Fragen an den Pförtner!?

    Das was die heutige Fachkraft, Werkschutz etc. tut, hat der Pförtner vor Jahren auch schon getan, telefoniert, protokolliert, kontrolliert usw.
    Das Kind hat nur einen neuen Namen bekommen.
    Wer sich über den Begriff Pförtner aufregt, sollte mal an seinem Selbstwertgefühl arbeiten.
    Das hat nichts mit dem Selbstwertgefühl zu tun! Die Aufgaben heutzutage sind umfangreicher als damals! Die Bezeichnung Pförtner ist aus meiner Sicht in einer so modernen Zeit ausgestorben! Oder steht bei jemandem im Arbeitsvertrag Pförtner drin?
    Versuch einer Charakterisierung:

    Der "Pförtner" war in früheren Zeiten ein Mitarbeiter aus dem Betrieb, der die reguläre Produktionsarbeit auf Grund Krankheit, Unfall etc. nicht mehr ausführen konnte, und deshalb sein Brot als Wachhabender oder Eingangskontrolleur am Werkstor verdient hat. Er besaß in unserem Sinn keinerlei Sicherheitsqualifikation, ganz einfach aus dem Grund, da es Weiter-, Fort- und Ausbildung im Werkschutz- und Objektschutzbereich erst seit Mitte bis Ende der 1970er Jahre gab. Zu diesen Zeiten wurden Schranken größtenteils noch im Handbetrieb betätigt, automatische BMA, GMA oder EMA gab es genau so wenig, wie z. B. Telefonvermittlung von der Pförtnerbude aus.

    Die großen Chemiebetriebe an Rhein und Main gaben die ersten Anstöße für Sicherheitsausbildungen durch ihre betrieblichen Schulen. Dazu gesellten sich dann die Forderungen an das Objektschutzpersonal gemäß Atomgesetz Prüfungen vorzuweisen. Zuerst gab es die "Prüfung für Werkschutzpersonal" an den IHK`s Ludwigshafen und Münster. Ab 1983 nannte sich der annähernd gleiche Prüfungabschluss dann "IHK-geprüfte Werkschutzfachkraft". Diese dann geprüften Leute waren natürlich stolz auf ihr fachkundiges Wissen und nannten sich in den Betrieben zu Recht "Werkschutz".

    So sehe ich das ...
    Dein kurzer Rückblick auf die historische Entwicklung ist richtig aber klärt dann noch nicht die Frage, warum viele Menschen (immer noch) das Sicherheitspersonal als „Pförtner“ bezeichnen. Zumal sogar der Kollege „josef“ mit dem Aufmacher „Fragen an den Pförtner“ den Begriff verwendet hat. Sieht er sich demnach selber als Pförtner?
    Freundliche Grüße

    Moderator Doph_Zügota



    Gerechtigkeit herrscht, wenn es in einem Volk weder übermäßig Reiche noch übermäßig Arme gibt.

    Thales von Milet (um 625 - 545 v. Chr.), griechischer Philosoph und Mathematiker, einer der Sieben Weisen
    Ich habe den Begriff Pförtner verwendet, weil das in dem Objekt wo ich eingesetzt bin der Standardbegriff ist. Natürlich bin ich ein Werkschützer, aber ich kann und will die Leute nicht missionieren. Weil ich weiss, das sie mit dem Begriff keine Herabsetzung beabsichtigen. Als ich noch im Bestattungs Gewerbe tätig war, sagten viele auch Totengräber! Manchen konnte man den Unterschied erklären, enige verstanden es nie!
    Der Begriff „Pförtner“ steht also noch für viele Menschen für einen „Sicherheitsmitarbeiter“! Sind es denn ehr jüngere oder ältere Personen, die den Mitarbeiter des Werkschutzes als „Pförtner“ bezeichnen?
    Freundliche Grüße

    Moderator Doph_Zügota



    Gerechtigkeit herrscht, wenn es in einem Volk weder übermäßig Reiche noch übermäßig Arme gibt.

    Thales von Milet (um 625 - 545 v. Chr.), griechischer Philosoph und Mathematiker, einer der Sieben Weisen
    Also ich verstehe die Verwirrung um unsere Berufsbezeichnungen gut. Warum sollte sich ein Mensch der nicht aus der Branche kommt die Unterschiede kennen, wenn es selbst die tollen Sicherheitsfirmen nicht können. Da werden Mitarbeiter gesucht die eine Ausbildung zur FSS haben und gefordert wird auf jeden Fall dann auch noch die SKP 34a.

    Viele alte Bezeichnungen werden heute noch verwendet obwohl es neue gibt......
    Davon mal abgesehen das Personen die sich nicht im Bewachungsgewerbe auskennen, garnicht wissen das es die Ausbildung FSS gibt! Zumal solche Sprüche kommen wie:"Was muss man denn bei eurer Aufgabe können, das kann doch jeder"!

    Doph_Zügota schrieb:

    Sind es denn ehr jüngere oder ältere Personen, die den Mitarbeiter des Werkschutzes als „Pförtner“ bezeichnen?
    Das ist abhängig von der Tradition des Betriebes und hat eher weniger mit Lebensalter zu tun. In manchen Betrieben werden + wurden die Werkschützer = Pförtner als "Portiers" bezeichnet!
    Ein Pförtner impliziert einen 80 jährigen Wachjogi mit Panzerglasbrille der Knöpfchen drückt und mehr auch wirklich nicht kann.

    Ich bin Werkschützer. (Streng genommen sogar Meister SuS, aber wir wollen es ja nicht übertreiben)

    Ja, Pförtner empfinde ich als Beleidigung.

    Higgi schrieb:

    Also ich verstehe die Verwirrung um unsere Berufsbezeichnungen gut. Warum sollte sich ein Mensch der nicht aus der Branche kommt die Unterschiede kennen, wenn es selbst die tollen Sicherheitsfirmen nicht können. Da werden Mitarbeiter gesucht die eine Ausbildung zur FSS haben und gefordert wird auf jeden Fall dann auch noch die SKP 34a.

    Viele alte Bezeichnungen werden heute noch verwendet obwohl es neue gibt......


    Unwissenheit schützt auch hier vor "Recht" nicht. Da bin ich konsequent. Bevor ich jemanden nach seinem Berufsstand bezeichne überlege ich mir genau, was er ist/sein könnte, oder frage halt nach. Das hat etwas mit Respekt zu tun, wie man andere Menschen anspricht, und das man Sie auch korrekt anspricht. Warum sollen wir uns dann unter Wert verkaufen und sowas hinnehmen? Da muss man auch mal Eier zeigen, oder auf politisch korrekt: selbstbewusstsein zeigen.

    Der nächste Doktorant aus dem Vorstand kickt den SiMa vor Ort übrigens ebenso, wenn er einen schlechten Tag hat, vom Objekt, wenn er ihn ohne oder mit falschen Titel anspricht/anschreibt. Kann man von halten was man will, aber wenn Berufsbezeichnung, dann bitte auch die richtige.
    Also, es muss letztendlich jeder selber für sich entscheiden, wie er damit umgeht! Die Fronten sind in diesem Thema, so scheint es mir zu verhärtet.Vielleicht sollte man dieses Thema langsam abschließen, die Fruchtbarkeit ist nicht mehr gegeben.
    Einen tollen Sonntag!