Führung von Personal

      Führung von Personal

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      Hallo zusammen !

      Da ich mich gerade mit dem Meister für Schutz und Sicherheit befasse kommt man um das Themengebiet Führung von Personal nicht umher. Was mich konkret Interessiert dabei ist die Auswahl von Vorgesetzten. Ich kann nicht verstehen warum sich Bereichsleiter und Supervisor nicht an die vorgegebenen Muster zur Einstufung und Qualifizierung von Führungskräften nicht halten. Konkret meine ich die Reifegrade und die Beurteilung von Leader Ship.

      Beispiel: Bei uns im Unternehmen "Werkschutz" ist der Objektleiter der Dienstälteste, er wurde dazu ernannt als sich der Auftraggeber dazu entschieden hat einen anderen Sicherheitsdienstleister zu suchen "Das Personal wurde übernommen". Und daraufhin hat ihn der Neue Supervisor dazu ernannt. Ohne überhaupt nur mit den anderen Kollegen ein Interview zu führen oder Sonstiges. Dabei ist es der Unfähigste MA überhaupt Z.B wir das Tragen der Arbeitskleidung aus Bequemlichkeit verwehrt etc. Warum also verschenkt man so viel Potenzial ? Auch die Fachkompetenz passt nicht lediglich 34a im vergleich zur GSSK.

      Ich würde mich über Eure Meinung dazu freuen !
      "Wissen ist macht" Francis Bacon :)

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      Menschenführung hat nichts mit der Qualifikation zu tun. Ihr habe schon Meister versagen und 34a Leute glänzen sehen. Die Fähigkeit Menschen zu führen setzt eine gewisse Einstellung voraus die man einfach mitbringen muss, das kann man nicht nur einfach lernen.
      Wer beschützen will geht zur Polizei oder zur Bundeswehr.
      Wer auf Dinge aufpassen will geht ins Bewachungsgewerbe.

      Eigensicherung geht vor allem!

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      Hallo danke für deine Antwort

      Da kann ich dir nur bedingt zustimmen wie kann man Mitarbeiter führen wen man nicht mal das Notwendige Grundwissen mitbringt ? Oder besser gesagt einfach die Fachkompetenz fehlt ? Wie schon erwähnt zum Thema Arbeitskleidung. Ich finde es ohnehin äußerst schwierig wen einem die eigenen Mitarbeiter auf Fachlicher Ebene weit überlegen sind. Eine Situative Führung verlangt meiner Meinung nach nicht nur Leader Ship sondern auch die nötige Fachkompetenz.

      Grüße Andi
      "Wissen ist macht" Francis Bacon :)

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      Ein Anführer muss nicht alles können. Ein Anführer muss den Überblick behalten und den richtigen Mann für die richtige Aufgabe auswählen.

      Das ein Anführer alles können müsste ist eine Fehleinschätzung, ein grober Überblick reicht, der Rest wird an den Fachmann deligiert.
      Keine Sperre ohne Sicherung

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      Secu schrieb:


      die vorgegebenen Muster zur Einstufung und Qualifizierung von Führungskräften nicht halten. Konkret meine ich die Reifegrade und die Beurteilung von Leader Ship.


      Erfahrungsgemäß liegen die in jenseits der 50% der Fälle in der Realität falsch.
      Besser oder schlechter als das aus "dem Bauch" heraus zu entscheiden, wer in so eine Position passt sind sie also nicht.

      Ist der jeweilige Entscheider nicht in der Lage, die richtige Auswahl zu treffen, helfen beide Konzepte nichts.

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      Welche Führung kompetenzen erhalte ich in der Ausbildung zur GSSK? Erst als Meister geht man dieses Thema überhaupt an, in dem man den so genannten Ausbilderschein nach AEVO macht. Jeder der diesen gemacht hat wird feststellen, das es weniger mit Führung sondern eher mit Paragraphen zu tun hat.

      Führung hat in der Sicherheit nicht gleich etwas mit seiner Ausbildung zu tun.

      Es sind die Softskills die gebraucht werden.

      Wer also behauptet, pauschal, mit einer GSSK Ausbildung besser zur Führungskraft geeignet zu sein, hat keine Ahnung.

      Zudem wird hier ein Einzelfall dargestellt, dem es massig an Informationen fehlt. Vielleich wollte der Kunde ja diesen Kollegen, weil der Ansprechpartner gut mit dieser Person kann.

