Kooperation zwischen Polizei und "Privaten"?

  • Hallo zusammen,


    aktuelle Meldung von heute...


    Quote

    Hannover (ddp-nrd). Die Polizei in Niedersachsen will künftig enger mit privaten Sicherheitsdiensten zusammenarbeiten. Geschulte Mitarbeiter sollen die Beamten bei ihrer Arbeit unterstützen und Vorfälle melden. Zudem werden sich Polizei und Sicherheitsfirmen regelmäßig austauschen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisierte die Kooperationsvereinbarung. Die SPD forderte, die Aufgaben von Polizei und Sicherheitsfirmen auch in Zukunft strikt zu trennen. Nach Ansicht von Innenminister Uwe Schünemann (CDU) sorgt die nun vereinbarte Zusammenarbeit für mehr Sicherheit in Niedersachsen. Die Unternehmen könnten jedoch keinesfalls Aufgaben der Polizei übernehmen, sondern sollten diese lediglich sinnvoll ergänzen, sagte Schünemann am Freitag in Hannover. Sicherheit sei in erster Linie Sache des Staates.
    Auch Landespolizeipräsident Andreas Bruns hob hervor, dass die Arbeit der Sicherheitsdienste nicht den Streifendienst der Polizei ersetzen könne. Vielmehr gehe es darum, Meldewege zu verbessern und den Informationsaustausch zu beschleunigen.
    Ziel der Rahmenvereinbarung zwischen der Polizei und dem Verband Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen (BDWS) ist es, unter dem Motto «Beobachten, Erkennen, Melden» den Austausch von Informationen zu verbessern. Die Mitarbeiter der Wach- und Sicherheitsunternehmen sollen die Polizei informieren, wenn sie Straftaten beobachten sowie Hinweise auf verdächtige Personen und sonstige Gefahren für die öffentliche Sicherheit geben. Im Gegenzug versorgt die Polizei die Sicherheitsdienste mit Informationen über Großereignisse und aktuelle Entwicklungen. Das Konzept sieht außerdem regelmäßige Treffen und gemeinsame Lagebesprechungen vor.
    Die GdP warnte vor einem «Ausverkauf der Polizei» und der Aushöhlung der hoheitlichen Befugnisse des Staates. «Wir befürchten, dass die privaten Sicherheitsfirmen damit einen Fuß in die Tür gestellt haben», sagte der GdP-Landesvorsitzende Bernhard Witthaut. Die Polizei brauche diese Zusammenarbeit nicht. Er kritisierte, dass die privaten Sicherheitsdienste vor allem daran interessiert seien, künftig mit der Polizei-Partnerschaft werben zu können.
    Auch die SPD äußerte Bedenken. «Privatdienste dürfen nicht Polizei spielen», sagte SPD-Innenexpertin Johanne Modder. Sie begrüße die in der Vereinbarung festgehaltene klare Abgrenzung der Aufgaben von Polizei und privaten Firmen. Gleichzeitig forderte sie, auch in Zukunft keine hoheitlichen Aufgaben an private Sicherheitsfirmen zu übertragen. Die Kooperation sei zudem ein Versuch, « von der teilweise prekären Situation unserer Polizei abzulenken und über ihre Überlastung hinwegzutäuschen», sagte Modder.
    Nach Angaben des Hauptgeschäftsführers des BDWS, Harald Olschok, ist Niedersachsen das sechste Bundesland, in dem eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet wurde. Derzeit erfüllten zehn Unternehmen die geforderten Qualitätsstandards und formalen Anforderungen. Insgesamt gibt es in Niedersachsen Olschok zufolge 330 Unternehmen mit rund 11 500 Beschäftigten.


    Was haltet ihr davon? Ich freue mich auf angeregte Diskussionen :zw: ...


    Gruss, cujo.

  • Ich meine,es wird sich in der Aufgabenverteilung nichts ändern.Die Exekutive hat und wird weiterhin die hoheitlichen Rechte für sich behalten.
    Die Angelegenheit würde ich als eine Kooperation zur Unterstützung von Verbrechensbekämpfung bezeichnen.
    Wenn die GdP warnt,dann dürfte es den FPD vorranig schon nicht geben,der aber nach wie vor in versch. Bundesländern ERFOLGREICH ausgeübt wird.
    Allerdings wird dies immer noch als "ehrenamtliche" Tätigkeit bezeichnet.Die Bezeichnung sollte jedoch nicht über Verpflichtung und Verantwortung hinwegtäuschen.


    Die Bedenken der SPD sind nichtig,da das Gesetz dies bereits klar geregelt hat.


