Berufswaffenträger und die Einkommensteuer (Werbungskosten)

      Berufswaffenträger und die Einkommensteuer (Werbungskosten)

      Hallo zusammen,

      frage mich gerade ob für einen Berufswaffenträger die Kosten, die ihm im Zusammenhang mit der Berufsausübung entstehen, als Werbunsgkosten nach § 9 EStG ansetzbar sind. Im Einzelnen meine ich folgende Kosten:

      • Erstanschaffung Waffenschrank/ Waffe
      • Kosten für Reinigung, Wartung, Pflege der Waffe
      • Waffenzubehör (Holster, Ersatzmagazing etc.)
      • Gebühren die Ausstellung der WBK bzw. des Waffenscheins
      • Haftpflichtversicherung
      • Beiträge für den Schützenverein
      • Kosten für das regelmäßige Schiessen (Schiessbuch, Munition)

      ..... und was sonst noch an Kosten im Zusammenhang mit dem bewaffneten Dienst entstehen. Ich denke Sportschützen und Jäger, die das Schiessen als Hobby betreiben, können diese Kosten nicht als Werbungskosten ansetzen.

      Kann hier jemand aus eigener Erfahrung etwas dazu sagen?

      Theoderich
      Unanhängig davon, ob das jetzt aus der Sicht des Mitarbeiters, des Unternehmens oder aus Sicht des Selbstständigen gemeint ist (also ob die Ausgaben dann als Betriebsausgaben gebucht, als Werbungskosten geltend gemacht oder in der EÜR eingepflegt werden), geht's ja im Kern darum, ob das Finanzamt diese Ausgaben als mit der Tätigkeit direkt verbundene Aufwendungen akzeptiert.

      Unter dem Gesichtspunkt:

      Eine Mitgliedschaft im Schützenverein ist zum einen für die Ausübung des regelmässigen Trainings und zum Erwerb der waffenrechtlichen Erlaubnis nicht notwendig. Hier sollte man also mit dem Finanzamt vorab abklären, ob diese Kosten dennoch akzeptiert werden, weil das z.B. günstiger ist, als sich bei Bedarf auf einem kommerziellen Schiessstand einzumieten.

      Die meiten Finanzämter dürften fachlich nicht in der Lage sein, sauber zu beurteilen, ob ein Stand für das, was man als Berufswaffenträger üben müsste/sollte geeignet ist. Das bekommen ja nichtmal die meisten Waffenbehörden hin.
      Trotzdem sollte man für evtl. Rückfragen die richtigen Antworten parat haben.

      Kosten für Waffe, gesetzeskonforme Aufbewahrung, Zubehör und Ausrüstung, aber natürlich auch die Versicherung und Gebühren (natürlich auch für den Sachkundenachweis) sind direkte Kosten, die erfahrungsgemäß ohne Diskussion akzeptiert werden.

      beim Pflegematerial grundsätzlich auch, wenn man aber z.B. parallel noch Sportschütze ist, sollte man da klar und sauber trennen, damit da nicht irgendwann mal ein Problem draus wird.
      Wenn man viermal im Jahr dienstlich Schiessen trainiert und ansonsten aber deutlich häufiger sportlich schiesst, kann das irgendwann mal zu doofen Fragen führen.

      Je nach Finanzamt ist man da aber auch ziemlich entspannt.
      Wir verbrauchen derzeit pro operativ tätigem Mitarbeiter hohe vierstellige Munitionsmengen und das Finanzamt hat sich bisher nie beschwert. Erhöhte Aufwände für die Aufrechterhaltung von vom Mitbewerb abhebenden Kernkompetenzenist aber auch sauber zu begründen.

      Je nach Tätigkeit/Einsatzart haben wir z.B. auch mehrere jeweils am besten geeignete Holster pro Mitarbeiter beschafft
      . Auch das wird diskussionslos akzeptiert, weil ebenfalls wieder sauber begründbar notwendig.


      Will man es auf die Spitze treiben, so kann man auch fahrtkosten zu geeigneten Schiessständen geltend machen, wenn man nicht sowieso schon einen Dienstwagen oder Geschäftsfahrzeug fährt. Da es nicht allzuviele geeignete Stände gibt, können das schnell auch mal größere Strecken werden.

      Und last not least kann man natürlich auch Kosten für externe Aus- und Weiterbildungen absetzen.
      Genauso eventuelle Kosten für Sachkundige i.S.d. DGUV V23, §19 Abs. 2.