      Wenn man als Mitarbeiter mehr erreichen möchte, dann muss man auch mehr tun.
      Vorallendingen muss ich dies meinem Chef auch sagen.
      Gut ist auch immer wieder gut ausgearbeitete Verbesserungsvorschläge zu machen.

      Und es ist so: Nur zig Qualifikationen zu machen, erhöht nicht automatisch die Chance eine Führungskraft zu werden.

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      Sergeant7 schrieb:

      Erst als Meister geht man dieses Thema überhaupt an, in dem man den so genannten Ausbilderschein nach AEVO macht.


      Dem ist nicht so. In der Ausbildung Fachkraft Schutz und Sicherheit sind allein 6 Wochen zum Thema Teamarbeit und Führung vorgesehen (Lfd. Nr. A 3.1. und A 8.5 des Ausbildungsrahmenplans). Weitere Anteile sind in den Bereichen Kommunikation enthalten.
      Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir viel Ärger erspart bleiben.
      Konfuzius

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      mit ein wenig rudimentärer Veranlagung kann man Führung lernen, bis zu einem bestimmten Punkt, darüberhinaus hat man es im Blut oder man hat es nicht.

      Eine FK die in der Lage sein will alles zu können und zu wissen ist naiv und wird scheitern. Eine operative echte und vor allem gute FK ist in der Regel keine administrative FK, seltene Ausnahmen bestätigen die Regel...

      Selbst die transformationale Führung.... gerade in Konzernen und Großbetrieben hochgelobt, ist nur so gut wie die FK die sie auch wirklich umsetzt bzw lebt.... Führung leben ist hier meist das nächste Problem.....

      Wasser predigen und Wien saufen, in unserer Branche Alltag. "Der Markt ist hart, ich bin froh, dass ich sie überhaupt beschäftigen kann" antwortete die FK/GF auf die Frage eines Mitarbeiters nach etwas mehr Geld und stieg in seinen X6 und brauste davon.....

      Abgesehen davon... ich habe schon Meister und Master kennengelernt die zwar FK waren, von Führung aber keine Ahnung hatten... hingegen SKPler die es einfach im Blut hatten...

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      Ich stelle mal im Anhang ein Merkblatt ein, das ich bei meinen Auszubildenden für das Thema "Führung / Führungsstile" verwendet habe.

      Grüße
      Jörg
      Dateien
      • Führungsstil.pdf

        (247,33 kB, 9 mal heruntergeladen, zuletzt: )
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      Konfuzius

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      Hier kann ich mich Nemere anschließen

      Auch wen es sehr weit ausgeholt klingt hat unsere Dozent bereits bei der GSSK mehrmals erwähnt das es gut sein kann das man später Führungsaufgaben bekommt. Mit dem einfachen Grund das man als GSSK bereits in den meisten Fällen eine höhere Qualifikation hat als der Rest. Dies kann ich auch in meiner bisherigen Erfahrung bestätigen ! Sind wir mal ehrlich die Meisten MA in der Sicherheitsbranche habe gerade mal die Unterrichtung nach 34a der GewO und das auch nur weil es Gesetzlich vorgeschrieben ist dies bringt uns auch wieder zu dem was Sergant7 zum Thema Paragraphen geschrieben hat.

      Es ist überaus wichtig das Nötige Wissen zu haben und nur einen Vorgesetzen zu bestimmen da dieser Gut mit dem Kunden kann aber sonst über gar keine Kompetenzen und Qualifikationen verfügt ist nicht nur Unfair gegenüber anderen Mitarbeitern mit mehr Engagement und Kompetenzen sondern auch sehr Engstirnig auf lange Sicht gedacht.
      "Wissen ist macht" Francis Bacon :)

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      Der AEVO Schein hat nichts mit dem Führen von Menschen zu tun, wenn überhaupt stellt er nur den kleinsten Teil da. Hier lernt man ja nur die Grundlagen wie man Ausbildungthemen vorbereitet, vorträgt und vermittelt.
      Richtig ist als Fachkraft hat man in der Ausbildung einen Themengebiet Führung. Leider nur blanke Theorie ohne die Chance es praktisch anwenden zu können, was ein grosser Nachteil ist. Den so kann man keine Erfahrung sammeln wie man als "Führer" ist.
      Ich der Ausbildung hatte ich den anderen gegenüber einen grossen Vorteil das ich in meiner Unteroffizier/Feldwebel Laufbahn bei der Bundeswehr alles über das Thema Führung gelernt habe und man es ja sobald man den entsprechenden Dienstgrad hat es auch praktisch umsetzen muss.
      Weshalb ich ja am Anfang geschrieben habe Führung kann man nur bedingt lernen, aber führen können muss man mitbringen und baut sich auch erst mit gesammelte Erfahrung auf.
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      Secu schrieb:


      Es ist überaus wichtig das Nötige Wissen zu haben und nur einen Vorgesetzen zu bestimmen da dieser Gut mit dem Kunden kann aber sonst über gar keine Kompetenzen und Qualifikationen verfügt ist nicht nur Unfair gegenüber anderen Mitarbeitern mit mehr Engagement und Kompetenzen sondern auch sehr Engstirnig auf lange Sicht gedacht.


