Passagierkontrollen am Flughafen Düsseldorf dauern länger

Personalmangel könnte zu Verzögerungen führen


Am Flughafen Düsseldorf müssen Urlauber zu Beginn der Sommerferien 2015 in Nordrhein-Westfalen nicht nur mit einem Streik der Lufthansa-Flugbegleiter rechnen – nein, auch die Personalknappheit an den Passagierkontrollen könnte für Frust und lange Wartezeiten sorgen. Laut ver.di fehlen zum Beginn der Reisewelle in Deutschlands größtem Bundesland 115 Mitarbeiter an den Sicherheitsschleusen des Düsseldorfer Airports. Auch der Flughafen Köln-Bonn ist betroffen.


Für den verkehrsreichen Freitag am Düsseldorfer Airport hat die Bundespolizei ver.di zufolge 490 Beschäftigte beim zuständigen Sicherheitsunternehmen angefordert. Dort stünden jedoch nur 375 Beschäftigte zur Verfügung, so Özay Tarim, Gewerkschaftssekretär der Gewerkschaft ver.di. Zu Beginn der Sommerferien am Freitag erwartet der Düsseldorfer Flughafen 81.000 Passagiere – an „normalen“ Verkehrstagen sind es etwa 59.000 Fluggäste.


Hintergrund: Die Sicherheitskontrolle an den Flughäfen fällt in Deutschland in die Zuständigkeit der Bundespolizei. Diese hat die Kontrollaufgaben europaweit ausgeschrieben und dann an eine Sicherheitsfirma abgegeben, die seit 1. Januar 2015 für Fluggast- und Gepäckkontrollen in Düsseldorf und Köln/Bonn zuständig ist.


Situation am DUS soll entschärft werden


Die fehlenden Mitarbeiter kann die Bundespolizei eigenen Angaben zufolge nicht ausgleichen. Schon 60 bis 70 fehlende Beschäftigte pro Tag seien nicht aufzufangen, erklärte ein Sprecher der Bundespolizei-Direktion NRW. Tatsächlich fehlen am Düsseldorfer Airport jeden Tag zwischen 80 und 120 Kontrolleure. In einem „Kritikgespräch“ zwischen der Bundespolizei und der Sicherheitsfirma wurde vereinbart, schnellstmöglich Abhilfe zu schaffen und die prekäre Personalsituation zu entschärfen. Geschehen soll das durch Neueinstellungen, die Qualifizierung vorhandener Arbeitskräfte und den Einsatz von Luftsicherheitskräften, die von anderen Flughäfen vorübergehend umgesetzt werden.

Passagiere sollen rechtzeitig am Airport erscheinen


Das Sicherheitsunternehmen sieht die Einführung neuer Kontrolltechniken, vor allem den Einsatz sogenannter Körperscanner – sowie das gestiegene Fluggastaufkommen als Ursachen für den Personalengpass. Zudem sei das durch die Bundespolizei prognostizierte Volumen der zu leistenden Kontrollstunden für 2015 im letzten halben Jahr bereits zweimal deutlich angehoben worden. Der Personalmangel liege auch an den gestiegenen Ausbildungsanforderungen, so der Sicherheitsdienst: „Um die hohen Sicherheitsstandards zu gewährleisten, sind für die Rekrutierung und Ausbildung zusätzlicher Mitarbeiter mindestens vier Monate zu veranschlagen.“
Einige Airlines am Flughafen Düsseldorf, wie Germanwings, haben bereits auf die prognostizierten langen Wartezeiten reagiert und ihre Passagiere gebeten, sich möglichst vier Stunden vor dem Start ihres Fliegers an den Sicherheitskontrollen einzufinden.

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