was habt ihr standardmässig so dabei?

  • Schon bemerkenswert, wie gleich der ein oder andere auf ein wenig Polarisierung anspringen. Aber nun gut, das wäre das eine.


    Das andere ist natürlich die falsche Kundenausrichtung. Das hat Protec übrigens mittlerweile schon erkannt, bzw Rüge von der Muttergesellschaft Üstra bekommen, und ist im Begriff seinen Mitarbeitern zu vermitteln, dass man auch ohne nennenswerte Nachteile wesentlich deeskalierender Auftreten kann. Eigentlich gar nicht schwer. Das Problem was sich zeigt ist u.a., was ich ansprach, das Bild in der Öffentlichkeit. Sicherheit im ÖPNV erfüllt zwei Hauptaufgaben. Sicherheit und Ordnung aufrecht erhalten sowie eben auch das Unternehmensbild prägen i.v.m. damit für die Fahrgäste da zu sein (Vertrauen), und diese eben nicht abzuschrecken. Kunden- Serviceorientiertes Arbeiten. Ganz klassisch halt. Kein Hexenwerk.


    So wie die Protec Jungs auftreten vermittelt aus der Sicht des normalen Fahrgastes eher etwas Bedrohliches als etwas Vertrauenserweckendes. Auch wenn das der ein oder andere hier nicht nachvollziehen kann aufgrund der Berufsblindheit (was nicht negativ gemeint ist).


    Da kann man nun bocken wie man will, ... Auf Deutsch: Bei den Fahrgästen kommen schwarze Sherrifs gar nicht an -> führt zu weniger Fahrgästen. Eine Zwangsläufigkeit.


    Pfefferspray kann man verdeckt tragen, eine tonfa benötigt man nicht, auch wenn irgendwelche Ausbilder son Blödsinn immer vermitteln wollen, wer dennoch der Meinung ist eine zu brauchen: es gibt die tollen schmalen neuen Einsatzmehrzweckstöcke, welche man unter der Jacke tragen kann, Handschellen, wenn man sie umbedingt brauch, können ebenfalls verschwinden.


    Unterm Strich, ich habe diese Dienste ebenfalls lange verrichtet, brauch man das Gerödel alles nicht, außer man will seiner Umwelt etwas beweisen. Es genügt ein vernünftiges Kommunikationsmittel und eine Portion gesunder Menschenverstand. Vielleicht noch Taschenlampe, Zettel und Stift.

  • Lieber Pandrion,


    hast du in den letzten 5 Jahren im ÖPNV gearbeitet? Wenn ja: Welchen Dienst hast du verrichtet? Dein "Fazit" klingt für mich derart weltfremd, ich würde mit jemandem mit deiner Einstellung nicht arbeiten wollen. Was bringt dir ein Pfeffer, was du erst irgendwo rauskramen musst, bevor du es einsetzen kannst? Was bringen dir Handfesseln, an die du nicht gescheit ran kommst? Schlussendlich entscheidet die Firma, welchen Stock und welche Fessel du trägst, ja gegebenenfalls sogar wie du sie trägst.


    Wie gesagt: So wie die Mitarbeiter ihr Geraffel tragen ist die in meinen Augen einzig sinnvolle Konfiguration. Die Zeiten, wo Funk und Lampe ausreichten sind schon sehr sehr lange vorbei.

  • Im Zuge der routinemäßigen, vorbeugenden und überwachenden Kontrollen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) muss zur Verfügung gestellte Ausrüstung, die Arbeit der Sicherheitskräfte unterstützen und an die Rahmenbedingungen angepasst sein. Folgt man den gesetzlichen Auflagen, dem Einsatzgebiet und der Vielzahl der verschiedensten Bedrohungen im Tätigkeitsfeld der Sicherheitskräfte, dann können die im Beitrag von „Pandrion“ aufgezählten Ausrüstungsgegenstände vom Mittwoch, 16:22 h nicht als unzweckmäßig bezeichnet werden.


