Gerüchte (?) wegen Schwangerschaft und Sicherheitsdienst

  • Hi, habe mal eine etwas komische Frage. Habe von meinem Freundes und Bekanntenkreis immer wieder gehört, dass junge Frauen die noch keine Kinder haben so gut wie gar keine Chancen haben, um richtig im Sicherheitsdienst arbeiten zu können. Sie könnten ja schwanger werden und man könne ja schwer eine Schwangere auf Streifendienst, Wachrunde schicken, gibt ja natürlich auch keine Umstandsuniformen, etc... dann dazu halt noch das Haftungstechnische und Nachtarbeitsverbot, etc.


    Was ist dran an diesen Geschichten? Wie schaut es in der Realität aus? Oder ist es einfach wie bei allen Berufen, dass man leicht benachteiligt wird (bei Einstellung) und dann im Schwangerschaftsfall bis kurz vor der Geburt arbeitet?
    Ich möchte in den nächsten Jahren noch keine Kinder haben und habe auch wirklich keine Lust drauf, dass ich nur wegen meinem Alter gleich in diese Ecke abgestempelt werde und keine richtige Stelle finde.

  • Blödsinn. Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit - und so lang kein Beschäftigungsverbot ausgesprochen wird, kann eine Schwangere normal Dienst versehen.


    Allerdings ist das Problem "könnte schwanger werden" leider häufiger ein Einstellungsverhinderungsgrund, das jedoch in jedem beruflichen Zweig. Selbst schon bei Lehrstellenbewerbung erlebt. Auch gern in Bewerbungen der Satz "die Familienplanung ist abgeschlossen" gelesen. Gibt halt nichts, was es nicht gibt.

    "Wer in die Fußstapfen anderer tritt hinterlässt keine eigenen Spuren" (Wilhelm Busch)

  • Quote from "Arvasi"

    Blödsinn. Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit - und so lang kein Beschäftigungsverbot ausgesprochen wird, kann eine Schwangere normal Dienst versehen.


    Das stimmt so nicht ganz.
    Natürlich ist eine Schwangerschaft keine Krankheit, aber werdende Mütter können bzw. dürfen trotzdem nicht "normal Dienst versehen".


    "Normal" bedeutet in vielen Fällen auch nachts zu arbeiten. Es ist jedoch per Gesetz (§8 MuSchG) verboten, werdende Mütter in der Zeit zwischen 20 und 6 Uhr zu beschäftigen. Gleiches gilt für Beschäftigung an Sonn- und Feiertagen, was auch in vielen Branchen normal ist.
    Es gibt zwar für bestimmte Branchen gewisse Ausnahmen, aber generell gilt: "Normal" beschäftigen, also ganz genau wie eine nicht schwangere Mitarbeiterin bzw. einen männlichen Mitarbeiter geht bei Schwangeren definitiv nicht.

  • Hallo zusammen,


    das eine Frau die noch kein Kind hat, einmal schwanger werden könnte ist wohl keine Überraschung. Weiter könnte auch eine Frau die schon ein Kind hat, nochmals schwanger werden!


    Deshalb aber eine Beschäftigung zu verweigern ist unzulässig! Aber das wird sich auch wohl kein klar denkender Unternehmer wagen, diesen Grund als ausschlaggebendes Kriterium für die nicht erfolgte Einstellung zu benennen. Der Unternehmer muss ja auch keinen Grund angeben, warum eine Frau (die noch kein Kind zu Welt gebracht hat) nicht bei ihm eingestellt wurde.


    Abschließend sei gesagt, dass die Frau auf derartige Fragen (ob sie schwanger werden möchte?) nicht antworten muss und man kann der Frau auch eine andere Arbeit geben, die nicht dem Gesetz zum Schutz der erwerbstätigen Mütter entgegensteht.

    Bemerkung: „Ich finde es unglaublich, dass Frauen so benachteiligt werden sollen! Das schlägt dem Fass den Boden aus“!

    Freundliche Grüße


    Moderator Doph_Zügota



    Gerechtigkeit herrscht, wenn es in einem Volk weder übermäßig Reiche noch übermäßig Arme gibt.


    Thales von Milet (um 625 - 545 v. Chr.), griechischer Philosoph und Mathematiker, einer der Sieben Weisen

  • ... ich denke, es geht in Nightowls Frage wohl eher um die Tatsache, dass Frauen ja grundsätzlich schwanger werden könnten ... nicht unbedingt um "Schon"-Schwangere, bei denen man dann natürlich solche Sachen wie das Nachtarbeitsverbot, etc. berücksichtigen müsste ;-) .


    Und diese Tatsache reicht mittlerweile bei vielen Unternehmen schon aus, sich grundsätzlich gegen eine Beschäftigung von Frauen im Sicherheitsdienst zu entscheiden :o .


    Ein Unternehmen ist ja auch nicht verpflichtet, die Absage eines Bewerbers - egal ob männlich oder weiblich - zu begründen, oder ;) ?

  • Quote from "Arvasi"

    ... - schon mal gehört? ;) ...


    ... jupp ... pauschale Floskeln, die alles beinhalten können und natürlich Spekulationen zulassen. Aber zulässig ;) ...

  • Es widerspricht zudem dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Sorry, aber ich war so erregt, da habe ich doch versäumt das in meinen letzten Beitrag mit aufzunehmen.

    Freundliche Grüße


    Moderator Doph_Zügota



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    Thales von Milet (um 625 - 545 v. Chr.), griechischer Philosoph und Mathematiker, einer der Sieben Weisen

  • Quote from "Doph_Zügota"

    ... Sorry, aber ich war so erregt, ...


    ... kaum geht es um Frauen :o ... sorry, aber der musste jetzt sein !!!


    Quote from "Doph_Zügota"

    ... Es widerspricht zudem dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ...


    ... und :o ? Wo kein Kläger, da kein Richter ;) !

  • Wie ich schon geschrieben habe, glaube ich auch nicht, dass ein Unternehmer so einfältig ist als das er diesen Grund für eine Nichteinstellung angeben würde. Natürlich kann er sagen, dass der Bewerber nicht berücksichtigt werden konnte, weil sich das Unternehmen für einen anderen Bewerber entschieden hat! Gründe muss er nicht anführen!

    Freundliche Grüße


    Moderator Doph_Zügota



    Gerechtigkeit herrscht, wenn es in einem Volk weder übermäßig Reiche noch übermäßig Arme gibt.


    Thales von Milet (um 625 - 545 v. Chr.), griechischer Philosoph und Mathematiker, einer der Sieben Weisen