Samstags-Sonntags Schichten?

  • Hi ich arbeite als Pförtner im Werkschutz. Ich bin bei einem externen Sicherheitsdienst angestellt allerdings arbeiten wir mit Werkseigenen-Mitarbeitern zusammen diese dürfen Samstags und Sonntags nicht arbeiten da sie zu teuer sind. Das heisst das ich immer Samstags und Sonntags arbeiten muss. Ich habe dafür mal in der Woche frei..mir gefällt dies überhaupt nicht wie ist das bei euch so üblich? Gruß Leon

  • Hallo leon,


    der Hinweis auf das Arbeitszeitgesetz von Siegfried ist absolut richtig. Lies es aufmerksam und setze Dich damit auseinander.


    In dem Schichtmodell, in dem ich arbeite, kann auch keine Rücksicht darauf genommen werden, ob ich am Samstag/Sonntag arbeite oder nicht.


    Allerdings wird der Dienstplan so gestaltet, dass mindestens ein Sonntag im Monat dienstfrei bleibt. Der Samstag ist ohnehin ein normaler Werktag...


    Solltest Du Dich wehren wollen, so wird Dein Arbeitgeber sagen: "Wenn Sie das nicht wollen, dann sollten Sie sich nach einer anderen Beschäftigung umsehen!" (57) Zumindestens vermute ich es mal...


    Die Entscheidung liegt bei Dir...


    Gruss, cujo.

  • Hi danke für eure Antworten. Das Problem ist einfach das 2 Vollzeitmitarbeiter gar nicht Samstags oder Sonntags arbeiten dafür die vom externen Sicherheitsdienst umso mehr. Mein Chef hat Probleme für diese Stelle jemanden zufinden der dort arbeiten möchte. Das Werk liegt ländlich und ist schwer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zuerreichen. Mein Vorgänger hat sich allen möglichen scheiss erlaubt und wurde erst gekündigt als er einfach nicht mehr zur arbeit erschienen ist. Lg Leon

  • Noch einmal: Vergesst bitte doch das ArbZG, es ist für unsere Branche absolut nicht von Bedeutung und wird auch durch die bestehenden Tarifverträge seit vielen Jahren unterlaufen! 264 Stunden im Monat, das ist für viele Kollegen absolut "normal". Auch für Betriebsräte und ver.di - Funktionäre. Hauptsache, sie selber erfreuen sich nur kurzer Anwesenheitspflichten...


    leon
    Die von dir geschilderte schwere Erreichbarkeit des Objektes mag wohl Hauptgrund dafür sein, dass nicht jeden Tag 10 und mehr potentielle Nachfolger gefunden werden, die liebend gern am Wochenende arbeiten würden!
    Und: Sei froh, dass dein Arbeitgeber nicht bei einem Arbeitgeberverband der Zeitarbeitsverbände ist (oder auch noch nicht). Dann dürftest du regelmäßig an den Wochenenden, Nachts und an Sonn- und Feiertagen sogar ohne Zuschläge arbeiten...


    Und noch etwas: Deine kurze Fallschilderung lässt den Verdacht aufkommen, dass du de jure eigentlich als Leiharbeiter eingesetzt bist! Hast schon einmal daran gedacht und deinen AG darauf angesprochen, ob er denn überhaupt über eine AÜG-Erlaubnis verfügt und dein Einsatz nach den Bestimmungen der Arbeitnehmerüberlassung geregelt ist und nicht durch einen Schein-Dienstleistungsvertrag? Seriöse Unternehmungen im Wach- und Sicherheitsgewerbe verfügen selbstverständlich auch über eine AÜG-Erlaubnis. Diese kann übrigens Jedermann bei der BA in Nürnberg telefonisch hinterfragen. AÜG-Register verlangen...

  • Hallo Sepp!


    Wie kommst Du auf die Idee, dass das Arbeitszeitgesetz für das Bewachungsgewerbe nicht bindend ist?
    Es sind einige wenige Punkte im Gesetz benannt, die für bestimmte Berufssparten ausgenommen sind, das stimmt. In seiner gesamtheit ist das Arbeitszeitgesetz jedoch auch für das Bewachungsgewerbe bindend.
    Und zwingend bindend sind so z.B. auch die 15 freien Sonntag, die durch den Arbeitgeber zu gewährleisten sind. Wohlgemerkt Sonntage, nicht Ersattage.


    § 11 Ausgleich für Sonn- und Feiertagsbeschäftigung
    (1) Mindestens 15 Sonntage im Jahr müssen beschäftigungsfrei bleiben.
    Auszug Arbeitszeitgesetz


    Dass die Regelungen des Arbeitszeitgesetzes gerne durch die AG-Seite unterlaufen wird, steht auf einem anderen Blatt.


