Sicherheitskräfte für ausländische Botschaft in Berlin

  • Quote from "sepp"

    Ich habe in den 80er Jahren sowohl in Moskau als auch in Teheran die eingesetzten Sicherheitsleute (Bundeswehrangehörige...)der BRD-Botschaften nur deutsch sprechen hören.


    Bundeswehr? War da gerade irgendeine Krise vor Ort?


    Der reguläre Schutz der deutschen Botschaften im Ausland wird nicht von der Bundeswehr durchgeführt.

  • Quote from "sepp"

    Falls du es nicht wissen solltest: Botschaftsgelände ist exterritorial, ........


    Na das ist natürlich falsch. Ich habe mich da in meinem Beitrag auch falsch bzw.übertrieben missverständlich ausgedrückt. Natürlich ist das Botschaftsgelände nicht!!! Ausland. Es hat nur in sofern einen ähnlichen Status, weil sowohl die Botschaft als auch die Mitglieder der deutschen Strafverfolgung ( auch Steuern, Pfändungen usw...) so gut wie entzogen sind. Es sind halt die Sonderrechte und Immunitäten der Botschaftsangehörigen. Fest steht aber, dass sowohl die Botschaft als auch die Mitglieder grundsätzlich der Gerichtsbarkeit des jeweiligen Gastlandes unterstehen. Wie wäre es sonst möglich, dass ein Gastland den Botschafter eines anderen Landes "nach hause" schicken könnte??
    Die Rechte und Pflichen werden vorher ausgehandelt, außerdem gibt es Unterschiede in den Privilegien der jeweiligen Botschaftsangehörigen.
    Genaueres darüber zu sagen, überschreitet aber etwas mein Wissen in diesem Bereich.




    Ps. Wieso fliege ich dauernd raus??? musste den Beitrag 3 mal schreiben!!!

  • Das Wort exterritorial wird heute eigentlich nicht mehr benutzt.


    Mittlerweile, sind wir soweit, das das Interne Sicherheitspersonal vollständig abgeschafft wurde, und gegen uns ausgetauscht wurde. Ich denke mal, das das ein Beweis dafür ist, dass wir uns nicht selbst zu gut einschätzen was unsere Arbeitsweise angeht.


    Die Mitarbeiter der Botschaft, belegen derzeit einen Deutschkurs. :no:


    Da ist dann bewiesen, das wir in Deutschland, schlicht weg sehr gutes Sicherheitspersonal haben.
    :cool: :cool: :cool: :cool: :cool: :cool: :cool: :cool: :cool: :cool: :cool: :cool: :cool:

    Früher nannte man mich "Brot"
    Achtung! Ich genieße WsF-Immunität.... also nüsch ärgern :-)

  • Quote from "Brotkrümel"


    Mittlerweile, sind wir soweit, das das Interne Sicherheitspersonal vollständig abgeschafft wurde, und gegen uns ausgetauscht wurde. Ich denke mal, das das ein Beweis dafür ist, dass wir uns nicht selbst zu gut einschätzen was unsere Arbeitsweise angeht.


    Das hat wohl eher was mit Sparmaßnahmen zu tun.

    Most of the time you figure that everyone else reason is better than yours - but one day i learn.
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  • Quote from "Waldmensch"

    Das hat wohl eher was mit Sparmaßnahmen zu tun.


    Eher mit dem abdrücken ungeliebter, nerviger Aufgaben. Ansturm von irgendwelchen Anträgen im Massenauflauf. Hat mit irgendwelchen tollen megadeutschen Sicherheitsfachdienstleistungen wenig bis nix zu tun. Selbst die US Botschaft in FFM wurde schon von Putzfirmen "bewacht" Irgendwelche PIEP´s..und Peter D´s usw.


    Zu erwähnen wäre hier allerdings, dass diese externen Pfefferstreuer keine diplomatische Immunität besitzen ( auch nicht während des Dienstes), wie es bei Botschaftsangestellten eigentlich Standard ist.


    Aber was soll der Firmenchef seinen Leuten erzählen. Soweit schon ok auch wenn sich hier einer sehr weit aus dem Fenster lehnt.