    Da es sich bei Sicherheitskräften um Personen handelt, die von Beobachtern oftmals als distanziert wahrgenommen werden und dann durch ihre Kleidung mit bestimmten Symbolen, Farben und Ausrüstungsgegenständen noch zusätzlich auffallen, ist das oftmals unbewusste zuschreiben von negativen Eigenschaften keine Besonderheit. Es sind also vorgefasste Meinungen, die dann einen emotionalen Reiz ausstoßen und Beurteilungsfehler durch die Wahrnehmung hervorrufen können.


    Das gilt hinsichtlich der vorgefassten Meinungen auch für die Sicherheitskräfte selber und Jeder sollte versuchen, seine angeborenen Wahrnehmungsbeeinflussungen dahingehend zu unterdrücken.


    Mit der Beziehung zwischen dem Wort „Ledernacken“ und der „Ausrüstung“ sollte aber – so glaube ich - auch die Frage nach dem mal mehr, mal weniger auftretenden Faktor, des Imageverlustes beleuchtet werden.

    Freundliche Grüße


    Moderator Doph_Zügota



    Gerechtigkeit herrscht, wenn es in einem Volk weder übermäßig Reiche noch übermäßig Arme gibt.


    Thales von Milet (um 625 - 545 v. Chr.), griechischer Philosoph und Mathematiker, einer der Sieben Weisen

  • Ist ca. 3-4 Jahre her ... Bin 2 Jahre zurecht gekommen ohne auch nur 1x von Pfefferspray oder Schlagstock gebrauch machen zu müssen. Manchmal ist die Denkerbse und entsprechendes Verhalten doch die beste Waffe ;)


    Aber nun gut, muss jeder selber wissen.


    Insgesamt bin ich 12 Jahre in der Sicherheit, und auch in diesen 12 Jahren musste ich nicht einmal Gewalt anwenden, und ich habe sämtliche Bereiche und brenzlige Situationen durch machen müssen.
    Da ich selber weder im ÖPNV noch im Bereich der externen Dienstleister bin betrifft mich das Thema nicht mehr unmittelbar. Neutral betrachtet beginnt in meiner Wahrnehmung in diesen o.g. Bereichen ein stetes "kleines" Aufrüsten ... Ob diese Entwicklung langfristig Erfolg haben wird, gesellschaftlich im gesamten betrachtet, wird sich zeigen.

  • Pandrion: Ich habe deinen letzten Beitrag etwas bearbeitet, da waren Textzeilen doppelt vertreten. Der Sinn ist erhalten geblieben.


    Ich möchte an dieser Stelle auch noch mal einhaken ohne jetzt großartig die Keule raus zu holen.
    Zum einen hast du oben angeführt was die Aufgaben des ÖPNV sind:

    • Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung
    • Prägung des Unternehmensbildes
    • Ansprechpartner für Kunden (also die Fahrgäste)

    Im selben Atemzug sprichst du von "normalen" Fahrgästen und davon dass diese sich bedroht fühlen weil das Personal martialisch gekleidet ist.
    Frage: Einen normalen Fahrgast charakterisiert was?
    Da wir über ÖPNV und Sicherheit reden wahrscheinlich folgendes: Er hat ein gültiges Ticket und er sitzt normal auch seinem Sitz ohne andere Sitze zu beschmutzen, hat keine Fensterscheibe zerschlagen und bepöbelt keine andere Fahrgäste.
    Da wir das jetzt geklärt haben können wir ja Sicherheit im ÖPNV zukünftig einstellen. Alle Fahrgäste sind lieb zueinander und alles wird gut.
    Da muss ja keiner aufpassen.


    So, Achtung: Realität EIN:
    Huch, da entstehen ja jährlich Millionenverluste durch Fahren ohne gültigen Fahrausweis, durch mutwillige Zerstörung fremden Eigentums, Imageschäden durch sinnlose Pöbeleien irgendwelcher Idioten in Nahverkehrsmitteln, einzelne Frauen trauen sich nachts nicht mehr den ÖPNV zu benutzen weil sie Angst haben belästigt zu werden ... usw ....


