,30 Euro, die tatsächliche Zahl der Arbeitstage schwankt zwischen 5 und 6 in der Woche, wobei Urlaubstage 6 Tage die Woche gezält werden und einen Tag frei. Die Frage ist hier, darf der AG sagen du hattest deine Stunden schon zusammen und bekommst nur diese bezahlt, nicht aber die Krankheistage - folgelich wäre das auch im Folgemonat so, da ich da dann 162 Stunden gearbeitet habe ohne die Krankentage. Wieviel müsste er pro Tag zahlen, und wenn er weiterhin auf seiner Meinung behaart, bezahlt mir die Krankenkasse dann Krankengeldfortzahlung oder wie läuft das? Hoffe ich habe alles verständlich geschrieben. Danke für eure Antworten.

  • "Krankengeldfortzahlung" von der Krankenkasse? Gibts nix.


    Von der Krankenkasse gibt es das Krankengeld, und zwar genau dann wenn die Entgeltfortzahlung des Arbeitgebers ausläuft. Also nach 6 Wochen Arbeitsunfähigkeit. Krankengeld ist auch etwas anderes, und vor allem auch niedriger als das eigentliche Arbeitsentgelt oder eben die Fortzahlung des Arbeitsentgelts im Krankheitsfall: Ist die Entgeltfortzahlung noch bei 100% des Arbeitsentgelts, liegt das Krankengeld noch bei 70%....



    Wie sich die Entgeltfortzahlung genau regelt, ist gesetzlich festgeschrieben (eben 100% des dem Arbeitnehmer bei der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit zustehenden Arbeitsentgelts), oder per Öffnungsklausel im EntgFG tariflich festgeschrieben, sofern ein für das Arbeitsverhältnis anwendbarer Tarifvertrag besteht.


    In NRW gibt es einen solchen Tarifvertrag, und jener sieht das sogenannte Lohnausfallprinzip mit kleinen Einschränkungen vor. Dir ist prinzipiell das Arbeitsentgelt zu zahlen, das du erhalten hättest wenn du gearbeitet hättest.
    Wenn Du also laut Plan Montag Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag mit je 12 Stunden pro Tag gearbeitet hättest, aber ab Montag krank bist bis zum folgenden Sonntag, dann muss Dein Arbeitgeber Dir auch 5 Tage zahlen, mit 100 Stundenlohn für 12 Stunden je Tag.
    Egal, ob Du einen Vertrag für 160 Stunden/Monat hast und schon 170 im Monat gearbeitet hast oder nicht.

  • Danke für Deine Antwort. Unser Plan wird online erstellt und nahzu täglich ändert sich was. Die geplanten Schichten sind da natürlich gelöscht, als Krankheitstage wurden dann mit K eingetragen Mitt Do Fr Sa, der anschließende Sonntag und Montag war ein x wie frei. Interne Abrechnung im secplan ließ mich dann glauben, das pro Krankheitstag 8Stunden gezahlt werden, also 32 Stunden a 8,62 Euro. Lt. Plan hätte ich am Do + Fr + Mo je 11,25 Stunden gearbeitet und am Sonntag 8,25 Stunden. Pausen die wir nicht haben aber abgezogen werden sind bereits berücksichtigt. Nu ist guter Rat teuer

  • Quote from "thedude73"

    Danke für Deine Antwort. Unser Plan wird online erstellt und nahzu täglich ändert sich was. Die geplanten Schichten sind da natürlich gelöscht, als Krankheitstage wurden dann mit K eingetragen


    Maßgeblich ist der Plan, der zum Zeitpunkt deiner AU-Meldung aktuell war. Wenn du da mit " Do + Fr + Mo je 11,25 Stunden und am Sonntag 8,25 Stunden" geplant warst, dann muß dir auch genau das gezahlt werden.


    Du hast hoffentlich eine Kopie dieses Plans?

  • das sind doch relativ übliche Zustände in dieser Branche
    kaum ein AG zahlt Urlaubsentgelt/Lohnfortzahlung im Krankheitsfall korrekt
    die meisten AN rechnen nichtmal nach, weil ihnen die dafür festgelegten Bestimmungen entweder nicht bekannt oder zu kompliziert sind oder sie keinen Ärger haben wollen


    hier fällt es halt dem AN richtig ins Auge, weil der AG gar nichts bezahlen will


    daß sich der AG hier u.U. strafbar macht nach 266a StGB, ist ihm auch egal,
    die Chancen, sich dafür verantworten zu müssen,, gehen gegen Null


    wer seine Rechte fordert, wird abgeschoben
    wer sie einklagt, ist oftmals in der Branche "verbrannt" ( AG erfahren die Namen von "Unbeugsamen")
    die Behörden schauen weg oder reagieren zaghaft bis uninteressiert


    irgendwann resigniert man, findet sich mit gewissen Umständen ab oder verabschiedet sich aus dieser menschenverachtenden Branche

  • kriegsrat, also ist die Aussage von haifisch so korrekt? Was ist aber wenn ich keinen Plan wegen der Krankheit für den nächsten Monat hätte, und was nicht der Fall ist, aber rein angenommen, nur krank wäre. Würde ich dann nur 160 Stunden bekommen? Und ja, natürlich habe ich eine Kopie des dienstplanes.