Wachmann inkompetent oder abgestumpft?

      Wachmann inkompetent oder abgestumpft?

      Hallo ihr Lieben,

      bin durch Zufall auf das Forum gestoßen und hätte da mal eine ganz allgemeine Frage:

      Mein Schufaeintrag hat dafür gesorgt, das die Polizei keine Verwendung für mich hat und so ist mein Traum ERSTMAL geplatzt. Zurzeit bin ich Techniker in einer Firma, die einen Sicherheitsdienst beauftragt hat, ihr Objekt zu schützen. Wenn ich dieses Personal sehe, wird mir schlecht und ich frage mich ob das meine Zukunft sein soll!

      Der Typ hat entweder überhaupt keinen Bock auf seinen Job, oder das läuft halt so in dem Gewerbe. Der Wachmann soll eigentlich die Handwerker im Auge behalten und Diebstähle vereiteln, auch wenn bis dato nie etwas passiert ist. Er wirkt so, als sei er der beste Kumpel der Handwerker und ist eigentlich nur am quatschen, versucht die Muttersprache der Handwerker zu lernen oder telefoniert.

      Auch wenn in seiner Laufbahn NIE etwas passiert ist, sollte man nicht wachsam sein und so arbeiten, als könnte jeden Moment etwas passieren? Sollte er nicht autoritär wirken und den Handwerkern vermitteln: "Vergisst es, ich hab ein Auge auf euch!" und denen nicht das Gefühl geben: "Wenn ihr jemanden braucht der euch die Tür aufhält, sagt Bescheid!"?

      Wie geht ihr an die Sache? Seid ihr auch schon abgestumpft oder nehmt ihr euren Job ernst, egal wie sinnfrei er ist?
      keine Ahnung, ist schwer sowas zu bewerten, wenn man nicht ununterbrochen dabei ist.

      Aber AUS DEM BAUCH HERAUS würde ich sagen, macht der Kollege auf diese Art seine Arbeit effektiver, wenn er dennoch aufmerksam skeptisch ist, als wenn er wie ein Aufseher mit Knüppel daneben steht.

      So wie ich es geschrieben habe wäre zumindest meine Art und Weise mit dem Auftrag umzugehen.

      Aber wie gesagt, so von außen lässt sich sowas schwer bewerten. Ich möchte anhand von paar Sätzen einen Kollegen nicht beurteilen.
      Vielleicht ist gerade seine Art seine Tätigkeit zu verrichten, die seinen Erfolg ausmacht?
      Du als Außenstehender kannst das möglicherweise nicht beurteilen, seine Art hat bisher dazu beigetragen, dass nicht's passiert ist, ich würde da also kein abgestumpft sein unterstellen.
      Hallo Vouz,

      diese Problematik ist durchaus bekannt, lässt sich aber nicht auf das gesamte Bewachungsgewerbe ableiten!
      Freundliche Grüße

      Moderator Doph_Zügota



      Gerechtigkeit herrscht, wenn es in einem Volk weder übermäßig Reiche noch übermäßig Arme gibt.

      Thales von Milet (um 625 - 545 v. Chr.), griechischer Philosoph und Mathematiker, einer der Sieben Weisen
      Ich nehme meine Arbeit sehr ernst. Das erste Gebot ist immer die Eigensicherung und das geht nur wenn man das ganze ernst nimmt.
      Meine Erfahrung ist bei einer Seperatbewachung und dazu noch Bauarbeiten, hier auch als Mensch aufzutreten. Dazu gehört nun mal auch paar Worte oder Sätze zu wechseln. Den Arbeitern ist es auch unangenehm wenn man quasi mit dem Knüppel in der Hand diese nur anstart.
      Nein etwas locker bleiben aber nicht leichtsinnig. Immer und überall dann ein Auge drauf haben.
      Mache es so in etwa wie du es oben beschrieben hast. Ein Tabu ist aber bei mir das private telfonieren. Ist wie beim Autofahren, es lenkt ab egal mit oder ohne Freisprechanlage.

      schulle
      Niemand ist nutzlos und wenn dieser nur als schlechtes Beispiel dient
      Was ich als wirklich „Katastropahl“ ansehe ist, wenn Sicherheitspersonal zur Bewachung bestellt wurde und seinen Auftrag nicht wahrnimmt. Ich meine damit vorwiegend die Tatsache, dass man neben den Technikern / Handwerkern steht und eine Unterhaltung führt oder sogar bei den Arbeiten assistiert indem z.B. Werkzeuge angegeben werden. Und viele Techniker haben auch keine Lust auf so ein „dummes“ Rumgequatsche, sie verhalten sich aber oftmals defensiv und ertragen dieses Verhalten.
      Freundliche Grüße

      Moderator Doph_Zügota



      Gerechtigkeit herrscht, wenn es in einem Volk weder übermäßig Reiche noch übermäßig Arme gibt.