    Ich denke der Sinn ist erkannt.
    Wenn sich alle lieb hätten und keiner Blödsinn machen würde könnten wir auch die Polizei abschaffen. Denn die bräuchten wir ja dann nicht mehr.
    Da das aber nicht der Fall ist und man im ÖPNV einer enormen Gefährdung ausgesetzt ist muss man das eingesetzte Personal schützen.
    Das wirkt vielleicht befremdlich und aggressiv, aber im Ernstfall hilft es.
    Vorausgesetzt der Mitarbeiter kann damit umgehen. Aber das ist ein anderes Thema.
    Nicht jeder Fahrgast ohne gültigen Fahrausweis gibt freiwillig seine Personalien an, nicht jeder Randalierer lässt sich gerne freiwillig vorläufig festnehmen. Da muss man manchmal etwas nachhelfen, im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten.


    Des weiteren sprichst du von einer gesamten gesellschaftlichen Entwicklung im Bezug auf ein "kleines" Aufrüsten.
    Nun ja, sicherlich hat es früher gereicht Zettel, Stift und ein flottes Mundwerk dabei zu haben. Diese Zeiten sind definitiv vorbei.
    Die Grundaggressivität ist höher, die Hemmschwelle Gewalt anzuwenden geringer, die Bereitschaft Waffen einzusetzen ist gestiegen, eine KV zu begehen nur um der Personalienfeststellung zu entgehen gehört schon fast zum guten Ton ...
    Warum soll sich das Sicherheitspersonal das alles gefallen lassen?
    Das sind auch nur Menschen die eine Familie haben, die einen Job ausüben um Geld zu verdienen und die nach dem Dienst den Kopf gern noch auf dem Hals hätten und nicht unter dem Arm!!!


    Dann lieber martialisch aussehen und nicht eines jeden Freund sein als völlig unbedarft und weltfremd durch den Dienstalltag zu laufen.
    Wenn sich Oma Erna im Zug darüber aufregt dass der Kontrolleur aussieht wie kurz vor dem Eintritt ins Krisengebiet dann ist das halt so. Die Erde dreht sich weiter, auch für Oma Erna.
    Und vielleicht ist es genau der Kontrolleur der Oma Erna ihre Handtasche wieder bringt nachdem ihr diese von einem Idioten aufm Bahnstieg entrissen wurde???!!!


    Ich persönlich sehe keinen Grund die Ausrüstung des Personals im ÖPNV zu reduzieren. Die gesamte gesellschaftspolitische Entwicklung der letzten Jahre, verbunden mit all ihren Nebenwirkungen lässt dies nicht zu. Die Ursachen dafür liegen aber woanders.
    Tendenziell betrachtet wird es wohl eher schlimmer werden als entspannter.


    Vielleicht Pandrion, hast du einfach nur Glück gehabt dass dir nicht die absoluten Krawallmacher und Idioten im Dienst begegnet sind? Wir wissen es nicht. Wir sollten aber den Kollegeninnen und Kollegen im ÖPNV die Chance geben sich im Ernstfall angemessen verteidigen zu können und den größtmöglichen Schaden abzuwenden.



    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

    Albert Einstein

  • Ich will nicht abstreiten, dass ich 2 Jahre, bzw 10 Jahre, lang Glück gehabt habe.


    Zumal ich ja nichtmal kritisiere, dass jemand n Pfeffer dabei hat. Ich kritisiere eher das marchialische Auftreten.


    Ich halte das für absolut verkehrt, zum einen hinsichtlich deeskalierender Wirkung wie auch für das Ansehen unserer Branche.

  • Wenn man durch dieses martialische Auftreten wenigstens bei 30% der TV's "Fahren ohne Fahrausweis" erreicht dass diese die Füße stillhalten ist doch das Ziel erreicht.


    Ich weiß dass das in den Zeiten zunehmender Respektlosigkeit gegenüber Jedermann, insbesondere auch Polizei - und Ordnungsbehörden ein wenig hoch gepokert erscheinen mag, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass noch nicht überall Hopfen und Malz verloren ist.


