Kennt sich jemand mit Subunternehmen der Security aus?

      Kennt sich jemand mit Subunternehmen der Security aus?

      was bedeutet in den Fall das Wort Subunternehmen?
      heißt es, das eine hauptfirma eine anderes Unternehmen für sich beschäftigt und das dieses so geannte Subunternehmen die Leute zur verfügung stellt?
      Hat schonmal jemand für ein Subunternehemen gearbeitet?
      wie ist das Arbeiten dort?
      Subunternehmer ist der, der für ein Unternehmen, das einen Auftrag übernommen hat, einen Teil dieses Auftrags ausführt. Man erbringt für ein Hauptunternehmen aufgrund vertraglicher Vereinbarung (Werkvertrag oder Dienstvertrag) also eine Leistung! Dabei gibt es die verschiedensten Partnerschaft- und Kooperationsentwicklungsstufen, die sich sowohl in Einmalprojekte als auch in Mehrfachprojekte untergliedern lassen. Abgesehen von der Problematik der Scheinselbstständigkeit unterscheiden sich Subunternehmen rechtlich nicht von einem „normalen“ Unternehmen.
      Freundliche Grüße

      Moderator Doph_Zügota



      Gerechtigkeit herrscht, wenn es in einem Volk weder übermäßig Reiche noch übermäßig Arme gibt.

      Thales von Milet (um 625 - 545 v. Chr.), griechischer Philosoph und Mathematiker, einer der Sieben Weisen

      mickymaus58 schrieb:


      ...wie ist das Arbeiten dort?


      Da mag es unterschiedliche Erfahrungen geben. Aber die Mitarbeiter von Subunternehmen, die ich kennenlernen durfte, verrichteten definitiv meist die Dienste, die nicht so beliebt waren.

      Zum Beispiel ist das in einem Objekt ständig die Bewachung des Mitarbeiterparkplatzes gewesen. Ziemlich öde, Zeit vergeht nicht. miese kleine Pförtnerbude ohne WC...

      Sowas halt.

      Das eine Sicherheitsfirma Aufgaben an Subunternehmer vergibt, nur weil sie das nicht machen will, ist eher ungewöhnlich. Sondern: bei größeren und umfangreichen Aufträgen ist es eher so, dass wie vor geschrieben die unangenehmsten Aufgaben an die Subunternehmer vergeben werden, wenn die Abdeckung mit eigenem Personal nicht ausreicht. Klar pickt das eigene Personal die Rosinen heraus!

      Es gibt allerdings auch relativ normale Konstellationen: Ein großes Sicherheitsunternehmen gewinnt einen flächendeckenden Großauftrag - z. B. deutschland- oder europaweite Ausschreibung - mit vielen kleinen örtlich verschiedenen Aufgaben. Das vorgenannte Unternehmen vergibt einen Teil der Aufgaben an Subunternehmer, die es örtlich selbst nicht bedienen kann. PS: So macht das die Krake schon viele Jahre lang!

      In den sogenannten "besseren" Sicherheitsausschreibungen wird Auftragsvergabe an Subunternehmer ausgeschlossen. Punkt.
      Variante 1
      Das Kleinunternehmen kommt nur sehr schwer an Aufträge, da meist die höherwertigen persönlichen Beziehungen fehlen, und jedoch viele Aufträge über Empfehlung per Mundpropaganda vergeben werden.

      Variante 2
      Aufträge werden ausgeschrieben. In den Bedingungen zur Teilnahme an Ausschreibungen werden die Hürden jedoch so hoch gelegt (z.B. Stichwort DIN 77200), so dass Kleinunternehmen diese eher weniger erfüllen können. Den Auftrag bekommt ein größeres Unternehmen, das wiederum Auftragsteile an Subunternehmer vergibt.

      Variante 3
      Einzelne Kleinaufträge erhält der Kleinunternehmer vielleicht durch seinen örtlichen Bekanntheitsgrad. Oft jedoch ist der Aufwand dafür unverhältnismäßig groß, so dass die Gewinnmarge sehr schmal ist.