  • Denke wenn in dieser Botschaft eine gute Arbeit geleistet wird und Die mit euch zufrieden sind dann kann ja ein neues Objekt daraus werden denke ich das muss man als Chance sehen denke ich, da kannst ja dann mit Wissen ja ei bisschen glänzen, nur halt in Maßen nicht mit Arroganz mann kennt ja die Mentalität der Leute nicht denke ich oder ich habe es hier überlesen :cool:

  • Was für eine Weisheit, die da aus unserem Schulungsleiter spricht.
    Ich denke nicht, dass sich hier jemand zu weit aus dem Fenster lehnt.
    Es hat auch sicherlich nichts mit Sparmaßnahmen zu tun, sondern eher mit der Qualifikation der Mitarbeiter. Denn in diesem Fall ist unsere Firma wesentlich teurer als das eigene Personal.
    Es gibt von meiner Sicht her keine ungeliebten Aufgaben. Es sind zwar auch Aufgaben dabei, die man nicht gerne macht, aber sie gehören dazu.


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die US Botschaft oder irgendeine Botschaft von einer Putzfirma bewacht wird.


    Geh doch mal in eine US Botschaft, da wirst du dann sehen, dass man hier sicherlich kein unqualifiziertes Personal einsetzt, und dass anständig kontrolliert wird.


    Außer man kennt denjenigen, dann schaut die Einlasskontrolle selbstverständlicherweise anderes aus.

    Früher nannte man mich "Brot"
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  • Quote from "Brotkrümel"

    Es hat auch sicherlich nichts mit Sparmaßnahmen zu tun, sondern eher mit der Qualifikation der Mitarbeiter. Denn in diesem Fall ist unsere Firma wesentlich teurer als das eigene Personal.


    Klar. Angestellter eines Dienstleistungsunternehmen vs. Angestellter staatlicher Einrichtung.
    Da ist der Dienstleister immer teurer als der Staat. Warum? Der Dienstleister muss Gewinn machen... alle Kosten des Betriebes fließen in die Preiskalkulation mit ein...
    Staatliche Einrichtungen bekommen ihr Geld auf andere Weise (Steuern, Abgaben, Gebühren) und können daher Leistungen ganz anders kalkulieren. Und das ist grundsätzlich überall auf der Welt so.


    Es sind eher andere Überlegungen, die staatliche Einrichtungen dazu übergehen lassen Dienstleister zu beschäftigen.
    Ein mit entscheidender Grund ist die Personalbindung. Kann ich einen Dienstleister bzw. dessen Personal recht schnell loswerden, sieht das bei eigenen Mitarbeitern schon schwieriger aus.
    Oder das Problem der Krankheitsvertretung: Eigener Mitarbeiter krank? Problem! Ich muss geeigneten Ersatz haben.
    Dienstleister? Sein Problem!


    Ob der Dienstleister tatsächlich besser ist als eigene Mitarbeiter fliesst allerdings eher seltener in jene Überlegungen mit ein.
    Die Tatsache, daß ein Dienstleister eingesetzt wird, sagt wenig bis nichts über die abgelieferte Qualität aus.



    Quote from "Brotkrümel"

    Es gibt von meiner Sicht her keine ungeliebten Aufgaben. Es sind zwar auch Aufgaben dabei, die man nicht gerne macht, aber sie gehören dazu.


    Das ist deine Sicht - es geht hier aber um die Sicht deines Auftraggebers.
    Und hier kann ich, so glaube ich zumindest, ein Wörtchen mitreden.
    Es gab für mich nichts schlimmeres als die Abordnungen zum Objektschutz... nichts öderes als tagein tagaus entweder ums Gebäude laufen oder Besucher am Eingang der Staatskanzlei kontrollieren.
    Eine sehr ungeliebte Aufgabe. Dafür wurde ich ganz sicher nicht teuer ausgebildet. Das können gerne Dienstleister übernehmen...



    Quote from "Brotkrümel"

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die US Botschaft oder irgendeine Botschaft von einer Putzfirma bewacht wird.