    Auch die Polizei rüstet auf im normalen Vollzugsdienst. Heute ist Stichschutzweste und Overall mit großem Gerödel an der Tagesordnung und hat Hemd, Bundfaltenhose und Binder abgelöst. Warum wohl???



    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

    Albert Einstein

  • Ich bin der Meinung, dass es einen deutlichen (qualitativen und inhaltlichen) Unterschied zwischen "martialischem" und robustem Auftreten gibt.


    Ersteres ist häufig Selbstzweck, zweiteres hilft mir, meinen Auftrag besser und sicherer durchzuführen, erfordert neben der reinen Ausstattung mit Material allerdings auch entsprechende Ausbildung und ein entsprechendes Verhalten und Auftreten, was sich wiederum in der Art der Aussenwahrnehmung ausdrückt.


    Die ganz wenigen Leute, die sich über robustes Auftreten aufregen, fühlen sich im Allgemeinen bereits durch die Anwesenheit von Kontrollorganen jedweder Art und unabhängig von deren Ausrüstung belästigt/bedroht/düpiert - denen kann man eh' nicht mehr helfen.


    Und der Rest fühlt sich durch die "ausgestrahle Sicherheit" von robust, professionell und dennoch freundlich auftretenden Sicherheitskräften im Allgemeinen sicher(er) - was letztendlich das Ziel allen tuns sein sollte.

  • Ich habe innerhalb von in paar Jahren im ÖPV einen sehr deutlichen Wechsel vom Kurgebiet zum (dramatisch ausgedrückt) Kampfgebiet erlebt. Haben 2009 noch Handschuhe gereicht, gehört neben umfangreichen Einsatzmittel bei vielen inzwischen auch die Weste zur Routineaustattung und leistet (Gott ei Dank) gute Dienste.... Schön wenn Pandrion die Kurphase des Bereiches erleben konnte, ich leider nur sehr kurz.

  • Selbst die Polizei hat vor einigen Jahren kundenorientiertes Denken eingeführt. Seit dem werden Schlagstöcke, bzw nun der EMS, zB nicht mehr offen hängend an der Koppel getragen, sondern verdeckt, stehend, unter der Jacke usw ....


    Und die Jungs haben es bissel mehr nötig als die schwarzen Sherrifs.


    Es ist ja nun nicht so, als ob es anders gehen könnte, wenn man denn wollte ;-)


    Aber nun gut, langsam gehts vom eigentlichen Thema weg. Das wollte ich nun nicht :D

  • Selbst die Polizei hat vor einigen Jahren kundenorientiertes Denken eingeführt. Seit dem werden Schlagstöcke, bzw nun der EMS, zB nicht mehr offen hängend an der Koppel getragen, sondern verdeckt, stehend, unter der Jacke usw ....


    Bitte was?


    Zum einen gibt es nicht "die Polizei", sondern 16 Bundesländer und eine Bundespolizei und dort jeweils verschiedenste Verwendungen, so dass so eine Pauschalisierung schonmal grundsätzlich gar nicht richtig sein kann.


    Hier wird mittlerweile die (schwarze) Schutzweste über der Bekleidung getragen und nichtmehr darunter - dementsprechend wird dort - neben sehr USA-ähnlichen Dienstkoppeln auch aussen Ausrüstung getragen, es werden teilweise Tiefziehholster verwendet, die Hand an der Waffe zur Eigensicherung gehört bei Fahrzeugkontrollen zum Standard. Insofern entspricht meine querschnittliche Wahrnehmung der Polizei eher genau dem Gegenteil dessen, was Du sagst.
    Vereinzelte Schlümpfe im Einzeldienst, die das anders sehen, sind da eher die Ausnahme von der Regel denn die Norm - aber sie gibt es.


