Alles rund um die Fortbewegung .... ;)

  • Hallo alle zusammen,


    nun war ich ja eine zeitlang nicht mehr aktiv in Forum und Branche,bin aber nun zurück und bringe gleich einige fragen mit :P


    An alle die Zeit dafür finden schon einmal danke im vorraus !


    Direkt geht es hier um die Frage Spritgeld:
    Hierzu nenne ich euch ein Beispiel:


    Max ist ein Mitarbeiter der Mustermann GmbH muss zu mehreren OBjekten die sich in einem Umkreis von 30 km um die Firma verteilen.Also anfahrtswege die durchaus angebracht und toleriert werden können/müssen.
    Doch mehr und mehr mindestens 3 mal die Woche bekommt er neuerdings Schichten die mindestens 70-80 km pro weg anfahrt haben,auf die konkrete frage nach Spritgeld wurde ihm nach langen hin und her für einen Bruchteil der wege ein Pauschalbetrag gewährt von 50 euro (einmalig).
    Gut dachte Max natürlich,Spritkosten nicht gedeckt aber annerkannt.WEit gefehlt die 50 Euro welche ohnehin ein WITZ sind (hinsichtlich der wahren spritkosten)wurden als vorschuss deklariert und später vom gehalt abgezogen.
    Ohne den Arbeitnehmer daraufhinzuweisen das es sich um einen Vorschuss handelt denn es war lediglich von Spritgeld die rede.Definition des wortes hin oder her dachte Max nun darübernach was er nun dazu sagen könnte.


    Bevor er darauf richtig reagieren konnte kam auch schon eine E-Mail:
    "Ich hatte nie mit einem Wort erwähnt, das ich in meiner Firma Spritgeld zahle! Ich bekomme selber von meinen Auftraggebern kein Spritgeld gezahlt oder den Unkostenaufwand um auf die Arbeitsstätten zu kommen, ersetzt
    Wenn ich Gelder vorschieße, sind das Vorschüsse die von den Gehältern wieder abgezogen werden."


    Grundsätzlich lässt sich dagegen wohl nicht sehr viel entgegnen.


    "Wenn ich anfange Mitarbeitern Spritgelder zu zahlen, sind alle Mitarbeiter gezwungen, lückenlose Fahrtenbücher zu führen, welches für alle wiederum einen Mehraufwand bedeutet"


    Mehraufwand dafür gibts aber Geld ? Also wo ist das Problem ?


    "Ich kann es definitiv nicht da ich diese Gelder aus meiner eigenen Tasche zahlen muss, selbst wenn ich sie beim FA gegen rechnen kann. So hoch sind die Stundensätze nicht dass ich diese Auslagen mit einkalkulieren kann."


    Das kam auf die anfrage warum er nicht wie Max letzte Firma beispielsweise 20 cent pro km bezahlt und diese beim Finanzamt abzusetzen versucht .Ähm wir reden hier von auslagen im 2 stelligen Bereich und auch nur für jedes Objekt das weiter entfernt liegt.


    "In meinen gesamten 10 Jahren Berufszeit im Sicherheitsgewerbe hatte ich noch keine Firma erlebt, die mir irgendwann mal Spritgelder gezahlt hatten. Diese Unkosten waren für das Arbeitgeber-Arbeitnehmer Verhältnis selbstverständlich, denn Spritgeld zu zahlen ist eine freiwillige Basis des Arbeitgebers.
    Du hast als Arbeitnehmer nämlich die Möglichkeit, selbst ein Fahrtenbuch zu führen und deine dienstlich gefahrenen Km beim Finanzamt am Jahresende abzusetzen. "


    Mag sein ich habe es sehr wohl aber schon anders erlebt....Muss man wirklich Strecken bis 100 km pro Weg als selbverstädnlich erachten ? Ich arbeite schon lange genug um zu wissen das Spritgeld nicht selbverständlich ist.Allerdings objekte die bis 100 km entfernt sind und teilweise auch nur bis zu 5 stunden sind sind nicht wirtschaftlich für den Arbeitnhemer was nach der letzten aussage für den Arbeitgeber natürlich wurst ist. Aber wie sieht das wirklich aus ? Muss man dies hinnehmen ? Gibt es da keine gestzlichen Regelungen ? Beispielsweise der Maximale anffahrtweg der ohne Spritgeld noch zumutbar ist ?



    Max hätte gerne alles gewusst was ihm da weiterhelfen kann am besten alles was ums Thema spritgeld/pendler usw geht.
    Und ihr könnt sehr gerne die aussagen des AG auf richtigkeit prüfen.


