Wachpersonal in der Arge

      Das ist sicherlich zu rechtfertigen aber man sieht auch wieder, dass die Einrichtungen völlig ohnmächtig sind und nicht wissen was sie sonst noch tun können!
      Freundliche Grüße

      Moderator Doph_Zügota



      Gerechtigkeit herrscht, wenn es in einem Volk weder übermäßig Reiche noch übermäßig Arme gibt.

      Thales von Milet (um 625 - 545 v. Chr.), griechischer Philosoph und Mathematiker, einer der Sieben Weisen
      Die Inhaber der Firmen, die im Auftrag des AA und der Arge diese Kurse ausrichten, profitieren am meisten davon. Die Mitarbeiter(Dozenten) sind die leidtragenden, sie müssen nach einem grob vorgegebenen Rahmenplan die Teilnehmer beschäftigen. Ein Dozent hat mal sein Herz ausgeschüttet, bei manchen Angeboten von Kurs Ausrichtern muss er überlegen, das Rauchen auf zu geben. So wenig verdienen diese Leute zum Teil. Als meine Frau neulich bei einer Bekannten war, bekam sie unfreiwillig mit, als diese ein Angebot eines Ausrichters bekam. Die Bekannte war nach zwanzig Jahren arbeitslos geworden, und muss nun auch als Dozentin für Arbeitslosenkurse los. Vorher war sie bei einem kirchlichen Arbeitgeber, der den Bereich in dem sie tätig war geschlossen hat. Er hat jetzt die Flüchlingshilfe für sich entdeckt, in dem meine Bekannte auf keinen Fall arbeiten wollte. Sie wird deutlich weniger bekommen als vorher, und das bei Steuerklasse 1.
      Auch ich habe so eine ähnliche Reportage gesehen. Allerdings ist meine Meinung dazu eine etwas andere.
      Viele solcher Maßnahmen verwenden Elemente aus dem NLP um Glaubenssätze aufzulösen oder den Teilnehmern die eigenen Werte klar zu machen. Aber vor allem das Selbstbewusstsein (außerhalb der eigenen Randgruppe) zu stärken. Für ähnliche Seminare zahlen die Teilnehmer den Coaches z.T. richtig viel Geld.

