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  • Die wachsende Anzahl von Regelwerken für Unternehmen, egal ob durch Gesetze vorordnet oder durch Richtlinien und freiwillige Kodizes in den Unternehmen bestimmt, hat zur Folge, dass Beschäftigte, sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen müssen. Massive Folgen wie die Verhängung von Bußgeldern, Gewinnabschöpfung, Schadensersatzansprüche und tiefgreifende Imageverluste sind nur drei Verlustquellen die abgeleitet werden können, wenn die Notwenigkeit der Einhaltung von Regelwerken nicht aktiv gelebt wird. Grundsätzlich muss man zunächst die Frage stellen, ob die Sicherstellung der Compliance in den Unternehmen auch gewusst und gewollt gelebt wird? Tatsächlich - und das zeigen zwei aktuelle Fälle in den Medien – wird Risikominimierung noch nicht überall ausreichend genug betrieben. Erstens der Fall „Kranken-Akte Schumacher“: Auffallend ist dabei, dass augenscheinlich nicht die „dunkle Seite der Informationstechnologie“ in der Diskussion steht, sondern vielmehr der sorglose Umgang mit höchst persönlichen Daten in Papierform. Zweitens: Der Flughafen Berlin „Tag und Nacht“ wo man offensichtlich nicht in der Lage war, zur Effektivitätssteigerung und Risikominimierung die notwendigen Maßnahmen einzuleiten. Beim letzteren kann wohl davon ausgegangen werden, dass Compliance-Maßnahmen in der Strategie nicht berücksichtigt wurden. In beiden Fällen eskalieren die Ereignisse jetzt und man muss sich schon den Gedanken erlauben können, ob es überhaupt funktionierende Compliance-Prozesse gegeben hat?
  • (Bad Homburg) – Die gestern vom Bundesinnenminister in Berlin veröffentliche Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2013 weist zum zweiten Mal in der fast 40-jährigen Geschichte deutscher Geld- und Wertdienstleister keinen einzigen Überfall auf Spezialgeldtransportfahrzeuge aus. “Das ist verglichen mit der Überfallsituation den anderen europäischen Ländern ein herausragendes Ergebnis und Beleg für unsere erfolgreiche Verbandsarbeit. Gemeinsam mit unseren Sicherheitsbeauftragten, Vertretern der Berufsgenossenschaft und den Sachversicherern sowie den Kundenverbänden haben wir den BDGW-Sicherheitsstandard erarbeitet”, so Dr. Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW). Insgesamt gab es nach der Erhebung des europäischen Dachverbandes ESTA in Europa insgesamt 481 Überfälle, davon 270 in Großbritannien, 59 in Frankreich, 34 in Italien, 33 in Irland, 31 Schweden 14 in Portugal und 11 in Holland.

    Die in Deutschland zur Anwendung kommenden Sicherheitskonzepte seien demnach beispielgebend in Europa. “Wir haben, im Unterschied zu allen anderen europäischen Staaten, keine staatliche Regulierung für den Geld- und Werttransport”, so Olschok.

    Wesentliche Bausteine deutscher Sicherheitskonzepte seien der Einsatz von gepanzerten Fahrzeugen, Zwei-Mann-Besatzung, GPS-Ortung der Fahrzeuge, Bewaffnung der Beschäftigten sowie der Einsatz von Transportsicherungssystemen. “Es besteht keine Notwendigkeit, die sichere Bargeldlogistik und die Sicherheit der Beschäftigten durch davon abweichende Ausnahmeregelungen zu gefährden”, spielt Olschok auf Tendenzen der Berufsgenossenschaft für Verkehr (BGV) an, die sogenannte Ein-Mann-Logistik weiterhin zuzulassen. “Never change a running system”, so der Hauptgeschäftsführer weiter.

    Der europäische Spitzenwert von 0 Überfällen, so Olschok, sei aber auch nur deshalb möglich, weil die hervorragende Aufklärungsarbeit der Polizei den Tätern keine Chance ließen: “Alle 5 im Vorjahr in der PKS registrierten Überfälle sind aufgeklärt worden!”

    Die PKS-Zahlen für Überfälle auf Spezialgeldtransportfahrzeuge sind auch im Vergleich mit anderen Raubüberfällen in Deutschland beeindruckend.

    Die Raubüberfälle sind auch in den anderen Bereichen rückläufig. Das war nur möglich, weil Kreditinstitute, Tankstellen, Spielhallen und auch der Handel in die Sicherheit ihrer Gebäude und Prozesse investiert haben und dabei auf die Dienstleistungen unserer Mitgliedsunternehmen zurückgegriffen haben, so Dr. Harald Olschok, der auch Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW) ist.

    Sensationell sei die Zahl “0″ auch deshalb, weil täglich mehr als 2.600 gepanzerte Geldtransportfahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs sind. Diese transportieren nach Angaben der Deutschen Bundesbank circa 3 Milliarden Euro. Ohne die Tätigkeit der 11.000 Beschäftigten bei Geld- und Wertdienstleistern sei keine sichere Bargeldversorgung der Kreditinstitute und Bargeldentsorgung des Handels möglich, so Olschok abschließend.

    Abschließend wies Olschok auf die Messe security hin, die vom 23. – 26. September in Essen stattfindet. Um den Bargeldkreislauf in den Blickpunkt zu rücken, werde die BDGW gemeinsam mit ihren ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedsunternehmen auf der diesjährigen security erstmals den Bargeldkreislauf sowie die wichtigsten Akteure dazu vorstellen. Dazu gehören neben den Wertdienstleistern die Hersteller von gepanzerten Spezialfahrzeugen, von Geldbearbeitungsmaschinen, Transportbehältnissen, IT-Lösungen sowie Uniformen und andere. Dabei würden auch die vielschichtigen Maßnahmen ansatzweise gezeigt, die zu sicheren Geld- und Werttransporten in Deutschland beitragen.
  • Bad Homburg/Magdeburg – Der BDSW forderte die Reporter des Team Wallraff nochmals zu einer tiefergehenden Bearbeitung und Recherche zu den in ihrer RTL Reportage "Team Wallraff - Reporter undercover" aufgezeigten Zuständen in einigen Sicherheitsunternehmen auf. Im Nachgang der Reportage trafen sich heute BDSW-Präsident, Gregor Lehnert, und BDSW-Hauptgeschäftsführer, Dr. Harald Olschok, mit Reporter Thorsten Misler, der sich als Mitarbeiter undercover in den gezeigten Sicherheitsunternehmen umgesehen hat, zu einem Gespräch. Misler will nun auch den Ursachen und Problemen auf behördlicher Seite nachgehen.