    Was du dir vorstellen kannst und wie die Realität aussieht, muss nicht zwingend übereinstimmen.
    Ich kenne ebenfalls mehrere Fälle, in denen eine Putzfirma die Bewachung gestellt hat.
    Gut, die Putzfirma hatte mittlerweile auch eine Sparte "Sicherheit" mit dazugehöriger Bewachungserlaubnis, das ändert aber nichts daran daß das Unternehmen hauptsächlich mit Gebäudeservice am Markt ist.

  • Quote

    Was du dir vorstellen kannst und wie die Realität aussieht, muss nicht zwingend übereinstimmen.
    Ich kenne ebenfalls mehrere Fälle, in denen eine Putzfirma die Bewachung gestellt hat.
    Gut, die Putzfirma hatte mittlerweile auch eine Sparte "Sicherheit" mit dazugehöriger Bewachungserlaubnis, das ändert aber nichts daran daß das Unternehmen hauptsächlich mit Gebäudeservice am Markt ist.


    Ich gehe davon aus das es die Firma ist die mit ihrem Namen schon sagt das sie alles macht. Kann man die eigentlich richtig ernst nehmen? Im übrigen gebe ich dir aber völlig Recht.

    „Ohne Sicherheit ist keine Freiheit.”
    Wilhelm von Humboldt (1767-1835), dt. Philosoph u. Sprachforscher

  • Quote from "Brotkrümel"


    Außer man kennt denjenigen, dann schaut die Einlasskontrolle selbstverständlicherweise anderes aus.


    Es ist teilweise schwierig, sich durch deine recht komplizierten Texte zu kämpfen. Auch deshalb, weil Deutsch nicht meine Muttersprache ist. Aus diesem Grund, hoffe ich , dass ich dich hier falsch verstanden habe! Du machst doch wohl nicht Sicherheitskontrollen in diesem Bereich vom Bekanntheitsgrad abhängig??? Falls es doch so gemeint war, seit ihr nicht nur völlig unqualifiziert sondern auch gefährlich. Wenn das euer Auftraggeber liest und es auch so versteht seit ihr raus und das dann völlig zurecht. Als dein Arbeitgeber wäre diese Äußerung dein letzter Tag.


    Hoffe aber doch, dass du dich hier mal wieder völlig verhaspelt hast.

  • @ Schulungsleiter: Ich befürchte du hast es so verstanden wie es gemeint war...

    „Ohne Sicherheit ist keine Freiheit.”
    Wilhelm von Humboldt (1767-1835), dt. Philosoph u. Sprachforscher

  • Sorry Haifisch, du bist der einzige hier dem ich ungern widerspreche, aber zumindest im Norddeutschen Raum kenne ich die Preise ziemlich gut. Beispiel Hamburger Rathaus bist du mit nem Angebot über 16 € aus dem Rennen.Bewaffnet bei der Chinesischen Botschaft, HSH, usw. gibt´s Kampfpreise unter 14 €. Vergleich das mit nem festangestellten Beamten, liegst du eingerechnet Urlaub, Krankschreibung etc kaum unter 60 €/h. Das alles entfällt bei externen Anbietern. Lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.....

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  • Wer redet denn von Beamten, die mit derartigen Aufgaben betraut werden müssen?
    Einfache Angestellte tun es auch....
    TVöD, Entgeltgruppe E2 (an- und ungelernte Kräfte): Knappe 1600 EUR Brutto...
    Ergibt runtergerechnet runde 9 EUR die Stunde.


    Aber gut, nehmen wir Beamte. Maximal mittlerer Dienst, gehobener Dienst fällt garantiert flach für einfache Bewachungsaufgaben.
    Gehen wir vom normalen A7 aus, runde 1900 EUR Brutto im Monat.
    Da wären wir bei einem runtergerechneten Stundenlohn von ca. 10 EUR


    Über die Zuschläge für Dienst zu ungünstigen Zeiten wollen wir lieber nicht reden, da bekommt sogar ein Wachmann Mitleid.


    Und mehr als den Lohn + sämtliche Lohnnebenkosten (also auch Urlaub und Entgeltfortzahlung) muss der Staat als Arbeitgeber nicht kalkulieren, um die Kosten pro Arbeitsstunde eines eigenen Mitarbeiters festzulegen. Da kommen wir durchaus mit Kalkulationen um die 12 bis 15 EUR hin.
    Alle anderen Kostenpunkte wie Betriebskosten, Aus- und Fortbildungskosten für die Mitarbeiter etc., die ein Dienstleister eben noch hat, werden eben aus anderen Mitteln bezahlt, die ohnehin da sind bzw. eingehen: Steuern, Abgaben, Gebühren. Gewinnaufschlag fällt ebenso flach.