    Gruß
    Skip

  • Quote from "Skip"

    Wenn die GdP warnt,dann dürfte es den FPD vorranig schon nicht geben,der aber nach wie vor in versch. Bundesländern ERFOLGREICH ausgeübt wird.


    a) Was hat der freiwillige Polizeidienst (der sich im Übrigen in den Bundesländern, in denen es so etwas gibt sehr stark im Einzelnen unterscheidet) mit Trennung privater Sicherheitsdienst und Polizei zu tun?


    b) machen beide Polizei-Gewerkschaften (BdK lassen wir mal außen vor) schon seit Jahren bzw. Jahrzehnten gegen den freiwilligen Polizeidienst Stimmung.
    Und nicht wenige "richtige" Polizeibeamte stehen dem freiwilligen Polizeidienst ebenfalls sehr skeptisch gegenüber.


    Quote from "Skip"

    Allerdings wird dies immer noch als "ehrenamtliche" Tätigkeit bezeichnet.


    Ist es auch. In allen Bundesländern, in denen es so etwas wie den FPD gibt.



    Zum Thema Kooperationsvertrag:
    In meinen Augen Schwachsinn. Oder besser gesagt: Das braucht man nicht.
    Die Zusammenarbeit funktioniert in aller Regel auch ohne einen solchen Vertrag. Ausnahmen bestätigen diese Regel.
    Und jene Ausnahmen begründen sich normalerweise im Verhalten bzw Auftreten der Sicherheitsmitarbeiter bzw. deren Chefetage.


    Ich kenne hier in meinem Gäu grundsätzlich nur gute Zusammenarbeit. In Sachen Fahndung werden in geeigneten Fällen zB neben den Revierdiensten der ansässigen Sicherheitsdiensten auch Taxizentralen und damit deren Fahrer eingebunden.

  • Hallo zusammen,


    auch ich bin der Meinung, dass die Polizei-Arbeit auch Polizei-Arbeit bleiben sollte.
    Ich bin nach wie vor des weiteren der Meinung, dass der Staat hier nicht genug Gelder zur Verfügung stellt,
    um Polizisten in Deutschland einzustellen und ordentlich auszustatten.
    Diese Sache zeigt, wie aktuell in Afganistan, dass der Staat erst dann reagiert, wenn etwas passiert.


    Polizisten einzustellen, sie ordentlich auszustatten und ihnen eine ordenliche Bezahlung zu gewährleisten,
    halte ich für die Verbrechensbekämpfung sinniger, als China 30 oder 40 Mio. € Entwicklungsgelder in den Rachen zu schmeissen.


    Eine Strikte Trennung schreibt schon das Gesetz vor, hier muss man nicht noch die Information,
    die Herr Olschok raushaut


    Quote

    Nach Angaben des Hauptgeschäftsführers des BDWS, Harald Olschok, ist Niedersachsen das sechste Bundesland, in dem eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet wurde. Derzeit erfüllten zehn Unternehmen die geforderten Qualitätsstandards und formalen Anforderungen.


    als Anlass nehmen. Da diese Unternehmen auf dem Papier schon Zerifiziert und anscheinend ausreichend Ausgebildet sind,
    zeigt, dass sich die Herren überlegt haben, dass es in diesem Bereich anscheinend ein Defizit gibt.
    Man muss sich hier fragen, wie es in einem Staat wie Deutschland soweit kommen muss.


    Gruß 2m02cm-Mann



    Ich glaube fest daran, dass die schönste Stunde eines jeden Mannes - die erfüllung all seiner Sehnsüchte... der Augenblick ist wenn er sich für eine Gute Sache ganz verausgabt hat und erschöpft auf dem Schlachtfeld liegt - als Sieger.
    Vince Lombardi (1913-1970)

  • Bier ist Bier und Schnaps ist Schnaps. Es hat schon seinen Sinn, dass auch die Berufe im Bereich Sicherheit verschiedene Ausbildungen haben, sonst könnte man ja alle Bereich über einen Kamm scheren. Kann ich A kann ich auch B...


    Manche Dinge sollten bleiben, wie sie sind! Sonst könnte sich ja auch demnächst jeder ein selbst erstelltes Zeugnis ausstellen und als Chirurg arbeiten, warum denn noch studieren...

  • Quote from "haifisch"


    Zum Thema Kooperationsvertrag:
    In meinen Augen Schwachsinn. Oder besser gesagt: Das braucht man nicht.
    Die Zusammenarbeit funktioniert in aller Regel auch ohne einen solchen Vertrag. Ausnahmen bestätigen diese Regel.
    Und jene Ausnahmen begründen sich normalerweise im Verhalten bzw Auftreten der Sicherheitsmitarbeiter bzw. deren Chefetage.


    Ich kenne hier in meinem Gäu grundsätzlich nur gute Zusammenarbeit. In Sachen Fahndung werden in geeigneten Fällen zB neben den Revierdiensten der ansässigen Sicherheitsdiensten auch Taxizentralen und damit deren Fahrer eingebunden.


    Ganz genau.


    Vor Ort weiß man ja, auf wen man zählen kann und auf wen nicht. Die Firma für die ich arbeite betreut seit knapp einem Jahrzehnt ein besonderes gesellschaftliches Ereignis bei dem aus naheliegenden Gründen (Größe, Fläche, Anwesenheit von [bayerischen] Politgrößen, etc.) auch die Polizei massiv beteiligt ist. Die Kooperation klappt nahezu perfekt, gerade weil man sich kennt und auf beiden "Seiten" jeweils der gleiche Einsatzleiter zuständig ist.


    Das es Reibereien gibt liegt in der Natur der Organisation, aber sei's drum.


    Zumindest in meiner Gegend wird man als Wachmann im Einsatz von der Polizei auch nicht irgendwie schief angeredet. Das ist gut so, soll auch so bleiben. :cool:

  • Die Kooperation läßt sich ja wohl eh nur praktizieren, wenn beide Seiten es wollen und dabei aufeinander zugehen.
    Warum soll man dann aber nicht auch die Fragen der Zusammenarbeit und ähnliches dokumentieren?


    Mag vielleicht etwas abwegig sein: Du heiratest Deine Frau doch in der Regel auch, nachdem Du sie kennen gelernt hast. Und nicht, wenn Du sie noch nicht kennst. Wozu heiratest Du aber dann, wenn Ihr Euch gegenseitig kennt? Wäre dann doch auch nicht mehr nötig, um sich gegenseitig zu versichern. :satan:

  • Private Sicherheitsdienste und die Landespolizei/Bundespolizei kennen sich sehr wohl seit langem und arbeiten gemeinsam.
    Es kommt oft auf die Reviere an, in welchem Maß die Zusammenarbeit ist. Manche Polizisten belächeln die "Privaten Hüter", aber meistens hat dies auch seinen Grund. Wenn ich sehe, was draußen im Einsatz ist, kann man manchmal nur noch weglaufen. Und in diesen fällen kann eine Zusammenarbeit natürlich nicht zustande kommen.


    Aber


    andere Länder machen uns dies vor. Für besondere Aufgaben im öffentlichen Recht werden die Sicherheitskräfte über Lehrgänge bei der Polizei geschult und erhalten einsatzbezogen besondere Befugnisse! Aber an eine solche Regelung ist in Deutschland niemals zu Denken. Zur Zeit zumindest.


    ...


    Grüßle aus Bad Urach
    Steffen alias WASO

  • Quote from "WASO"

    ...Manche Polizisten belächeln die "Privaten Hüter", ...


    ...es geht aber auch noch schlimmer (57) !!! Ein Beispiel aus dem DHF - Bereich...


    Vor noch gar nicht allzu langer Zeit, hat hier in meinem Heimatort ein Tag der offenen Tür bei der hiesigen Polizeidienststelle stattgefunden. Dort wurden dem Publikum u. a. Vorführungen der Polizei-Hundestaffel geboten.


    Ich habe diese Vorführungen aufmerksam und interessiert verfolgt und habe dabei Unterschiede zu meiner Tätigkeit als DHF im Bereich Bewachung militärischer Anlagen festgestellt. Dazu wollte ich mich mit einem Polizei-DHF austauschen. Ihn auf meine Tätigkeit angesprochen, wurde ich gar nicht mal belächelt, sondern sogar ganz offensichtlich in Wort und Gestik "abgewertet". Teilweise sogar beschimpft :bö: ...


    Den Grund dazu wollte ich gar nicht weiter erfragen. Ich hätte auch gar keine Gelegenheit mehr gehabt, da der Polizei-DHF mich einfach stehenliess und mich ignoriert hat. Dabei wollte ich mich einfach nur mit ihm "austauschen"...


    Wenn ich nur wüsste, wo der Grund für sein Verhalten liegt. Kennt ihr ihn? Oder war das Wagnis ihn anzusprechen einfach nur falsch :bö: ?


    Gruss, cujo.

  • Hallo zusammen,


    die weitere Entwicklung - so stellt man sich die "Kooperation" konkret vor.


    Ein Beispiel aus dem Bundesland Niedersachsen...



    ...weiterzulesen unter: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.mi.niedersachsen.de/master/C63106145_N13619_L20_D0_I522.html">http://www.mi.niedersachsen.de/master/C ... _I522.html</a><!-- m -->


    Gruss, cujo.

