versuchte nötigung ?

  • folgender sachverhalt :


    eine person dringt widerrechtlich in ein befriedetes besitztum ein
    der wachdienst fordert die person mehrmals auf, das besitztum zu verlassen
    nachdem die person sich weigert, der aufforderung nachzukommen,
    wird sie aus dem besitztum verbracht


    dabei wehrt sie sich nach leibeskräften,offenbar mit dem ziel, im besitztum verbleiben zu wollen, letztendlich aber erfolglos


    hausfriedensbruch dürfte unstrittig sein


    ich möchte nun mal zur diskussion stellen, ob auch eine "versuchte nötigung" in frage käme ?


    was meint ihr ?

  • Eventuelle Parallelen zu Stuttgart's Schlosspark sind wohl nicht beabsichtigt?


    Nötigung: Inwiefern? Was soll mit dem Eindringen bezweckt werden? Soll der Eigentümer/Besitzer des befriedeten Besitztums zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung gebracht werden? (um nur mal ein Merkmal der Nötigung zu hinterfragen).
    Die alleinige rechtswidrige Anwesenheit begründet noch keine Nötigung, da gehört schon noch etwas mehr dazu.

  • Wenn sich die Person wiederrechtlich in Befriedetem Besitztum befindet und auf Aufforderung diesen nicht verlässt macht er sich des Hausfriedensbruch schuldig, Hausfriedensbruch ist ein Antragsdelikt also ohne Anzeige keine Verfolgung durch Justizia
    Und laut § 123 StGB ist der SMA berechtigt die Person mit leichter körperlicher Gewalt vom Werksgelände zu entfernen!!!
    Wo soll da die Nötigung sein???

  • Quote from "haifisch"

    Nötigung: Inwiefern? Soll der Eigentümer/Besitzer des befriedeten Besitztums zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung gebracht werden?


    hat nichts mit "stuttgart" zu tun"



    der "besitzdiener" soll dazu genötigt werden, es zu unterlassen, den täter aus dem besitztum zu entfernen


    der "besitzdiener" soll dazu genötigt werden, den rechtswidrigen aufenthalt des täters zu dulden


    der "besitzdiener" soll dazu genötigt werden, sein "notwehrrecht" in bezug auf hausfriedensbruch zu unterlassen


    wozu der täter gewalt anwendet , letztendlich zwar erfolglos, aber er hat es versucht


    wäre eine derartige argumentation so abwegig ?


  • Ach so, du meinst die Widerstandshandlung des Eindrindlings gegen das Entfernen vom Gelände.


    Ja, abwegig. Keine Nötigung.

  • Quote from "haifisch"

    Ja, abwegig. Keine Nötigung.


    na dann schauen wir doch mal :


    § 240 StGB
    Nötigung


    (1) Wer einen Menschen(wachdienst) rechtswidrig mit Gewalt (widerstand gegen die verbringung) oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung (verbleiben im besitztum) oder Unterlassung (beendung der verbringung aus dem besitztum) nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.


    (2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist. (gewaltsames erzwingen des belassens im besitztum, in dem man sich widerrechtlich aufhält)


    (3) Der Versuch ist strafbar.


    da erscheint mir jetzt die aussage "ja, abwegig" etwas zu knapp

  • § 240 Nötigung
    (1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
    (2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.
    (3) Der Versuch ist strafbar.
    (4) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter


    1.eine andere Person zu einer sexuellen Handlung oder zur Eingehung der Ehe nötigt,
    2.eine Schwangere zum Schwangerschaftsabbruch nötigt oder
    3.seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger mißbraucht.


    ____________________________________
    § 123 Hausfriedensbruch
    (1) Wer in die Wohnung, in die Geschäftsräume oder in das befriedete Besitztum eines anderen oder in abgeschlossene Räume, welche zum öffentlichen Dienst oder Verkehr bestimmt sind, widerrechtlich eindringt, oder wer, wenn er ohne Befugnis darin verweilt, auf die Aufforderung des Berechtigten sich nicht entfernt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
    (2) Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt.


    ______________________________


    Ok die Gesetzte kennt ja jeder aber ich denke Nötigung fällt in diesem Fall nicht darunter.
    Der Besitzdiener Handelt wenn ich mich nicht irre nach
    § 229 Selbsthilfe
    Wer zum Zwecke der Selbsthilfe eine Sache wegnimmt, zerstört oder beschädigt oder wer zum Zwecke der Selbsthilfe einen Verpflichteten, welcher der Flucht verdächtig ist, festnimmt oder den Widerstand des Verpflichteten gegen eine Handlung, die dieser zu dulden verpflichtet ist, beseitigt, handelt nicht widerrechtlich, wenn obrigkeitliche Hilfe nicht rechtzeitig zu erlangen ist und ohne sofortiges Eingreifen die Gefahr besteht, dass die Verwirklichung des Anspruchs vereitelt oder wesentlich erschwert werde.


