BDSW im Gespräch mit Team Wallraff - Thema "Security" muss wieder aufgegriffen werden

"Wenn man über Missstände berichtet, darf man die Ursachen und auch daraus resultierende Schlupflöcher nicht außer Acht lassen!", so Gregor Lehnert.


Die RTL- Reportage vom 12.05.2014 berichtete am Beispiel einer Hand voll Sicherheitsunternehmen über Missstände in der Sicherheitsbranche. Eine solche Berichterstattung kratze auf Kosten des Ansehens der gesamten Sicherheitsbranche, leider nur an der Oberfläche eines langen bekannten Problems. "Unter den deutschlandweit 4.000 Sicherheitsunternehmen finden sich leider auch solche „Schwarzen Schafe“, wie die vom Team Wallraff gezeigten." so Olschok.


Im Zuge der Reportage werde allerdings nicht aufgezeigt, wie es eben diesen Unternehmen ermöglicht wird, die Zugangskriterien der Branche zu unterlaufen oder bindende Tariflöhne nicht zu zahlen. Seitens des BDSW wird dies seit Jahren bemängelt, alle Forderungen nach einer deutlichen Verschärfung der Gewerbezugangsregelung sowie regelmäßige Überprüfungen der Unternehmer und Beschäftigten in der Sicherheitsbranche verliefen allerdings im Sande. Das zuständige Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) werde bislang leider nicht tätig, um Vorgehen, wie in der Reportage gezeigt, zu verhindern oder zumindest zu ahnden.


Der BDSW hat nach Ausstrahlung der Reportage darauf hingewiesen, dass eine Befragung des Verbandes und des zuständigen Ministeriums, im Vorfeld nicht stattgefunden hat. „Dies hätte“, so Lehnert, „zu einer sachdienlichen Berichterstattung der Gegebenheiten in der Sicherheitswirtschaft beigetragen. Im Gespräch mit Thorsten Misler wurde dies nun nachgeholt und die Frage nach der behördlichen Zuständigkeit besprochen“, so Lehnert.


Die entscheidende Verantwortung bleibe bei den privaten und vor allem öffentlichen Auftraggeber, bei der Auswahl eines Sicherheitsunternehmens nicht nur auf den Preis, sondern auf die Qualität der angebotenen Sicherheitsdienstleistung zu achten. Nur so könne Lohndumping unterbunden werden. Die inzwischen erreichte Leistungsfähigkeit der privaten Sicherheitsdienste mit Ausbildungsberufen, Studiengängen und entwickelten Standards muss auch in der Praxis nachhaltig umgesetzt und tatsächlich nachgefragt werden, so der BDSW-Präsident.
„Im Sinne aller Unternehmen der Sicherheitsbranche, die faire Arbeitgeber sind, sich an Vorgaben halten und die geleistete Arbeit der Mitarbeiter entsprechend der abgeschlossenen Tarifverträge entlohnen, bleibt zu hoffen, dass das Team Wallraff dem Zuschauer die heute besprochenen Hintergründe ebenso aufzeigt, wie es bei den Missständen und dem Fehlverhalten einzelner Unternehmen geschehen ist. Die Mehrheit der Unternehmen entspricht nicht den im Rahmen der Reportage gezeigten "Schwarzen Schafen", so Lehnert abschließend.



Brancheninformationen (BDSW - BUNDESVERBAND DER SICHERHEITSWIRTSCHAFT)
Die deutsche Sicherheitswirtschaft beschäftigt circa 250.000 Mitarbeiterinnen und erwirtschaftete 2013 nach ersten Schätzungen einen Umsatz von über 12 Milliarden Euro. Davon entfiel der größte Anteil auf die Sicherheitsdienstleistungen. Private Sicherheitsdienstleister beschäftigten bundesweit fast 185.000 Sicherheitsmitarbeiter und konnten im Jahr 2013 nach ersten Schätzungen einen Umsatz von 5,2 Mrd. Euro erzielen, sie repräsentieren somit über 45 Prozent des Umsatzvolumens der Sicherheitswirtschaft.

Comments 4

  • Die Darstellung vom „Team Wallraff“ ist einfach nicht holistisch!

  • Also zuerst eine Gespräch suchen? Dann wäre die Reportage ungefähr so negativ ausgefallen wie 30° Sonnenschein. Dann die Bemerkung das es ein paar "schwarze "Schafe gibt. Es wurden ja auch große Unternehmen beobachtet. Es stimmt das der Zugang zum sicherheitsgewerbe viel zu einfach ist. Besonders wenn man bedenkt was uns anvertraut wird. Grad der BDSW ist da in der Verantwortung,aber auch dort wird sich drum gedrückt. Der BDSW ist der Vertreter der Arbeitgeber/Firmen, überall wird Lobbyarbeit geleistet. Es kann mit keiner sinnvoll erklären das, dies nicht auch dort geschieht. Ich denke eher dort werden alle "Augen"zugedrückt. Wenn ich sehe das Inhaber von sog. Sicherheitsunternehmen/Firmen nicht mal ne richtige Ausbildung haben, geschweige den sonstige Nachweise. die aber sich als Sub vom sub vom Sub grad so durchschlagen da stellen sich bei mirr alle Haare. Sicher es gibt auch sehr gute,ordentliche Kleinunternehmen, leider sind die aber die Ausnahme. Wir alle wissen wie bescheiden insbesonder die Bezahlung ist. Das kaum eine Förderung stattfindet(weil manche Chefs auch Angst haben das der Ma vieleicht mehr weiß?) Da sollte der BDSW mal als gute Beispiel vorangehen und Druck auf seine Mitglieder ausüben das menschenwürde Gehälter bezahlt werden. Der BDSW hat mit seiner "Billistlohnfprderungen" einen sehr, sehr großen Anteil und Schuld an solchen Missständen. Soll mal erst vor der eigenen Tür kehren bevor man versucht andere anzup........

  • Da warten wir mal ab was passiert !!!!