    Wie kommst du auf 60 EUR?


    Der Dienstleister hingegen muss nicht nur den Lohn + Lohnnebenkosten des eingesetzten Mitarbeiters kalkulieren, er muss sämtliche (!) Betriebskosten des Unternehmens mit einkalkulieren, zzgl. einem Gewinnaufschlag (der Unternehmer will ja nicht nur seine Kosten decken, er will auch Geld verdienen). Ein Dienstleistungsunternehmen finanziert sich vollständig aus den Einnahmen, die aus den Dienstleistungsangeboten stammen.
    Wenn der Tariflohn zB in Hamburg bei 6,80 EUR liegt, und der kalkulierte Preis des Unternehmens für eine Mannstunde Bewachung bei unter 14 EUR, dann macht das Unternehmen wohl keinen Gewinn mit dieser Geschichte, es könnte sogar eine Unterdeckung vorliegen.
    Es sei denn es handelt sich um ein Kleinunternehmen ohne Verwaltung und ohne Fahrzeuge...

  • Quote from "haifisch"

    Wie kommst du auf 60 EUR?


    Uuups, übles Eigentor. Da wären wir denn bei 10.000 € brutto :lach:
    Nee, ich meinte 20€/h...ausgehend von Tariflohn plus sechs Wochen Urlaub, zehn Feiertagen und gemittelten drei Wochen gelben Schein.


    Quote from "haifisch"

    Wenn der Tariflohn zB in Hamburg bei 6,80 EUR liegt, und der kalkulierte Preis des Unternehmens für eine Mannstunde Bewachung bei unter 14 EUR, dann macht das Unternehmen wohl keinen Gewinn mit dieser Geschichte, es könnte sogar eine Unterdeckung vorliegen.
    Es sei denn es handelt sich um ein Kleinunternehmen ohne Verwaltung und ohne Fahrzeuge...


    Der Regelfall ist doch, dass der Großunternehmer den Auftrag bekommt (zu oben genanntem Kurs oder weniger) und der tatsächliche Job hinterher vom Kleinsubi mit nen paar 400€ Kräften ausgeführt wird.

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  • Waldmensch, selbst 20 EUR pro Arbeitsstunde sind bei Beamten in jenen Besoldungsgruppen viel zu hoch kalkuliert.
    Bedenke, bei Beamten fällt die Sozialversicherung weg... keine Kranken- Renten- und Arbeitslosenversicherung mit entsprechendem Arbeitgeberanteil. BG-Beitrag fällt ebenso weg...
    Bei den errechneten runden 10 EUR pro Stunde in A7 den doppelten Satz kalkulieren? Sorry... nein.
    Da machst du einen kleinen Aufschlag für Urlaub und Krankheit drauf und das wars. 12-15 EUR (eher 12 als 15) sind da vollkommen ausreichend bei Beamten jener Besoldungsgruppe.

  • Yep, hast Recht Haifisch. Bin zu Threadbeginn allerdings auch von einer bewaffneten PS-Tätigkeit a la LKA-Beamter ausgegangen.

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  • Wer bietet Schutz? - Die Beziehung zwischen öffentlichen und privaten Angeboten im Bereich Sicherheit


    Die Innere Sicherheit ist eine grundlegende Funktion des Staates und demzufolge hoheitliche Aufgabe staatlicher Stellen. Wichtigstes staatliches Sicherheitsorgan ist die Polizei. Sie hat die gesetzliche Aufgabe, Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung abzuwehren. Der Schutz der öffentlichen Ordnung ist in den Polizeigesetzen der meisten Länder als Aufgabe kodifiziert. Die Polizei ist für die Verbrechensvorbeugung und die Strafverfolgung zuständig. Präventive Aufgaben sind in der Regel nicht mit hoheitlichen Tätigkeiten verbunden. Hingegen wird die Polizei bei der Wahrnehmung ihrer repressiven Aufgaben hoheitlich tätig, d.h. sie übt Grundrechts-Eingriffe aus, die dem Staat vorbehalten sind. Dies wäre beispielsweise bei der Anwendung von körperlichem Zwang der Fall. Grundlage dafür sind der Art. 33 Abs. 4 des Grundgesetzes, wonach die Ausübung von hoheitsrechtlichen Befugnissen in der Regel Beamten zu übertragen ist (vgl. Wackerhagen / Olschok (1999), S.177) und das im Rechtsstaatsprinzip verankerte staatliche Gewaltmonopol (vgl. o.V. (2001), in: Deutsche Polizei 2/01, S.463).
    Das private Sicherheitsgewerbe beabsichtigt nicht, das staatliche Gewaltmonopol anzugreifen und somit hoheitliche Machtbefugnisse auszuüben (vgl. Olschok (2000), GdP 2002) jedoch „hat sich das private Sicherheitsgewerbe [...] zu einem wichtigen Bestandteil der Inneren Sicherheit in Deutschland entwickelt.“ (Schily (2001), in: DSD 2/2001, S.1)


    Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) argumentiert vehement gegen die Abgabe von Aufgabenfeldern an private Sicherheitsunternehmen.
    Fünf wichtige Punkte beinhaltet die Position der GdP zum Verhältnis der Polizei und privaten Sicherheitsdiensten (vgl. Zielasko (2000), GdP 2002):
    Demnach stehen hoheitliche Aufgaben allein der Polizei zu, der Artikel 33 IV des Grundgesetzes ist dazu streng auszulegen.
    Die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum obliegt allein der Polizei.
    Für die Tätigkeiten im teilöffentlichen Raum ist auf die genaue Beachtung der unterschiedlichen Aufgaben und Rechtsgrundlagen zu achten.
    Ein geeignetes Mittel, das bisherige ungeordnete Nebeneinander von Polizei und privaten Sicherheitsdiensten in eine geordnete Struktur zu bringen, können Kooperationsabkommen zwischen beiden Parteien sein. Dabei ist auf bestehende Rechtsgrundlagen bezüglich der Befugnisse und des Datenschutzes zu achten.
    Die GdP sieht keinen Anlass, die Befugnisse privater Sicherheitsunternehmen über das bestehende Recht hinaus gesetzlich zu regeln. Dagegen wird gefordert, die Zulassung privater Sicherheitsdienste, die Aus- und Fortbildung und die Prüfung der Beschäftigten des Wachgewerbes gesetzlich regeln zu lassen.


