Zuverlässigkeitsüberprüfung und Job

      Zuverlässigkeitsüberprüfung und Job

      Guten Tag, ich hoffe, ich bin hier richtig mit meinem Anliegen.
      Ende Juni 2017 habe ich meine Fachkraft- Schutz und Sicherheit erfolgreich abgeschlossen und habe seit dem 13.09 eine Fachkraft - Schutz und Sicherheit Stelle.
      Am 15.09 bekam mein Chef einen Brief in dem Stand, dass meine Firma 150€ statt die regulären 85€ zahlen, da ich in der Vergangenheit eine strafrechtlich vorgefallen bin.
      Die Sachen weswegen ich vor Gericht waren, sind aus dem Jahr 2012 / 2013, wo ich die falschen Kontakt in die falschen Kreisen hatte und die Sache erst Mitte 2016 aufgeklärt wurde. Sprich Ende 2016 kam ich vor Gericht wegen Sachen aus dem Jahr 2012 / 2013 und seit dem Datum bin ich auch nicht mehr strafrechtlich aufgefallen und habe mir damals zu dem Datum auch leider keine Gedanken über die Zukunft gemacht. Da ich jetzt aber im Juni 2017 die Fachkraft - Schutz und Sicherheit abgeschlossen habe und ich in dieser Branche auch unbedingt weiter möchte, ist nun die Frage, was ich in Falle einer "Unzuverlässigkeit" in der Sicherheitsbranche noch arbeiten kann? Ich habe gehört, ich könnte weiterhin als Dozent arbeiten, aber so etwas möchte ich nicht. Welche Sparten in der Sicherheitsbranche könnte ich weiterhin ausführen trotz "Unzuverlässigkeit"?

      Liebe Grüße
      Hallo,

      deinem Text entnehme ich, das du bei der Anstellung zur Fachkraft für Schutz- und Sicherheit vom Ordnungsamt überprüft worden bist. Die Überprüfung wird regelmäßig bei Einstellung von Wachpersonal vorgenommen. Wenn ich dich richtig verstehe hast du aufgrund einer Vorstrafe einen Eintrag im Führungszeugnis bzw. Bundeszentralregister (BZR). Der Eintrag wurde offensichtlich bei der Überprüfung durch das Ordnungsamt festgestellt.

      Folgende Fragen sind zu klären:
      • Wurdest du aufgrund des Ergebnisses der Überprüfung entlassen?
      • Hat das Ordnungsamt die weitere Tätigkeit im Bewachungsgewerbe untersagt?
      • Bei der Untersagung durch das Ordnungsamt - welche Begründung?

      Ich finde es etwas seltsam, dass die Überprüfung plötzlich teuerer ist als der Regelsatz.

      Ich empfehle dir folgende Vorgehensweise:

      Frage bei deinem Arbeitgeber nach der Rechnung vom Ordnungsamt. Da du die Kosten selbst tragen musst kannst du diese im Rahmen deiner Einkommensteuererklärung als Werbungskosten angeben. In der Rechnung sollten die Beträge genau aufgeschlüsselt sein und auch der Grund für die höheren Kosten angegeben sein.

      Lies diesen Beitrag

      Eigenabfrage von Daten bei Sicherheitsbehörden - Sicherheitsüberprüfung

      und fordere anhand der Beschreibung folgende Auskünfte an:
      • unbeschränkte Auskunft aus dem BZR
      • Auskunft aus dem zentralen staatsanwaltschaftlichen Verfahrensregister
      • Auskunft vom BKA
      • Auskunft des für dein Bundesland zuständigen LKA´s
      • Datenabfrage bei der Staatsanwaltschaft und Polizeidienststelle, die die Ermittlungen gegen dich geführt haben
      • Auskunft gem. BDSG bei dem für deinen Arbeitgeber zuständigen Ordnungsamt
      Durch die in den Auskünften enthaltenen Informationen kannst du dir einen Überblick machen, wer welche Daten über dich bzw. dein Strafverfahren gespeichert hat. Meistens sind die Löschfristen mit angegeben.

      Je nach der Art deiner Strafe muss das nicht das Ende deiner beruflichen Karriere in der Sicherheitsbranche bedeuten. Es kommt immer auf den Einzelfall an. Allerdings wirst du wahrscheinlich keine bewaffneten Dienste ausführen können, da die Kriterien für eine waffenrechtliche Zuverlässigkeit weitaus höher angesetzt sind als beim üblichen Werks- bzw. Objektschutz. Zudem halte ich eine Tätigkeit für die eine Überprüfung nach SÜG, LuftSiG oder AtomG erforderlich ist ebenfalls für ausgeschlossen. Hier sind die Kriterien ebenfalls hoch angesetzt.

      Ich bin kein Jurist und kann dir aufgrund deiner recht vagen Angaben auch keine verbindlichen Auskünfte geben. Im Zweifelsfall musst du dich an einen Fachanwalt wenden.

      Theoderich
      Guten Morgen,

      genau habe mich für eine Fachkraft - Schutz und Sicherheit Stelle beworben und damit kam auch die Überprüfung.
      Also in meinem Führungszeugnis steht nichts, denn das Verfahren wurde nach § 153 a Abs. 2 StPO endgültig eingestellt, nachdem der Angeklagte die ihm gemachten Auflagen erfüllt hat.

      Das Ordnungsamt hat noch keine Tätigkeit im Bewachungsgewerbe untersagt, daher habe ich noch meine Zuverlässigkeit.
      Mit dem höheren Regelsatz wurde es damit begründet, dass nun die Akten erstmal von der Staatsanwaltschaft beantragt werden müssen und daher ein höhere Aufwand ist.

      Es geht ja wie gesagt eigentlich auch darum, welche Sparten ich nach einer möglichen Unzuverlässigkeit noch ausüben darf?
      wenn keine Verurteilung erfolgt ist, ist auch die Begründung einer kompletten Unzuverlässigkeit ziemlich fraglich. Ich hatte den Fall bei einem Mitarbeiter, dass er eine Stellungnahme abgeben musste. Ich habe als Vorgesetzter mit der zuständigen Sachbearbeiterin telefoniert und vernünftig gesprochen. Letztendlich wurde die Genehmigung erteilt.