4 Wachschützer auf 15 qm

      4 Wachschützer auf 15 qm

      Liebes Wachschutzforum,

      habe gerade eine Nachricht von meinem Lebensgefährten erhalten, nach Erstsichtung seines neuen Arbeitsplatzes in einem Flüchtlingslager: "15qm / 4 Personen. Ein Mini-Tisch voll mit Dreck, Chips, Cola, Fanta. Alle leiden an Schlafmangel, Privatsphäre Fehlanzeige. Wir leen in denselben Containern wie die Flüchtlinge. Kein gesicherter Bereich für uns, hohe Diebstahlgefahr. "

      Ich habe ihm geraten Beweismaterial zu sichern, Fotos und Filmaufnahmen. Nun ist guter Rat teuer, wenn er nicht wegen Arbeitsverweigerung gekündigt und vom A-Amt eine 3 Monats Sperre kassieren will. Sein Arbeitsplatz ist 300km von seinem Wohnsitz entfernt, daher die Unterbringung.

      Gibt es hier jemanden der uns da hindurch navigieren kann? Bin so entsetzt gerade....
      Also, Kollegen haben nachgemessen, es sind nur 10qm., sie liegen wohl inmitten des Lagers. 12 Stunden Schichten durchgehend, Mittagspause wird verordnet, aber nicht angerechnet. Eine erneute Sachkundeprüfung, die wohl dieses Jahr gesetzlich Pflicht geworden ist soll erst noch abgelegt werden, es wird argumentiert, das die dort erst einmal arbeiten sollen.


      Ist hier jemand auch schon einmal mit solchen Arbeitsbedingungen konfrontiert worden?
      Arbeitsverweigerung ist laut ihm keine Option, wegen dem Zeugnis. Es gilt jetzt akut zu intervenieren und die Zeit bis zur fristgerechten Kündigung zu "überstehen". Der Minitisch sei wohl leider die einzige Abstellmöglichkeit, ebenso wie der Fussboden, kein Nagel an der Wand, kein Schrank, kein Spint. Ihnen wurde leider nicht Bescheid gesagt das die keine Bettwäsche zur Verfügung steht, Gemeinschaftstoiletten nicht mit Seifenspender und Einmaltücher ausgestattet sind. Gut das er einen Wasserkocher und Gemüsebrühe etc mitgebracht hat. Dann braucht er nur noch die 2 km zum nächsten Supermarkt um sich zu versorgen. (Lageressen kostet für die Securty 5 Euro).
      News: Nächsthöhere Instanz hat auf erneute Anfrage zur Änderung der Arbeitsbedingungen entgegnet: "Waren Sie schon mal bei der Bundeswehr?! Da ist man ja auch mit mehreren Leuten auf einem Zimmer!" Und damit war das Thema für ihn dann abgefrühstückt. Immerhin geht der Chef bei ihm noch ran, beim Kollegen nimmt er seit 5 Tagen den Hörer nicht mehr ab.
      News: die erste Riege der Wachschützer hat den 7-tägigen Vorbereitungskurs zur
      Sicherheitsprüfung durchlaufen. Sie wurden dann mit einem Kleinbus zur Prüfung abgeholt, doch bevor sie einsteigen durften wurde ihnen ein Schrieb zur Unterzeichnung in die Hand gedrückt: Sie verpflichten sich mindestens ein Jahr für den Arbeitgeber, bei frühzeitiger Kündigung aus dem Arbeitsverhältnis werden umgehend 1900,- die sich aus Kurs und Prüfungsgebühr zusammenzusetzen scheint fällig.

      Niemand ist auf die Idee gekommen mit dem Zusatz "unter Vorbehalt zur rechtlichen Prüfung" zu unterschreiben oder die Unterschrift zu verweigern. Mein Freund hat den Kurs ja noch nicht durchlaufen, das hat er jetzt verständlicherweise auch nicht mehr vor.

      Interessanterweise wird an einem anderem Standort, von dem er versetzt wurde, weder Kurse organisiert geschweige denn die Prüflinge zur Prüfung gefahren. Der ist genauso weit ab vom Schuss, wie sein aktueller, also am Standort liegt es nicht.

      Wenn man die Prüfungsgebühr von 150-190 Euro abzieht, die 7-tägigen Kurse, sind die wirklich so teuer?
      Die Kurse sind so teuer, wie der Anbieter sie macht.
      Wert ist er diese Summe sicherlich nicht. In der beschriebenen Konstellation erst recht nicht.
      Wenn man mit der Methode genügend Dumme zwingt, die Preise zu "akzeptieren", kann man damit am Markt aber auch bestehen...

      Ich verweise auf Satz 2 von Beitrag 3 dieses Threads. Jegliche weitere Tipps sind vergebliche Liebesmüh.
      Gute Nachricht: das Land hat sich eingeschaltet und die sofortige Räumung der Container durch das Wachpersonal gefordert. Da nur wenige Ersatzquartiere beschafft werden konnten mussten die meisten Mitarbeiter von dort abgezogen werden, so auch mein Freund. Nun wird er wahrscheinlich erst einmal ein paar Tage frei haben, er ist schon am Sachen packen. Dadurch, das ausschließlich 12 Std Schichten geschoben wurden hat er für den Monat eh schon die 200 Std Anzahl überschritten.

      @MartinL wem sagst du das, er wäre lieber Gestern als Heute dort weg. Sein neuer Arbeitgeber hat ihm eine Bewerbungszusage erteilt sobald er die Sachkundeprüfung abgelegt hat (die Unterrichtung hat er bereits) die er im Juni machen wird. Nichts desto trotz haben die Tipps hier dazu geführt das die richtigen Stellen davon erfahren haben und eingeschritten sind. Wir haben sie uns zu Herzen genommen und waren während der Zeit nicht ganz untätig.