    Um die Frage, ob und welche Aufgabenfelder der Polizei zukünftig privatisiert werden können, werden seit geraumer Zeit vehemente Diskussionen geführt.
    Vom Ergebnis dieser Diskussionen hängt auch die Zukunft der privaten Sicherheitsdienstleister ab. Das private Sicherheitsgewerbe bekundet klar, dass es jederzeit bereit ist, Aufgaben der Polizei oder anderer staatlicher Behörden zu übernehmen, jedoch müssen dafür erst ausreichende gesetzliche Regelungen geschaffen werden, die Rechtssicherheit herstellen und das Verhältnis Bürger – Polizei – privates Sicherheitsgewerbe regeln. Somit wären Voraussetzungen für diese mögliche Aufgabenverlagerung sowohl rechtliche Zulässigkeit, Aufgabenkompetenz privater Sicherheitsdienste, Ressourcengewinn für die Polizei als auch Ausschluss unverhältnismäßiger Nachteile für die Polizei (vgl. Schaef (1998), in: DSD 2/98, S.39).
    Bei der Übernahme polizeilicher Aufgabenfelder ist grundsätzlich zu unterscheiden, zwischen der Zulassung privater Gefahrenabwehr und der endgültigen Übertragung bestimmter Aufgaben auf Private. Bei der Zulassung privater Gefahrenabwehr bleiben die Einflussmöglichkeiten der Polizei zumindest prinzipiell erhalten.
    Die Aufgaben, die durch private Sicherheitsdienstleister übernommen werden könnten sind vielfältig und würden zu einer deutlichen Entlastung der Polizei beitragen. Möglichkeiten bestünden dabei besonders in den Bereichen Objektschutz für Hausrechtsbereiche einschließlich Bestreifung, Schutz für mobile Objekte auch im öffentlichen Verkehrsraum, also Werttransporte oder Schwertransporte, Personenschutz, Ordnungs- und Schutzaufgaben bei Veranstaltungen, mit Ausnahme von Veranstaltungen politischer Art (vgl. Schuster (2000), in: Forum Berlin 2000, S. 88) oder die Überwachung des ruhenden sowie des fließenden Verkehrs. Weiterhin ist die Übernahme von Dienstleistungen in Haftanstalten, die Durchführung von Gefangenentransporten oder die Rückführung von Asylbewerbern denkbar.
    Das private Sicherheitsgewerbe beschäftigt derzeit ca. 145.000 Wachleute. Im Vergleich dazu beträgt die Zahl der Planstellen bei Länderpolizei, BGS und BKA 273.000. Bei diesen Zahlen sind jeweils die in der Verwaltung beschäftigten Mitarbeiter nicht berücksichtigt (vgl. Freiberg (2000), in: DSD 2/2000, S.12). Während eine Erhöhung der Personalstärke seitens der Polizei nicht zu erwarten ist , eher noch von einer rückläufigen Tendenz zu sprechen ist, folgt die Entwicklung der Zahlen der Mitarbeiter privater Sicherheitsdienste der anderer westlicher Staaten. In den USA gibt es 1,5 Mio. private Sicherheitskräfte, die sich um Gefahrenabwehr kümmern, aber nur 600.000 Polizeibeamte. In England stehen 120.000 Polizeibeamten etwa 250.000 Sicherheitspersonen gegenüber. Selbst in Schweden, das lediglich 16.700 Polizisten beschäftigt, gibt es heute ca. 200 Unternehmen mit mehr als 16.000 beschäftigten Personen. (vgl. Kurth (1998), in: DSD 2/98, S.7).


    Vertreter des deutschen Sicherheitsgewerbes argumentieren hauptsächlich auf der Basis von Kosten, um ihren Standpunkt zu untermauern. Einer 1995 erschienenen Studie zufolge ergeben sich für eine Arbeitsstunde eines Angestellten oder Beamten Kosten in Höhe von 72 bis 120 DM pro Stunde. Ein privater Sicherheitsdienst ist in der Lage, die gleichen Leistungen zu einem Stundensatz von ca. 41 DM anzubieten, in diesen Stundensätzen wären sämtliche relevanten Nebenkosten inbegriffen (vgl. Schaef (1998), in: DSD 2/98, S.41/42).
    Es ist also ersichtlich, dass Polizeibeamte für die betroffenen Aufgaben zu teuer und nebenher auch überqualifiziert sind. Das Preis- Leistungsverhältnis wäre beim Einsatz von Wachdienstkräften wesentlich besser. Weiterhin sind z.B. Objektschutzaufgaben bei Polizeibeamten wenig beliebt und werden als eintönige Unterforderung empfunden (vgl. ebd.). Es wäre also möglich, bei einer Verlagerung dieser Aufgaben, die polizeiinterne Motivation zu steigern.
    Durch die entfallende Ressourcenbindung erhöht sich die Flexibilität, da die freigesetzten Polizeibeamten mit anderen, für die öffentliche Sicherheit und Ordnung effektiveren Tätigkeiten sowie der aktiven Kriminalitätsbekämpfung und –Verfolgung betraut werden könnten.
    Weiterhin bestünde die Möglichkeit der Schaffung neuer Arbeitsplätze, gerade auch für einen Personenkreis, der es im Vergleich mit möglichen Polizeianwärtern, also Personen mit Abitur oder Fachhochschulreife, wesentlich schwerer hat, einen Arbeitsplatz zu finden. Ausgehend von den zuvor genannten Zahlen wäre es denkbar, anstelle einer Polizeibeamten - Planstelle zwei bis drei Einstellungen von Wachdienstmitarbeitern vorzunehmen.
    Die Akzeptanz für derartige Veränderungen ist beim Bürger nach entsprechender Öffentlichkeitsarbeit gegeben, da privater Objektschutz inzwischen anerkannt ist (vgl. ebd., S.42). Einer Umfrage des BDWS, durchgeführt durch MARPLAN , zufolge sprachen sich jeweils mehr als 50 % der Befragten für die Durchführung verschiedenster Aufgaben durch Sicherheitsdienste statt durch die Polizei aus. Dazu gehörten unter anderem Ordnungsdienst bei Sportveranstaltungen, Streifendienst in Einkaufspassagen, Objektschutz von öffentlichen Gebäuden oder die Überwachung des ruhenden Verkehrs (vgl. Rupprecht (1999), in: DSD 2/99, S.21/22). Die wichtigsten Ergebnisse der Studie sind in Abbildung 8 dargestellt.
    Unterstützung erhält das deutsche Sicherheitsgewerbe von der Expertenkommission Staatsaufgabenkritik, die in ihrem Abschlußbericht im November 2001 eine derartige Entwicklung forderten. Auf der Grundlage der Tatsache, dass private Sicherheitsdienstleister bereits seit Jahren wichtige Aufgaben bei der Aufrechterhaltung der Sicherheit in Berlin
    wahrnehmen (U– und S– Bahn, Messen, Veranstaltungen, Flughafen, Berliner Abgeordnetenhaus), fordert die Kommission das private Sicherheitsgewerbe für folgende Bereiche weiter als bisher heranzuziehen:
    - Unterstützung bei Präventionsmaßnahmen,
    - Bekämpfung der Alltags- und Straßenkriminalität,
    - Überwachung von Ordnungsrecht,
    - Entlastung bei Verkehrsaufgaben,
    - Veranstaltungen und Versammlungen (vgl. Scholz et al. 2001, S. 110-113).




