Sicherheit an Universitäten - Infos gesucht

      Hallo Theoderich,

      es gibt meines wissens nur ein Buch im Deutschen das sich mit der Thematik auseinandersetzt.
      Es ist aus dem Verlag für die Polizeiwissenschaft:

      amazon.de/Amok-zielgerichtete-…ichtete+Gewalt+an+Schulen

      Wie die Sicherheit an den einzelnen Schulen und Uni´s geregelt ist wirst du als Außenstehender eher nicht erfahren.

      Gruß Oliver Fischer
      Ich muß nicht verrückt sein um hier zu Arbeiten,
      Normal macht es aber nicht so viel Spaß :D :D
      Ein paar Studien zu Vorfällen an amerikanischen Schulen und Universitäten

      New York City Police Departement "Active Shooter 2012"

      National Center for Education Statistics "Indicators of School Crime and Safety 2015"

      United States Secret Service "Campus Attacks"

      U.S. Departement of Justice / FBI "A Study of Active Shooter Incidents in the USA between 2003 and 2013"

      Margolis Healy "Campus Safety Survey 2015"
      Dateien
      Bislang sehen wir in D nur die physische Gebäudesicherheit, den Schutz des Inventars und den unerwünschten Zutritt außerhalb von Betriebszeiten. Das Konflikt- und Gewaltpotential an Schulen ist nach meiner Ansicht ein eigener Themenkomplex. Ebenso die lückenlose Zutrittskontrolle für Jedermann zu jeder Zeit in die Gebäude, die Kontrolle von Taschen, Rucksäcken und Koffern am Eingang. Bis heute hat es in D noch keinen Terror-Anschlag an einer Schule gegeben, den man in die Kategorie einreihen könnte.
      Es ist doch eher davon auszugehen, dass Schulen und Universitäten sich zu Sicherheitsbereichen hochstufen,
      wenn in diesen etwas passiert.
      Der Amoklauf von Winnenden war wohl noch nicht genug.
      Auch der Amoklauf an einer Leipziger Schule war wohl nicht genug, um einzuschreiten.

      Das alles hat sicherlich mit dem größten Faktor, Geld, zu tun.
      Die Kommunen wollen kein Geld für solche Dinge ausgeben. Sie wollen, dass die Kinder "ordentlich" zur Schule gehen können,
      ohne die abschreckenden Maßnahmen wie Taschenkontrollen oder Metalldetektoren.

      Grundsätzlich ist es, vermutlich, nur eine Frage der Zeit, bis etwas passiert.
      Ich kann nur hoffen, dass es nicht allzuviele Kinder und Lehrer trifft.



      Ich glaube fest daran, dass die schönste Stunde eines jeden Mannes - die erfüllung all seiner Sehnsüchte... der Augenblick ist wenn er sich für eine Gute Sache ganz verausgabt hat und erschöpft auf dem Schlachtfeld liegt - als Sieger.
      Vince Lombardi (1913-1970)

      Theoderich schrieb:


      @2m02cm-Mann du bekommst von mir auch noch eine Antwort zu deiner Frage aus einem früheren Post.. Hab dich nicht vergessen.


      Davon gehe ich immer noch aus :D



      Ich glaube fest daran, dass die schönste Stunde eines jeden Mannes - die erfüllung all seiner Sehnsüchte... der Augenblick ist wenn er sich für eine Gute Sache ganz verausgabt hat und erschöpft auf dem Schlachtfeld liegt - als Sieger.
      Vince Lombardi (1913-1970)

      2m02cm-Mann schrieb:

      Der Amoklauf von Winnenden war wohl noch nicht genug.
      Auch der Amoklauf an einer Leipziger Schule war wohl nicht genug, um einzuschreiten.