      Eben das ist ein Trugschluss. "Wissen" befähigt nicht zwangsläufig zum Führen, ein guter Führer kann aber über die Kompetenzen seiner Mitarbeiter verfügen.

      Wie Sheriff richtig feststellt, ist eine Führerausbildung z.B. bei der Bundeswehr etwas ganz anderes als das, was man im Rahmen einer GSSK oder sonst einer Ausbildung im deutschen Sicherheitsgewerbe lernt. Da liegen Welten dazwischen.

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      1. Wer führen soll, muss auch unbedingt über das nötige Fachwissen verfügen, sonst ist er nicht in der Lage, Anforderungen an seine Mitarbeiter einzuschätzen oder diese zu überwachen (auch das gehört zum Führen). Ich spreche von nötigen Fachwissen - nicht davon, das ich alles das wissen muss, was meine Mitarbeiter können. Ich muss z.B. nicht wissen, wie das Computer-Netzwerk in meiner Firma funktioniert, aber ich muss beurteilen können, ob dieses System die gestellten Anforderungen erfüllt und mein IT-Leiter in der Lage ist, dieses Netzwerk funktionsfähig zu erhalten oder ob er damit überfordert ist.

      2. Weiter sollte man über das nötige Grundwissen über Führungstechniken verfügen, z.B. Kommunikationsstrategien, Führungsstile usw. Solche Techniken helfen zumindest, gröbste Fehler zu vermeiden. Man muss nur bereit sein, sie sich anzueignen und sie situationsbezogen anzuwenden.

      3. Gehört eine gewisse Begabung zum Führen dazu. Es gibt sehr viele Spezialisten, die über ein immenses Fachwissen verfügen, aber nicht in der Lage sind, auch nur zwei Mitarbeiter im Einsatz zu führen. Zur Menschenführung gehört auch, zu erkennen, das man solche Leute eben nicht allein ihres Wissens wegen an Führungspositionen bringen sollte.

      4. Ist es unabdingbar, Erfahrungen im "Führen" zu sammeln. Dazu gehört auch, eine gewisse Lebenserfahrung zu sammeln, daher werden sehr junge Mitarbeiter trotz eventuell hochwertiger Ausbildung manchmal als "Führer" Probleme bekommen, wenn sie rein autoritär versuchen sich durchzusetzen. Schafft es dagegen dieser junge Mitarbeiter, durch einen kooperativen bzw. situativen Führungsstil, sein Fachwissen und die Erfahrung der älteren Mitarbeiter zu kombinieren, wird es funktionieren. Er muss sich nur darüber im klaren sein, dass er einen Auftrag zu erfüllen hat und darf kooperatives Führen nicht damit verwechseln, dass ihm seine nachgeordneten Mitarbeiter auf der Nase herumtanzen.

      5. Jeder der Menschen zu führen hat, muss sich jederzeit darüber im klaren sein, dass er immer zwischen zwei Feuern steht. Von "oben" wird erwartet, dass er einen Auftrag nach bestimmten Regeln und innerhalb bestimmter Richtlinien erfüllt, von "unten" wird erwartet, das er dort niemanden wehtut (überspitzt formuliert). Je besser ich meine nachgeordneten Mitarbeiter, ihre Verhaltensweisen, ihre Erfahrungen und Erwartungen kenne, desto besser kann ich sie steuern. Es ist daher für jeden, der neu in eine Führungsposition kommt (und sei es nur der Schichtführer) nach meiner Erfahrung entscheidend wichtig, sich schnell mit den Eigenheiten seiner Mitarbeiter vertraut zu machen. Wenn ich z.B. weiß, dass Karl G. prinzipiell alles gut findet, was ein Vorgesetzter anordnet, aber gleichzeitig immer wieder versucht, auf allen möglichen Wegen erhaltene Aufträge abzuschieben oder rückzudelegieren, kann ich entsprechend reagieren.
      Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir viel Ärger erspart bleiben.
      Konfuzius