Wiedersehen macht Freude ...

  • Liebe Forengemeinde,


    ihr kennt doch sicher das ungute Gefühl in der Magengegend, wenn ein Mensch aus dem näheren Bekanntenkreis einen bittet, sich etwas ausleihen zu dürfen. Meist sind es Küchenutensilien oder Maschinen aus dem Handwerkerbereich. Natürlich möchte man nicht Nein sagen, dennoch schwingt sofort die mürrische Frage mit „Und wann bekomme ich das wieder?“, doch man spricht sie selten aus.


    Also sieht man seinem Hobel, seiner Rührschüssel oder seinem Akku-Schrauber mit einem wehmütigen Blick nach und hofft im Stillen, sie bald wieder zu sehen. Doch nach drei Wochen stirbt auch der letzte Funken Hoffnung. Und trotzdem fragt man selber nicht nach, man will ja nicht als Spiesser dastehen.


    So passiert es in unregelmässigen Abständen, dass man während der Besuche bei demjenigen, der sich etwas ausgeliehen hat, durch die Wohnung streift und seine Siebensachen sucht. Nur um bei Erfolg ganz beiläufig zu erwähnen, dass man die Bohrmaschine jetzt wieder mitnimmt, garantiert mit dem Zusatz „Oder brauchst Du die noch?“. Wenn dann die Antwort kommt „Gut, dass Du fragst, ich wollte morgen noch zwei Bilder, ein Regal und eine Lampe anbringen“, verflucht man sich selbst für die eben gestellte Frage.


    Der Gong für die erste interne Diskussionsrunde erklingt. Soll ich meine kleine Bosch wirklich noch eine Nacht länger hier zwischenlagern? Aus dieser einen Nacht werden sowieso wieder zwei Wochen. Und wer weiss, ob ich beim nächsten Besuch so viel Glück habe wie heute. Wahrscheinlich suche ich mich dann dumm und dämlich und aus den zwei Wochen werden vier, aus denen dann sechs und wenn ich meine Bohrmaschine irgendwann brauche, ist sie dank des Gewohnheitsrechts schon in den Besitz des Bekannten übergegangen. Zum einen aufgrund der Tatsache, dass es mir peinlich wäre, danach zu fragen, zum anderen, weil mein Bekannter sich bestimmt nicht mehr erinnern kann, wo er sie gelagert hat, wenn er sich überhaupt daran erinnert, dass es eigentlich meine Maschine ist. Am Ende leihe ich mir meine eigene Maschine von ihm aus und gebe sie ihm pflichtbewusst gleich am nächsten Tag wieder.


    Fazit: Man entscheidet sich, die Bohrmaschine nicht mehr aus den Händen zu geben und bietet an, die Sachen noch heute anzudübeln. Meist kommen zu den acht Bildern, vier Regalen, zwei Deckenlampen und drei Wandlampen noch ein Spiegel und ein Wandschrank dazu, wobei man den Schrank erst noch aufbauen muss, um ihn an der Wand zu sichern.


    Vier Stunden Arbeit, aber man hat seine Bosch zurück (57) ...


    Gruss, Cujo.

  • Das Problem kenne ich mit Büchern! Als damals "Harry Potter" raus kam und mich jeder danach fragte, war Schluss mit lustig. Die Gefahr einen der Bände nieeeeeee wieder zu sehen, war mir zu groß. Seitdem fragt mich generell niemand mehr nach Büchern, ist auch gut so :eng:

  • ... ich hatte als Jugendlicher mal eine Langspielplatte von Carlos Santana, auf der solche legendären Titel wie "Samba Pati" oder "Black Magic Woman" zu finden waren. Die habe ich einem Schulfreund aus einer Parallelklasse für eine Fete geliehen.


    Der Schulfreund ist weggezogen, ich habe ihn aus den Augen verloren, die Langspielplatte war futsch.


    Diese Langspielplatte hätte heute Seltenheitswert (57) ...

  • Ja Leute, bin da wirklich baff. :cool:
    ne Bohrmaschine, oder die eigene Frau, auch mal den Rasenmäher kann mal verleihen, doch nicht das Auto oder gar Langspielplatten aus der Sturm- und Drangzeit... :satan:
    Ich muß schon sagen, irgendwo hört diese hilfsbereitschaft einfach auf :zw: