Aufwendungen für Wachhunde steuerlich geltend machen

      Aufwendungen für Wachhunde steuerlich geltend machen

      Die Aufwendungen für Wachhunde (einschließlich Futter und Wartungskosten) stellen bei einem Arbeitnehmer im Bewachungsgewerbe Werbungskosten dar. Bei dieser Gruppe von Arbeitnehmern ist der Hund ein berufstypisches Arbeitsmittel. In den übrigen Fällen sind die Kosten für einen Wachhund – selbst wenn berufliche Sicherheitsinteressen verfolgt werden – wegen der nicht unerheblichen Mitveranlassung und fehlenden Trennbarkeit i.d.R. keine Werbungskosten.

      Urteil: BFH 29.03.1979, IV R 103/75, BStBl 1979 II, 512.

      Bei einem Hausmeister, der auf einem Schulgelände mit seiner Ehefrau und seiner minderjährigen Tochter eine Dienstwohnung bewohnt, ist ein auch im privaten Bereich genutzter Schäferhund selbst dann kein Arbeitsmittel, wenn es zu den dienstlichen Aufgaben des Hausmeisters gehört, das Schulgelände zu bewachen und bei Abwesenheit der Schulleitung für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen.

      Urteil: BFH 10.09.1990, VI R 101/86, BFH/NV 1991, 234.


      Quelle: Werbungskosten: Gesamtdarstellung mit Leitsatz-Datenbank eBook: Ulrich Stache: Amazon.de: Kindle-Shop
      Das verstehe ich jetzt nicht!
      Wenn der Hund vom Hausmeister am Dienstort vom Hausmeister arbeitet, und in der Dienstwohnung mit wohnt, dann ist er kein Diensthund?
      Der Fachhund ist dann der mit 3-jähriger Ausbildung plus Urkunde?
      Wachhund ist klar, eben immer "wach"... äähh und -hund.
      Habe noch ein Urteil zum Thema gefunden. Passt zwar nicht ganz auf den Wach- bzw. Fachhund ;) eines privaten Sicherheitsmitarbeiters, jedoch die Beispiele für die im Zusammenhang mit der Dienstausübung entstandenen Aufwendungen (letzter Absatz am Ende des Textes) für den Hund lassen sich auch bestimmt anteilig ansetzen.

      Was ist in der Branche üblich? Hund Eigentum des Unternehmers oder des Sicherheitsmitarbeiters?


      Aufwendungen eines Diensthundeführers für den ihm anvertrauten Diensthund sind keine nicht abziehbaren Aufwendungen der privaten Lebensführung, sondern in vollem Umfang Werbungskosten.

      BFH · Beschluss vom 30. Juni 2010 · Az. VI R 45/09
      Quelle: openjur.de/u/160586.html

      .......

      d) Ist ein Gegenstand als Arbeitsmittel zu beurteilen, sind auch die beruflich veranlassten Kosten der Instandsetzung und Wartung oder wie
      vorliegend der Pflege des Arbeitsmittels als Werbungskosten zu berücksichtigen (vgl. BFH-Urteil vom 28. März 2006 VI R 24/03, BFHE 212, 556, BStBl II 2006, 473). Der Umstand, dass der Dienstherr des Klägers Eigentümer des Hundes ist, steht dieser Beurteilung nicht entgegen. Auch berufliche Aufwendungen auf fremdes Eigentum sind dem Werbungskostenabzug nach § 9 Abs. 1 EStG zugänglich (von Beckerath in Kirchhof, EStG, 9. Aufl., § 9 Rz 9). Das FG hat deshalb zu Recht die anteiligen Anschaffungskosten der Hundetransportbox, Aufwendungen für Leinen, die Änderung des Hundegeschirrs und ähnliches Zubehör, Futter- und -nebenkosten sowie den Aufwand für die Hundeplatznutzung und damit --unter Anrechnung der Kostenerstattung durch den Dienstherrn-- insgesamt einen Betrag in Höhe von 334,64 EUR zum Werbungskostenabzug zugelassen. Gleiches gilt hinsichtlich der Aufwendungen des Klägers für die Fahrten zu den Diensthundeausbildungsstellen in Höhe von 2.088 EUR. Bei diesen Kosten, die dem Kläger im Rahmen der Fährtenausbildung des Diensthundes entstanden sind, ist der konkrete Zusammenhang mit seiner Berufstätigkeit offenkundig (vgl. BFH-Urteil vom 15. März 2007 VI R 61/04, BFH/NV 2007, 1132).