Berechnung Urlaubsentgelt bei Tariferhöhung /

      Berechnung Urlaubsentgelt bei Tariferhöhung /

      ein gesundes Neues Jahr in die Runde.
      Ich arbeite im bewaffneten Objektschutz in Berlin in Vollzeit. MTV gebunden, AV verankert.

      Meine Frage bezieht sich auf das leidige Thema Berechnung Urlaubsentgelt.

      Bei Verdiensterhöhungen nicht nur vorübergehender Natur, die während des Berechnungszeitraums oder des Urlaubs eintreten, ist von dem erhöhten Verdienst auszugehen.
      In meinem AV steht, das Urlaubsentgelt wird nach dem BUrlG in seiner jeweils gültigen Form berechnet.

      Die letzte Tariferhöhung war im Juli2014 und ich hatte im Juli Urlaub. Mein Arbeitgeber hat den Urlaub nach dem alten Bruttolohn berechnet. Auf meinen schriftlichen Einspruch mit Verweis auf das BUrlG bekam ich von der Firma nur ein sehr kurzes Schreiben mit dem Inhalt: In Absprache mit der Geschäftsführung findet keine Lohnkorrektur statt. Am Telefon wurde mir gesagt " Das machen wir schon immer so und sehen keine Notwendigkeit das irgendwie zu ändern....., wenn mir das nicht passt müße ich den Rechtsweg wählen."
      Also bin ich mit meinem ganzen Gedöns zu einem mir empfohlenen Anwalt für Arbeitsrecht. Der Knaller!!! Alles eingereicht und abgewartet... mehrmals angerufen da ich gern eine Info über den Sachstand gehabt hätte. Letztendlich sollte ich noch einmal vorstellig werde und weitere Unterlagen mitbringen. Das Bringen der Unterlagen gestaltete sich als recht schwierig da ich keine Lohnabrechnung in der gewohnten Form vorlegen konnte. Ich habe meiner Lebensgefährtin in 2014 eine Niere gespendet und vollen Verdienstausfall von der privaten Versicherung meiner Freundin bekommen. Diese ist Beihilfeberechtigt und somit ergaben sich sehr viele Abrechnungen ,da jeweils ein Vertragspartner 50% zu zahlen hat.
      Wie ihr schon lesen könnt ist das Ganze für mich als Laien sehr undurchsichtig, da ich nicht nachvollziehen konnte welche Abrechnungen jetzt genommen wurden um mein Urlaubsentgelt zu berechnen...
      Ich also wieder zum Anwalt und noch mehr Papiere hingeschleppt... Dieser beichtete mir dann unglaublicherweise das er "vergessen" hat die Klage einzureichen und somit die Einspruchsfrist von drei Monaten verjährt ist. Ausgezahlt aus der Kasse der Kanzlei wurden mir dann knapp 70 €, was wohl dem Fehlbetrag durch meine Firma entspräche ...
      Es folgten noch einige Entschuldigungen und das so etwas noch nie vorgekommen sei... Bla Bla...

      Mit Datum 01.01.2015 erfolgte eine Neue Tariferhöhung und ich habe wieder Urlaub. Jetzt werde ich die Lohnabrechnung Januar abwarten und mir einen neuen Anwalt suchen.

      Ich bin da total verunsichert, da mir der Anwalt zwar Summe X ausgezahlt hat, aber halt aus seiner eigenen Tasche !! Somit habe ich noch immer keine rechtliche Grundlage wie denn nun das Urlaubsentgelt berechnet werden muß...

      Ich gehe davon aus das nach BUrlG mein Entgelt wie folgt berechnet werden muß:
      Ich habe im Januar Urlaub und es tritt eine Erhöhung im Januar in Kraft. Das bedeutet nach BUrlG, das zur Berechnung das Bruttoentgelt der letzten 13 Wochen auf Grundlage des neuen Stundenlohnes neu berechnet werden muß. Der Durchschnitt dieser Neuberechnung ergibt die entsprechende Grundlage für mein Urlaubsentgelt im Januar. Dieses gilt rückrechnend genauso für die Monate Februar und März, da diese ebenfalls in den Berechnungszeitraum fallen sollte ich da Urlaub nehmen...

      Vom Personalrat bekam ich als Antwort ich solle mich an den Personalrat wenden.... vom Personalrat bekam ich die Antwort ich solle doch den Rechtsweg wählen wenn mir die bisherige Berechnung nicht passt...

      Wie sind da eure Erfahrungen bzw. wie wird das bei euch gehandhabt ?
      Liege ich da vollkommen falsch was die Berechnung angeht ?

      Grundlage sind der MTV Berlin / Brandenburg und das BUrlG §11

      Ich bin Gewerkschaftsmitglied beim Verband Private Sicherheit über die Gewerkschaft der Polizei. Hatte aber einen privaten Anwalt über meine Rechtsschutz gewählt...

      In meinem Beitrag hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen.... Der Betriebsrat verwies mich an den Personalrat und dieser an den Rechtsweg.

      Meine Frage bezog sich aber eher nicht auf Gewerkschaften oder Anwälte, sondern wie das bei euch gehandhabt wird.
      Vielen bzw allen meiner Kollegen im Bereich ist das egal und keiner wehrt sich gegen die Verfahrensweise durch meinen Arbeitgeber.
      Wenn ich mal davon ausgehe das es sich um einige Hunderte Beschäftigte in der Firma handelt, und davon prozentual gesehen in den Sommermonaten sicher gut jeder dritte im Juli,August, September ( Tariferhöhung zum 01.Juli) im Urlaub gewesen ist, reden wir ja hier doch
      von einer stattlichen Summe die durch Verstoß gegen das BUrlG durch die Firma eingespart wurde.
      Da wir ja alle in der Sicherheit nicht gerade die Schwerverdiener sind, möchte ich schon das wenige, das mir für meine geleistete Arbeit zusteht, bekommen.

      Ich möchte hier niemandem zu nahe treten, kann mir aber sehr gut vorstellen, das viele hier nicht wissen das bei einer Tariferhöhung die in den Urlaubszeitraum bzw. den entsprechenden Berechnungszeitraum fallen, das Urlaubsentgelt auf der Grundlage des neuen Lohnes zu berechnen ist.

      Es würde mich interessieren wie eure Objekt,- bzw. Bereichsleiter darauf reagieren und wie das in euren Firmen/Bereichen gehandhabt wird.
      Die Bezahlung von Urlaubstagen ist nahezu in jedem Bundesland anders geregelt. Genaues dazu findest im jeweiligen Tarifvertrag für das Bundesland, vorausgesetzt es liegt eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung für den Tarifvertrag vor. Ist das nicht der Fall, kann die Berechnung individuell verschieden sein. In vielen Berechnungen werden die Verdienste der letzten 3, 6 oder 12 Monate addiert und durch einen Tagesfaktor geteilt, das gibt dann die Bezahlung für einen Urlaubstag. Aber wie gesagt: das steht in deinem Landestarifvertrag. Sollte innerhalb der genannten Monate eine Lohnerhöhung stattfinden, wird das zumindest bei uns eingerechnet.