Was tun? Die Umsetzung von Regelungen wird noch nicht überall gelebt...

1. Der Fall "Schumacher"


Lausanne/Grenoble. Neue Sorgen für Familie Schumacher: es droht die Veröffentlichung von Details aus der gestohlenen Krankenakte. Die Polizei ermittelt. Managerin Kehm kündigt juristische Maßnahmen an, sollten die privaten Informationen publik werden. Ein Medienanwalt und der DJV warnen.


Es sollte Ruhe einkehren um Michael Schumacher, damit der Formel-1-Rekordweltmeister seine Reha ungestört fortsetzen kann. Eine Woche nachdem seine Managerin Sabine Kehm "seine weitere Rehabilitation außerhalb der Öffentlichkeit" ankündigt hatte, sorgt der Diebstahl der Krankenakte des berühmten Patienten aber für die größtmögliche Verletzung der Privat- und Intimsphäre. "Da kann man doch nur entsetzt und angewidert sein!", sagte Kehm der "Bild"-Zeitung (Dienstag). Schumachers Klinik in Grenoble zeigte den möglichen Diebstahl der Krankenakte des 45-Jährigen an. Das Krankenhaus sei von Kehm informiert worden. Ohne die Dokumente zu kennen, habe die Klinik Anzeige wegen Diebstahls und Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht erstattet, teilte das Universitätskrankenhaus am Dienstag mit. Der Diebstahl der Krankenakte könnte nach Einschätzung eines Anwalts auch zivilrechtliche Folgen für das Krankenhaus haben. Es sei denkbar, dass Schumachers Familie Schadenersatzansprüche wegen einer "Verletzung der Verpflichtungen gegenüber einem Patienten" geltend machen könne, sagte der Medienrechtler Matthias Prinz am Dienstag. Für den Diebstahl selbst sei eine Haft- oder Bewährungsstrafe von bis zu drei Jahren denkbar. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) appellierte an alle Journalisten, die Krankenakte auf keinen Fall zu veröffentlichen. "Die Veröffentlichung dieser Akte wäre Sensationsjournalismus ohne Substanz und Relevanz. Der Inhalt dieser Akte hat schließlich weder politische noch gesellschaftliche Bedeutung", betonte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken. "Die Veröffentlichung wäre ein vollkommen inakzeptabler und äußerst schwerwiegender Eingriff in die Persönlichkeitsrechte von Michael Schumacher." Nahezu ein halbes Jahr drang von Schumacher fast nichts nach außen, was nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. Spekuliert wurde zwar viel, verlässlich waren seit dem unglücklichen Sturz Schumachers am29. Dezember im französischen Méribel beim Skifahren aber nur die Mitteilungen von Managerin Kehm.



2. Peinliche Enthüllungen für die Berliner Flughafengesellschaft


Hauptstadtflughafen: Geschasster Planer war nur technischer Zeichner Peinliche Enthüllungen für die Berliner Flughafengesellschaft: Der gefeuerte Planer der Entrauchungsanlage hatte gar keinen Abschluss als Ingenieur. Und ein Architekturbüro entsorgte vertrauliche Unterlagen einfach im Müll.


Berlin - Die Berliner Flughafengesellschaft ist bei der Planung ihrer funktionsuntüchtigen Entrauchungsanlage offenbar einem möglichen Hochstapler aufgesessen. Der im Frühjahr von Flughafenchef Hartmut Mehdorn geschasste Planer der sogenannten Anlage 14, Alfredo Di Mauro, soll gar kein Ingenieur sein. Das berichtet der "Stern" in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Di Mauros Anwalt bestätigte dem Magazin nach mehrmaligen Nachfragen, dass sein Mandant lediglich über einen Gesellenbrief als technischer Zeichner verfüge. Die Enthüllungen bestätigen indirekt Mehdorn, der die Zusammenarbeit mit Di Mauro Anfang Mai beendet hatte. "Er hat die Anlage 14 in ihrer vorliegenden, nicht funktionsfähigen Form geplant", ließ Mehdorn damals erklären. Bereits im Frühjahr 2012 galt die Entrauchungsanlage als Hauptursache für den damals geplatzten Eröffnungstermin des Flughafens. Nachfragen des "Stern", ob sich Di Mauro als Ingenieur vorgestellt und wie er dies gegebenenfalls belegt habe, ließ die Flughafengesellschaft unbeantwortet.


Nach eigenen Angaben arbeitete Di Mauro seit 2006 für das Flughafenprojekt, dies zunächst als freier Mitarbeiter für eine Ingenieursfirma, die dann 2010 in die Insolvenz ging. Für sie habe er die Entrauchungsanlage für den sogenannten Main Pier des Airports geplant. Dieser 715 Meter lange Komplex ist zugleich das Hauptgebäude des Flughafens. Anschließend seien zwei von ihm selbst geführte Firmen, die als "Ingenieursbüros" firmierten, für das Airport-Projekt tätig gewesen. Zuletzt habe er 2012 und 2013 Aufträge des Flughafens erhalten.


Grundrisse im Altpapier


Im zweiten Fall, der jetzt bekannt wurde, geht es um die Planungsgesellschaft BBI, die bis Mai 2012 als Generalplaner für den Flughafen gearbeitet hat. Die Polizei in Berlin stellte zwei Container mit Geschäftsakten zum BER sicher und ermittelt jetzt wegen eines möglichen Verstoßes gegen den Datenschutz. Wie ein Sprecher bestätigte, entdeckte eine Passantin die Unterlagen im Stadtteil Lichtenberg in einer Straße, in der ein zur PG BBI gehörendes Architekturbüro seinen Sitz hatte, das im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden musste. "Wir prüfen jetzt, ob etwas Strafbares vorliegt", sagte der Sprecher.






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