Wieso Sicherheitsbranche?

  • So, wieder mal zu später Stunde...


    was mich schon lange interessiert ist, wieso seid ihr eig. alle in der Sicherheit gelandet und was hält euch da?
    Der große Verdienst kann es kaum sein :grummel. Macht euch die "abwechslungsreiche" Arbeit Spaß (hat man denn überhaupt Abwechslung und wird davon immer nur geredet, weil es so viele verschiedene Sparten gibt :bö: )??


    Irgendwas muss ja "ganz in Ordnung" sein, sonst wärt ihr nicht hier sondern in einem anderen Forum angemdeldet - also lasst was hören :satan:




    Ähhm...wo ich schon das Thema eröffne...


    Ich bin selbst ja noch in der Ausbildung, d.h. ich hätte jetzt eh nicht viele Möglichkeiten aus der Sicherheit auszutreten, ohne meine Ausbildung abbrechen zu müssen. Auf den Beruf gekommen bin ich durch das Internet - hab mir das jedoch alles etwas anders vorgestellt....wie wahrscheinlich die meisten meiner jungen Kollegen :cool:
    Ich dachte mir, man wird da bestimmt zu nem richtigen "Sicherheitsfachmann" ausgebildet, allerdings erfüllt die "Fachkraft für Schutz und Sicherheit (FSS)" nicht GANZ meine Erwartungen :fr:
    So jmd. der Nahkampftechniken lernt, Waffentraining, Personenschutz, wird im GWT eingesetzt, jede Firma hat ne Disco.... als ich mich dann umsah in meiner Berufsschulklasse wurde mir ganz schnell klar, dass NICHT NUR ICH so gedacht habe, da waren noch "ganz andere" dabei :grummel. is leider nix mit james bond^^
    Mittlerweile habe ich mich jedoch an die "Realität" gewöhnt und hoffe nun, dass ich u.a. durch die FSS irgendwann mal "raus" komme aus dem "Teufelskreis".
    Soo, nun aber genug der Worte, ich freu mich auf Antworten und wünsche euch eine gute Nacht.



    Schöne Grüße


    Kraftsport

  • Ich denke man muss auch n bisschen dafür geschaffen sein. Es gibt, wie du schon sagst verschiedene Sparten. Klar, das n Pförtnerdienst oder ne Museumsbewachung für jemand Junges nix is, das sollte aber auch der Arbeitgeber wissen und die Leute dann entsprechend einteilen. Denn nen Rentner kannste auch ni an de Diskotür stellen.


    Ich mache mit meiner Firma auch alles, Objektschutz, Veranstaltungsschutz, Türsteherei, Revierstreife, Kaufhausdetektiv, und Ermittlungsdienst. Mir macht das alles spaß, denn es ist wirklich abwechslungsreich. Und da ich meine Leute alle übertariflich bezahle, sind auch die zufrieden. Ich will nicht reich werden mit meinem Gewerbe, sondern habe lieber eine kleine Firma, mit nem Super ruf und nem Vollen auftragsbuch, mit leuten die zufrieden sind.

  • Naja.... wer James Bond vor Augen hatte und FSS gelernt hat, muss irgendwie bei dem Berufsbild gepennt haben ;)


    Sicherheitsfachmann? Die werden zu Haufe ausgebildet, dauert 3 Monate und kostet 3.500 Euro über einen Bildungsgutschein... dann hat man ne SKP und ein paar meist mehr oder weniger unnütze Zettel.


    Unsere Azubis können über Abwechslung nur bedingt klagen, ÖPNV ist eben nicht vorhersehbar... auch wenn unsere Pforten in der Regel langweilig sind, die Azubis aber im Rahmen ihrer Ausbildung ebenso rauf müssen.