    Oder bringe ich da gerade etwas durcheinander?

    viele Grüße



    saw1977



    _________________________


    Wer Fehler findet darf Sie behalten
    Wer Satzzeichen benötigt kann sich eines ausleihen ....,,,,,???!!!!
    :thumbup::thumbsup::P

  • Quote from "Methu140562"

    Ich finde die Frage der Nötigung ist schon bestens beantwortet von d_s1980. .


    ich nicht :no:


    hausfriedensbruch ist das eine,wobei der 123 StGB keinerlei aussagen darüber macht,
    ob jemand "mit leichter gewalt aus dem werksgelände entfernt werden darf" oder nicht
    trotzdem
    wenn er sich aber gegen diese entfernung wehrt..............


    wäre die frage, ob er den , der ihn "entfernen" will, nicht versucht zu nötigen, z.b. die "entfernung" zu unterlassen

  • Quote from "kriegsrat"


    wäre die frage, ob er den , der ihn "entfernen" will, nicht versucht zu nötigen, z.b. die "entfernung" zu unterlassen



    Wenn ich das nun mal auf alles so weiter vererbe, ist nach dieser Aussage überall Nötigung im Spiel, sobald sich ein Täter (verpflichteter) wehrt oder weigert.




    Also ich bin der Meinung es ist nicht so



    Nun bin ich doch auf eine Antwort von einem Juristen oder Meister gespannt :zw:

    viele Grüße



    saw1977



    _________________________


    Wer Fehler findet darf Sie behalten
    Wer Satzzeichen benötigt kann sich eines ausleihen ....,,,,,???!!!!
    :thumbup::thumbsup::P

  • in wie fern ? :no:


    man darf nur nicht äpfel mit birnen vergleichen
    bzw. muß den obstsalat wieder auseinandersortieren, um auf das ausgangsproblem zu kommen :liegt eine versuchte nötigung vor ?
    (hausfriedensbruch und die wie auch immer geartete vorgehensweise dagegen ist nicht das problem)


    aber eine substantiierte antwort vom haifisch würde mich dazu schon noch interessieren :zw:


    hintergrund der sache ist die, daß ein ehemaliger geschäftsführer meiner damaligen firma (leitender polizeidirektor i.R.)
    als ersatz für strafbare widerstandshandlungen gem. §§ 113,114 StGB
    bei "privatpersonen" die versuchte nötigung ins spiel brachte


    was ich hier mal zur diskussion stellen wollte :eng:

  • Hallo


    ich bin zwar kein Meister, aber ich melde mich trotzdem sd_1980 hat Recht es ist und bleibt nur § 123 StgB Hausfriedensbruch und der ( § 859 BGB Selbsthilfe des Besitzers) Besitzer oder der ( § 860 BGB Selbsthilfe des Besitzdieners ) Besitzdiener darf den Täter mit leichter Körperlicher Gewalt vom Eingefriedeten Besitztum entfernen!! Der Sicherheitsmitarbeiter kann nach 4 Gesätzen vor gehen ( § 855 BGB, § 859 BGB, § 860 BGB und 229 BGB).
    Da sich der Täter auch noch heftigst wehrt, käme hier noch die Frage auf, ob es sich hier nicht sogar auf seitens des Sicherheitsmitarbeiter um § 227 BGB , § 32 StgB und § 15 Owig Notwehr handelt.


    Nötigung spielt hier keine Rolle!!!


    Spinnen wir aber mal weiter, der Täter verstößt noch gegen andere Gesätze


    § 858 BGB Verbotene Eigenmacht
    Artikel 13 GG Unverletzlichkeit der Wohnung


    Sollte der Eigentümer durch diese Besitzstörung einen Schaden davon tragen ist der Täter sogar nach § 823 BGB zum Schadensersatz verpflichetet.


    Wichtig wie sd_1980 schon sagte, es ist ein Antragdelikt.


    Ich hoffe Ihr könnt jetzt noch alle gerade aus schauen, in diesem Sinne


    Gruss
    Black - Shooter

  • wie Mann in den Wald ruft so schalt es heraus!! Und ich hab keine Lust mehr das immer über PN zu machen, auch auf die Gefahr das ich von Herr Cujo wieder ohne Begründung gesperrt werde!!!
    Diesmal hätte er ja vieleicht einen Grund dazu!!!