Immer diese Meckerköpfe

  • Hallo Kollege,
    Sag mal, kennst Du das auch....? Du triffst nach Deiner 12 Std. Schicht einen Kollegen und freust Dich auf eine nette Unterhaltung und dann geht es schon los. Ohne Vorwarnung aus heiteren Himmel noch vor der Begrüßung GENAU!!! Er möchte sich gar nicht nett mit Dir unterhalten... Nein Er lässt Dampf ab!!! Aber so richtig...
    Jetzt kommen Die Standartsprüche wie z.B." Alles SCH...E hier in der Bude, geh Ich fürn Appel und nen Ei arbeiten"
    oder " 12. Stunden und immer Nachts, hab schon die Schnauze voll"... " Die bekloppten Chefs stecken sich das ganze Geld weg" kein Weihnachtsgeld, kein Urlaubsgeld... dauernd wird man aus dem Frei geholt... Scheiß Bereitschaft, kein richtiges Wochenende... wenn Frei dann nur ein Schlaftag, doofe Hausmeister und blöde Putzen... was die sich immer einbilden... keine Zeit für meine Familie und das beste: FRÜHER WAR ALLES BESSER
    ICH KANNS NICHT MEHR HÖREN, sowas zieht mich runter... Als Ich damals mein Arbeitsvertrag unterschrieben habe, wusste Ich es alles vorher. Klar ist, reich werden die wenigsten von uns... aber Ich kann trotzdem gut Leben und das wichtigste ist, dass Ich mit einem Lächeln auf Arbeit gehe, weil mir mein Job Spaß macht. Ich gehe am Tag lieber 2 Std. länger als "andere" arbeiten und komm trotzdem auf mein Geld. Ich frage mich manchmal was es für Alternativjobs gibt....
    Ich habe keine Lust für 800€ Netto anderen Leuten ihre fettigen Haare zu schneiden oder morgens um eins aufstehen und hunderte Brötchen zu backen. Schon gar nicht als Pflegekraft, soviel Leid zusehen ( RESPEKT vor den Leuten die es machen, ich gehe nur von mir aus). Diese Jobs sind doch auch fast alle schlecht bezahlt....Oder bei Wind und Wetter auf der Baustelle stehen und mir das Kreuz Totbuckeln um hinterher sowieso als Pförtner zu arbeiten, weil Ich mit 40 J. nen 3fachen Bandscheibenvorfall habe und nichts mehr anderes machen darf.
    Hey, wir haben so einen sauberen, verantwortungsvollen Beruf, dieser je nach Auftragslage, so abwechlungsreich und herausfordernd sein kann, wie kaum ein anderer. Wir können Stolz auf ihn sein!!!!!
    Und wenn Ich mich mal dreckig mache, dann ist es höchstens ein Kaffeefleck oder ein Kuchenkrümel auf mein schickes blaues Hemdchen :cool: :ok:

  • ich sehe es nicht so , erstens machen diese NACHTSCHICHTEN einen Menschen kaputt nach jahren , zweitens wenn man verheiratet ist LEIDET die Ehe ganz schön gewaltig drunter nach jahren , drittens überleg mal wieviel Stunden du kloppen mußt damit du auf dein Geld kommst , daß hat nichts mit normalität zu tun .Du hast Recht wenn du sagst das man das schon vorher weiß was einen erwartet ,also muß jeder das beste drauss machen .ich selber habe auch als werkschufachkraft gearbeitet(6jahre), habe die Schnauze gestrichen voll von diesem Job(genau wegen diesen punkten die du anderem aufgezählt hast ) .Ich möchte sehr gerne in der Sicherheitsbranche bleiben aber in einer ganz anderen funktion ;wenn du super zufrieden bist mit deinem job dann freut es mich für dich ; JEDER IST NATÜRLICH SELBST IN SCHULD WENN ER UNZUFRIEDEN MIT DEM JOB IST ; ABER DANN MUSS MAN ZUSEHEN ;DASS MAN SICH WAS ANDERES SUCHT ODER SICH WEITERBILDET DAMIT MAN VORWÄRTS KOMMT UND AUCH WIEDER GLÜCKLICH IST