    Info: Im vertrag war nichts zum Thema spritgeld aufgeführt.Solltet ihr aber weiter informationen benötigen wird Max bestimmt versuchen euch alles nötige zukommen zu lassen....rein Hypothetisch :P

  • wenn der AN arbeitsvertraglich verpflichtet wäre, an wechselnden Einsatzstellen seine Arbeitskraft zu erbringen (das muß laut § 2 Abs.1 Punkt 4 Nachweisgesetz ausdrücklich vereinbart sein <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.gesetze-im-internet.de/nachwg/__2.html">http://www.gesetze-im-internet.de/nachwg/__2.html</a><!-- m -->)
    ist es tatsächlich sein Problem, wie er dort hinkommt
    ist das nicht vereinbart, beginnt die Arbeitszeit im Zweifelsfall am Firmensitz
    (§ 269 BGB <!-- m --><a class="postlink" href="http://dejure.org/gesetze/BGB/269.html">http://dejure.org/gesetze/BGB/269.html</a><!-- m --> )


    einen generellen Anspruch auf Erstattung von Fahrtkosten gibt es nicht, einen solchen Anspruch müsste man per Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag vereinbaren
    (im Manteltarifvertrag von NRW gibt es z.b. so eine Regelung)


    ansonsten bleibt dem AN nur, seine Kosten steuerlich geltend zu machen, evtl. auch durch einen Freibetrag, so daß er nicht bis zum jährlichen Steuerausgleich warten muß, um das Geld zu bekommen


    ein Anhaltspunkt, was unzumutbar wäre, bieten die Durchführungsanweisungen zum § 10 SGB II :


    Bei der Beurteilung der zumutbaren Pendelzeiten ist in der Regel
    die Entfernung zumutbar, die in der Region bei vergleichbaren Arbeitnehmern
    üblicherweise zwischen Wohnort und Arbeitstelle anfallen.
    Üblich sind Pendelzeiten, wenn sie nicht nur vereinzelt, sondern
    in größerem Umfang anfallen.
    Als Vergleichswerte anzusetzen sind:
    • bei einer täglichen Arbeitszeit von 6 Stunden: 2,5 Stunden
    Pendelzeit,
    • bei einer tägliche Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden: 3
    Stunden Pendelzeit.
    Soweit z.B. in ländlichen oder strukturschwachen Gebieten oder in
    Ballungsgebieten längere Pendelzeiten üblich sind, sollen diese
    zugrunde gelegt werden.

  • Das ist natürlich ziemlich unschön, und ich denke schon, das der Chef fahrkostenpauschale bekommt, wenn nicht würde ich auf ei. Dienszfahrzeug bestehen.

    Früher nannte man mich "Brot"
    Achtung! Ich genieße WsF-Immunität.... also nüsch ärgern :-)

  • Also das Briefle vom AG ist schon der Hammer... :o und wenn ich scon das Wort UNkosten lese... :superbad: was soll das bitte sein? Entweder Kosten, oder keine Kosten! Sowas wie Unkosten kenne ich nicht... :confused:

  • Das ist nicht nur der Hammer, sondern eine komplette Frechheit...
    Glaubt der denn, dass seine MA noch einen Riss machen bei den hohen Stundenlöhnen? Wenn er da nichts durch Mischkalkulation herausholt und nur zahlungsarme Auftraggeber an Land zieht, ist das wohl kaum die Schuld des AN.


    Wenn man den Auftrag nicht ausführen kann, sollte man die Finger davon lassen...


    Und was soll dieses Gefasel vom Fahrtenbuch? Das Ding kostet in jedem Schreibwarenladen 2,50 Euro und ist in weniger als einer Minute ausgefüllt. Für AN, sofern der AG nichts erstattet, nutzlos. Warum sollte der AN zwischen beruflichen und privaten Fahrten unterscheiden? Auch wechselnde Einsatzorte sind berufliche Aufwendungen, die gehören zu den Werbungskosten. Wer nicht kräftig Lohnsteuer zahlt, kriegt auch nichts wieder.


    *kopfschüttel*

    "Wer in die Fußstapfen anderer tritt hinterlässt keine eigenen Spuren" (Wilhelm Busch)

  • kriegsrat: Danke dir.
    Arvasi,power turtle,brotkrümmel: ich stimme euch ganz und gar zu finde auch das man sich das bei diesen stundenlöhnen die sich in unserer branche halten kaum selbst finanzieren kann,die Rechtfertigung des Ag war in diesem Fall auch sehr eigennützig ausgelegt.


    Ich finde es einfach unverschämt als AG dem AN noch Steine in den weg zu legen um zu objekten zu kommen die soviel eigenbeteiligung erforden (finanziell) das man dort fast nichts mehr verdient d.h also Beschäftigung zum Zeitvertreib ? :confused:
    Das ist für den AG natürlich einfach ob 10 oder 100 km entfernt arbeit ist arbeit dein problem wie du das finanzierst bzw hinkommst...
    Bei den heutigen Spritpreisen macht es für den AN aber SEHR WOHL einen unterschied ob er für 100 km pro weg oder 10 km pro weg tanken muss um seine kohle zu verdienen....ein Teufelskreis arbeite um tanken zu können,tanke um auf die arbeit zu können, mache ich mehr stunden und bekomme dafür mehr weiter entfernte strecken schneide ich also verhältnisweise schlechter ab als mit weniger stunden ohne die dermaßen vielen weit entfernten objekten.
    Die logik sei so mal dahingestellt aber leider hat sich dies in der Praxis schon als fakt erwiesen. Wenn ich mir die Mehrkosten und den Mehraufwand anschaue ist es echt unrentable