Ausbeutung in der Branche

      Ausbeutung in der Branche

      Hallo,

      ich wollte einfach mal herausfinden, ob die von mir erlebte Ausbeutung in der Branche normal ist:
      1. 80h/Woche (40h Vertrag)
      2. keine Vergütung der Überstunden
      3. Dienstpläne, die der Anwalt hat sind angeblich gefälscht (ich ziehe eine Strafanzeige in Erwägung).
      Als ich nach einer Vergütung der Überstunden gefragt habe, wurde gesagt, warum wir alle von Überstunden sprechen, wir tun ja doch nichts. Kurz darauf kam die Kündigung.
      Hallo Neuling 1986!

      Erst einmal Herzlich Willkommen! Es tut mir sehr leid, dass du diese Erfahrung durchleben musst (es scheint deine erste Berührung in der Wach- und Sicherheitsbranche zu sein wie ich das lese?). Dein Schritt (Anwalt) den du gegangen bist ist genau der Richtige um etwas zu bewegen und dein Recht (zurecht) durchzusetzen. Finde ich sehr gut und kann ich nur befürworten. Was mich interessieren würde, wäre der angegebene Grund in der Kündigung?! Sollte dein Ex-Chef weiterhin unterstellen, dass die Dienstpläne gefälscht seien, so würde ich die Anzeige an deiner Stelle auch in Betracht ziehen. Frage doch einmal deinen RA dahingehend wie dieser dem gegenüber eingestellt ist.

      Was heißt normal? :-/ Nun ja, es ist leider nicht von der Hand zu weisen, dass es aufgrund der leider sehr gering angesetzten Zugangsvoraussetzungen für Gewerbetreibende, EINIGE schwarze Schafe in unserer Branche gibt.

      Nur ist dass nicht allgemeingültig für die gesamte Branche, da es auch sehr viele, durchaus kompetente Unternehmer und Unternehmen gibt, die ebenfalls auf einen fairen Umgang mit den Angestellten bedacht sind. Leider scheinst du beim ersten (?) mal, kein Glück bei der Unternehmenswahl gehabt zu haben. Mir ist es ähnlich beim ersten Kontakt mit der Branche gegangen und bin heute froh, nicht generalisiert und "über den Tellerrand" geschaut zu haben.

      LG Dennis
      Eine 80-Stunden-Woche ist im Rahmen von Schichtmodellen zwar ungewöhnlich aber möglich.

      Ab wann Überstunden bezahlt werden, steht in den Tarifverträgen für dein Bundesland. Wenn du Lohnempfänger bist, hat das in den meisten Tarifverträgen mit einer Wochenarbeitzeit nichts zu tun. Sollte in deinem Arbeitsvertrag als Lohnempfänger eine 40-Stunden-Woche stehen, den würde ich gerne mal lesen *g*.

      Die Fälschung von Dienstplänen nachzuweisen geht nicht so ohne weiteres.

      Die dir gegebene Antwort auf deine Frage nach der Vergütung zeugt von sozialer Inkompetenz oder auch Dummheit.

      Eine Kündigung - ich nehme mal an innerhalb der Probezeit - ist in den meisten Fällen während der vereinbarten Probezeit ohne Angabe von Gründen möglich. Wenn die einen Kündigungsgrund hinein geschrieben haben, freut sich der Anwalt.
      @Neuling1986

      Es ist sehr zu begrüßen dass du dich wehren willst und einen Anwalt eingeschalten hast. Das machen leider viel zu wenige. Aber: Ein Anwalt ist immer auf deine Mitarbeit angewiesen und braucht in deinem Fall vor allem Unterlagen. Soll heißen du musst beweisen können wie das mit den Überstunden gelaufen ist und auch wegen der Dienstpläne. Dann kann der Anwalt aktiv werden wenn du ihm das Mandat übertragen hast. Thema Ausbeutung: Dir war aber schon klar dass es im Wachgewerbe um Bezahlung nach Anzahl der geleisteten Stunden geht und dass da in Vollzeit ca. 240 Std. "normal" sind?
      Äähh noch was: Wenn du das mit der 40-Stunden-Woche von deinem Anwalt hast, suche dir einen neuen: der hat nämlich demnach keine Ahnung von der Branche Sicherheitsdienste. Falls du Mitglied bist, kannst dich an verdi wenden, die blicken da durch, alternativ verdi nach einem passenden Fachanwalt fragen.
      Schichtplänte sind angeblich gefälscht? Ich hoffe, dass auf deine(n) Objekt(en) Wachbücher geführt wurden. Danach sollte sich alles ebenfalls nachweisen lassen.

      Nur so als Anregung.

      Überstunden. Hm, das Wort kenne ich aus unser Branche eigentlich garnicht, da regulär nach Stunden vergütet wird?! Oder habe ich was missverstanden?
      Naja, bei einer 80h Woche hätte er im Monat 320h gearbeitet. Wenn er die sich alle bezahlen lässt macht er steuertechnisch gesehen Miese.
      Abgesehen davon, hält das kein Mensch über einen längeren Zeitraum durch.

      Ich denke mal, als Überstunden werden diese Stunden bezeichnet die über der tariflichen Maximalstundenanzahl pro Monat liegen.
      Und das Führen von Arbeitszeitkonten ist nicht unzulässig. Im Mittel muss es stimmen.


      Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
      Albert Einstein
      Das ist schon klar Aufseher. 7 Tage Woche mit 84h ist ok, eine Woche frei hinterher: Super!
      4x80h Woche am Stück und das jeden Monat = nicht OK!

      Hüstel, Räusper: Was ist ein Pendel-Ossi? Das Gegenstück zum Pendel-Wessi oder was willst du damit zum Ausdruck bringen?!


      Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
      Albert Einstein
      Wir nennen diese Spezies zukünftig im Forum einfach Pendler. Da fühlt sich niemand auf den Schlips getreten, in Ordnung?!


      Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
      Albert Einstein
      Sorry, hatte kein Internet, da beim Providerwechsel etwas schief gelaufen ist.
      Hatte einen 40h/Woche Vertrag und war kein Fahrer (Telefonzentrale).
      In der Kündigung stand kein Grund und es war nach der Probezeit.

      Wollte eigentlich nur wissen, ob so Zustände in der Branche normal sind.