Kölner Sicherheitsdienst wegen Facebook-Kommentaren gekündigt

Die Bezirksregierung Köln hat am Dienstagabend dem Sicherheitsdienst gekündigt, der für die Notunterkunft des Landes an der Boltensternstraße 10a zuständig ist. Grund für die ungewöhnliche Maßnahme sei gewesen, dass der Inhaber des Unternehmens Presse-Fotos von Flüchtlingen mit fremdenfeindlichen Kommentaren versehen und in das soziale Netzwerk Facebook gestellt habe, sagte Magnus Memmeler dem „Kölner Stadt-Anzeiger.“ Memmeler ist Projektleiter der Johanniter-Unfallhilfe, die die Flüchtlinge im Wohnheim im Kölner Norden betreuen.


Nach dem Beschwerden beim Hilfsdienst eingegangen waren, seien die Vorwürfe umgehend geprüft und schließlich bestätigt worden. Noch am Abend hätten Johanniter und Bezirksregierung die Reißleine gezogen und dem Dienst gekündigt. Der Inhaber habe Memmeler gegenüber die Tat zugegeben und sich damit entschuldigt, unbedacht gehandelt zu haben. Die Erklärung reichte Johannitern und Bezirksregierung nicht aus. „Das Verhalten des Inhabers der Sicherheitsfirma ist nicht vereinbar mit den Ansprüchen der Bezirksregierung Köln an eine Willkommenskultur“, teilte die Bezirksregierung mit.Bislang sei die Zusammenarbeit mit dem Dienst ohne Zwischenfälle verlaufen. „Es gab keine Anhaltspunkte zur Klage“, so Memmeler.


Reißleine gezogen


Schon am Donnerstag soll ein neuer Sicherheitsdienst seine Arbeit aufnehmen. Die Notunterkunft war erst im vergangenen Februar eröffnet worden. Derzeit leben auf dem Areal 135 Menschen aus mehr als zehn Nationen. In direkter Nachbarschaft befinden sich zwei weitere Wohnheime, die von der Stadt Köln unterhalten werden.

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