neu hier ...

      neu hier ...

      Hallo zusammen :)

      Ich war bisher nur stille Mitleserin, muss mich jetzt aber doch mal mit der ein oder anderen Frage an Euch wenden bzw. meinem Ärger über diese Branche mal Luft machen.

      Ich muss dazu sagen, dass nicht ich selbst im Sicherheitsdienst arbeite, sondern mein Mann.
      Ich selbst arbeite mit 30 Wochenstunden als Buchhalterin bei einem Steuerberater. Wir haben eine 10-jährige Tochter, die diesen Sommer in die 5. Klasse kommt.

      Anfangs sollte das nur eine Übergangslösung für ihn sein, aber wie das wohl bei so vielen von Euch ist - er ist geblieben. Quasi in guten wie in schlechten Zeiten; wobei die (aus Sicht des Arbeitnehmers) schlechten Seiten rückblickend doch eher überwiegen.
      Seit 22 Jahren sitzt er als Pförtner bei einer Firma an unserem Wohnort; was natürlich Vor- aber halt auch Nachteile hat, betreut den Kunden und seine Kollegen schon seit ein paar Jahren als Objektleiter und bekommt dies auch "schon" seit etwa 1 Jahr auch zusätzlich (mehr schlecht als recht) vergütet.
      Mit dieser Position und einem unbefristeten Arbeitsvertrag sucht man sich dann auch nicht unbedingt "mal eben" etwas neues, denn wie ich es hier herauslese, ist es bei anderen Sicherheitsdiensten auch nicht viel anders und man fängt dann entsprechend auch wieder bei null an.

      In der ganzen Zeit gab es viele Höhen und Tiefen in diesem Arbeitsverhältnis, die natürlich auch teilweise enorme Auswirkungen auf persönlicher Ebene hatten. Teilweise geben wir uns hier die Klinke in die Hand, früher haben wir uns manchmal tagelang gar nicht gesehen.
      240-260 Stunden pro Monat sind der Regelfall, oftmals können die Ruhezeiten nicht eingehaltenwerden, weil eigentlich permanent Personal fehlt. Aktuell arbeitet er schon wieder seit fast 4 Wochen am Stück durch, weil 2 Kollegen krank sind, einer in den Ruhestand gegangen ist und bei einem der Vertrag nicht verlängert wurde.

      Und so könnte ich noch viele weitere Sachen auflisten, die mir ziemlich quer runtergehen, aber das soll dann Gegenstand meiner kommenden Beiträge sein.

      LG Chrissy
      LG Chrissy :thumbsup:
      Ja, da hat sich in der Tat in den letzten Jahren eine Menge zugetragen. Ich kann darüber teilweise auch nur noch den Kopf schütteln; manchmal kommt mir aber auch derart die Galle hoch, dass ich kurz davor bin, mich da einzumischen. Ist natürlich auch nicht der richtige Weg, aber man könnte manchmal wirklich die Verantwortlichen nehmen und durchschütteln.

      Allen voran im Prinzip den Betriebsrat (ich hatte es gerade schon in meinem anderen Beitrag geschrieben). Die hocken da alle paar Wochen stundenlang zusammen, lassen sich schön die Zeit bezahlen und treffen Entscheidungen, über die sich in erster Linie der AG freut.
      Ich weiß natürlich nicht, wie das auf anderen Objekten und in anderen Niederlassungen ist, aber die Mitarbeiter hier vor Ort werden einfach mal vergessen. Die bleiben sich selbst überlassen und dürfen alles schön selber regeln oder aber sich alles gefallen lassen.

      12-Stunden-Schichten sind hier die Regel; alles andere würde sich gar nicht verwirklichen lassen. Von den 10 Leuten, die sie insgesamt sind, sind grundsätzlich 2-3 Leute weg (krank, im Urlaub, woanders hinbeordert); der Rest muss täglich 5 verschiedene Schichten abdecken. Wird bei dem Kunden in dem einen Werk zusätzlich Nachtschicht gearbeitet, wird aus 2 kurzen Schichten (16.30-0.30 Uhr und 3.30-7.30 Uhr) eine komplette Nachtschicht (16.30-7.30 Uhr) die entsprechend auf 2 Leute aufgeteilt werden muss.
      Wenn man dann aber Kollegen dabei hat, die dieses und jenes nicht machen wollen, nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind, generell nicht einspringen oder tauschen, sich am Telefon verleugnen lassen oder auch mal "ganz schnell" krank werden oder einfach nicht kommen etc.
      Dann kommt es halt dazu, dass man vergeblich auf seine Ablösung wartet und auch mal von 16.30 bis 7.30 Uhr durcharbeitet - tagelang am Stück.

      Was mich einfach mega stört ist die Tatsache, dass solche Situationen immer auf dem Rücken der gleichen Personen ausgetragen werden, während andere sich einen faulen Lenz machen und es sie in keinster Weise juckt, wie und wer das Problem löst.
      Und während solche Mitarbeiter seit zig Jahren fest im Stuhl sitzen und sich eine Nummer nach der anderen erlauben können, wird anderen (guten) der Vertrag nicht verlängert oder vom BR abgelehnt.

