Revierdienst Bereitschaft ohne Vergütung??

      Revierdienst Bereitschaft ohne Vergütung??

      Sehr geehrte Kollegen und Kolleginnen,

      ich bin bin neu hier im Forum und würde euch gerne um Rat bitten.

      Ich wurde am 30.06.2017 als SMA im Objektschutz eingestellt.
      Am 01.08.2017 wurde mein Arbeitsschwerpunkt auf Revierdienst/Alarmbereitschaft verlegt.
      Ich habe seither um die 300 Bereitschaftsstunden angesammelt die nicht vergütet wurden,
      Meine Dienste waren von 18:00- 06:00 Uhr. Der Dienst umfasste immer Verschluss/Aufschluss und Kontrollen
      bestimmter Objekte, für die bestimmte Zeiten gezahlt wurden.
      Die Zeit dazwischen und währendessen hatte ich Alarmbereitschaft. Diese wurde auch nur vergütet, wenn mal ein Alarm kam.
      ansonsten hatte ich teilweise nur 4-7
      stunden bezahlt und der rest
      meines Bereitschaftsdienstes wurde bis heute
      nicht bezahlt. Ich war immer während meines Bereitschaftsdienstes im Büro da ich im Alarmfall ja innerhalb von 20min am objekt sein müsste und die Schlüssel aus dem Büro brauchte.
      Meine Vorgesetzten sagten immer wir bezahlen keine Bereitschaft und damit war das dann für Sie erledigt.

      Ist das rechtlich überhaupt erlaubt?
      was passiert mit meinen Stunden?
      wenn vergütet werden muss
      dann wieviel?
      über Tarifverträge konnte ich leider
      nichts relevantes in Erfahrung bringen.

      Ich habe ihm bereits schriftlich eine
      frist gesetzt mir meine Stunden zu zahlen, jedoch ohne erfolg.

      Mein Chef ist Mitglied beim BDSW.
      Im Arbeitsvertrag ist weder Bereitaftsdienst noch die dafür
      zu zahlende Vergütung vermerkt.
      firmensitz und Ort der Tätigkeit NRW.

      Aufgrund dieser und anderer vorkommnisse habe ich gekündigt und fange am 01.06.2018 bei einem neuen Unternehmen an.

      gibt es Hoffnung auf mein geld oder hat sich das erledigt?

      ich hoffe das ihr mir vielleicht helfen
      könnt.


      Mit freundlichen Grüßen
      Nach § 2 Abs. 1 Satz 1 EG Richtlinie 93/104/EG ist jede Zeit, wo du den Arbeitgeber zur Verfügung stehst Arbeitszeit und muss auch vergütet werden. Es gibt auch zahlreiche Urteile, wenn auch leider eher im Medizinischen als im Sicherheitsbereich, wonach Bereitschaftszeit eindeutig als Arbeitszeit anzusehen ist. Bspw. EuGH C-303/98.

      Die genaue Ausgestaltung der Regeln obliegt den Tarifverträgen, d. h. ob aktive Arbeitszeit und Wartezeit unterschiedlich vergütet wird, entscheiden die Tarifpartner. Da mir hier aber keine Sonderregelungen im Sicherheitsgewerbe bekannt sind, ist Bereitschaftszeit volle Arbeitszeit und auch entsprechend voll zu bezahlen.



      93_104_eg.pdf
      Rechtsprechung: C-303/98 - dejure.org