• WETZLAR/DILLENBURG Die Kreisverwaltung hat Security-Unternehmen auf Volksfesten im Lahn-Dill-Kreis überprüft und festgestellt: In rund einem Drittel der Fälle seien die Sicherheitsdienste unerlaubt im Einsatz gewesen.
    Das teilte die Behörde am Donnerstag mit.Die Sicherheitsdienste hätten keine Erlaubnis nach der Gewerbeordnung gehabt. Voraussetzungen für diese Erlaubnis sind laut Kreisverwaltung: Mindestqualifikationen, Zuverlässigkeit, geordnete Vermögensverhältnisse und Haftpflichtversicherungsschutz.

    Diese illegalen Sicherheitsunternehmer hätten in der Folge auch illegal Mitarbeiter eingesetzt. Denn die Unternehmen hätten nicht nur keine Erlaubnis gehabt, sondern auch das Personal nicht den Behörden gemeldet.

    In zwei Fällen hat der Kreis Bußgelder gegen die Security-Unternehmen verhängt: einmal 300 Euro und einmal 2000 Euro.

    Beamte suchten Veranstalter auf und befragten sie nach den Security-Unternehmen


    In weiteren Fällen seien die Ermittlungsergebnisse an andere Behörden weitergeleitet worden, zum Beispiel wenn die Firma ihren Sitz außerhalb des Kreises hat und hier nur ein- oder zweimal unerlaubt tätig war.

    Seit 2016 sind in Hessen die Kreise für das Bewachungsgewerbe zuständig. Im Lahn-Dill-Kreis übernimmt die Kontrolle dieses Gewerbes die Abteilung Ordnungs- und Gewerberecht in der Kreisverwaltung. Sie prüft unter anderem, ob solche Erlaubnisse nach der Gewerbeordnung vorliegen (mit Ausnahme von Wetzlar; hierfür ist die Sonderstatusstadt selbst verantwortlich).

    Bei ersten Kontrollen seien Kreisbeamten Namen von Personen genannt worden, die mutmaßlich illegal als Security auf heimischen Volksfesten auftreten. Nach Recherchen hätten die Beamten festgestellt, dass dieser Missstand keine Seltenheit ist. So habe sich die Kreisverwaltung von den Gemeinden die Volksfeste und ähnliche Veranstaltung benennen lassen, außerdem wer diese ausrichtet und welches Bewachungsunternehmen vor Ort tätig war. War das nicht bekannt, seien die Veranstalter aufgesucht und befragt. Ergebnis: In rund einem Drittel aller Volksfeste sei die Security unerlaubt im Einsatz gewesen. (red)

    Das empfiehlt die Kreisverwaltung den Veranstaltern von Festen:


    Die Kreisverwaltung des Lahn-Dill-Kreises empfiehlt den Vereinen als Veranstalter von Volksfesten: „Lassen Sie sich vor einer Beauftragung eines Security-Unternehmens dessen Erlaubnis nach Paragraf 34a der Gewerbeordnung zeigen.“ In Zweifelsfällen könnten Vereinsvertreter auch bei den Landratsämtern nachfragen.

    Die Kreisverwaltung könne nicht ausschließen, dass die Vereine selbst in die Bredouille kommen, wenn sie ein illegales Bewachungsunternehmen einschalten und dadurch ein Schaden entsteht. Möglicherweise greife dann die Veranstalterhaftpflicht der Vereine nicht und der Verein bleibe auf einem eventuellen Schaden sitzen oder werde gar regresspflichtig. Gerade bei Körperverletzungsdelikten könne das nicht nur für das Opfer, sondern auch für die Vereine böse Folge haben.

    Ein weiterer Tipp aus dem Kreishaus: In manchen Verträgen oder auf Quittungen hätten die Sicherheits-Unternehmer nur eine Fantasiebezeichnung anstelle eines vollständigen Namens oder einer im Handelsregister eingetragenen Firma (beispielsweise GmbH) angegeben. Auch das sollten die Vereine nicht hinnehmen, denn Unternehmen, die sauber arbeiten, hätten kein Problem mit Transparenz.

    Ansprechpartner in der Kreisverwaltung für Fragen zum Thema ist Verwaltungsdirektor Reinhard Strack-Schmalor, (0 64 41) 4 07 20 00, Mail: reinhard.strack-schmalor(at)lahn-dill-kreis.de. (red)

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