      Oder die Sache mit den Klamotten ... Mein Mann ist jetzt über 20 Jahre bei dem Verein und hat in der gesamten Zeit 2x eine neue Hose und vielleicht 3x neue Hemden bekommen. Die Jacke ist immer noch die, die man ihm vor 20 Jahren gegeben hat. Und ob er zwischendurch mal neue Schuhe bekommen hat, wage ich zu bezweifeln.
      Grundsätzlich fehlt es an den richtigen Größen; egal ob es jetzt für ihn oder für Kollegen ist. Handschuhe, Mütze oder dergleichen gab es nur auf mehrfache Nachfrage.
      Dann war ständig das Dienstfahrzeug kaputt. Die Karre stand mehr in der Werkstatt, als das sie einsatzfähig gewesen wäre. Da niemand der Kollegen mit dem Privatfahrzeug die 2 Kontrollfahrten pro Nacht machen wollte, gab's halt keine und das 10 km entfernte Werk blieb dann eben tagelang nachts unkontrolliert. Stört die in der Niederlassung aber auch nicht besonders. Was der Kunde nicht weiß ...

      Im Januar/Februar schickte man meinen Mann und ein paar weitere Mitarbeiter wochenweise (alle 14 Tage) zur GSSK-Schulung. Eigentlich sollte dann Anfang März die Prüfung vor der IHK stattfinden. Fand dann aber nicht statt, weil man nicht mal in der Lage gewesen ist, die nötigen Unterlagen alle vollständig einzureichen.
      Da packt man sich doch an den Kopf, oder?
      LG Chrissy :thumbsup:

      Neu

      Nicht wirklich.
      Er hat das aber auch lange Zeit nicht konsequent verfolgt.
      Zum einen sagt er immer, dass es bei anderen Sicherheitsdiensten auch nicht wirklich besser ist und er - egal, was er macht und wohin er geht - immer wieder bei Null anfängt. Hier hat er seit zig Jahren einen unbefristeten Arbeitsvertrag, eine "gehobenere" Position und kann dadurch zumindest etwas Einfluss auf die Einsatzplanung nehmen.
      Abgesehen davon hat er seinen Arbeitsort hier halt auch vor der Haustür, wodurch er zu Fuß gehen bzw. mit dem Fahrrad fahren kann und wir nur ein Auto benötigen.

      Es stand für ihn auch nie zur Debatte, wieder in seinem eigentlichen Beruf als Bäcker zu arbeiten (da verdient man ja auch nicht wirklich viel und die Arbeitszeiten sind ähnlich bescheuert).
      Die Alternative wäre also gewesen, nochmal einen neuen Beruf zu erlernen oder aber irgendwo als Helfer in der Produktion zu arbeiten.
      Wenn Du aber eine Familie zu ernähren hast, überlegst Du Dir das natürlich, ob Du diesen Schritt machst.

      So ist es eben dabei geblieben in der Hoffnung, dass sich vielleicht doch mal irgendwas ins Positive ändert.
      In den letzten Jahren gab es immer mal solche "saure Gurken"-Zeiten, aber damit konnte man sich im Großen und Ganzen gut arrangieren.
      So schlimm, wie es momentan ist, war es GsD schon lange nicht mehr.

      Das Problem ist einfach, dass die Truppe hier völlig sich selbst überlassen wird. Seitens der Niederlassung wird nur bei der Einsatzplanung eingegriffen, das aber konsequent. Die kriegen zum 10. d. M. den Plan für den Folgemonat, basteln den dann so um, dass er vom BR genehmigt wird und schicken den dann - wider besseren Wissens - an die Leute hier raus. Anschließend geht dann die Bastelei wieder los, damit die Schichten dann auch wirklich so besetzt sind, wie sie es sein sollen.
      Und mit dieser Bastelei lassen sie die Leute hier dann allein.
      LG Chrissy :thumbsup:

      Neu

      Achtung, ich bin mal ehrlich:

      Chrissy76 schrieb:

      Nicht wirklich.
      Er hat das aber auch lange Zeit nicht konsequent verfolgt.
      Zum einen sagt er immer, dass es bei anderen Sicherheitsdiensten auch nicht wirklich besser ist und er - egal, was er macht und wohin er geht - immer wieder bei Null anfängt.


      Es handelt sich aber um ein selbstgemachtes Problem.

      Chrissy76 schrieb:

      Abgesehen davon hat er seinen Arbeitsort hier halt auch vor der Haustür, wodurch er zu Fuß gehen bzw. mit dem Fahrrad fahren kann und wir nur ein Auto benötigen.


      Bequemlichkeit steht Veränderungen (und damit potentiellen Verbesserungen) häufig im Weg. Da muss man im Zweifelsfall halt durch.

      Chrissy76 schrieb:

      Es stand für ihn auch nie zur Debatte, wieder in seinem eigentlichen Beruf als Bäcker zu arbeiten (da verdient man ja auch nicht wirklich viel und die Arbeitszeiten sind ähnlich bescheuert).
      Die Alternative wäre also gewesen, nochmal einen neuen Beruf zu erlernen oder aber irgendwo als Helfer in der Produktion zu arbeiten.
      Wenn Du aber eine Familie zu ernähren hast, überlegst Du Dir das natürlich, ob Du diesen Schritt machst.


      Man kann sich - wenn man das denn will - weiterbilden. Unter Inkaufnahme von Anstrengung und temporären Nachteilen auch während der Ausübung eines anderen Berufs. Danach eröffnen sich einem auch meist neue Möglichkeiten, auch wenn man dafür ggf. Flexibilität und Bereitschaft zur Veränderung mitbringen muss. BTDT.

      Und ja, da ist sie wieder, diese Bequemlichkeit.

      Die Alternative ist, über die schlechte Situation zu jammern, ohne realistische Aussicht auf Verbesserung und den damit verbundenen Folgen für Motivation, Gemüt, Familie, etc...