• Als Sicherheits-Mitarbeiter vor dem Stadion attackierte ein 34-jähriger Mann im Mai 2017 einen BVB-Fan. Der ist seitdem ein Pflegefall. Der Täter erhielt am Dienstag drei Jahre Haft.
    Der Vorfall vom 20. Mai 2017 hat das Leben des heute 39-jährigen Fans komplett zerstört. Bei einem Sturz mit dem Kopf auf den harten Boden erlitt der Mann damals eine Schädelfraktur mit Hirnblutungen. Wochenlang lag er im Koma und schwebte in akuter Lebensgefahr.

    Die ist inzwischen zwar gebannt. Doch der Preis dafür ist unendlich hoch. Der BVB-Fan hat sein Gedächtnis, seinen Geschmacks- und seinen Geruchssinn verloren. Er ist fast vollständig erblindet und bewegt sich nur langsam auf den Beinen vorwärts. "Er musste neu laufen lernen", sagte sein Anwalt Jens Koch am Dienstag im Plädoyer.

    Angeklagter entschuldigte sich im letzten Satz

    Der Angeklagte hat sich zwar in seinem letzten Satz vor der Urteilsverkündung noch einmal entschuldigt ("Es tut mir leid, was passiert ist"), bis zuletzt ließ er seine Verteidiger Jan-Henrik Heinz und Tobias Eskowitz jedoch Zweifel an seiner Schuld säen.

    Ja, es sei wohl richtig, dass der Sicherheits-Mann an jenem verhängnisvollen Tag eine "Trittbewegung" in Richtung des späteren Opfers gemacht habe. Er sei aber längst nicht sicher, dass der Fuß das Opfer überhaupt berührt habe, so Verteidiger Heinz. Und weiter: "Ich halte es durchaus für denkbar, dass der Mann beim Umdrehen das Gleichgewicht verloren hat und von selbst umgefallen ist."

    Tatsache ist, dass sich nach dem Heimspiel von Borussia Dortmund gegen Werder Bremen ein Streit zwischen dem Sicherheits-Mitarbeiter und dem 39-Jährigen entzündete. Der Fan wollte zum U-Bahnhof, um nach Scharnhorst zu fahren. Doch am Eingang des Bahnhofs hatte der private Sicherheitsdienst im Auftrag der DSW21 eine Sperre errichtet, um die Menschenströme kanalisieren zu können.

    Attacke gingen Beschimpfungen und Beleidigungen voraus

    Als der Fan hörte, dass er einen Umweg laufen sollte, soll es zu Beschimpfungen und Beleidigungen gekommen sein. Möglicherweise wurde ein Kollege des Angeklagten auch vor die Schulter geschlagen. Deshalb habe er den Randalierer festhalten wollen, ließ der Angeklagte seine Verteidiger erklären. "Es war sein gutes Recht, die Personalien des Mannes festzustellen, um später ein Strafverfahren einzuleiten."

    Das Gericht befand den daraufhin erfolgten Angriff aber keineswegs als gerechtfertigt. Das Urteil lautet auf gefährliche und schwere Körperverletzung.

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