    Und sobald man den Einzeldienst verlässt, umso paramilitärischer wird es mittlerweile. Wenn ich einen Trupp zusammengeschmissener Einzeldienstler und einen Trupp einer Hundertschaft oder gar BFE'ler sehe, liegen da Welten dazwischen - nichtmal zwangsläufig hinsichtlich der Ausrüstung, primär aber verhaltensseitig mit Blick auf das Verständnis von Eigensicherung.


    Nochmal: Kundenorientierung und Ausrüstung widersprechen sich nicht im Geringsten.
    Das eine ist Verhalten, das andere ist mitgeführtes Material.
    Die wahrgenommene Aussenwirkung entsteht erst aus einer Kombination aus der Optik und dem Verhalten in der Öffentlichkeit.

  • Na dann guck dir die Bundespolizei an den Bahnhöfen mal an ;-)


    Natürlich gibt es die Polizei ... Die Landspolizei in Niedersachsen macht es übrigens auch so wehrter Kollege. Gut, wie es nun in Bayern und Co. ist weiß ich nicht.


    Übrigens zur wahrgenommen Aussenwirkung ... Die Kombination gibt es theoretisch vielleicht, praktisch nicht. Warum? Ein bewertbares Verhalten ist so nicht gegeben wenn Streife regulär gegangen wird. Da nimmt man nur die Erscheinung, von dir Optik genannt, wahr.

  • Na dann guck dir die Bundespolizei an den Bahnhöfen mal an ;-)


    Jupp, mache ich regelmässig.
    Hier und fast überall wo ich vorbeikomme trägt man Überziehschutzweste, der EKA wird offen (meist horizontal) getragen und man ist je nach Lage mit umgehängter MP5 unterwegs und die ganz Wilden haben gelegentlich sogar ein Ersatzmagazin dabei...
    An Flughäfen sieht das ähnlich aus.



    Natürlich gibt es die Polizei ...


    Nein, weil wie gesagt 16 Landespolizeien, je Landespolizei gibt es den Einzeldient, die Bereitschaftspolizei, dort Hundertschaften, BFEen, es gibt die Kripo, es gibt MEKs, SEKs, es gibt Observationseinheiten und jede Menge anderer Verwendungen. Jede von diesen hundert+ Verwendungen tritt anders auf, ist teilweise unterschiedlich ausgerüstet, führt ihre Ausrüstung anders und ist unterschiedlich ausgebildet. Nochmal: Es gibt nicht "die Polizei", Deine Pauschalaussage ist falsch und trifft vielleicht auf den Einzeldienst in NRW zu, und da sicherlich auch nicht überall.



    Gut, wie es nun in Bayern und Co. ist weiß ich nicht.


    Und Hessen, und RLP, und Hamburg, und Berlin, und, und, und... Du siehst, worauf ich hinauswill?



    Übrigens zur wahrgenommen Aussenwirkung ... Die Kombination gibt es theoretisch vielleicht, praktisch nicht. Warum? Ein bewertbares Verhalten ist so nicht gegeben wenn Streife regulär gegangen wird. Da nimmt man nur die Erscheinung, von dir Optik genannt, wahr.


    Es macht durchaus einen Unterschied, ob ich wie ein Schluck Wasser mit schiefem Barett, unpassenden Klamotten, wahllos zusammengestöppelter Ausrüstung, ungewaschenen, zu langen Haaren, kaugummikauend und immer mal wieder irgendwo herumlungernd meinen Dienst verrichte oder ob ich korrekt gekleidet, mit sinnvoll ausgewählter und taktisch korrekt getragener Ausrüstung mit ausreichender Körperspannung in entsprechender Körperhaltung und mit dementsprechender Körpersprache Dienst tue. Das ist bewertbares Verhalten in Reinstform und ein fester (und berechenbarer) Bestandteil nonverbaler Kommunikation.


    Daraus wird dann auch am Ende das von mir in einem vorherigen Beitrag angeführte robuste Auftreten, mit dem man schon im Vorfeld eine ganze Menge Probleme löst oder gar nicht aufkommen lässt, ohne die Allgemeinheit zu erschrecken, einzuschüchtern oder ihnen gar ein unangenehmes Gefühl zu vermitteln. Dass man entsprechend bestimmt, aber freundlich ist, halte ich dabei für eine Selbstverständlichkeit.