    LG
    TOTTI

    Eingebildet und Arrogant, trotzdem Charmant und Hochinteressant

  • Da gebe Ich Dir Recht Totti... mich regen die Leute auf die meckern, alles schlimmreden aber nichts dagegen unternehmen... und sei mal ehrlich, wenn man erst in unserem Gewerbe über längere Zeit tätig ist... wird es sehr schwer was anderes zu bekommen. Ich hab mich mal aus Spaß als Koch beworben, weil ichs gelernt habe... da meinte der Chef zu mir, er wäre sich nicht so sicher ob ich den stress noch hinbekomme, als wäre Ich durch den Wachschutz eingerostet. Ich war zwar erst über seine Aussage schockiert, aber nach längeren überlegen mussste Ich für mich zugeben, dass es sehr schwer werden wird... Okay 12 Std. Nachtschicht sind nicht ohne... aber wieder unter Stress arbeiten.... ich weiß nicht. Egal was man macht, jeder hat seine Problemchen.... Ich fahr die ganze Nacht rum und muss mich auf den Verkehr konzentrieren, ich habe aber nicht mehr Stress als jemand der die Nacht über z.B. auf einem Fleck sitzt und die Schranke bedient, ich denke er hat mehr den psychischen Druck... so ganz alleine diese eintönige Tätigkeit. Meiner Meinung nach kann man unseren Job nur ausführen, wenn mann wirklich zufrieden ist, sonst geht man unter.... Gruß heiko

  • Jeder schimpft doch hin- und wieder über seinen Job, dass finde ich normal. Sollte allerdings das meckern überhand nehmen, sollte man wirklich überlegen, ob man die Arbeit weiterhin machen will. Spaß am Job sollte schon dabei sein. Außerdem, desto lustloser man zur Arbeit geht, desto eher die Gefahr, dass sich Fehler einschleichen und gerade im Wachschutz können diese ganz fatal sein!

  • Hallo zusammen,


    die Frage ist hier, wie man sich mit dieser Art von Arbeit identifizieren kann.
    Für mich ist es kein "Job" mehr, sondern ein Beruf.
    Ich kann mich mit dieser Arbeit voll identifizieren und habe nach wie vor Spaß an der Arbeit.


    Wie kann ich mich denn selbst aus der Situation des niedrigen Lohns herausbringen, habe ich mir damals die Frage gestellt.
    Und habe hier festgestellt, dass ich wohl über eine Weiterbildung nicht herum komme.
    Mittlerweile habe ich die GSSK in der Tasche und bin kurz vor Abschluss Meister für Schutz und Sicherheit.
    Mein Weg ist da aber noch nicht zu Ende, denn der Tech. Betriebswirt wird voraussichtlich im Sep. 2010 dran gehängt.


    Und dann stehen alle Möglichkeiten offen. Man kann genug Geld verdienen und etwas aus seinem Leben machen.


    Diese Sachen bekommt man aber nicht geschenkt. Man muss, und das wissen bestimmt einige hier,
    hart dafür arbeiten, man geht in die Schule, wenn andere Frei haben.
    Man investiert sehr viel Geld, um diese Lehrgänge bestreiten zu können und die Familie leidet auch in gewisser Weise darunter.


    Aber...


    Wenn man das Erreicht hat, wenn man eine tolle Stelle innehat, kann man sagen, ich habe es geschafft.
    Diese Weg ist jedem Möglich. Man muss sich nur trauen, diesen zu gehen.


    All diejenigen, die meckern, kann ich nur aus Erfahrung sagen, sind diejenigen, die sich nicht trauen, auch was neues auszuprobieren.
    Diese werden immer auf der gleichen Stelle sitzen, sich nicht weiterentwickeln und werden immer griesgrämig in der Ecke sitzen.


    Ich will das nicht und arbeite deswegen stetig daran.


    Gruß 2m02cm-Mann



    Ich glaube fest daran, dass die schönste Stunde eines jeden Mannes - die erfüllung all seiner Sehnsüchte... der Augenblick ist wenn er sich für eine Gute Sache ganz verausgabt hat und erschöpft auf dem Schlachtfeld liegt - als Sieger.
    Vince Lombardi (1913-1970)


  • Hallo 2m02cm-Mann,


    ich danke Dir recht herzlich für diesen, wichtigen Beitrag.


    Mir bleibt nichts anderes übrig, als Dir in vollem Umfang zuzustimmen.


