Fragen an den Pförtner!?

    Inwieweit es Änderungen in den Denkstrukturen geben wird, hängt stark von den berufsspezifischen charakteristischen Tätigkeitskombinationen ab. Daraus leitet sich die jeweilige Berufsbezeichnung immer ab.

    In unserem Thema ist es doch verwunderlich, dass einerseits die Forderung nach einer Unterlassung (den Sicherheitsmitarbeiter als Pförtner zu bezeichnen) besteht und anderseits klargestellt wird, welche Personen als Pförtner bezeichnet werden können (siehe: „Ein Pförtner impliziert einen 80 jährigen Wachjogi mit Panzerglasbrille der Knöpfchen drückt und mehr auch wirklich nicht kann.“). Es wird also sehr wohl interpretiert, dass die Funktion (Arbeitsaufgabe), Qualifikation (Fachkompetenz) und der soziale Status wichtig sind.

    Beim primären Dienstleistungsberuf „Pförtner“ geht man allerdings schon immer, von einem Menschen mit einer geringen Qualifikation aus.
    Freundliche Grüße

    Moderator Doph_Zügota



    Gerechtigkeit herrscht, wenn es in einem Volk weder übermäßig Reiche noch übermäßig Arme gibt.

    Thales von Milet (um 625 - 545 v. Chr.), griechischer Philosoph und Mathematiker, einer der Sieben Weisen
    @Doph_Zügota Guten Morgen!
    Wie ist es bei Dir? Wenn dich jemand als Pförtner bezeichnet, bist Du dann gekränkt? Ich mache mit Sicherheit viel mehr wie der Panzerglas tragende Jogi, wenn die Leute bei uns im Werk Pförtner sagen, meinen sie das nicht abschätzig. Aber dieser Begriff ist dort seit Jahrzehnten Standard, das hat mit Bösartigkeit nichts zu tun. Es gibt heute kaum noch Sicherheitsleute, die nur Knöpfchen drücken. Ich vermute, das die besser ausgebildeten Kollegen darauf allergisch reagieren, weil sie nicht mit aus ihrer Sicht schlichten 34a Leuten gleich gesetzt werden möchten. Ich meine das nicht böse, aber man kann teilweise schon eine gewisse Verachtung spüren, die latent vorhanden ist. Ich vermute auch das manche gerne offen losllegen würden, aber keinen Ärger mit den Moderatoren haben wollen, und sich deshalb weitestgehend zurück halten.
    Mfg josef
    Mal zum Ausgangsthread zurück:

    Am Tresen:

    Person: Guten Tag! Bin ich hier richtig?
    Ich: Das weiß ich nicht.
    Person: Wieso wissen sie das nicht? Sie arbeiten doch hier.
    Ich: Ich kann ihnen erst sagen ob sie richtig sind, wenn sie mir sagen wo sie denn eigentlich hin wollen.
    Person: Hmh ..... Ich geh dann mal!

    Beim Fußball: Zur zweiten Halbzeit darf ich doch dann kostenlos rein, oder?

    Konzert Udo Jürgen - ist schon gut 7 Jahre her. Es durfte alles an Getränken und Essen mit rein, nur keine Glasflaschen.
    Am Einlass wurde ich zu einem beratungsresistenten älteren Herrn gerufen. Meine Mitarbeiterin war schon am verzweifeln.

    Ich: Die Glasflasche werfen sie bitte in den Container.
    Er: Aber da ist doch nur Wasser drin.
    Ich: Der Inhalt ist mir egal, die Glasflasche bleibt draußen.
    Er: Aber es ist nur Wasser. Riechen sie doch mal.
    Ich: Nochmal, der Inhalt der Flasche ist mir egal, das Material ist das Problem.
    Er: Warum?
    Ich (schon kurz vorm Platzen der Halsschlagader): Der Veranstalter möchte dies aus Sicherheitsgründen nicht und wir setzen es hier am Einlass durch.
    Er: Aber es ist doch nur Wasser.
    Ich: Ich gebe ihnen noch einen Versuch die Glasflasche aus eigener Kraft in den Container zu werfen, ansonsten mache ich das.
    Er: Das machen sie nicht. Das ist meine Flasche.
    Ich: Doch, ich zeige ihnen wie es geht.
    [habe die Flasche genommen und in den Container geworfen]. Ein schönes Konzert wünsche ich ihnen.
    Er: Das hat ein Nachspiel für sie.
    Ich: Gerne. Hier ist meine Nummer.

    Doorman in einem Technikgeschäft - ab und an stehen wir auch auf der Fläche

    Kunde: Guten Tag.
    Ich: Guten Tag.
    Kunde: Ich habe da mal folgendes Problem. Mein Computer... (schildert mir umfangreich sein Problem mit dem Rechner.)
    Ich: (da ich ja ein freundlicher Mensch bin und Leute ausreden lasse): Es tut mir leid, aber ich kann ihnen nicht helfen. ich bin Sicherheitsmitarbeiter und kein Verkäufer.
    Kunde: (Guckt mich an, überlegt kurz): Ja, und da wollte ich sie mal fragen ob man eventuell eine neue Festplatte ....
    Zum Glück kam ein Verkäufer und hat mir den Kunden abgenommen.

    Selber Store, anderer Tag:
    Wenig Frequenz im Laden, genug Verkäufer an ihren Tresen die Ware ins System gepflegt haben.

    Kunde steht provokativ am Warenpräsenter und schaut offensiv nach einem Verkäufer.
    Ich stehe im Laden und sehe ihn da stehen. Er sieht auch dass ich ihn sehe und fängt an nervös zu tingeln.
    Danach winkt er ganz offensiv und gestikuliert, dass ich mal zu ihm kommen soll.
    Dieser Aufforderung komme ich selbstverständlich nicht nach.
    Er kommt zu mir, ohne Begrüßungsfloskel:

    Er: Haben sie mich nicht gesehen?
    Ich: Guten Tag. Doch, ich habe sie gesehen.
    Er: Und dass ich sie ran gewunken habe, haben sie auch gesehen?
    Ich: Ja, auch das habe ich gesehen.
    Er: Und warum kommen sie dann nicht?
    Ich: Weil ich kein Verkäufer bin.
    Er: Na aber sie stehen hier doch nur rum und machen nix. Da können sie doch auch zu mir kommen.
    Ich: Nochmal, ich bin kein Verkäufer. Und wie ich meine Arbeit mache überlassen sie bitte mir selbst.
    Er: Und wer berät mich jetzt?
    Ich: Die Verkäufer, welche an den jeweiligen Tresen stehen.
    ... ich bin dann erst mal raus gegangen, ich war schon kurz vorm explodieren.


    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
    Albert Einstein
    Kann ich ja mal noch anbringen, hat mir ein Kollege erzählt.
    Großer, kräftiger Kerl, Klassischer Türsteher.

    An der Tür spielte sich folgendes ab:

    Gast bezahlt Eintritt, mein Kollege steht etwas weiter nach hinten und weist den Weg, da der Gast trotz Beschilderung falsch gelaufen ist.
    (im Eingangsbereich ist der Laden etwas unübersichtlich)
    Er: Bitte hier entlang.
    Gast: (guckt ihn an) Kannst du überhaupt lesen?
    Er: Das ist jetzt der Moment wo es für dich zu schmerzhaft und für mich zu teuer wird. Geh! Raus aus dem Laden!
    Gast: (schaute irritiert zur Einlassdame): Das meint der jetzt nicht ernst.
    Dame: Doch, das meint der Ernst. Und für den dummen Spruch kannst du froh sein dass noch keine gefangen hast. Dein Geld bekommst du auch nicht wieder.
    Gast hat dann die Lokalität verlassen.


    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
    Albert Einstein
    Ist zwar Off-Topic, aber passt ganz gut:
    Meine Freundin hat Einzelhandelskauffrau beim Bäcker gelernt.
    Sie steht hinterm Tresen, vor einem vollen Brot - und Brötchenregal

    Kunde: Guten Tag. Haben sie Brot?
    Sie: Nein.
    Kunde: Aber hinter ihnen ist doch das ganze Regal voll.
    Sie: (dreht sich rum): Tatsächlich. Verrückt. Wie kommt das denn?
    Kunde: Sie wollen mich veralbern?
    Sie: Ja, oder sie mich! Oder warum fragen sie in einer Bäckerei ob wir Brot haben?
    Kunde: Hmh .. Stimmt eigentlich...


    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
    Albert Einstein
    Ja wie ich lesen kann bin ich nicht alleine. Habe mir das alles durchgelesen und musste feststellen, ja das kennst doch auch. Gut nicht alles aber vieles.
    Es sind aber auch Fragen bei wo ich weis das der Fragensteller eigendlich nur freundlich sein will und paar Setze sagen möchte aber nicht so richtig weis was.
    Im Großen und Ganzen spiegelt es doch sicherlich wieder, was wir alle oft schon erlebt haben. Nun soll man auch noch immer freundlich bleiben. Ok meistens klappt es ja auch bei mir. Werde zwar nicht unfreundlich aber mein Ton ändert sich schon hier und da mal wenn es angebracht ist. Jedoch das hier und da mal einem eine Sicherung durchbrennt, kann ich schon verstehen.
    Zum Glück bin ich zu 70% in meiner Tätigkeit als Revier- und Alarm Fahrer unterwegs und das dann in den Abend, Nachts und Morgenstunden.
    Jedoch meine ich, es gibt keinen besseren Weg sich Menschenkenntnis anzueignen wenn ich das mal so sagen darf.
    Ach fast vergessen: morgens um Sechs Uhr. Wie lange müssen sie denn heute? Wieder 12 Stunden? Wann haben Sie dann Feierabend?

    schulle1971
    Niemand ist nutzlos und wenn dieser nur als schlechtes Beispiel dient
    Das Thema schockiert mich.
    Der "Pförtner" , also eine ungelernte Hilfskraft ohne jegliche Ausbildung im Bewachungsgewerbe , ist ein Relikt der 70er und mit der Einführung derr Unterweisung nach Paragraph 34a GewO (ich glaube 1982) endgültig ausgestorben.

    Der Wachmann , Werkschützer , Sicherheitsmitarbeiter ... von heute hat zwar oftmals nichts zu tun und ist in vielen Fällen nur vor Ort aus versicherungstechnischen Gründen, hat aber zumindest in der Theorie weit mehr Aufgaben als es ein "Pförtner" je hatte.

    "Pförtner" ist in meinen Ohren eine ungelernte Hilfskraft. Ich bin Facharbeiter und möchte nicht mit einer Hilfskraft verglichen werden.
    Wachmann ist seit den 80er Jahren ein Fortbildungsberuf und seit 2006 ein anerkannter Lehrberuf (Fachkraft für Schutz und Sicherheit).
    Da muss man sich nicht als "Pförtner" verunglimpfen lassen.

    Wachtl666 schrieb:

    Der Wachmann , Werkschützer , Sicherheitsmitarbeiter ... von heute hat zwar oftmals nichts zu tun und ist in vielen Fällen nur vor Ort aus versicherungstechnischen Gründen, hat aber zumindest in der Theorie weit mehr Aufgaben als es ein "Pförtner" je hatte.


    Da hast Du Recht, aber in unser Firma, das heißt bei unserem Kunden wird das von allen so genannt. Es meint aber keiner abwertend oder Böse!