„Sicherheitsdienst ist nicht die Lagerpolizei“

Herr Hirth, welchen Nutzen hat der Sicherheitsdienst?


Er wirkt deeskalierend und beschwichtigend. Auf Dauer ist das aber sicher nicht das richtige Instrument. Wir setzen in erster Linie auf andere Maßnahmen, zum Beispiel auf Sozialarbeiter, die mit den Leuten reden. Und über eines müssen wir uns bewusst sein: Es wird in dem Asylbewerberheim auch in Zukunft immer wieder zu Spannungen kommen.


Warum?


Weil das ganz natürlich und menschlich ist. Dort leben junge Männer auf engem Raum, und haben den ganzen Tag nichts zu tun. Da gerät man schnell mal aneinander.


Der Arbeitskreis Asyl meint, der Sicherheitsdienst wirke auf die Flüchtlinge „provozierend“. Ist dem so?


Ganz bestimmt nicht. Man muss die Kirche auch mal im Dorf lassen. Der Sicherheitsdienst macht nur seine Aufgabe und die heißt „Deeskalation“. Im Übrigen wird dessen Anwesenheit von vielen Flüchtlinge ausdrücklich befürwortet.


Wie lange wird er noch dort sein?


Das müssen wir noch abklären und das wird auch die weitere Entwicklung zeigen.


Bei dem Vorfall am Sonntagabend hat einer der Wachmänner die Polizei gerufen. Hätte er nicht selber eingreifen und den betrunkenen Asylbewerber zur Ruhe bringen können?


Der Sicherheitsdienst ist weder eine Art von „Lagerpolizei“ noch sind es „Sheriffs“. Sie sind dafür da, um durch ihre Anwesenheit deeskalierend zu wirken. Sie greifen ausschließlich verbal ein. Kommt es zu tätlichen Unruhen, informieren sie die Polizei.

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