      Variante 4
      Ein mittelständisches bis Großunternehmen erhält einen wertvollen Werkschutzauftrag weit weg vom Firmensitz. Die Sicherheitsfirma geht mit anfänglichem Engagement an den Auftrag, stellt dann vor Ort gutes Personal ein und zieht sich zurück, da der Kunde anscheinend zufrieden ist. Die ganze Arbeit hängt an einer Person vor Ort, von der Firmenzentrale lässt sich selten jemand blicken. Im Lauf der Zeit entwickelt sich ein gutes Vertrauensverhältnis vom vor-Ort-Verantwortlichen zum Kunden. Irgendwann verliert das vorherige Sicherheitsunternehmen den Auftrag, der vor-Ort-Verantwortliche hat sich selbständig gemacht und bedient seinen Kunden. Nachteil: Dieses kleine Sicherheitsunternehmen verdient zwar anfänglich gutes Geld, ist jedoch völlig abhängig von einem Kunden, der das irgendwann ausnutzen wird. >>> Genau diesen Fall habe ich in meinem Bekanntenkreis bereits zweimal erlebt!

      Variante 5
      Eine engagierte Sicherheitsperson denkt die Welt wartet auf ihn, meldet ein Gewerbe an und ... ja ... und ... Diese Einzelunternehmer landen dann als SubSubSub zum niedrigsten Verrechnungssatz jeden Tag wo anders . So was grenzt hart an die Scheinselbständigkeit!
      ich habe auf einer großen Massenveranstaltung, die mit vielen Mitarbeitern eines großen Security-Unternehmens bestetzt war,
      (sie standen vereinzelt hinter der Absperrung im Backstagebereich und haben das Publikum bewacht)

      Dort habe ich einen Mann getroffen, der meinte, er wäre selbstständig. Könnte es sein, das ein Selbstständiger dort und den Angestellten des Großunternehmens zusammen arbeitete?

      Ich frage, weil erst plane für ein Unternehem als Mitabeiter zu arbeiten. Von daher habe ich noch keinen Enblick. Es wäre ja gut, es zu wissen, damit man sich ein Bild machen kann
      Zum Beispiel: Die Preise, es gibt SoloSubs die für etwas mehr Geld arbeiten als ein normaler Tarifarbeitnehmer, der Dienstleister kann dann anders (schärfer) kalkulieren und mit deutlich niedrigerem Preis anbieten als der andere Dienstleister mit regulären Kräften... weil dieser Urlaub, Fortbildung, Krankheit etc im Stundenverrechnungssatz berücksichtigen muss

      Aufseher schrieb:

      (...) Variante 5
      Eine engagierte Sicherheitsperson denkt die Welt wartet auf ihn, meldet ein Gewerbe an und ... ja ... und ... Diese Einzelunternehmer landen dann als SubSubSub zum niedrigsten Verrechnungssatz jeden Tag wo anders . So was grenzt hart an die Scheinselbständigkeit!


      Und was kann das Unternehmen, das den Auftrag erhalten hat, unternehmen, um zu klären, ob eine Scheinselbständigkeit vorliegt? Was sollte da angefordert werden, neben dem SKP-Nachweis und der Gewerbe-Anmeldung.....?

      Christine schrieb:

      b Was sollte da angefordert werden, neben dem SKP-Nachweis und der Gewerbe-Anmeldung.....?


      Z.B. der Nachweis weiterer Aufträge. Ein Subunternehmer darf nicht über einen längeren Zeitraum nur für einen Auftraggeber tätig sein. Auch dürfte eigentlich ein Selbständiger nicht weisungsgebunden arbeiten und ähnliches.
      Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir viel Ärger erspart bleiben.
      Konfuzius
      Ja, der Grad von Selbständigkeit und dem Anschein davon ist schmal! Es darf nicht sein:
      • Der Ansprechpartner vom Auftraggeber für den Sub ist ihm direkt weisungsbefugt.
      • Der Auftraggeber plant den Sub mit Dienst- und Freizeiten, womöglich sogar die Urlaubszeit.
      Mit den Nachweisen von durchgeführten Aufträgen ist das so eine Sache: Zeugnisse oder so was gibt es da nicht, und wer ruft schon den benannten Auftraggeber an: "Hat Frau/Herr XY für Sie da und da gearbeitet?".

      Es bringt zwar nicht viel wenn ich das hier schreibe, trotzdem: Wenn für meine Ex-Firma ein Sub tätig war, habe ich den behördlich überprüfen lassen. Offiziell geht das leider gar nicht. Zum Wie beantworte ich keine Fragen!