  • Es wird immer irgendwelche Personen geben, welche sich gegen und für Sicherheitsdienste aussprechen.
    Leider!
    Aber die Landesinnenminister haben die Richtung angegeben, dass mehr und mehr die "normale" öffentliche Sicherheit in private Hand geht. Somit haben die Landespolizeidienststellen Dienstposten abbauen können. Ich wage mal zu mutmaßen, dass dies ein Grund gewesen ist, aber nur einer...


    @cujo
    Deine Geschichte aus dem Nähkästle ist kein Einzelfall. Ich habe oft, auch bei meinen Kollegen, feststellen müssen, dass einige über den Dingen stehen. HF sind gern von sich überzeugt... Mehr sage ich dazu nicht


    Grüßle aus Bad Urach
    Steffen alias WASO

  • Quote from "WASO"

    ...dass einige über den Dingen stehen...


    Hi WASO,


    ich bin manchmal nur "erschrocken", mit welcher Arroganz einige "Staatsdiener" aus dem Bereich öffentliche Sicherheit und Ordnung den Arbeitnehmern von den "Privaten" begegnen (57) .


    Diese aktuelle Diskussion wird bestimmt erneut Öl in deren Feuer gießen. Na gut - vielleicht nicht bei allen. Dabei wollen/können wir ihnen ihre Arbeit gar nicht wegnehmen :eng: ...


    Gruss, cujo.

  • ...mit dem wegnehmen ist das so eine Sache...


    Mal sehen, wie die EU einiges regeln wird. Es gibt ja ein paar Länder in unserer so tollen EU, welche den Sicherheitsdiensten mehr Rechte einräumen. Irgendwann wird man dies angleichen und eine einheitliche Verordnung schaffen.
    Ich weiß von Spanien, dass dort die von der Polizei übergebenen Ex-Aufgaben eine neue Ebene öffnen. Die Wachmänner, welche diese Aufgaben wahrnehmen, werden von der Polizei geschult. Dann erhalten diese die Befugnisse, hoheitsrechtliche Aufgaben wahrzunehmen - nur für diesen genau bestimmen Arbeitsbereich.
    Es gibt auch andere Länder wie die Schweiz. Dort wurde die Bahn abgegeben und es entstand ein Tochterunternehmen von Securitas. Die dort eingesetzten Mitarbeiter müssen ebenfalls durch die Polizei geschult werde, da die Aufgaben über das Normale gehen.


    Genug geplaudert...


    Grüßle
    Steffen alias WASO

  • Hallo zusammen,


    möchte hier einfach nochmal aufgreifen, dass es mehr als genug Sicherheitspersonal gibt,
    dass meint, Polizisten sind sowieso zu allem zu dumm usw.
    Ein respektvoller Umgang sollte auf beiden Seiten grundsätzlich immer gewahrt sein,
    ob Sicherheitsmitarbeiter oder Polizist, ob Staatsdiener oder Privatmann.


    Natürlich muss man auch einfach dazu sagen, dass es mehr als genug DHF wie auch Sicherheitsmitarbeiter gibt,
    die den Schlag nicht gehört haben, kennen tue ich da einige.
    Nichts desto trotz sollte hier einfach ein ordentlicher Umgang gewährleistet sein,
    was die Arbeit angeht, um das Ziel zu erreichen, was gesetzt wurde.
    Dies kann in Zusammenarbeit bei verschiedenen Veranstaltungen oder auch in bestimmten Bereichen wunderbar funktionieren.
    Muss es aber nicht.


    Gruß 2m02cm-Mann



    Ich glaube fest daran, dass die schönste Stunde eines jeden Mannes - die erfüllung all seiner Sehnsüchte... der Augenblick ist wenn er sich für eine Gute Sache ganz verausgabt hat und erschöpft auf dem Schlachtfeld liegt - als Sieger.
    Vince Lombardi (1913-1970)

  • Denke auch das die hoheitlichen Rechte bei der Polizei beleiben sollten. Wenn man sich auch manchmal wünscht sie zu haben. Habe die Erfahrung gemacht wenn die Polizei erscheint dann ist der Respekt größer als wenn der private Sicherheitsdienst ankommt. Wenn auch dieser bei uns im ländlichen Bereich der Respekt vor der Polizei auch immer mehr schrumpft. Meistens genügt das Sprichwort melden macht frei und belastet den Vorgesetzten in diesem Fall die Beamten. :bier:

  • ...wenn es hier u. a. um gegenseitigen Respekt geht, braucht man nur die Signatur vom 2m02cm-Mann zu lesen - dann weiss man, wie man sich zu verhalten hat :zw: ...

  • :pein:



    Ich glaube fest daran, dass die schönste Stunde eines jeden Mannes - die erfüllung all seiner Sehnsüchte... der Augenblick ist wenn er sich für eine Gute Sache ganz verausgabt hat und erschöpft auf dem Schlachtfeld liegt - als Sieger.
    Vince Lombardi (1913-1970)