    Das private Sicherheitsgewerbe kann und soll nicht auf eine Stufe mit der Polizei gestellt werden. Demgegenüber sollte aber berücksichtigt werden, dass es im Interesse der Gemeinschaft und des einzelnen Bürgers ist, wenn behördliche und private Sicherheitsorgane intensiv, effizient und vertrauensvoll zusammenarbeiten.
    Kooperationsvereinbarungen zwischen Polizei und privatem Sicherheitsgewerbe in Frankfurt, Wiesbaden und Düsseldorf haben dabei die Vorreiterrolle übernommen. Das Ziel dabei ist, die Zusammenarbeit von privaten und öffentlichen Anbieter von Sicherheit zu optimieren. Dieser Weg sollte weiter beschritten werden. Derartige Kooperationen können zu einem Sicherheitsgewinn der Bürgerinnen und Bürger beitragen und mögliche Vorbehalte auf der einen oder anderen Seite abbauen (vgl. Schily 2002b).
    In der freien Wirtschaft werden Kooperationen danach beurteilt, ob sich für alle Partner eine sogenannte „Win / Win – Situation“ einstellt, das bedeutet, dass alle Beteiligten von dieser Kooperation auch profitieren. Dies kann auch bei der Zusammenarbeit privater und öffentlicher Sicherheitsträger der Fall sein, wenn man Interessen abwägt, klare Grenzen aufzeigt, die Rahmenbedingungen definiert und verbindliche Verfahren vereinbart. Dies sollten die Bausteine sein, mit denen dann ein vertrauensvoller, fairer und partnerschaftlicher Umgang miteinander aufgebaut werden kann (in Anlehnung an eine Rede des Landesgruppenvorsitzenden des BDWS in Brandenburg anlässlich der Sicherheitskonferenz in Potsdam im September 2001).

    [mod-box]test[/mod-box]


    Aktuell haben wir folgende Arbeitsstellen zu besetzen:


    1. Fahrausweiskontrolleure im ÖPV in Berlin


    2. Sicherheitsmitarbeiter im ÖPV in Berlin


    3. Werkschutzfachkräfte / GSSK - bundesweit
    .
    .
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  • Hallo erst einmal, ich bin sehr neu hier!
    Ich interessiere mich brennend für das Thema der Botschaftssicherheit in Berlin.
    Wer von Euch hat denn bisher in dieser Szene Erfahrungen gesammelt?
    Würde mich sehr über neuste Infos freuen!


    Vielen Dank