    Wieso ich dort gelandet bin? Ich hatte Langeweile ;)

  • also bei mir war es so ich hatte nach meiner Lehre 2005 ( Landwirt ) nix gefunden u. durch mein Cousin der mal im Sicherheitsdienst war stellte er mich seinem Ex Chef vor u. der hat mich gleich Eingestellt nach der Sachkunde Prüfung.
    Und mittlerweile bin ich sogar Selbstständig seit 2008 im Sicherheitsdienst, weil als Angestellter man da ja leider nicht viel verdient :(

  • Ich bin zwar zufällig in der Branche gelandet und bin sicher nicht wegen dem Geld geblieben, aber man findet hier dann doch eine Kollegialität, die es in anderen Branchen nicht gibt.


    Ausserdem ist es spannend, mal hin und wieder an Orte zu kommen, an die andere nicht dürfen. :D

    Grüß euch,


    ich bin ein Zugezogener aus Österreich und bin hier relativ neu. Ich will wieder im Sicherheitsdienst arbeiten.


    Freue mich auf nette Leute und gute Gespräche und einige Infos bezüglich des Arbeitens hier in Deutschland und in Sachsen


    LG Christoph

  • In meiner Lehre als EHK habe ich unseren "Hauseigenen"
    Kaufhausdetektiv kennengelernt. Wir haben uns darüber
    unterhalten und es hörte sich interessant an.


    Nach der Lehre sah ich in der Zeitung zufällig ne Annonce
    von einer kleinen Sicherheitsfirma, die Leute für
    Veranstaltungsschutz suchte. Einzigste Grundvorraussetzung
    war der 34a.


    Es ist interessant, kein Tag gleicht dem anderen. Gut, machmal
    dauert es ein bisschen bis was passiert. Man lernt neue Leute
    oder auch neue Kollegen kennen. Gut, auch wenn man manchmal
    "spezielle" Kollegen lieber aus dem Gedächtnis streichen
    möchte.

  • Quote from "Dr. Brown"

    ... auch wenn man manchmal "spezielle" Kollegen lieber aus dem Gedächtnis streichen möchte. ...


    ... findet man solche Kollegen nicht aber in (fast) jeder Branche :o ?

  • Nachdem ich nach 9 Jahren Polizeidienst feststellen mußte, dass der Beruf meine extrem zu hoch gesteckten Erwartungen bei weitem nicht erfüllen wollte, und ich da wesentlich öfter unter den Kollegen auf genau die Typen getroffen bin, vor denen eure Mütter euch immer gewarnt haben, suchte ich nach einem Weg wirkliche Sicherheit zu geben. So landete ich zunächst mit einer eigenen Detektei (und das ist jetzt auch schon 15 Jahre her) im privaten Sicherheitssektor. Immens Abwechslungsreich und vielseitig wie sichg das gestaltete, erweiterte ich nach und nach auf alle anderen Bereiche im Sicherheitsgewerbe. Seit einem Jahr nun nicht mehr in selbständiger Regie und nach etwa 6 Monaten Erholungsphase nun doch wieder in der Sicherheit aber in angestellter ( und damit für mich gesünderen) Beschäftigungsform.

  • Ich habe vor der Wende bei der DR gearbeitet als "Rotkappe" ( Aufsicht)
    In die Branche bin ich gekommen um vom Arbeitsamt nicht abhängig zu sein.


    Am meisten gefällt mir der Umgang mit Menschen. Immer neue Situationen, neue Typen von Menschen ( vom Schüler bis zum Rentner ). Die Abwechslung der Objekte und damit die Abwechslung der Aufgabenbereiche sorgt dafür nicht " Betriebsblind" zu werden
    Angefangen mit der Sachkunde und jetzt bei der GSSK.
    Mit den Jahren wächst man in diese Branche!

  • Quote from "krötenfuss"

    .
    Mit den Jahren wächst man in diese Branche!


    ich glaube eher, es ist mehr ein "Versinken" in dieser Branche ähnlich einem Moor in einem Edgar-Wallace-Film :D


    irgendwann steckt man so fest drin, daß man aus eigener Kraft kaum mehr rauskommt,
    sogern man auch möchte, bis man komplett untergeht :cool:

  • Quote

    irgendwann steckt man so fest drin, daß man aus eigener Kraft kaum mehr rauskommt,


    KR, so dramatisch würde ich es nicht sehen.


