Discobesucher in Lingen muss wegen Schlägerei zahlen

Der Mann hatte sich zudem bereit erklärt, im Zuge des Täter-Opfer-Ausgleichs 1000 Euro zu zahlen. Vom Vorwurf der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung wurde der Angeklagte ebenso freigesprochen wie die zwei mitangeklagten Türsteher im Alter von 30 und 31 Jahren.


Zahn abgesplittert
Der Angeklagte hatte eingeräumt, einem heute 28-Jährigen gegen vier Uhr morgens einen Schlag ins Gesicht versetzt zu haben. Das Opfer erlitt Prellungen im Gesicht, zudem war ein Zahn abgesplittert. Der Geschädigte hatte versucht, einen Streit zwischen dem Angeklagten und einem 25-jährigen Bekannten zu schlichten. Der Konflikt war entstanden, da der Angeklagte sich zwei jungen Frauen aufgedrängt hatte, die sich belästigt fühlten.
Vor dem Gerichtssaal hatte sich der einschlägig nicht vorbestrafte Angeklagte bei seinem Opfer entschuldigt. Dieser hatte zuvor erklärt, dass er nur Anzeige erstattet habe, weil sein Zahn beschädigt worden war und abzusterben drohte. „Zähne sind teuer“, verwies der Zeuge darauf, dass er mittlerweile kein Interesse mehr an einer Bestrafung habe.


Waren die Türsteher beteiligt?
Nicht gestanden hatte der 27-Jährige hingegen, im Verlauf der Auseinandersetzung einen hilflos am Boden liegenden 25-Jährigen mit zwei anderen wiederholt getreten zu haben. An diesem Geschehen sollten nach Anklageschrift auch die beiden Türsteher beteiligt gewesen sein.
Die verwiesen darauf, dass sie in der Tatnacht ihren Dienst am Eingang versehen hätten und erst über Funk von der Auseinandersetzung im Obergeschoss gehört hätten. Als sie hinzugekommen seien, sei alles schon vorbei gewesen. Auch die geschädigten Zeugen entlasteten die beiden Türsteher. Unklar blieb, ob möglicherweise zwei andere Kollegen des Sicherheitsdienstes am Tatabend ihr Amt missbrauchten und auf den wehrlosen Gast eintraten.
„Immer die gleiche Uhrzeit, immer zu viel Alkohol, immer die gleichen Lokalitäten“, erklärte der Strafrichter und bezeichnete es als „Schande“, dass der von der Disco beauftragte Sicherheitsdienst in der Vergangenheit schon Sicherheitskräfte beschäftigt habe, die wegen Körperverletzungsdelikten unter Bewährung standen oder bereits eine Freiheitsstrafe abgesessen hätten.

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