• Viele Flüchtlingseinrichtungen brauchen auch viele Wachleute. Das sorgt für einen Boom in der Branche. Die Bundesregierung will mit strengeren Regeln verhindern, dass sich schwarze Schafe unter den Wachleuten aufhalten.
    n einer ehemaligen Tennishalle in Ergolding bei Landshut leben mehrerer Hundert Flüchtlinge. Um die Einrichtung nach Außen zu schützen, aber auch, um für Ordnung unter den Bewohnern zu sorgen, arbeiten rund um die Uhr Wacheleute dort. Wer da, wie Abdellatif Khaoui, auch arabisch spricht, ist als Helfer und Ansprechpartner sehr gefragt.

    "Jeder hat ein Anliegen, der eine möchte seine Familie nachholen, der andere ist mit einer Behinderung hergekommen und möchte ärztlich versorgt werden, oder hofft darauf. Und damit müssen wir uns auseinandersetzen. In erster Linie bewachen wir nicht, sondern betreuen hier."

    Abdellatif Khaoui, Wachmann


    Der Zuzug von Flüchtlingen aus Syrien und anderen Kriegs- und Krisengebieten sorgt im Wachgewerbe für einen rechten Boom. Es werden ständig Mitarbeiter gesucht, was sich auch unter Arbeitssuchenden herumgesprochen hat. Viele bewerben sich, obwohl sie zuvor ganz andere Berufe ausgeübt haben.Die Industrie- und Handelskammer veranstaltet für Seiteneinsteiger und Berufsanfänger bei den Sicherheitsfirmen einwöchige Kurse. Technik, Recht und Psychologie als Crashkurs. Ein polizeiliches Führungszeugnis reicht als Ausweis von Zuverlässigkeit und politischer Gesinnung.

    Gerade in Flüchtlingsunterkünften ist das aber heikel. Daher plant die Bundesregierung höhere Anforderungen einzuführen. So könnte zum Beispiel eine Anfrage beim Verfassungsschutz weitergehende Informationen über einen zukünftigen Wachdienstler liefern.

    Sicherheitsbranche wünscht sich ein Zentralregister

    Höhere Anforderungen für das Personal der Sicherheitsfirmen wünscht sich auch der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft. So könnte ein bundesweites Zentralregister für Wachleute Aufschluss geben, ob jemand beispielsweise in anderen Städten bereits im Dienst auffällig geworden ist. Auch möchte der Branchenverband genauer hinsehen bei Deeskalationstraining und interkultureller Kompetenz. Den eigentlichen Vorwurf macht der Bundesverband aber Staat und Kommunen. Die derzeitige Vergabepraxis von Aufträgen an Sicherheitsfirmen fördere Billiganbieter, die seriösen Anbietern das Wasser abgrabe.

Kommentare 1

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    SvWu -

    Das ist alles schön und gut. Aber wer schützt die Mitarbeiter ? ich habe zuletzt 5 Jahre für eine Firma gearbeitet. im letzten halben Jahr kam es dann. es kamen plötzlich immer mehr angebliche beschwerden. mein ex-chef lies sich trotz mehrfachem Gesprächswunsch meinerseits im letzten halben Jahr nicht darauf ein. statt dessen bekam ich plötzlich eine abmahnung. nachdem ich diese nicht anerkannte folgte sofort die nächste mit dem Hinweis auf einen Eintrag in meiner Personalakte. auch hier keine Bereitscbaft, dieses problem zu lösen.also blieb mir nur,mich an eine (Fach)Anwalt zu wenden. Kurzum. Es kam zu einer beidseitiven Vertragsauflösung. Im Nachhi ein stellte sich dann heraus,das ein Kollege falsche Aussagen tätigte. Ich bekam nicht wirklich Hilfe.Eher fühlte ich mich im Stich gelassen. Niemand wollte mich überhaupt anhören. Man schaffte es,das ich den Spass und die Ffeude an diesem Beruf nacb 15 Jähriger Tatigkeiten verlor.. .