    Der von Dir beschriebene Weg ist der Einzige, der den einzelnen in unserer Branche bestehen lässt - wenn er denn auch ernsthaft in dieser arbeiten möchte.


    Jeder sollte Bedenken, dass der Bedarf an Privater Sicherheitsdienstleistung gross ist und zudem beständig wächst. Auch das ist ein Grund, warum die Tätigkeitsfelder/Berufsbilder in der Branche geschaffen, strukturiert und ausgebaut werden.


    Mit der richtigen Einstellung zum Beruf kann jeder in der Branche etwas sein und noch mehr werden.


    Gruss, cujo.

  • Nochmal für alle, die sich an den sogenannten „Meckerköpfen“, die es in jeder Sparte unserer Branche gibt, stören;


    ich arbeite seit 3 Jahren im Bereich der Militärischen Sicherheit als Eingreifkraft/Diensthundeführer im Rahmen eines Betreibermodells an einem grossen Bundeswehrstandort in Norddeutschland. Wir sind insgesamt 52 Kollegen. Mir ist es schon nach wenigen Tagen nach dem Start in dieser Tätigkeit klargeworden, dass es unterschiedliche Charaktere unter diesen Kollegen gibt. Es gibt sehr viel „Einfachgestrickte“, die von der Bundesagentur für Arbeit oder von anderen Sozialbehörden „geschickt“ worden sind und die ihre Arbeit nur machen, weil sie es müssen. Das sind dann diejenigen, mit denen man sich täglich über solche Banalitäten wie „Sch… Schichtdienst“ oder „Warum darf ich während der Nachtschicht nicht schlafen?“ oder „Warum darf ich während der Schicht keine Ballerspiele auf dem Firmeneigenen PC spielen?“ auseinandersetzen muss.


    Es gibt aber auch Kollegen, die ihre Arbeit vernünftig machen, sich jedoch auf das Notwendigste beschränken. Wenn sie das so wollen… Zu ihnen muss man eigentlich nichts weiter sagen.


    Auch gibt es Kollegen, die Spass und Lust an ihrer Arbeit verspüren, sich aber nicht ausreichend gefordert fühlen. Sie wollen zwar mehr, aber keiner gibt ihnen die Möglichkeit, ihr Bedürfnis zu befriedigen (vor allem nicht der Arbeitgeber).


    Bei allen drei Charaktergruppen entsteht Frustration. Zur letzteren gehörte auch ich…


    Und da setzte dann bei mir der Erkenntnisprozess ein, wie ihn der 2m02cm-Mann oben sehr treffend beschrieben hat.


    Ich wollte der Frustration keine weitere Chance geben und habe mich dann entschieden, das Studium zum Meister für Schutz und Sicherheit zu beginnen - ohne das irgendjemand das von mir verlangt hat…


    Ich werde zwar häufig dafür von der Charaktergruppe 1 belächelt, aber das hat mich dann weniger berührt. Spätestens nachdem ich die erste Prüfung bestanden hatte, wurde das „müde“ Lächeln weniger. Wer weiss, wie es ihnen ergeht, wenn ich mit dem Studium fertig bin und ich ihnen sagen kann: „Ich wechsele in eine andere Position ausserhalb dieses Unternehmens – und brauche Euren Frust nicht weiter zu ertragen…“


    Viele scheuen sich davor, einen solchen Schritt zu wagen. Sie haben Angst vor solchen Fragen wie: „Wie kann ich das alles bezahlen?“ oder „Hab’ ich dann noch genug Zeit für meine Familie?“. Sicher - bestimmte Grundvoraussetzungen müssen da sein, wie z. B. eine starke Frau, die uneingeschränkt hinter einem steht (ich habe das grosse Glück - dank’ Dir Schatz), aber für alle anderen Fragen gibt es die passenden Antworten und auch Lösungen…


    Als Fazit: man kann meistens nichts an den „Meckerköpfen“ ändern. Wenn man allerdings „Meckerköpfe“ hat, die etwas verändern wollen, sollte man ihnen helfen und sie bei ihrem Vorhaben unterstützen.


    Ein persönliches Motto von mir, welches mir schon oft in 47 Lebensjahren weitergeholfen hat:


    „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“

    Gruss, cujo.