      Die andere Frage ist allerdings, ob die Teilnehmer solcher aufgezwungener Trainings das richtige Mindset haben oder nicht. Um diese Frage zu beantworten, muss man sich aber nicht irgendwelche ausgefallenen Kurse anschauen, da reicht es auch aus bei uns in der Branche zu bleiben. Als ich meine erste Waffensachkunde gemacht habe, waren viele Teilnehmer da, die den Kurs vom Arbeitsamt gesponsert bekommen haben. Und die waren alles andere als aktive Teilnehmer an dem Kurs.
      Das kommt auf die Gegend an, bei uns in der Nähe gibt es eine Stadt, da mussten die Bezieher von Leistungen im Harz 4 Bereich noch nicht mal ihre Bewerbungen dokumentieren, geschweige denn an einer Maßnahme teilnehmen. Der Leiter dieser betreffenden Arge Filiale ist aber dann auch ein paar Jahre später ausgetauscht worden! Zuviel der Menschlichkeit! Bei uns in der Stadt das Gegenteil, bei der kleinsten Unregelmäßigkeit wurde sofort sanktioniert. Man wurde mit unpassenden Vermittlungsvorschlägen bombardiert, und keine Maßnahme war zu blöd. Eine weitere wichtige Komponente ist der Sachbearbeiter oder Fallmanager, wenn du bei ihm unten durch bist, und sei es aus Antipathie, hast du ein riesengroßes Problem! Insgesamt betrachtet gibt es sicher Maßnahmen, die den Arbeitslosen weiter bringen, aber nur ganz wenige. So wurden bei uns zum Beispiel Staplerscheine ohne Ende gemacht, auch als der Bedarf schon längst gedeckt war. In einem anderen Kursus saßen wir sechs Wochen lang jeden Tag acht Stunden am PC, und mussten nach Stellen suchen. Wenn man am Tag eine Stunde guckt, reicht das normal völlig aus, erst recht in der Krisenzeit 2008/2009. In einem anderen Kursus wiederum gab es sechs Wochen Theorie. Da lernte man Sachen wie: Vor dem Vorstellungsgespräch waschen und Zähne putzen. Oder wenn sich zwei Menschen unterhalten, ist das Kommunikation. Machen sie keine Leberwurst Flecken auf ihr Anschreiben! Oder der Oberhammer: In der Situation des Vorstellungsgesprächs dürfen sie nicht pupsen! Nach sechs Wochen ging es dann in die Praktikumsphase, damit die Stühle für die neuen leer werden. Ein paar haben es nicht geschafft, sich einen Platz für das Praktikum zu besorgen. Die durften dann im Flur sitzen, und nach dem Gusto des Leiters irgendwelchen Schwachsinn im Netz recherchieren. Auf dem sogenannten Bildungs Gutschein stand damals die Summe von 3000 Euro, pro Kopf versteht sich! Da kann man sich vorstellen, was da an Geld zusammen kommt. Diese Firma hatte zwei Klassenräume, ich habe es mal grob überschlagen, rund eine Million Euro im Jahr! Und der Ausrichter hatte in den neuen Ländern noch zwei Filialen. Dann war da noch das Experiment mit den Anfangszeiten! Ab der dritten Woche des Kursus, mussten alle um 7:45 beginnen statt wie üblich um 8:00! Man wollte testen, ob die Leute flexibel reagieren können. Alle die vom Dorf kamen, konnten jetzt einen Bus früher nehmen, und sich entsprechend nach ihrer Ankunft die Beine noch länger in den Bauch stehen. Das lustige ist aber, dass die Dozenten auch weiterhin erst um 8:00 kamen, weil sie keine Lust hatten sich den Stress an zu tun! Wie hohl ist das denn?
      Da ist von seiten der Behörden vieles zu bereinigen! Vielleicht hat man auch politisch keine Lust dazu, und diese Pseudo-Kurse dienen nur der Reinhaltung von Arbeitslosenstatistiken ... was weiß ich!
      Vor ein paar Jahren war es immer ein Lacher, wenn sie einen 60-64jährigen ALG-Bezieher in ein Seminar zur Vorbereitung eines Vorstellungsgespräches oder Erstellen einer Bewerbung geschickt haben.
      Ja das stimmt. Jedoch solange mit einem Hartz 4 Empfänger Geld verdient wird, wird sich nicht viel ändern.
      Mit Armut und Angst wurden schon immer Millionen verdient. Genau das ist ja das Perverse an der ganzen Sache.

      schulle
      Niemand ist nutzlos und wenn dieser nur als schlechtes Beispiel dient
      Im Jobcenter zu arbeiten....... dazu hätte ich gar keinen Bock. Die sind dermaßen problembehaftet, das meiste davon auch noch selbst "fabriziert". Sozialgerichte sind völlig überlastet mit Klagen wegen Fehlentscheidungen.
      Nicht selten kommt es in JC zum Eklat, ein "Kunde" rastet aus, vielleicht gibt es gar noch einen Polizeieinsatz.
      Das braucht kein Mensch! Die sollen selber zusehen, wie sie mit ihrem Kram klarkommen.
      Wie lange läuft das schon mit dem Hartz IV? Seit 2003, glaube ich. In zwölf Jahren hat es die Politik nicht fertig gebracht, die unausgegorene Gesetzeslage nachzubessern, daß nicht jeder zweite Hilfsempfänger vor Gericht ziehen muß. (Meist bekommen die sogar recht in diesen Verfahren.)
      Nee, nee..... Dienst im JC kann machen, wer will.

