Wachschutzfirmen profitieren von Flüchtlingskrise

München. Der anhaltende Flüchtlingszuzug nach Deutschland beschert privaten Wachschutz- und Sicherheitsdiensten einen Auftragsboom. „Die Umsatz- und Mitarbeiterzahlen in unseren Unternehmen haben sich in den vergangenen Monaten stark erhöht“, sagte Gregor Lehnert, Präsident des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft (BDSW), dem Nachrichtenmagazin FOCUS. „Das Wachstum ist außerordentlich.“ Wegen der großen Nachfrage aus Kommunen und Ländern nach Sicherheitskräften für Flüchtlingsheime hätten viele Unternehmen bereits Personalprobleme. Manche Aufträge könnten nicht mehr angenommen werden. Derzeit würden schätzungsweise 5000 Wachleute Einrichtungen für Flüchtlinge beschützen, Tendenz stark steigend. „Um den Bedarf zu decken, müssen wir in den kommenden Monaten weitere 5000 Mitarbeiter einstellen“, so Lehnert im FOCUS. Der Verbandspräsident, früher Chef des saarländischen Landeskriminalamts und Staatssekretär im Thüringer Innenministerium, sieht in dem neuen Geschäftsfeld „eine große Chance“ für seine Branche. Zugleich warnt er im Focus: „Auch in einer solchen Sondersituation müssen die Qualitätsstandards eingehalten werden.“

Comments 3

  • Durch den massiven Bedarf an Sicherheitskräften in diesen Einrichtungen werden inzwischen ganze Subunternehmerketten eingesetzt. An derem Ende steht der "selbständige" Sicherheitsunternehmer, dessen Firma nur aus ihm selber besteht, der aber nicht unbedingt auf dem Mindestlohn besteht, weil er ja selbständig ist. Er bietet also seine Dienste unter dem Mindestlohn an und ist dafür in vielen Fällen Aufstocker zu Hartz IV beim Jobcenter. In Südbayern werden inzwischen Subunternehmer aus dem tiefsten Mecklenburg-Vorpommern (Raum Eggesin, kurz vor der polnischen Grenze) eingesetzt. Ich warte auf den Tag, bis irgendeine Bewachungsfirma den § 5 f Bewachungsverordnung in Verbindung mit den § 13 a - 13 c der Gewerbeordnung für sich in Anspruch nimmt und eine ausländische Tochterfirma dann Bewachungsleistungen für Flüchtlingsunterkünfte hier erbringt. Angesichts der herrschenden Notlage und des Auslegungsspielraums zur Anerkennung der ausländischen Befähigungs- und Kenntnisnachweise bin ich überzeugt, das bei geschickter Argumentation die zuständigen Behörden sehr schnell einknicken werden - und sei es auf Anweisung von oben.

  • Diese Qualitätsstandards sind doch jetzt schon nicht mehr gegeben ! Wenn sie überhaupt je gegeben waren...

  • Dass die Kollegen alle einen Job finden ist toll, nur der Anlass ist traurig!