• Sicherheitsmann: Ein Leben in ständiger Gefahr

    Um das Leben anderer nicht zu gefährden, setzen Sicherheitsmänner ihr eigenes Leben aufs Spiel. Doch der Job fordert seinen Tribut: Am Ende leiden die Psyche und auch Familie und Freunde darunter. So hart ist der Beruf als Security.
    Thorsten Gißler ist Bereichsleiter eines Ordnerdienstes. Mehr als jedes zweite Wochenende steht er im Stadion und sorgt für friedliche Abläufe abseits des Spielfeldes. Unter den fußballverrückten Zuschauern befinden sich sowohl Familien als auch gewaltbereite Fans. Damit die nicht eskalieren, müssen Thorsten und seine Kollegen die Situation im Blick behalten: „Heutzutage ist so schnell irgendwo ein Messer versteckt oder ein Schlagstock“. Wenn die angeheizten Fußballfans auf die Ordner am Eingang treffen, ist die Stimmung gereizt. Hier zählen Geduld, Erfahrung und Frauen. Sie sollen eine beruhigende Wirkung auf die pöbelnden Fans ausüben.

    Vieles von dem, was im Job passiert, behalten die Sicherheitsmänner für sich. Denn jedes Mal, wenn sie das Haus verlassen, ist das auch eine Belastung für ihre Partner. Thorstens Freundin Natalja ist manchmal krank vor Sorge: „Man macht sich schon Sorgen. Man sitzt zu Hause… das ist sehr anstrengend manchmal.“

    Peter Steinkamp ist als Wachmann im Einsatz. Als er vor zwei Jahren bereits zum vierten Mal im Dienst überfallen wird, hinterlässt das tiefe Spuren: „Ich hatte wirklich Angst zu schlafen und das war eine der schlimmsten Situationen, die ich in meinem Leben erlebt habe. Ich wusste ganz genau, wenn ich mich hinlege zum Schlafen, kommt dieser Traum wieder.“ Der 53-Jährige wurde mit einer Waffe bedroht – körperlich blieb er unversehrt, doch es folgten fast zwei Monate psychologische Behandlung. Seitdem holen ihn die traumatischen Ereignisse im Alltag immer wieder ein.

    Reporter Daniel Hartwich und ein Kollege wollen undercover den Test machen: Wie leicht ist es, auch völlig unerfahren als Sicherheitsmann bei einem Fußballspiel anzuheuern? Im Falle der Reporter reicht ein vorgelegter Personalausweis aus – und das, obwohl die Richtlinien des DFB ein polizeiliches Führungszeugnis und eine Schulung vorschreiben. Ordner, die zum ersten Mal im Einsatz sind, müssen als Schutzschild für pöbelnde Fans herhalten. Auf die möglichen Konsequenzen eines solchen Einsatzes bereitet sie niemand vor. Sicherheitsmänner wie Peter Steinkamp bleiben dann mit ihrem Trauma allein.

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