      Hallo Ex-Rezi

      Das stimmt, dort wollte ich auch nicht arbeiten. In meiner Stadt hielt sich die Zahl der typischen Hilfsempfänger in Grenzen. Viele die ich gesehen habe, sahen ganz normal aus, ein paar schmuddelige Jogginganzüge Träger gaben es aber auch. Trotzdem kann die Stimmung immer mal kippen, werden doch die Leute manchmal nicht gerade fair behandelt, oder sie meinen es. Da hast Du Recht, in den ganzen Jahren hat sich an der Harz 4 Politik nicht viel geändert, außer dass die Suppenküchen und Tafeln immer mehr werden. Und da reden alle vom reichen Deutschland, das immer schön überall auf der Welt sein Geld verteilen soll!!
      In deinem Posting beschwerst du dich über Fehler der Politik. Und ich verstehe nicht, worin für dich der Unterschied ist, ob die Fehler nun von der Politik gemacht wurden, die der "kleine SMA" nun ausbaden muss oder ob die nun von einem privatwirtschaftlichen Unternehmen gemacht wurden.

      Für mich spielt es irgendwie keine so große Rolle ob ich nun das Hausrecht in einer ARGE durchsetzen muss und einen wütenden Harz IV Empfänger rauswerfe oder z.B. einen Konzertbesucher der sich nicht an die Regeln halten will - mögen die Regeln in meinen Augen auch so blödsinnig sein.
      Ich habe es hinter mir. Hier gibt es drei Stellen wo ich tätig war im Jobcenter. Die Masse der Bezieher sind ganz normale Menschen. Dann die die es nicht begreifen wollen und etwas tun müssen um Hilfe zubekommen. Diese Zahl ist zwar steigend, hält sich hier aber noch in Grenzen.
      Dann die Fallbearbeiter , soweit man diese so nennen kann. Die Weiblichen sind da noch etwas schärfer im Ton als die Männlichen.
      Habe mich mit zwei von diesen Angelegt. Stand jedes mal vor der Tür und konnte die Wortlaute mitverfolgen. Was da für Sprüche kam, naja da muß sich dann keiner wundern wenn mal einer ausrastet. Dieses habe ich auch angesprochen und klar gemacht das ich nicht hier bin um mich für andere verzapftes Verhalten meinen Schädel hinzuhalten.
      Den Betroffenen, soweit ich diese beruhigen konnte und diese merkten das auch ich nur ein Mensch bin, habe ich dann gesagt, macht schriftliche Eingaben an den richtigen Stellen.
      Nun das sahen die Angestellten nicht so gerne und wollte mich da nicht mehr sehen. Andere sahen es dann aber doch anders die mit meiner Arbeit mehr als zufrieden waren. Die beiden Angestellten haben richtig einen auf dem Sack bekommen.
      Wie ich später herrausgefunden habe, hätte das alles auch vermieden werden können.
      Die Angestellten waren super Zahlenmenschen aber im Umgang mit dem menschen waren diese ungeeignet.
      Diese wurden dann auch umgesetzt in die Rechenabteilung wo sie meiner Meinung nach auch hingehören.
      Nur hie müssen die Ämter schon prüfen wer dafür geeignet ist und nicht einfach eine Stelle besetzen nur weil eine Person gerade dafür da ist.
      Heute brauche ich diese Arbeit nicht mehr zu machen. Habe deutlich gemacht, dass ich immer wieder so handeln werde.

      schulle
      Niemand ist nutzlos und wenn dieser nur als schlechtes Beispiel dient
      Leider besteht die Arge aus Behörde, und nimmt deshalb nach jährlich erfolgter Ausschreibung der Aufträge gezwungenermaßen den billigsten Anbieter von Sicherheit. Da kann die/der Leiter/in der Arge vor Ort nichts dafür. Dem entsprechend ist allerdings auch die Qualität der Dienstleistung! Meiner ehemaligen Firma hatte genau das Unternehmen die Aufträge in den Argestellen einer Großstadt weggenommen, das vor kurzem in Essen als Sub tätig war, und deren natürlich selbständige (... und weiter mit Sub) Experten wegen Misshandlung von Flüchtlingen verurteilt worden sind. Da bin ich wirklich froh mit so einem Scheiß nichts mehr am Hut zu haben.