      Zwischen Amok einer einzelnen Person und einem gezielten Terroranschlag ähnlich Paris gibt es nach meiner Ansicht erhebliche Unterschiede, die in einer qualifizierten Sicherheitsanalyse für einen Campus berücksichtigt werden müssen, und verschiedene Abwehr- oder Vorsorgemaßnahmen erfordern.
      Artikel aus dem International Journal of Comparative and Applied Criminal Justice von Adam Lankford aus dem Jahr 2015

      " Are Americas public mass shooters unique ? A comparative analysis of offenders in the United States and other countries"

      http://adamlankford.com/research.htm

      Aufseher schrieb:


      Zwischen Amok einer einzelnen Person und einem gezielten Terroranschlag ähnlich Paris gibt es nach meiner Ansicht erhebliche Unterschiede, die in einer qualifizierten Sicherheitsanalyse für einen Campus berücksichtigt werden müssen, und verschiedene Abwehr- oder Vorsorgemaßnahmen erfordern.


      Und da möchte ich Dir Recht geben.
      Natürlich muss man, heute mehr denn je, zwischen diesen zwei Szenarien unterscheiden und sich schon vorher Gedanken darüber machen,
      wie man in welcher Situation reagieren sollte.
      Klar ist, dass man in der heutigen Zeit ohne diese, ich Bezeichne es mal so, Notfallpläne in der Schublade, sehr sehr schnell in Schwierigkeiten kommen kann.
      Hier meine ich nicht nur im Bezug Ruf oder anderen Dingen, sondern auch im Bereich des Organisationsverschuldens.
      Lustig wird das nicht, wenn der Richter kurz mal anfragt, wo die Konzepte für solche Fälle sind und man dann leicht stammelnd erläutern muss,
      dass man für diese Situation aufgrund der fehlenden Anschläge kein Konzept erstellt hat ...



      Ich glaube fest daran, dass die schönste Stunde eines jeden Mannes - die erfüllung all seiner Sehnsüchte... der Augenblick ist wenn er sich für eine Gute Sache ganz verausgabt hat und erschöpft auf dem Schlachtfeld liegt - als Sieger.
      Vince Lombardi (1913-1970)

      Zu den Universitäten:

      Ein Amokläufer ist für mich eine Art von "Innentäter". Der ist 1. mit dem Objekt vertraut, und 2. kann er bislang unkontrolliert in das Objekt hinein gelangen. Um dem entschieden entgegen zu wirken, könnte man die Schultaschen / das Gepäck jeder Person vor dem Zutritt kontrollieren, das Hineinbringen bestimmter Gegenstände wird verboten. Zusätzlich muss aber eine physische Sperre vorhanden sein, so dass ohne Behältniskontrolle kein Zutritt möglich ist. Für unerwünschte Gegenstände könnte man vor den Zutrittsbarrieren Schließfächer anbieten. Die Billigvariante: Das Hineinbringen von allen Gegenständen in den gesicherten Innenbereich der Uni ist grundsätzlich untersagt (schwierig bis unmöglich!).

      Der IS- oder Sonst-Was-Terrorist hat im besten Fall Ortskenntnisse durch vorheriges Ausspionieren der Objektgegebenheiten. Ansonsten gleichen sich die Zutrittskontrollmaßnahmen wie vor beschrieben. Wenn einer am Eingang losballert, dann sollte die Zutrittsbarriere ein Weiterkommen in das Objekt verhindern. Was noch dazu kommt, ist die Einbruchsicherung der Außenhaut nach einer Schutzklasse, die den örtlichen Gegebenheiten angepasst ist. Zusätzlich sind Alarmierungseinrichtungen für die Polizei vorzusehen.

      > Fort Knox < ... Politisch durchsetzbar = Nein ... Aus heutiger Sicht zu teuer = Ja.

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      Organisationsverschulden gibt es den Zutritt betreffend für die Unis bislang nicht, da die Hausherren der Institute zu keinen Securitymaßnahmen verpflichtet sind. Ausnahmen davon sind die Haftung für die Sicherheit der Gehwege, ausreichende Beleuchtung, Brandschutz, Flucht- und Rettungswege usw..
      So, jetzt auch mal ein paar deutsche Infos zum Thema:

      Dissertation aus 2012:

      School Shootings in Deutschland: Internationaler Vergleich, Warnsignale, Risikofaktoren, Entwicklungsverläufe

      abrufbar als PDF unter diesem Link:

      Bondue_Dissertation_SchoolShootings_vollstaendig_fin.pdf

      Artikel aus "Kriminalistik" von 04/2009 Zielgerichtete schwere Gewalt und Amok an Schulen
      Dateien