    Und "normal" ist es auch, dass die Gewerkschaft nicht dagegen vorgeht. Zum Einen, weil sie die Zustände nicht kennt, zum Anderen, und das scheint mir Hauptgrund, weil Ihnen die Unterstützung von Arbeitnehmerseite fehlt. Bei einem derart geringem Organisationsgrad in der Gewerkschaft, wie im Bewachungsgewerbe, kann man schlecht um bessere Konditionen kämpfen.
    Ist traurig, aber wahr.

  • Quote from "sepp"

    Noch einmal: Vergesst bitte doch das ArbZG, es ist für unsere Branche absolut nicht von Bedeutung und wird auch durch die bestehenden Tarifverträge seit vielen Jahren unterlaufen!


    Mal wieder Quatsch mit Soße, was vom Sepp rüberkommt.


    Die bestehenden Tarifverträge nutzen lediglich die Möglichkeit abweichender Regelungen gemäß §7 ArbZG.
    Es wird folglich nichts unterlaufen, sondern gesetzeskonform umgesetzt.


    Wenn tatsächlich Verstöße gegen das ArbZG vorliegen (sicher keine Seltenheit, insbesondere in Sachen Pausenregelung und die bereits von deputy genannte Regelung mit mindestens 15 arbeitsfreien Sonntagen pro Jahr finden sich beliebte Verstöße) kann der einzelne davon betroffene Arbeitnehmer dagegen vorgehen. Es gab da schon empfindliche Bußgelder gegen die Unternehmen.


    Wer das nicht machen will und sich z.T. eklatanten Verstößen weiter aussetzen will, ist selbst schuld.
    Ändert aber nichts daran, daß das ArbZG auch im Bewachungsgewerbe Anwendung findet.




    Und dein Steckenpferd "Arbeitnehmerüberlassung" kannst du auch getrost einpacken.
    Hat hier nichts zu suchen. Aber was erzähl ich dir da, dich interessiert das doch eh nicht.

  • Also ich bin scharf auf die Samstag / Sonntag - Schichten (vor allem die Tagschichten) , ich mag die einfach.
    Ist wahrscheinlich Einstellungssache.


    Gruß
    Tobi

  • Man kann vieles in diesen Schichten erledigen, was man zu hause nicht ungestört erledigen kann (durch Familie, Kinder, "bucklige" Verwandtschaft, plötzlicher Besuch, etc.). Lernen z. B., oder die Steuererklärung fertigmachen :ok: ...


    Und Geld kriegt man auch noch dafür :zw: ...

  • Außerdem hat man bei unserer Arbeit oft den kleinen Vorteil, dass man mal mehr als "nur das Wochenende" am Stück frei hat. Ich arbeite meistens in einem "viermal Dienst auf viermal Dienstfrei"-Rythmus. Manchmal auch 5:5 oder 6:6. Gut, dafür hat man keinen normalen Feierabend oder kann trotz Arbeit am Tag noch länger was unternehmen, aber ich hab' mich bisher damit gut arrangieren können.

  • Samstags ist immer was zu tun; man hat sehr nettes Publikum. Sonntags sind nur noch vereinzelt die workaholics anwesend.

  • Ausserdem gibt es bei uns Arbeitstechnische Tätigkeiten, die meistens von den Tagschichten am Samstag und Sonntag erledigt werden (müssen).


    Z. B. Fahrzeugpflege und Fahrzeugbetankung, Reinigung der Hundezwingeranlage (ggf. Desinfektion), Probelauf Notstromaggregat, Auffüllen von Materialien und Hundefutter, etc.


    Die Zeit hat man dann dafür, weil es an den Wochenenden halt ruhig ist in den Liegenschaften :zw: ...

  • Ich arbeite auch (wenn auch nicht mehr so oft) im Wochenenddienst.
    Und mir gefallen die Schichten, man kann ne ganze Menge aufarbeiten, was so im Laufe der Woche liegen geblieben ist.
    Es läuft alles in der Regel etwas ruhiger und geordneter ab und die sonst üblichen "Einlagen" halten sich in Grenzen.
    Langeweile sollte man allerdings auch nicht aufkommen lassen, sonst wird man trübsinnig und fängt an, die Ruhe zu verfluchen. :kotz:

  • Quote from "cujo"

    Z. B. Fahrzeugpflege und Fahrzeugbetankung, Reinigung der Hundezwingeranlage (ggf. Desinfektion), Probelauf Notstromaggregat, Auffüllen von Materialien und Hundefutter, etc.
    ...


    Ja ja... und im Sommer dann in der Sonne draußen bräunen (hast Du wohl vergessen aufzuzählen :cool:)!