Angriff in Krankenhaus: Polizist tötet drei US-Ärzte in Kabul

Kabul - Bei einem Anschlag auf das internationale Cure-Krankenhaus in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens drei amerikanische Ärzte getötet worden. Mindestens eine weitere Person wurde verletzt. Nach Angaben des afghanischen Innenministeriums handelt es sich dabei um eine einheimische Ärztin. Ein Polizeisprecher sprach indes von zwei Verletzten.


Nach Angaben aus Sicherheitskreisen hatte ein Wachmann das Feuer im Cure-Krankenhaus eröffnet, das zu den führenden Hospitälern des Landes gehört. Nach Angaben des Krankenhauses versorgen 27 Ärzte und 64 Krankenschwestern oder Pfleger jährlich rund 37.000 Patienten. Auch der Schütze sei verletzt worden und wurde von der Polizei festgenommen, hieß es im Innenministerium. Angeblich soll er sich selbst in den Bauch geschossen haben.


Der Polizeichef des Bezirks im Westen Kabuls, in dem sich das Krankenhaus befindet, sagte SPIEGEL ONLINE, der Wachmann gehöre zur Sicherheitseinheit der afghanischen Polizei. Bisher bekannte sich keine Gruppe zu dem Anschlag.


In Afghanistan häufen sich die Anschläge auf Ausländer. Erst Anfang April war die deutsche Pressefotografin Anja Niedringhaus im Osten des Landes erschossen worden. Auch auf Niedringhaus und ihre AP-Kollegin Kathy Gannon hatte ein afghanischer Polizist das Feuer eröffnet. Als Motiv nannte er Rache für einen Luftangriff auf sein Dorf.


Im März hatte ein Angreifer den schwedischen Journalisten Nils Horner vor einem Restaurant in Kabul getötet. Für diesen Anschlag hatten militante Islamisten die Verantwortung übernommen.


kpp/dpa/Reuters/Shoib Najafizada

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