    Aber gut, Du scheinst das anders zu sehen, das muss ich Dir auch nicht zwanghaft ausreden.

  • Ich glaube wir sind alle alt genug, dass wir nun keine Wortglauberei machen müssen ... Die Bundes- wie auch die Landspolizeien (in Nds auf jeden Fall, mW auch in zahlreichen anderen Ländern) im regulären Streifendienst tragen ihren EMS, eingeführt 2004 in Nds., unter der Jacke. Zufällig komme ich aus dem Verein, da musst du mir nun keinen Vortrag halten. Und wenn du nun mit MP5 und schusssicheren Westen in besonderen Lagen kommst, machst du dich grad lächerlich. Denn wir wissen alle, dass das keine alltäglichen Situationen sind.


    Um es bildlich dar zu stellen:



    Schluck Wasser, schiefes Barett etc. stellen aber kein Verhalten dar, sondern ebenfalls das Erscheinungsbild ;) ... Damit untermalst du sogar noch meine Aussage.


    Aber wie gesagt, wie werden da eh nicht auf einen Nenner kommen, da ich grundsätzlich eine andere Einstellung habe und die Sicherheit im ÖPNV primär im Servicebereich sehe und paralel durch die Anwesenheit das Sicherheitsgefühl zu stärken. Man könnte auch sagen, ich wäre viel eher für mehr Fahrkartenkontrolleure in einer Jacke mit dem Logo der Verkehrsbetriebe, ähnlich den Zugbegleitern der Bahn.



    Vielleicht kommen wir auf einen Nenner bei den Kollegen der DB Sicherheit. Die fallen mir gerade als guter Kompromiss ein, und vielleicht stellen die auch dein Bild dar. Die haben ein solides, freundliches aber dennoch bestimmtes Auftreten von dem Outfit her.



    Es geht halt auch ohne groß Handschellen und Schlagstock tragen.


    Die beiden würde ich als Fahrgast gerne ansprechen um eine Frage zu stellen. So manche, VORSICHT ÜBERSPITZT ausgedrückt Ledernacken oder Djangos aus dem ÖPNV eben nicht. Da würde ich mich eher sogar bedroht als sicher fühlen.

  • und bei den Kollegen siehst Du rechts unterm Arm den EKA vorlugen...


    Auch die Ausrüstung bei der DB Sicherheit wird in der Regel sichtbar und schnell zugriffsbereit geführt.... OC, Handfesseln und EKA gehören zur Standardausrüstung an Einsatzmitteln + noch ein bissel was....


    Ich bin in vielen BLs unterwegs inkl Kontakt zu BPol und LPol, Deinen Eindruck kann ich nur hinsichtlich Goldträgern bestätigen, uns selbst da gibt es massive Unterschiede.... in der Regel (Regeldienst) taktische Weste, EKA, RSG, 1-2 HF und Holster auf Koppelhöhe. Tiefziehholster eher bei den Verbänden.

  • Ich glaube wir sind alle alt genug, dass wir nun keine Wortglauberei machen müssen ...


    Doch, denn hier geht es um Feinheiten in der Dienstausübung, die gravierende Unterschiede in der Aussenwahrnehmung zur Folge haben.
    Da sollte man bei seinen Aussagen schon sehr genau formulieren, was man wirklich meint. Sonst redet man entweder aneinander vorbei oder das lesende Gegenüber (das nur mitbekommt, was Du schreibst, nicht was Du meinst oder denkst) bekommt einen vollkommen falschen Eindruck.



    Die Bundes- wie auch die Landspolizeien (in Nds auf jeden Fall, mW auch in zahlreichen anderen Ländern) im regulären Streifendienst tragen ihren EMS, eingeführt 2004 in Nds., unter der Jacke. Zufällig komme ich aus dem Verein, da musst du mir nun keinen Vortrag halten. Und wenn du nun mit MP5 und schusssicheren Westen in besonderen Lagen kommst, machst du dich grad lächerlich. Denn wir wissen alle, dass das keine alltäglichen Situationen sind.