      Und: Wir haben gerne mit immer den gleichen und uns bekannten guten Sub`s zusammengearbeitet. Das schafft ein wertvolles Vertrauensverhältnis. @Nemere: Wenn ein sauberes Vertragsverhältnis vorliegt, sehe ich in dauerhafter Zusammenarbeit mit einem Sub kein Problem. Gibt es da evtl. andere oder neuere Rechtsprechung?

      Aufseher schrieb:

      Mit den Nachweisen von durchgeführten Aufträgen ist das so eine Sache: Zeugnisse oder so was gibt es da nicht, und wer ruft schon den benannten Auftraggeber an: "Hat Frau/Herr XY für Sie da und da gearbeitet?".


      Mir ist bewusst, das solche Nachweise oft recht fragwürdig sind, aber man hat es dann wenigstens versucht. Ich hatte letzthin das Vergnügen der Re-Zertifizierung nach der DIN 77200 und der 9001. Da wurde recht intensiv auf der Frage herumgeritten, wie wir denn ausschließen, das der Subunternehmer nicht doch scheinselbstständig ist.
      Auch bei einer Überprüfung durch Finanzamt, Sozialversicherung usw. muss derjenige, der Subunternehmer beschäftigt, darauf gefasst sein, das diese Behörden entsprechende Nachweise sehen wollen. Wenn man dann nicht tragfähige Unterlagen liefern kann, ist man sehr schnell dabei, immense Summen an Sozialabgaben usw. nachzuzahlen.
      Wenn man sicher gehen will, bleibt wirklich nur der aufwendige Weg, beim benannten anderen Auftraggeber anzurufen.

      Und: Wir haben gerne mit immer den gleichen und uns bekannten guten Sub`s zusammengearbeitet. Das schafft ein wertvolles Vertrauensverhältnis. @Nemere: Wenn ein sauberes Vertragsverhältnis vorliegt, sehe ich in dauerhafter Zusammenarbeit mit einem Sub kein Problem. Gibt es da evtl. andere oder neuere Rechtsprechung?

      Ich habe es sehr verkürzt ausgedrückt. Natürlich kann man langfristige Verträge mit guten Subunternehmern abschließen. Er darf nur nicht ausschließlich oder überwiegend für Deine Firma arbeiten. Ein offener Problempunkt bei der Beurteilung der Scheinselbständigkeit bleibt die Weisungsgebundenheit. Eigentlich darf ein Selbständiger nicht an die Weisungen des Auftraggebers gebunden sein, andererseits muß ich aber einen Subunternehmer z.B. bei der Absicherung einer großen Veranstaltung in mein Sicherheitskonzept einbinden und ihm damit Weisungen erteilen. Ähnlich ist es mit der Einhaltung bestimmter Arbeitszeiten. Wann z.B. die Rentenversicherung von Scheinselbständigkeit ausgeht, ist hier ausführlich beschrieben: Deutsche Rentenversicherung - Selbstständige - Scheinselbstständigkeit
      Wenn ich mir die dort genannten fünf Punkte anschaue, sind fast alle Subunternehmer im Sicherheitsgewerbe Scheinselbständig.
      Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir viel Ärger erspart bleiben.
      Konfuzius
      Hallo,
      wir arbeiten auch teilweise als Subunternehmer. Diese Art der Dienstleistung hilft einfach anderen Wachdienstunternehmen schwankende Auftragslagen besser zu kompensieren, ohne ihre eigenen Sicherheitsmitarbeiter überstrapazieren zu müssen. Unser Angebot wird gerne von unseren Kunden angenommen.

      Wolff Security schrieb:

      Hallo,
      wir arbeiten auch teilweise als Subunternehmer. Diese Art der Dienstleistung hilft einfach anderen Wachdienstunternehmen schwankende Auftragslagen besser zu kompensieren, ohne ihre eigenen Sicherheitsmitarbeiter überstrapazieren zu müssen. Unser Angebot wird gerne von unseren Kunden angenommen.

      Du beschreibst mehr oder weniger den idealen Part der Nachunternehmerschaft..... die Spitzenabdeckung.... in der Praxis ist dies auch wichtig, aber das Thema wurde bzw die Umsetzung grundsätzlich pervertiert....