    Bei unseren jungen Kräften welche direkt von der Schule in die Ausbildung zur FSSK starten könnte es schwer werden.
    Jedoch die älteren welche meist aus anderen Berufe kommen ist ein Wechsel möglich.


    Sicher hast Du recht viele wollen es nur zum Übergang machen ( etwa 1 oder 2 Jahre) und dann werden daraus ganz schnell 10 oder 15 Jahre.


    Grundsätzlich denke ich jedoch, wer etwas erreichen schafft es auch und das ganz alleine.

  • Quote from "the_Laird"

    Nachdem ich nach 9 Jahren Polizeidienst feststellen mußte, dass der Beruf meine extrem zu hoch gesteckten Erwartungen bei weitem nicht erfüllen wollte, ............


    Du hast mein Mitgefühl ob deiner Verwirrung.
    Vom Polizeidienst in eine Detektei, die jeder Halbaffe eröffnen kann und dazu nicht einmal eine Unterrichtung und etwas Kapital nachweisen muss. Wie aufbauend.


    Der umgekehrte Weg ist der im Regelfall erstrebte. Vom idiotischen Wacheschieben, Besucherempfang und Schrankenbedienen, Toilettenbeleuchtung abschalten, Ladendiebe beobachten ohne sie bis zum Überschreiten des Kassenbereichs zu stören (von weg. Fangprämien) u.s.w. in den Polizeidienst!


    Dazu gibt es sogar ein "Münchner Modell", das auch Spätberufenen bis zum vollendeten 34. LJ eine Zweite Chance bietet. Wenigstens eine Berufslehre und Bestehen einer Eignungsprüfung werden selbstverständlich vorausgesetzt. Erstaunlich, wie diese Ex-Kollegen aufblühen und vom grauen Mäuschen in subalterner, geringer als Dreckwegräumer bezahlter Leihsklavenfunktion zu selbstbewussten, Respekt gebietenden Persönlichkeiten mutierten. Du bist doch "freiwillig" vom Polizeidienst ausgeschieden?

  • Quote from "krötenfuss"

    .....
    Jedoch die älteren welche meist aus anderen Berufe kommen ist ein Wechsel möglich.


    ....


    Aaahja. Bis wann ist man noch älter und ab wann ist man zuuu alt?


    Du hast doch auch schon vorne ne 4 dranstehen und dann glaubst Du ernsthaft, Du hättest noch eine Chance woanders einsteigen zu können. Ich glaube, da muß man schon spezielle Fähigkeiten haben. Und mit denen hätte man es vermutlich nie nötig gehabt in unserer Branche zu landen.


    Ich z.B. habe eine fundierte kaufmännische Ausbildung und reichlich Berufserfahrung, war allerdings einige Jahre selbständig. Ich habe ja nicht einmal Einladungen zu Vorstellungsgesprächen bekommen. Und in so einer schmierigen Drückerkolonne alá AWD oder DVAG, nein Danke, ganz bestimmt nicht.

  • Naja wie bin ich in die Sicherheitsbranche gekommen. ?


    Ich habe 2002 damals den Sontags blitz durchgelesen, ich war zwar in einer festen Einstellung im Lager, wollte aber etwas dazuverdienen. Also schaute ich nach Wochenende Jobs oder der gleichen da viel mir die Anzeige eines Mittlerweile Sehr großen Sicherheitsunternehmens auf. Ich Rief da an, und wurde zu einem Gespräch eingeladen. Soweit alles schick bereits ein Wochenende darauf sollte ich das Arbeiten anfangen, bis dahin wusste ich ja nicht das man als Sicherheitskraft ne Unterrichtung als Minimum benötigt. Aber alles Kein Problem. Die Firma hat sich diesbezüglich um alles Gekümmert.


    Irgendwann nach ca. 4 Monaten dachte ich mir auch, man ist das ein scheiß Job immer nur das gleiche für das wenige Geld.
    Ich traf dann einen Kollegen im Büro, als ich mir eine neue Jacke holen wollte, da bekam ich mit, wie dieser seine Einteilung für ne City Bestreifung bekam.


