Alter Hafen: Anlieger heuern Sicherheitsdienste an

Einer der Auslöser war ein Vorfall in diesem Monat: Im neu bezogenen Büro der
Firma „VIP-Tickets“ an der Akademiestraße 7 saßen am späten Nachmittag noch zwei
junge Mitarbeiterinnen, als plötzlich zwei junge – offenbar betrunkene – junge
Männer versuchten, die Räume zu betreten. An der Glasfront zum Alten Hafen
machten sie obszöne Gesten: „Zum Glück war die Glastür geschlossen, wir haben
dann zur Rückseite auch schnell abgeschlossen“, erinnert sich die junge Frau und
spricht von einem sehr mulmigen Gefühl. Sie erzählte ihrem Chef davon, nun steht
täglich ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes vor der Tür.


Etwa zur gleichen Zeit hat zudem die Hausverwaltung die Initiative ergriffen,
so dass nun auch in den beiden Wochenendnächten Sicherheitspersonal zugegen ist.
Das hat offenbar in den vergangenen Wochen zu einer Entspannung der Lage
geführt. „Privat bezahlte Firmen können aber auf Dauer nicht die Lösung sein“,
sagt Anke Kanning, eine der Ladeninhaberinnen.


Allerdings ist parallel dazu auch auf offizieller Seite Bewegung in die Sache
gekommen. Friseur Alexander Kockers hat die Probleme schon im Vorjahr öffentlich
gemacht, vor kurzem bekam er von der Altstadtgemeinschaft die Gelegenheit, bei
einem Treffen die Probleme darzustellen. Daraus hat sich nun eine Art Runder
Tisch entwickelt, Kockers spricht von einer Ideenwerkstatt.
Die Anlieger wollen keine Kritik an den
Behörden üben


Weder Alexander Kockers noch Anke Kanning wollen Polizei oder Ordnungsamt den
Schwarzen Peter zuschieben: „Beide schauen hier genau hin, können aber nicht
rund um die Uhr da sein.“ Wichtig sei aber die Gesprächsbereitschaft. Denn die
Befürchtung vieler Anlieger ist, dass es mit wärmeren Temperaturen in den
kommenden Monaten wieder deutlich unruhiger am Hafenbecken werden könnte.
Kockers hat verschiedene Ideen, etwa eine Beschallung mit klassischer Musik für
den Arkadengang, um Partyvolk die Laune zu verderben.


Behörden


Polizei und Ordnungsamt sind regelmäßig mit Streifen präsent. Immer wieder
werden sie auch alarmiert. „Wir nehmen dort zum Beispiel Personalien auf und
sprechen Platzverweise aus“, so eine Polizeisprecherin.


Bezirksvorsteherin Marina Spillner war beim Treffen in der Vorwoche dabei,
sie betont die aktuellen Fortschritte. „Ganz so schlimm, wie es manchmal
dargestellt wird, scheint es zurzeit dort nicht zu sein.“ Dass die Anlieger
selber für Sicherheit sorgen und dafür auch bezahlen, hält die Politikerin für
angemessen. Das führe vielleicht zu einer Verdrängung.

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