• Das Berufsbild des Bodyguards hat in der Vergangenheit mehrere Wandlungen durchlaufen. Der klischeebeladene Wachmann, der „breite Schrank“ mit finsterem Blick und Glatze oder das imponierende Muskelpaket mit Sonnenbrille, haben im heutigen Anforderungsprofil keinen Platz mehr.
    Die Sicherheitsfachkraft mit der Spezialisierung Personenschutz ergibt den heutigen, modernen Bodyguard. Sie gehört zu den Experten in Fragen der präventiven und operativen Gefahrenabwehr. Die Aufgaben sind vielfältig und variieren je nach Auftrag und Schutzperson. Ob Personenschutz für ein Kleinkind, pubertierenden Teenager, Christ, Jude, Moslem, sportlich aktiven, Politiker oder Prominenten. Jeder Auftrag wird einen anderen Schwerpunkt haben.

    Problematik wird in Gefahrenanalyse erfasst

    Sehr wichtig ist die Frage, wie viele Eingriffe und Einschränkungen lässt die Schutzperson auf ihre persönliche Freiheit, Intimsphäre zu. Es muss geklärt werden, ob der Schutzauftrag offen der verdeckt durchgeführt werden soll. Diese Problematiken werden in einer Gefahrenanalyse erfasst, abgearbeitet und kann wie folgt aussehen: Schwachstellenanalyse, Schutzzieldefinition, Abwehrkonzepte erstellen, Sicherheitsgespräch mit der Schutzperson, Entscheidung für ein Konzept, Festlegen des Restrisikos, Durchführung und Kontrolle des Schutzkonzeptes, ständige Aktualisierung sowie Nachbereitung der Maßnahmen.

    Das Anforderungsprofil für einen Personenschützer/Bodyguard beinhaltet Themen wie:

    - perfekt ausgebildet in personenschutzspezifischen Themen
    - gepflegtes Aussehen und gute Umgangsformen
    - hohe psychische Belastbarkeit und physische Fitness
    - sehr gute Allgemeinbildung, gute Ausdrucks-/Überzeugungsfähigkeit
    - hohe Flexibilität, Reisebereitschaft (international)
    - selbständige, zielorientierte, systematische Arbeitsweise, starke Eigenmotivationsfähigkeit
    - gute Englischkenntnisse und PC-Anwenderkenntnisse
    - professionelle Distanz zur Schutzperson
    - Charaktereigenschaften wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Loyalität

    Wo bekommt man solche Bodyguards her? Wer bildet diese Spezialisten aus? Die Schutzperson steht nun vor der Frage, auf welcher Basis sie eine Wahl für diesen oder jenen Bodyguard treffen soll. Problematisch ist in der Regel die Tatsache, dass der Personalchef naturgemäß fachlich nicht die geringste Ahnung hat was einen professionellen Bodyguard ausmacht.

    Drei Monate Ausbildungszeit, Kosten: 3.540 Euro

    Es ist kein einfacher und kurzer Weg, den der Sicherheitsprofi beschreiten muss um am Sicherheitsmarkt Chancen auf eine Anstellung als Bodyguard zu bekommen. Nachfolgend einige Tipps wie dieser Weg aussehen könnte: Eine Ausbildung zum „Sicherheitsspezialisten“ wird von Sicherheitsfachschulen oder Konzern intern durchgeführt.

    Voraussetzungen sind Berufserfahrung in der allgemeinen Sicherheit (z.B. Bundeswehr oder Polizei), ein polizeiliches Führungszeugnis ohne Eintrag, gute körperliche Fitness und Allgemeinbildung, Fremdsprachenkenntnisse, Stressstabilität sowie ein seriöses Erscheinungsbild. Ziel der Ausbildung ist es, Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln um
    selbständig und eigenverantwortlich UPS (unmittelbaren Personenschutz) und EPS (erweiterten Personenschutz) durchführen zu können. Die Dauer der Ausbildung beträgt 3 Monate in Vollzeit mit ca. 500 Lehreinheiten.

    Die Kosten belaufen sich auf ca. 3.540,- Euro. Die Ausbildung wird meist auf der Grundlage des ASW-Leitfadens „Personenschutz“ durchgeführt. Der Lehr- und Stoffplan beinhaltet in der Regel folgende Ausbildungsgebiete: Personenschutzdienstkunde, Ausrüstung und Technik, Rechtliche Grundlagen, Psychologie, Waffensachkunde, Sachkunde gemäß § 34a GewO u.a. Um ein Personenschützer/Bodyguard zu werden, und eine entsprechende Anstellung zu bekommen, hängt somit von vielen Einzelpunkten ab.


    ---> Personenschützer im Interview Keine Kompromisse: Die Ausbildung ist hart

    Personenschützer im Interview: Keine Kompromisse: Die Ausbildung ist hart - Video - Panorama - FOCUS Online

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