    Ich dachte mir geil, des mach ich auch, da komme ich mit Menschen zusammen, und es ist sicherlich mehr los wie die ganze zeit einen Beschissenen Eingang zu ner Hallte zu Bewachen.
    Also ging ich zu meinen Chef und teilte ihn meinen Wunsch mit, er schaute kurz in die EDV ( Personalakte ) und sagte äh Nein is nich, du hast nur ne Unterrichtung dafür benötigst du ne Sachkunde. Naja kein Ding machma sagte ich ihn, ok er meldete mich an, und dann durfte ich mit auf Streife, und ja es is wesentlicher Interessanter und Spanender.


    Worauf ich hinaus will Bezüglich deiner Frage:


    Ich bin im Sicherheitsgewerbe trotz stetig steigender Gewalt und Angriffe gegenüber Sicherheitspersonal.


    - Weiterbildungsmöglichkeiten
    - Nette Kollegen die du so nirgends wo hast
    - Spanender und Abwechslungsreiher Arbeitsalltag
    - 2002 habe ich angefangen als Eisengtorwächter (-:
    - 2003 war ich in der City Bestreifung
    - ab 2004 habe ich an allen möglichen teilgenommen, Veranstaltungsschutz, Geleitschutz, Kiz Bestreitung.
    - 2007 bin ich nach Berlin, wo ich mit ein paar anderen Kollegen für die Sicherheit einer Botschaft zuständig war.


    Man sieht also, wenn man will, und für diesen Beruf gemacht ist. Kann man es ziemlich weit bringen ,und bei einer anständigen Firma rentiert sich das dann auch den da verdient man auch entsprechend.

    Früher nannte man mich "Brot"
    Achtung! Ich genieße WsF-Immunität.... also nüsch ärgern :-)

  • Quote

    Du hast doch auch schon vorne ne 4 dranstehen und dann glaubst Du ernsthaft, Du hättest noch eine Chance woanders einsteigen zu können. Ich glaube, da muß man schon spezielle Fähigkeiten haben. Und mit denen hätte man es vermutlich nie nötig gehabt in unserer Branche zu landen.


    Warum ich eine 4 stehen habe wäre ein neues Thema- nenne es wie bei vielen Wendeopfer ( dies ist nicht böse gemeint )
    Denn sonst wäre ich noch bei der Bahn. Dies war mein absoluter Traumjob.


    Bürokauffrau wurden zu dieser Zeit in Masse und ohne Jobchancen von der Agentur für Arbeit ausgebildet.


    Quote

    Und in so einer schmierigen Drückerkolonne alá AWD oder DVAG, nein Danke, ganz bestimmt nicht.


    Ich war einkaufen und habe danach einen Zettel an meinem Auto gefunden, dass ich mich dringend melden soll. Gelandet bin ich bei der Hamburg Mannheimer die mich als Mitarbeiter wollten. Ich habe es probiert und kann heute sagen es war eine Erfahrung wert.

  • Quote from "krötenfuss"


    Ich war einkaufen und habe danach einen Zettel an meinem Auto gefunden, dass ich mich dringend melden soll.


    man muß gar nicht das Haus verlassen, um Topangebote mit steilen Karrieremöglichkeiten angeboten zu bekommen


    es genügt, wenn man zu unüblichen Zeiten zuhause ist


    nach einer Nachtschicht klingelte mich Mittags ein Staubsaugervertreter aus dem Schlaf, und da er nichts verkaufen konnte, bot er mir - offenbar hatte ich mein Arbeitslosengesicht auf - einen Topjob in seinem Unternehmen an


    ebenso ein Mitarbeiter einer Tiefkühlkostfirma
    auch da sofort die Anfrage, hätten sie nicht Lust bei uns anzufangen,
    denn wer Mittags völlig verschlafen die Türe öffnet, muß wohl arbeitslos sein


    wahrscheinlich war ich nur zu verschlafen, um die Chancen zu erkennen, die sich dort für mich geboten hätten,
    und so habe ich den Austieg verpasst :DD