    Das Auftreten mit MP5 ist an Flughäfen wortwörtlich alltäglich und Bahnhöfen wird es immer mehr zur Norm.
    Das Tragen der Schutzweste über der Oberbekleidung ist ebenfalls in vielen Bundesländern und in vielen Dienstformen zur Alltäglichkeit geworden.
    Und grob die Hälfte der Landespolizeien einschliesslich der Bundespolizei nutzen den EKA, der aufgrund seines Holsters und des Ziehvorgangs ausserhalb der Bekleidung geführt wird.
    Insofern ist der Vortrag wohl doch notwendig.



    Schluck Wasser, schiefes Barett etc. stellen aber kein Verhalten dar, sondern ebenfalls das Erscheinungsbild ... Damit untermalst du sogar noch meine Aussage.


    Klar, wenn Du die andere Hälfte meiner Aussage mit dem Verhaltensanteil der wahrgenommenen Aussenwirkung weglässt, überliest oder ignorierst, dann könnte man fast meinen, dass ich Deine Aussage untermalen würde. Tue ich aber nicht. Das fällt auch jedem auf, der den kompletten Absatz liest.


    Vielleicht kommen wir auf einen Nenner bei den Kollegen der DB Sicherheit. Die fallen mir gerade als guter Kompromiss ein, und vielleicht stellen die auch dein Bild dar. Die haben ein solides, freundliches aber dennoch bestimmtes Auftreten von dem Outfit her.


    Es geht halt auch ohne groß Handschellen und Schlagstock tragen.


    Bist auf die von Fump schon nachkorrigierte Fehlannahme, dass die Herrschaften auf dem Bild unbewaffnet sind (ich meine übrigens einen horizontal getragenen EKA mit Griffsicherungsring zu erkennen), ist das tatsächlich ein guter Kompromiss, sofern denn die Realität am Ende auch halbwegs so aussieht wie das von Dir verwendete Werbebildchen.
    Aber auch hier sehe ich wie gesagt Schlagstock und Handschuhe und würde vermuten, dass man bei genauer Nachschau noch so das eine oder andere von Dir verpönte Einsatzmittel finden würde - aber hier vernünftig verdeckt geführt und (vermutlich/hoffentlich) trotzdem bei Bedarf ausreichend schnell erreichbar. Auch so kann man die Aussenwirkung bewusst steuern.


    Draussen im richtigen Leben habe ich von "Schluck Wasser" über "behangener Django" bis hin zum nahezu idealen "Werbebild-Prototyp" schon das gesamte Spektrum gesehen und erlebt. Das hängt natürlich zum einen primär vom Mitarbeiter und dessen Selbstverständnis ab, zum anderen ist das aber auch sicher eine Funktion aus dem Selbstverständnis und Führungsvermögen der jeweiligen Führungskraft.

  • Ich glaube wir sind alle alt genug, dass wir nun keine Wortglauberei machen müssen ... Die Bundes- wie auch die Landspolizeien (in Nds auf jeden Fall, mW auch in zahlreichen anderen Ländern) im regulären Streifendienst tragen ihren EMS, eingeführt 2004 in Nds., unter der Jacke.


    Nö. Manche Innenministerien haben den Fehler gemacht und haben aus Kostengründen den EMS Leicht und den EKA beschafft, einfach aus dem Grund, dass Tonfa-Training verdammt teuer ist. Zweckmäßig ist jedoch anders.


    Quote

    Zufällig komme ich aus dem Verein, da musst du mir nun keinen Vortrag halten. Und wenn du nun mit MP5 und schusssicheren Westen in besonderen Lagen kommst, machst du dich grad lächerlich. Denn wir wissen alle, dass das keine alltäglichen Situationen sind.