      Thales von Milet (um 625 - 545 v. Chr.), griechischer Philosoph und Mathematiker, einer der Sieben Weisen
      Oh ja, da sprichst du wirklich was an, was ich selber häufig beobachtet habe ... Wachjogi quatscht jeden und alles (MA der Kunden etc.) in Grund und Boden ohne zu merken, dass er andere mit diesem Verhalten belästigt.

      Aber dieses Verhalten empfinde ich auch privat unerträglich.
      Man kann schlecht aus einer Momentaufnahme heraus die Arbeitsleistung dieses Mannes beurteilen. Generell halte ich es so, mit sachlicher Freundlichkeit kommt man immer weiter! Wenn man den Sicherheitsmann heraus hängen lässt, und die Leute anschnauzt, macht man sich auf Dauer selbst kaputt. Zum Thema Privatgespräche kann ich sagen, nur wenn es nötig ist würde ich das machen. Jedes Objekt ist anders und wenn man zwölf Stunden ohne Pause machen muss, ist gegen eine Zigarettenpause oder etwas surfen nichts zu sagen. Es muss halt mit dem Auftraggeber abgesprochen werden, und unserer hat nichts dagegen, wenn die Zeit dafür da ist. Wir werden natürlich auch Kollegen haben, die rein gar nichts dürfen, und das finde ich schlimm! Und nun zu den Laber Taschen, auch wir haben so ein Exemplar im Kollegenkreis. Er begrüßt die Mitarbeiter des Werkes wirklich so überfreundlich, dass es schon an Schleimerei grenzt! Er hat als letzter bei uns angefangen, und sagt schon zu dem Disponenten „Du“. Er ruft auch bei jeder Gelegenheit dort an, und erzählt uns das auch noch. Ich habe bei Herrn XY angerufen! Wie Herr XY Nachwuchs bekam, wurde der liebe Kollege sogar per SMS benachrichtigt, so etwas kann man einfach nur aussitzen. Das ist jetzt nicht böse gemeint, mach doch erstmal selber Erfahrungen in diesem Job. Du wirst sehen, aus einer anderen Perspektive siehst Du das ganze vielleicht etwas anders! So, einen schönen Rest des Tages noch!
      Josef
      Also ich finde da muss man mehr WIssen über die Hintergründe haben.
      Kennt er die Handwerker schon länger und kommt er gut mit ihnen klar?
      Nimmt er bei den Gesprächen auch sein Umfeld wahr?

      Also ich persönlich halte auch mal ein Pläuschen mit Handwerkern wenn ich sie mal begleite, achte aber darauf das die Regeln und Anweisungen meines Kunden umgesetzt werden.

      Ich denke aber das ich schon genug Kenntnisse habe um zu merken wann ein Gespräch erwünscht ist und wann nicht.
      Sowas ist halt Situations Abhängig.
      Das Telefonieren ist ein "No-Go" und ist eigentlich Branchenweit bekannt.
      @Aufseher
      Du hast Recht! Aber wenn mal die große Ruhe einkehrt, für eine Minute kann man doch eben mit der Frau sprechen. Schließlich sitzt man 12 Stunden in der Pforte. Jedes Objekt ist anders, man muss sich anschmiegen, manche Kunden wollen auch mal etwas mehr wie im Vertrag vereinbart, zumindest hier und da, da kann man auch mal ein bisschen entgegen kommend sein. Aber Leute die nur für ihr Privatvergnügen zur Arbeit gehen, und nebenbei die Pflichten erfüllen, dass geht natürlich nicht.
      Schönen Mittwoch! josef
      Natürlich gibt es im Sicherheitsgewerbe gravierende Unterschiede in den einzelnen Aufgabenbereichen. Aber unstrittig ist, dass der Faktor der mangelnden Motivation und der oftmals nicht abgerufenen Fachkompetenz immer wieder deutlich macht, wie wichtig, der nach wie vor bestehende Umbau und die Modernisierung im Sicherheitsdienstleistungsgewerbe ist.

      Wie groß die Effekte bezüglich der hier angesprochenen Beobachtungen sind, ist nicht klar. Man müsste einfach zum Grundsatz des „Förderns und Forderns“ zurückkommen! Hier ist leider vorwiegend nur das Fordern übrig geblieben. Besonders deutlich wird das, wenn man sich mal die Zumutbarkeitskriterien im Gewerbe betrachtet und wer da nicht mitspielt wird mit Sanktionen abgestraft.

      Angst lähmt Menschen und mindert dann auch die Kreativität und die Leistungsfähigkeit und das treibt in Folge dessen die Menschen zum Verzicht auf erworbene Rechte in der bloßen Hoffnung, so ihren Arbeitsplatz sichern zu können.
      Freundliche Grüße

      Moderator Doph_Zügota



      Gerechtigkeit herrscht, wenn es in einem Volk weder übermäßig Reiche noch übermäßig Arme gibt.

      Thales von Milet (um 625 - 545 v. Chr.), griechischer Philosoph und Mathematiker, einer der Sieben Weisen