Die Portokasse

      Die Portokasse

      Wir haben bei uns eine Portokasse, für Einschreiben und so. Einmal im Jahr wird diese von der Assistenz der Werksleitung kontrolliert. Dieses mal war es der letzte Tag, wo die Büroleute vor Weihnachten noch da waren. Als mein Kollege aufgefordert wird, die Kasse zur Prüfung aus zu händigen, sagt dieser das er sich 25 Euro heraus genommen hat, weil er sein Geld vergessen hat. Ich habe das erst später erfahren, weil gleich zu Beginn dieses Jahres eine erneute Prüfung statt fand. Ich war natürlich erstaunt, weil ich in der Liste gesehen hatte, das die Überprüfung wie gewohnt im alten Jahr war. Mir wurde die Sache mulmig, und ich informierte unseren Disponenten, was ich sehr ungern getan habe.
      Der Disponent nahm es zur Kenntnis, und ob ihr es glaubt oder nicht, es hatte für den Kollegen keinerlei Folgen!! Unser Kunde war sehr großzügig, und hat auch nichts dazu gesagt, aber die Assistenz erzählte es mit einem Lächeln. Nach dem Motto, wenn wir das an die große Glocke gehängt hätten, wärt ihr jetzt alle weg vom Fenster! Ich glaube das sie da Recht hat, es ist noch sehr glimpflich abgelaufen!!!! Was meint ihr dazu? ?(
      Wenn hier der Disponent nicht einschreitet, kann ich auch nichts mehr machen. Gewundert habe ich mich schon, aber der Kollege kann sich sehr gut verkaufen, und ich habe den Eindruck das der Disponent sich tüchtig einschleimen lässt! Na ja ,wer kennt das nicht. Unter Umständen hätte uns allen das den Job kosten können!
      Für mich wäre der Fall absolut nicht akzeptabel. Der Mitarbeiter würde bei mir sofort von dem Objekt fliegen, oder zumindest eine schriftliche Abmahnung erhalten. Schließlich stellen wir eine absolute Vertrauensbasis für den Kunden da. Es kann nicht sein das sich da an dem Eigentum (egal in welcher Form) vom Kunden vergangen wird.

      Klar kann man mal sein Geld vergessen, aber dann kann man sich bei einem Kollegen oder einem Bekannten aus dem Schutzobjekt etwas leihen. Aber ohne Rückfrage sich an Gelder die einem anvertraut wurden zu bedienen geht gar nicht. Nach dem Motto. "Es wird schon keiner merken..."
      Der Ungebildete glaubt das, was ihm paßt.
      (Ludovico Ariosto)
      Für mich ist und bleibt das Unterschlagung und damit eine Straftat. Da gibt es weder Ausreden, die Entschuldigung wirkt nur strafmindernd. Solch einem "Kollegen" würde ich in keinem Fall mehr vertrauen (...so weit so etwas heute überhaupt noch vorhanden ist!).