• Ein privater Sicherheitsdienst soll in nächster Zeit die Karbener Stadtpolizei bei Kontrollen entlasten. So will die Stadt Personalknappheit ausgleichen – und immer mehr Probleme mit über die Stränge schlagenden jungen Leuten.
    Karben. Nicht nur der Bahnhof Groß-Karben ist betroffen. Ebenso der erst frisch aufgemotzte Skate-Park in Klein-Karben. Diverse Spielplätze. Das Streetballfeld an der TG-Turnhalle in Groß-Karben. Und seit Neuestem auch der Durchgang der neuen Niddabrücke der Nordumgehung unweit des Fasanenhofs.

    All diese Orte sind beliebte Treffpunkte junger Leute in Karben – und sie haben sich zu Brennpunkten mit abendlichem Lärm und Vermüllung entwickelt. Die Lage sei inzwischen so intensiv, dass die Stadtpolizei alleine nicht mehr hinterherkomme, sagt Karbens Bürgermeister Guido Rahn (CDU). Wobei auch akute Krankheitsfälle die Lage bei den Ordnungshüter verschlechterten.

    Junge Leute saufen

    Der Rathauschef steuert nun gegen: „Zur Unterstützung wird ein privater Sicherheitsdienst zweimal pro Woche eingesetzt“, kündigt Rahn an.

    Der Vorteil: Die Sicherheitsleute könnten ganz gezielt an die Brennpunkte entsandt werden und dort für Ruhe und Ordnung sorgen. Die Unterstützung soll die Stadtpolizei besonders an den Wochenenden und in den Nächten erhalten. Denn dann sei es nicht nur wichtig, den ruhenden Verkehr zu kontrollieren, also Falschparker.

    Sondern es gebe dann viele Probleme mit ausufernden Partys junger Leute, weiß der Bürgermeister. Schon um 18.30 Uhr gehe es mit Saufgelagen los. Selbst 15-jährige Mädchen erwischte die Stadtpolizei schon mit Wodkaflaschen. Platzverweise ignorierten die jungen Leute: „Die kommen einfach wieder, wenn die Polizisten weg sind.“ Weshalb im Lauf solcher Abende weitere Kontrollen nötig seien. Und oftmals blieben Unrat und zerschlagene Alkoholflaschen an den Treffpunkten zurück. „Morgens rufen dann Eltern an, weil ihre Kinder dort nicht spielen können“, erklärt Guido Rahn das Dilemma.

    Mehr Sozialarbeit

    Die Kontrollen würden somit verursacht, weil Eltern ihren Pflichten nicht nachkämen. „Erziehung ist nicht Sache der Stadt, aber wir müssen tätig werden“, seufzt der Bürgermeister. Deshalb kündigt er an, bei der Schulsozialarbeit aufstocken zu wollen.

    Zusammen mit dem Wetteraukreis soll eine dritte Stelle an der Kurt-Schumacher-Schule finanziert werden. Die neue Kraft werde sich zusätzlich um die benachbarte Pestalozzischule in Groß-Karben kümmern. Sozialarbeit an einer Grundschule sei ein Novum, betont Rahn. „Aber wir müssen, falls nötig, so früh wie möglich eingreifen.“

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