    Beschusshemmende Westen sind mittlerweile absoluter Standard. Ich kenne nur wenige Polizisten, die die Weste nicht tragen. Diejenigen die sie nicht tragen scheinen nichts von ihrem Leben zu halten. Vor einigen Jahren gabs da mal einen Vorfall beim Zoll, wo bei einer Kontrolle beide Beamte angeschossen wurden. Seitdem trägt eigentlich jeder die Weste.


    Quote

    Um es bildlich dar zu stellen:


    Herzlichen Glückwunsch. Der EMS-Leicht. Das Teil ist nur wenig brauchbar. und wird hauptsächlich deshalb am Rücken getragen, weil keine andere Trageweise sinnvoll ist.


    Quote

    Schluck Wasser, schiefes Barett etc. stellen aber kein Verhalten dar, sondern ebenfalls das Erscheinungsbild ;) ... Damit untermalst du sogar noch meine Aussage.


    Sagen wir einfach: Verhalten, welches das Erscheinungsbild beeinflusst.


    Quote

    Aber wie gesagt, wie werden da eh nicht auf einen Nenner kommen, da ich grundsätzlich eine andere Einstellung habe und die Sicherheit im ÖPNV primär im Servicebereich sehe und paralel durch die Anwesenheit das Sicherheitsgefühl zu stärken. Man könnte auch sagen, ich wäre viel eher für mehr Fahrkartenkontrolleure in einer Jacke mit dem Logo der Verkehrsbetriebe, ähnlich den Zugbegleitern der Bahn.


    Ich lade dich gern mal ein Wochenende nach Berlin ein. Kontakte in die DB Sicherheit kann ich dir gern vermitteln, vielleicht kriegen wir dich in ein Praktikum unter. Die reine Anwesenheit von Servicepersonal (Nein, NICHT Sicherheit!) führt bei entsprechendem Klientel bereits zu Agrgressionsanfällen. Angriffe auf Servicemitarbeiter sind nicht selten. Jetzt stell dir vor, du musst als Besitzdiener auch noch gegen solche Leute agieren, ohne Einsatzmittel gehst du da vollends unter.



    Quote

    Vielleicht kommen wir auf einen Nenner bei den Kollegen der DB Sicherheit. Die fallen mir gerade als guter Kompromiss ein, und vielleicht stellen die auch dein Bild dar. Die haben ein solides, freundliches aber dennoch bestimmtes Auftreten von dem Outfit her.



    Es geht halt auch ohne groß Handschellen und Schlagstock tragen.


    Ich sehe beim linken Kollegen EKA, Funk und Pfeffer. Beim rechten Kollegen sehe ich zumindest den EKA. Je Nach Regionalbereich haben beide Kollegen auch Handfesseln am Mann. Jetzt stell dir aber mal vor wir haben Sommer. Da tragen die Kollegen mit Sicherheit keine Jacke (so wie die Kollegen auf deinem ersten Bild), da ist jedes Einsatzmittel gut sichtbar:



    Quote

    Die beiden würde ich als Fahrgast gerne ansprechen um eine Frage zu stellen. So manche, VORSICHT ÜBERSPITZT ausgedrückt Ledernacken oder Djangos aus dem ÖPNV eben nicht. Da würde ich mich eher sogar bedroht als sicher fühlen.


    Das ist vielleicht deine Sicht der Dinge. Ich denke eher, dass Sicherheitsmitarbeiter in erster Linie für Sicherheit sorgen sollen. Wenn sie nebenher noch Service machen ist das toll. In Zeiten, wo die Polizeien immer mehr abbauen und somit immer längere Response-Zeiten entstehen (mein Rekord: 45 Minuten bei gegenwärtiger gef. KV mit Sonderrechten), ist die Ausstattung der zuerst gezeigten Mitarbeiter einfach nur zweckmäßig.

  • Tonfa gabs auch mal bei Teilen der DB Sicherheit, wurde dann aber zugunsten des EKAs bundesweit in die Schränke gelegt...


    Die Kollegen auf dem Bild sind eher die Realität des SODler, in vielen Fällen werden jetzt auch Stichschutzunterziehwesten (z.B. Bonowi) getragen.